Überblick über die Timmlersjoch Hochalpinsttrasse und das Alpenpanorama

Timmelsjoch Hochalpenstraße: Das geheime Tor zum Süden

| 10 min Lesedauer

Die Timmelsjoch Hochalpenstraße ist das geheime Tor zum Süden. Die Straße über das 2.509 m hohe Timmelsjoch in Tirol ist der höchste Passübergang der Ostalpen und bietet spektakuläre Einblicke in die hochalpine Landschaft zwischen Ötztal und der Südtiroler Kurstadt Meran. Für Camper ist die Hochalpenstraße eine der schönsten Routen Europas.

Bei PiNCAMP findest du die schönsten Campingplätze in Tirol:

Mehr erfahren

Wo im Winter einheitliches Weiß die Szene dominiert, stürzen im Sommer tosende Wasserfälle in glitzernde Badeseen. Mountainbike-Strecken und Abenteuerspielplätze sorgen für Adrenalinschübe. Bergbahnen, Wanderbusse und Hüttentaxis führen in alpine Wandergebiete. Nicht umsonst ist Tirol ein absolutes Traumziel für aktive Camper.

Eines der nicht ganz so bekannten Highlights der Grenzregion zwischen Österreich und Italien ist die Timmelsjoch Hochalpenstraße. Die Passstraße über das 2.509 m hohe Timmelsjoch verbindet das Ötztal in Nordtirol mit dem Südtiroler Passeiertal und führt anschließend nach Meran weiter. Die eindrucksvolle Streckenführung durch eine Landschaft aus mächtigen Bergen und Riesengletschern macht die Tour zu einer der spektakulärsten Panoramarouten Europas.

Traumhafte Route für Camper entlang der Timmelsjoch Hochalpenstraße
Alle Zwischenstopps der Route auf einen Blick.

Beste Reisezeit

Der Pass ist in der Regel erst Ende April schnee- und eisfrei. Deshalb solltest du eine Tour über die Timmelsjoch Hochalpenstraße für die Sommermonate einplanen. Außerdem empfiehlt es sich, ausreichend Kleingeld einpacken. Die 60 km, die Österreich mit Italien verbinden, sind nämlich mautpflichtig. Sind die Reifen aufgepumpt, die Wanderschuhe gewachst und die Angelrute im Wohnmobil verstaut, kann es auch schon losgehen!

Outdoor-Abenteuer und geheime Missionen im Tiroler Ötztal

Ausgangspunkt der Tour entlang der Timmelsjoch Hochalpenstraße ist das 65 km lange Ötztal. Genauer gesagt: Das gut zwei Autostunden südlich von München gelegene Oetz. Das Tal ist eines der längsten Täler der Ostalpen und bietet über 1.600 km an Wanderwegen und 850 km Mountainbike-Strecken. Genug zu tun also, und wenn dir an Land zu langweilig wird, kannst du immer noch die Ötztaler Ache mit Schlauchboot und Kanu erkunden. In Oetz lohnt sich ein kurzer Spaziergang durch den alten Dorfkern mit seinen kunstvollen Fassadenmalereien. Die alpinen Landschaftsbilder im Turmmuseum steigern die Vorfreude ins Unermessliche.

Also rein in die Acherkogelbahn und rauf ins WIDIVERSUM Hochoetz. In dem Erlebnispark führt ein freches Schaf kleine Wanderer auf der Suche nach dem Zauberkristall durch 36 naturnahe Spiel- und Rätselstationen. Outdoor-Fans freuen sich in der 6 km nordwestlich gelegenen Area 47 auf Nervenkitzel der Extraklasse. Zur Wahl stehen ein spektakulärer Wasserpark, der schwindelerregende Klettergarten und eine Offroad-Halle.

Vom wärmsten Badesee Tirols zum Ötzi-Dorf

Etwas ruhiger gestaltet sich ein Tag am Piburger See. Der einzige Naturbadesee des Ötztals zählt mit seiner Oberflächentemperatur von bis zu 25° C zu den wärmsten Badeseen Tirols. Mit Barsch, Aitel, Rotfeder und Rotauge hält er auch die eine oder andere Versuchung für Hobbyangler bereit.

Weiter geht es nach Umhausen, das vor allem für seinen 159 m hohen Stuibenfall bekannt ist. Über 700 Stufen und eine 80 m lange Hängebrücke gelangst du bis an die Abbruchkante, von der aus sich bis zu 2.000 Liter pro Sekunde in die Tiefe stürzen.

Historisch interessierte Camper sollten unbedingt das Ötzi-Dorf besuchen, in dem prähistorische Bauten das Leben der Urzeitmenschen veranschaulichen. Der berühmte „Mann aus dem Eis“ wurde in einem Gletscher ganz in der Nähe gefunden. Im angrenzenden Greifvogelpark bestaunst du Adler, Geier und Falken, die über deinen Kopf segeln oder begibst dich in den Klettergärten Tumpen Engelswand und Niederthai selbst in schwindelerregende Höhen.

Brücke über die Ötztaler Ache
Brücke über die Ötztaler Ache - © Hachri - stock.adobe.com

Traumhafte Natur in den Ötztaler Alpen

Im Ötztaler Heimat- und Freilichtmuseum erfährst du alles über die Kultur- und Alltagsgeschichte der Region, während du durch einen der letzten beinah vollständig erhaltenen Dorfkerne Tirols schlenderst. Sattgrüne Wiesen schlängeln sich 20 km lang durch die Talebene und laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein.

Das neue Naturparkhaus bringt dir mithilfe von Hörstationen, Touchscreens, VR-Brillen und Hologrammen Flora, Fauna und Geologie des Tales näher. Danach verwöhnst du du deine Haut im AQUA DOME mit der heilenden Kraft 36° C warmer Thermalquellen und füllst deine Lungen mit dem wunderbar ländlichen Aroma der Heustadl-Sauna. Und die Kids? Die überlegen sich derweil, welche Wasserrutsche sie sich zuerst hinunterstürzen.

Frau steht auf einer Brücke neben dem Stuibenfall
Frau steht auf einer Brücke neben dem Stuibenfall - © Jan - stock.adobe.com

Auf den Spuren von James Bond

Das mondäne Sölden wiederum lockt mit rund 300 km markierten Wanderwegen, die sich durch dichte Wälder und über grüne Almen bis zu den 3.000ern hinaufschlängeln. Spannend für die ganze Familie ist der Almzeit-Themenwanderweg mit seinen 20 Erlebnis-Stationen. Erkundest du die umliegende Landschaft lieber auf zwei Rädern, laden eine Reihe spektakulärer Bike-Routen zu ebenso langen Touren ein. Noch rasanter geht es auf den Trails und Jump Lines der BIKE REPUBLIC Sölden, einem der größten Bike-Parks der Alpen.

Sind die Beine nach so viel Action müde, bezwingst du die 13 km lange Gletscherstraße bis zum Rettenbach– und Tiefenbachgletscher auf 2.830 Höhenmetern einfach mit fremden PS. Zur James-Bond-Erlebniswelt 007 ELEMENTS lässt du dich standesgemäß von den Panorama-Gondeln der Gaislachkogelbahn kutschieren. Für Fan des wohl berühmtesten Geheimagenten im Auftrag seiner Majestät wird die interaktive Reise durch 24 verschiedene Filme des charmanten Briten zu einem der Höhepunkt der Tour.

Überblick über Obergurgel
Überblick über Obergurgel - © Hans und Christa Ede - stock.adobe.com

Obergurgl: Paradies für Outdoor-Fans

Jetzt wird es Zeit, endlich die Timmelsjoch Hochalpenstraße in Angriff zu nehmen. Vorher machst du am besten noch einen letzten Zwischenstopp in der Wintersportregion Hochgurgl-Obergurgl. Auch in den Sommermonaten hat das auf rund 2.000 Höhenmetern gelegene Örtchen einiges zu bieten. Ob Familienwanderung oder Höhentour, anspruchsvolle Mountainbike-Strecke oder entspannte Stunden auf dem Ötztal-Radweg: hier findet jeder die perfekte Outdoor-Aktivität für seinen ganz persönlichen Fitnessgrad.

Schwindelfreie Camper bezwingen die 142 m lange Piccard-Brücke und stellen ihren Gleichgewichtssinn im Klettergarten „Zirbenwald“ auf die Probe. Gemütlichere Naturen genießen die Aussicht aus der Panoramabar Top Mountain Star in 3.080 m Höhe. Interessierst du dich eher für den Asphalt und schnelle Maschinen, sollten die 230 historischen Motorräder im Motorcycle Museum ganz weit oben auf deiner Liste stehen.

Unsere Campingplatz-Tipps im Ötztal

Um die Vielfalt des Ötztals zu erleben, brauchst du das passende Basislager. Hier findest du die schönsten Campingplätze im Ötztal.

Camping Ötztal Arena
Luftaufnahme des Campingplatzes inkl. der nahegelegenen Ortschaft - © Camping Ötztal Arena

Camping Ötztal Arena, Umhausen

Auf 1.050 Höhenmetern gelegen, bezeichnet sich dieser Platz selbst als „Tirols natürlichstes Camping“. Nur 5 Gehminuten vom Naturbadesee am Fuße des Stuibenfalls lässt du dich im Wellnessbereich verwöhnen oder genießt die Tiroler Spezialitäten im urigen Kaminstadl.

Camping Ötztal Längenfeld Wohnwagen und Zeltstellplatz
Wohnwagen und Zeltstellplatz des Campingplatzes - © Camping Ötztal Längenfeld

Camping Ötztal Längenfeld, Längenfeld

Wenn dich 4,9 Punkte in der Camperbewertung und die Auszeichnung als ADAC-Tipp nicht überzeugen, schaffen es vielleicht die luxuriösen Alpine-Lodges aus heimischen Zirben- und Tannenhölzern, die modernen Waschräume mit Regenduschen und Fußbodenheizung oder die vielfältigen Freizeitangebote im Innen- und Außenbereich. Ach ja: Ein beheiztes Freibad mit Wasserrutsche gibt es auch.

Camping Sölden
Campinggäste mit dem Fahrrad - © Camping Sölden

Camping Sölden, Sölden

Du bist auf der Suche nach Naturcamping mit Luxusflair? Dann passt dieser Platz wie die Faust aufs Auge. Auf 1.400 Höhenmetern und nur 200 m von der Gondelbahn „Gaislachkogl“ gelegen, ist er der perfekte Ausgangspunkt für die Erkundung der umliegenden Bergwelt. Mountainbiker freuen sich über die Nähe zum größten Pump-Track-Park Tirols sowie den gesicherten Bikekeller samt Werkstatt und Waschstation.

Grenzüberquerung mit Bergpanorama auf der Timmelsjoch Hochalpenstraße

Nachdem du alle Ecken des Ötztals ausgekundschaftet hast, führt dich die Timmelsjoch Hochalpenstraße in gut 1,5 Fahrstunden von Obergurgl nach Meran. 60 km und 30 Kurven benötigt es, um den Pass in 2.509 Meter Höhe zu bezwingen. Unterwegs warten neben dem neuen Passmuseum 5 spannende Erlebnisstationen mit modernen Architektur-Skulpturen und Informationstafeln rund um Natur, Geschichte, Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft darauf, entdeckt zu werden.

Tipp: Da die Straße nur tagsüber von 7-20 Uhr geöffnet ist, solltest du dich rechtzeitig auf den Weg machen. Dann hast du genug Zeit für die obligatorischen Erinnerungsfotos vor atemberaubender Kulisse.

Grenzübergang zwischen Österreich und Italien
Grenzübergang zwischen Österreich und Italien - © Balakate - stock.adobe.com

Mit Freiheitskämpfern und Murmeltieren durch Passeier in Südtirol

Auf der italienischen Seite der Alpen angekommen, führt die Route geradewegs in den Naturpark Texelgruppe. Ein Paradies für Naturfreunde und Bergwanderer: Von den mediterranen Eichenwäldern des Passeiertals führen zahllose Wanderwege über duftende Almwiesen und blühende Alpenrosenfelder zu türkis glitzernden Bergseen im Schatten schneebedeckter 3000er.

Eine der beliebtesten Wanderungen ist der Meraner Höhenweg, der das gesamte Bergmassiv auf über 120 km umrundet und sich in 5-8 Etappen bewältigen lässt. Tageswanderungen sind aber auch möglich. Etwas entspannter geht es auf dem Passeier Schildhöfeweg zu, auf dem du typische Spezialitäten der Region erkunden kannst. Oder du mietest dir ein Mountaincart und saust auf sicheren Forststraßen die Hänge hinunter.

Ein tolles Ausflugsziel ist etwa das autofreie Bergdorf Pfelders, das mit 300 Sonnentagen im Jahr in ein Seitental des hinteren Passeiertals lockt. Dich zieht es direkt wieder in die Berge? Dann bringt dich der „Grünbodenexpress“ von hier in nur 3 min zum Ausgangspunkt des Panoramaweges in mehr als 2.000 m Höhe.

Die Perlen der Alpen

Alternativ entscheidest dich für die hübsche Gemeinde Moos, die für ihre tollen Hochgebirgspanoramen bekannt ist.  Als Mitglied der „Perlen der Alpen“ legt man hier besonderen Wert auf Klima- und Naturschutz und setzt sich für sanfte Mobilität ein. Der ideale Ausgangspunkt für Wanderungen in alpinem Gelände. Im Erlebnisbergwerk Schneeberg kannst du zudem bis tief ins Innere des Gebirgsmassivs eindringen oder du erkundest das Bunker Mooseum auf einer von 6 Kletterrouten.

St. Leonhard in Passeier, der Hauptort des Passeiertals, befindet sich an der Kreuzung zum 2.094 m hohen Jaufenpass und hat sich vor allem als Geburtsort des Freiheitskämpfers Andreas Hofer einen Namen gemacht. Das Geburtshaus des Tiroler Volkshelden kann knapp 2 km südlich des Orts als Teil des Museums Passeier besichtigt werden. Ein besonders schöner Ausblick über das ganze Tal bietet sich aus dem fünften Stock des Bergfrieds der spätmittelalterlichen Jaufenburg: Von hier aus siehst du die Stuller Wasserfälle, den dritthöchsten Wasserfall Europas, aus 300 m in die Tiefe stürzen.

Sommertag auf dem Jaufenpass
Sommertag auf dem Jaufenpass - © Stefan Kretzschmar - stock.adobe.com

Auf dem Weg nach Meran

Weitaus gemächlicher geht es im Ortskern von Sankt Martin im Passeier mit seiner barocken Kirche und den bemalten Zunfthäusern zu. Lohnenswert ist der Besuch der historisch bedeutenden Pfandler Alm, auf der Andreas Hofer 1810 von französischen Besatzungssoldaten gefangen genommen wurde. Für den Weg musst du 5,5 km und etwa 500 Höhenmeter zurücklegen.

Wer die Wanderschuhe zur Abwechslung mal liegen lässt, stattet dem Golfclub Passeier-Meran einen Besuch ab und versucht sich am Abschlag in hügeligem Gelände zwischen Alpenriesen und Seerosenteichen. Hast du alle Bälle erfolgreich eingelocht, belohnst du dich mit einem Besuch in der lokalen Erlebnisbrauerei, Kellerei oder Schnapsbrennerei – je nachdem, ob du eher Obst- oder Gerstensaft bevorzugst.

Bevor die Timmelsjoch Hochalpenstraße in Meran ihr unausweichliches Ende findet, lohnt sich ein abschließender Stopp im 350-Seelen-Dorf Saltaus. Von hier bringen dich die Hirzer Seilbahnen ins gleichnamige Wandergebiet. Der Hirzer Almenweg führt auf 8,4 km noch ein letztes Mal von Hütte zu Hütte durch die Südtiroler Bergwelt. Anschließend lässt du die Erlebnisse im botanischen Garten von Schloss Trauttmansdorff Revue passieren und verbringst noch ein paar Tage in Meran, bevor du die Heimreise antrittst.

Prenn ist die Mittelstation der Hirzer Seilbahn
Prenn ist die Mittelstation der Hirzer Seilbahn und ebenfalls einen Besuch wert - © Kama71 - stock.adobe.com

Campingplatz-Tipps im Passeier Tal

Camping Passeier Meran
Wohnmobil und Wohnwagenstellplatz mit Bergpanorama - © Camping Passeier Meran

Camping Passeier Meran, Saltaus

Direkt an der Talstation der Hirzer Seilbahn und nur 9 km von der Kurstadt Meran kannst du dich hier zwischen Gebirgsbach und Apfelwiesen ins kühle Nass des Freibads stürzen, während den Blick über die umliegende Bergwelt schweifen lassen. Anschließend gönnst du dir eine Antipasti-Platte oder wählst aus einer Reihe italienischer Klassiker, bevor du den Tag bei einem traditionellen Südtiroler Heubad ausklingen lässt.

Camping Zögghof, St. Leonhard im Passeiertal

Wer einen der nur 38 Wohnmobilstellplätze ergattern möchte, muss schnell sein. Die terrassierte Anlage gilt unter Campern als Geheimtipp. Kein Wunder, kannst du deinen Kühlschrank doch direkt vor Ort mit hofeigenen Produkten wie Speck, Wurst und verschiedenen Käsesorten auffüllen. Besonders gesellig wird es während der Törggele-Wochen im Herbst, wenn junger Wein zu Jausenbrettern und gerösteten Kastanien gereicht wird. Wohl bekomms!

Du suchst nach einem Campingplatz in Südtirol? Wir zeigen dir dir besten Plätze:

Mehr erfahren