Sizilien-Rundreise: Mit dem Wohnmobil einmal um die größte Mittelmeerinsel

7 min Lesedauer

Einmal mit dem Wohnmobil rund um Sizilien: Die größte Insel des Mittelmeers begeistert mit spektakulären Naturlandschaften, tollen Stränden und prächtigen Kulturschätzen. In diesem Artikel stellen wir dir eine Rundreise vor, auf der du einige der schönsten Highlights von Sizilien kennenlernst.

Inhaltsverzeichnis

Sizilien ist ein wunderbares Ziel für einen ausgedehnten Roadtrip mit dem Wohnmobil. Mit über 25.000 km² Fläche hat die Insel genau die richtige Größe für eine mehrwöchige Rundreise. Und natürlich gibt es hier wahnsinnig viel zu sehen: Wunderschöne Städte wie Palermo, Syrakus oder Catania, über 1000 Kilometer Küstenlinie mit einigen der schönsten Strände Italiens und den mächtigen Ätna, der zu den aktivsten und höchsten Vulkanen Europas zählt.

Durch sein mildes Klima eignet sich Sizilien auch gut für eine Reise in der Nebensaison. Selbst im tiefsten Winter wird es nur selten kälter als 8° Grad. Um die tollen Strände zu genießen, empfehlen wir dennoch den Frühling bis Herbst als beste Reisezeit für diesen Sizilien-Rundtrip. Für die Anfahrt mit der Fähre vom Festland gibt es mehrere Möglichkeiten: Von Genua bis Palermo dauert es etwa 20 Stunden. Schneller geht es von Neapel: Hier dauert die Überfahrt nur etwa 9,5 Stunden.

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Von Palermo zum schönsten Dorf im Nordwesten Siziliens

Start der großen Tour ist Palermo, die Hauptstadt von Sizilien. Ob du gleich zu Anfang der Tour oder erst am Ende einige Tage in Palermo verbringst, bleibt dir überlassen. Zu sehen gibt es jedenfalls eine ganze Menge: Die prächtige Kathedrale aus dem 12. Jahrhundert mit den Königsgräbern, das imposante, neoklassizistische Teatro Massimo oder der Palazzo Reale aus der Zeit der normannischen Herrschaft sind nur einige der bekanntesten Highlights. Dazu kommen zahlreiche lebhafte Straßenmärkte in der wunderschönen Altstadt. Hier kann man auf jeden Fall locker ein paar Tage verbringen, ohne dass es langweilig wird!

Von Palermo aus fahren wir an der Küste entlang nach Westen bis wir San Vito Lo Capo erreichen. Die kleine Gemeinde ist für ihren wunderschönen Sandstrand in einer geschützten Bucht bekannt, über den sich der Monte Monaco erhebt – ein tolles Ziel für einen Tagesausflug. Ebenfalls ganz in der Nähe befindet sich das Landschaftsschutzgebiet Zingaro. Der wunderschöne Naturpark am Meer bietet zahlreiche Wanderrouten und einige tolle versteckte Badebuchten. Mit dem beliebten Campingplatz Pineta hast du die perfekte Basis, um diesen Teil Siziliens zu erkunden.

Levanzo (Trapani) Il Porto
Levanzo (Trapani) Il Porto - © domeniconardozza - stock.adobe.com

Weiter geht es nach Trapani an der Westküste Siziliens. Neben der überschaubaren, aber schönen Altstadt gibt es hier eine Sehenswürdigkeit, die du auf keinen Fall verpassen darfst: Das mittelalterliche Dörfchen Erice, das in imposanter Lage auf dem 750 Meter hohen gleichnamigen Berg thront. Schon die Fahrt mit der Seilbahn auf den Berg ist ein Erlebnis für sich. Der Blick von oben auf die Küste und die vorgelagerten Ägadischen Inseln übertrifft dann aber noch einmal die kühnsten Erwartungen. Die Inselgruppe ist übrigens ebenfalls ein lohnendes Ausflugsziel. Von Trapani aus fahren mehrmals täglich Boote.

Weinstadt Marsala: Der perfekte Ort für Genießer

Nächster Stopp ist die antike Hafenstadt Marsala, wo vor allem Genießer auf ihre Kosten kommen. Marsala ist das Zentrum des Weinanbaus auf Sizilien und die Heimat des berühmten Marsala-Weins. In zahlreichen Lokalen kannst du den edlen Tropfen probieren. Ebenfalls sehenswert sind die Salinen – die Salzgärten in der Lagune von Marsala. Hier wurde jahrhundertelang durch die natürliche Verdunstung Meersalz gewonnen. Ein schöner Campingplatz in Stadtnähe ist das Lilybeo Village.

Sonnenuntergang an den Salinen von Marsala in Sizilien, Italien
Sonnenuntergang an den Salinen von Marsala in Sizilien, Italien - © jens ickler/EyeEm - stock.adobe.com

Über Mazara del Vallo fahren wir anschließend der Küste folgend bis Selinunt. Hier liegt einer der größten archäologischen Parks Europas: Die Fundstätte besteht hauptsächlich aus den Überresten der griechischen Stadt Selinus, die in antiker Zeit eine der größten Siedlungen Siziliens war. Das weitläufige Areal lädt zum Spazieren und Wandern zwischen mächtigen Säulen und den Überresten der antiken Tempelanlagen ein. Mit dem Camping Helios gibt es auch gleich den passenden Campingplatz für einen Zwischenstopp.

Auf der Küstenstraße zwischen Selinunt und Agrigent geht es weiter zur lebhaften Hafenstadt Sciacca, eine der ältesten Städte der Insel. Sciacca war schon in der Antike für seine heißen Quellen bekannt. Im 19. Und 20. Jahrhundert wurden zahlreiche Thermalbäder erbaut, die auch heute noch einen Besuch wert sind. Wer danach ein wenig am Meer entspannen möchte, findet in dem wunderschönen Eraclea Minoa Village einen tollen Sandstrand in einer geschützten Bucht.

Zwischenstopp im beeindruckenden „Tal der Tempel“

Die Stadt Agrigent an der Südwestküste Siziliens ist unser nächstes Ziel. Auch hier gibt es wieder zahlreiche antike Sehenswürdigkeiten zu bestaunen. Am bekanntesten ist das Valle dei Templi, das „Tal der Tempel“. In dem riesigen Areal finden sich zahlreiche gut erhaltene griechische Tempelanlagen. Ebenfalls sehr beliebt ist die „Scala dei Turchi“ ein monumentaler Kreidefelsen, der mit seinen weißen Stufen an eine riesige Treppe erinnert. Von Agrigent bietet sich auch ein Ausflug auf die Insel Lampedusa an. Hier befindet sich mit dem „Spiaggia dei Conigli“ ein traumhafter, weißer Sandstrand, der regelmäßig in Listen mit den besten Stränden der Welt auftaucht. Camppingplatz-Tipp: Der Campingplatz Valle dei Templi in unmittelbarer Nähe der Ausgrabungsstätte.

Juno Temple, Tal der Tempel in Agrigento, Sizilien, Italien
Juno Temple, Tal der Tempel in Agrigento, Sizilien, Italien - © jovannig - stock.adobe.com

Kulturfreunde kommen im Val di Noto im Südosten von Sizilien voll auf ihre Kosten. Die Region wurde 2002 von der UNESCO ins Weltkulturerbe aufgenommen und ist für ihre wunderschönen spätbarocken Städte wie Noto, Palazzolo, Ragusa und Scicli bekannt. Die Altstädte dieser „Perlen des Barock“ sind ein einzigartiges Mosaik aus Palästen und Kirchen im Barockstil und sind bei einer Sizilien- Rundreise ein absolutes Muss. Eine gute Basis zum Erkunden dieser traumhaften Gegend ist Ragusa im Herzen des Val di Noto. Ein empfehlenswerter Campingplatz ist das Camping Baia del Sole in dem etwa 20 km südlich gelegenen Küstenstädtchen Marina di Ragusa.

Ebenfalls nicht auf dem Programm fehlen darf natürlich Syrakus. In der Antike war Syrakus eine der wichtigsten griechischen Städte überhaupt und noch heute laden die zahlreichen Tempel, Theater, Amphitheater und die imposante Nekropole zum Staunen ein. Vor allem die Altstadt-Insel Ortygia, die über eine Brücke mit dem Festland verbunden ist, bietet sich hervorragend zum Schlendern und Spazieren an. Strandfreunde legen einen Zwischenstopp auf dem stadtnahen Campingplatz Sabbiadoro ein.

Ausflug zum Ätna, dem höchsten aktiven Vulkan Europas

Die nördlich gelegene Großstadt Catania ist der richtige Ort für alle, die den Ätna aus nächster Nähe sehen wollen. Hier bietet es sich an, etwas länger zu bleiben – der Naturpark rund um den höchsten aktiven Vulkan Europas ist riesengroß und es gibt unzählige Möglichkeiten zum Wandern. In der Stadt werden geführte Touren bis zu den Gipfelkratern angeboten. Die äußeren Bereiche lassen sich aber auch auf eigene Faust erkunden, beispielsweise auf der „Pista Altamontana“, die einmal rund um den Vulkan führt. In Catania gibt es zahlreiche Campingplätze – sehr beliebt ist etwa das Camping Jonio direkt am Meer.

Erloschener Krater des Vulkans Ätna Sizilien, Italien
Erloschener Krater des Vulkans Ätna Sizilien, Italien - © Parilov - stock.adobe.com

An der Küste entlang geht es anschließend weiter nach Taormina. Die Kleinstadt zählt zu den beliebtesten Feriendestinationen in Italien und bietet genau die richtige Mischung aus Kultur, schönen Stränden und unberührter Natur. Vom 200 Meter hohen Monte Tauro bietet sich ein toller Blick auf das Ionische Meer. Badefreunde kommen an den Traumstränden von Isola Bella, Giardini Naxos und Mazzarò voll auf ihre Kosten.

Über Messina an der gleichnamigen Straße von Messina erreichen wir schließlich Cefalù, den letzten Stopp auf unserer Reise. Die Küstenstadt ist auch bei den Einheimischen äußerst beliebt und bietet einen wunderschönen historischen Ortskern, der zu den schönsten auf ganz Sizilien zählt Gleich nebenan befinden sich zudem einige tolle Strände. Damit ist Cefalù der perfekte Ort, um die letzten Tage in Sizilien entspannt am Meer zu verbringen, bevor es wieder zurück nach Palermo geht.

💡 Praktische Infos zur Tour

  • Länge: ca. 900 km
  • Dauer: individuell, mindestens 2-3 Wochen empfehlenswert
  • Beste Reisezeit: Frühjahr bis Herbst