Mit dem Wohnmobil nach Schweden: Die besten Routen und Tipps

8 min Lesedauer

Schweden ist eines der schönsten Länder der Welt. Das skandinavische Land besitzt eine einzigartige Naturlandschaft, in deren Weite man sich verlieren kann und die du lieben wirst. Und das Beste: Die atemberaubenden Küsten, die immergrünen Wälder und Wiesen mit ihren einsamen Seen und selbst die kargen Gefilde im Norden lassen sich hervorragend mit dem Wohnmobil entdecken. Hier bekommst du praktische Tipps zur Anreise, den schönsten Campingplätzen und lohnenden Routen für eine unvergessliche Reise durch Schweden.

Inhaltsverzeichnis
Kyrkesund, Schweden - © Manuel - stock.adobe.com

Schweden eignet sich geradezu ideal für Camper, die gerne mit dem Wohnmobil unterwegs sind. Mit einer Fläche von 447.435 km² und etwas mehr als zehn Millionen Einwohnern bietet das Land viel Platz zur individuellen Entfaltung. Und da die Schweden gerne selbst mit dem Reisemobil unterwegs sind, gibt es ein breite Auswahl an Campingplätzen in unterschiedlicher Ausstattung.

Im beliebten Reisezeitraum zwischen Mai und August empfiehlt es sich bereits im Vorfeld Stellplätze zu reservieren. Das gilt vor allem für Südschweden und die schwedische Ostseeinsel Öland. Ansonsten kannst du die Plätze aber jederzeit spontan ansteuern.

So kommst du mit dem Wohnmobil nach Schweden: Mit und ohne Fähre

Durch seine geografischen Lage ist Schweden sowohl auf dem Landweg als auch mit einer Fähre erreichbar. Wer lange Fahrten mit dem Wohnmobil liebt und unterwegs Dänemark in Augenschein nehmen möchte, kann den Weg nach Schweden komplett ohne Fähre bewältigen.

Mit dem Wohnmobil

Ausgangspunkt für die Fahrt ist die Autobahn A7 in Richtung Flensburg, die nach der Grenze zu Dänemark zur E45 wird und bis nach Kolding führt. Von hier aus gelangst du auf die E20 in Richtung Kopenhagen mit einer Überfahrt zur Insel Fünen und dem Passieren der Storebeltbrücke zur Insel Seeland. Von Kopenhagen aus überquerst du die wunderschöne Öresundbrücke, über die du ins südschwedische Malmö gelangst.

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Mit der Fähre

Bei der Anreise mit der Fähre hast du die Qual der Wahl. Derzeit gibt es mehrere Fährverbindungen von Deutschland: Entweder direkt nach Schweden oder zuerst nach Dänemark und dann mit kurzer Überfahrt ins Nachbarland.

  • Rostock – Trelleborg
  • Sassnitz – Ystad
  • Travemünde – Malmö
  • Travemünde – Trelleborg
  • Kiel – Göteborg

Rostock – Gedser (in Dänemark – Überfahrt Öresundbrücke)

Wohnmobil in Schweden mieten

Wenn du keinen Lust auf eine lange Anreise hast, kannst du in Schweden ein Wohnmobil mieten. Die Anreise erfolgt dann per Flug nach Stockholm, Göteborg oder Malmö. Vor Ort gibt es mehrere Anbieter, z.B. SkandiTrip, Camper Börse und Touring Cars. Hier kannst du ein Wohnmobil für eine Rundreise durch Schweden anmieten.

Wohnmobile auf dem Campingplatz - © Lars Johansson - stock.adobe.com

Verkehrsregeln für die Wohnmobiltour durch Schweden

Bei den Verkehrsregeln gibt es grundsätzlich keine großen Unterschiede zwischen Deutschland und Schweden. Allgemein sind die Schweden aber etwas gemütlicher unterwegs. Dabei wird gerne auch mal die Richtgeschwindigkeit unterschritten. Wer sich auf das Land einlässt, wird sich schnell an die gemächliche Fahrweise gewöhnen.

Innerorts sind in Schweden 50 km/h vorgeschrieben. Viele Ortschaften müssen aber mit 40 km/h oder noch weniger durchquert werden. Auf den Landstraßen variieren die Vorschriften zwischen 70 und 90 km/h. Bei Autobahnen sind 110 oder 120 km/h die vorgegebenen Richtgeschwindigkeiten. Diese zu überschreiten kann in Schweden zu einem teuren Vergnügen werden. Immerhin werden aber alle fest installierten Blitzer im Vorfeld angekündigt.

📌 Wichtig für die Fahrt in Schweden: Das Abblendlicht muss immer eingeschaltet sein. Das Fahren mit Handy am Steuer sowie unter Alkoholeinfluss ist untersagt. Die Promillegrenze liegt bei 0,2 Prozent. Kinder unter einer Körpergröße von 1,35 m müssen in Schweden in einem altersgerechten Kindersitz Platz nehmen. Für alle Wintercamper, die den schneereichen Norden des Landes erkunden wollen gilt: Zwischen dem 1. Dezember und dem 1. März sind Winterreifen verpflichtend, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Beste Reisezeit für Wohnmobiltouren in Schweden

Hjortahammar in Blekinge, Schweden - © imfotograf - stock.adobe.com

Als beste Reisezeit für Schweden gilt die Zeit zwischen Mai und August. Dann überwiegen die Sonnenstunden und die Temperaturen bewegen sich je nach Breitengrad in angenehmen Bereichen. Auch die Wassertemperaturen in den Seen und Flüssen erreichen in diesem Zeitraum ein Niveau, das zum Baden einlädt.

Natürlich musst du die Wohnmobiltour nicht auf den Sommer beschränken. Wenn dir ein wenig Kälte nichts ausmacht, gibt es auch im Winter viel zu sehen. Die unberührte Naturlandschaften von Jämtland oder dem schwedischen Lappland lassen sich wunderbar mit Skiern oder bei einer Schneeschuhwanderung erkunden. Wenn im Herbst die Blätter fallen, verwandeln sich die Wälder in Schweden in ein Farbenmeer, das jedes Auge erfreut. Dann gemütlich auf einen ruhigen See zu schauen, dürfte alle Sorgen des Alltags vergessen lassen.

Vorsicht beim „Jedermannsrecht“: Gilt nicht für Wohnmobile

Das „Jedermannsrecht“ (allemansrätt) wird von Wohnmobilisten gerne falsch interpretiert. Es bezieht sich auf Menschen, die zu Fuß in der Natur unterwegs sind und unter Berücksichtigung gewisser Vorschriften ihr Lager mit dem Zelt nahezu überall aufschlagen dürfen. Wohnmobile hingegen dürfen nicht einfach inmitten der Natur parken.  Außerdem ist es nicht erlaubt, überall mit dem Fahrzeug die Nacht verbringen. Wohnmobile dürfen nur auf Camping- und Stellflächen sowie eigens dafür gekennzeichneten Flächen parken.

Tipps für Wohnmobilreisen nach Schweden

Um problemlos in Schweden zurecht zu kommen, hier ein paar Tipps, die deinen Alltag erleichtern:

  • Bezahlen: In Schweden wird in Schwedischen Kronen bezahlt. Bargeldloses Zahlen wird immer populärer und gehört zum Alltag dazu. Ein paar Kronen in der Tasche zu haben, kann aber nicht schaden. Es gibt immer wieder Gelegenheiten, z.B. Toiletten auf dem Land, bei denen die Münzen gefragt sein könnten.
  • Kreditkarte: Das Tanken oder das Einchecken auf Stell- oder Campingplätzen ist mancherorts nur mit Kreditkarte möglich. Selbst das Parken in Ortschaften wird per Mailanmeldung und Zahlung mittels Kreditkarte bezahlt. Personal wird an vielen Orten gar nicht mehr eingesetzt, höchstens zur Kontrolle.
  • Alkohol & Tabak sind Luxuswaren: Sowohl Alkohol als auch Tabak sind in Schweden Luxuswaren und werden hoch besteuert. Alkohol wird sogar nur im „Systembolaget“, einem speziellen Geschäft für alkoholische Getränke, verkauft. Lediglich das Lättöl (Leichtbier) und das Folköl (Volksbier) mit bis zu 3,5% Vol. sind in Supermärkten erhältlich.
  • Camping Key Europe: Auf zahlreichen Plätzen, die zum Camping-Verband SCR gehören, ist die Camping Key Europe Card für das Übernachten notwendig. Damit erhältst du auch weitere Rabatte und Vergünstigungen.

Campingplatz in Schweden buchen oder reservieren

In Schweden gibt es rund 550 Campingplätze, auf den meisten Plätzen ist keine Reservierung oder Buchung im Vorfeld notwendig. In der Hauptreisezeit Juni und Juli sind auch viele Schweden selbst im Land unterwegs. An besonders beliebten Orten wird deshalb dringend zu einer Reservierung geraten. Auf den Inseln Gotland und Öland solltest du auf jeden Fall einen Stellplatz reservieren. In der Nähe von Stockholm oder Göteborg, am Vättern und am Vänernsee und auf einigen Plätzen in Südschweden ist eine Buchung oder Reservierung ebenso ratsam.

Campingplatz finden

Schöne Reiserouten durch Schweden

Luftaufnahme der Altstadt im wunderschönen Sonnenuntergang, Göteborg, Schweden - © Kavalenkava - stock.adobe.com
  • Route durch Südschweden: Südschweden und seine wunderschöne  Küstenlinie sind eine ausgezeichnete Wahl für eine Wohnmobil-Tour, auf der du schöne Strecken und wunderschöne Städte bewundern kannst. Zu den schönsten Stationen zählen: Malmö, das “Tor zu Schweden”, Ystad als Heimat von Kommissar Wallander, die Universitätsstadt Lund, das majestätische Karlskrona, Kalmar mit seinem imposanten Schloss und schließlich die Sonneninsel Öland.
  • Småland, Vimmerby und das Glasreich: Im südlichen Schweden wartet mit Småland und Vimmerby eine weitere schöne Strecke auf Wohnmobilisten. Die Heimat von Astrid Lindgren mit dem einstigen Wohnort Näs, Bullerbü, Lönneberga oder dem faszinierenden Glasreich mit der imponierenden Glaskunst aus Schweden bietet jeden Tag neue Erlebnisse. Dazu kommen idyllische Campingplätze direkt am See, sehr viel Wald und interessante Sehenswürdigkeiten. In diesem Artikel findest du eine ausführliche Routenbeschreibung durch Småland.
  • Insel Gotland: Das kleine Eiland in der Ostsee blickt auf eine lange Geschichte zurück. Mit Visby wartet einer der interessantesten Orte Schwedens auf seine Besucher: Die beschauliche Stadt war einst eines der größten Handelszentren in Europa. Kleine Buchten und wunderschöne Sandstrände runden das Erlebnis Gotland ab.
  • Tour durch das nördliche Schweden: Für Naturliebhaber ist Nordschweden ein echtes Paradies. Kleine Ortschaften und Dörfer, wilde, ungezähmte Natur und viele Tiere in freier Wildbahn sorgen für ein unvergessliches Urlaubserlebnis. Sehenswert sind aber auch Städte wie Östersund, Arvidsjaur, Falun, Luleå oder Kiruna.
  • Entlang der Westküste: Göteborg, Halmstad, Helsingborg und schließlich Malmö sind erlebenswerte Städte, für die du dir ausreichend Zeit nehmen solltest. Zwischendurch lohnt sich ein Halt an der Küste, um ein Bad im Meer zu nehmen oder in der Schärenlandschaft zu angeln.

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Titelbild: © sonyachny – stock.adobe.com