Aussicht vom Leuchtturm Långe Jan auf Öland, Schweden

Roadtrip durch Götaland: Unterwegs im sonnigen Südosten Schwedens

11 min Lesedauer

Schwedens Südosten ist viel zu schön, um nur an einem Platz zu campen, oder? Musst du auch nicht, denn die wunderschöne Natur und die attraktiven Ausflugsziele bieten sich perfekt für einen Roadtrip an. 700 Kilometer, sechs Städte und eine Insel: Ein Traumurlaub für Campingliebhaber in einer der schönsten Regionen Schwedens. In diesem Artikel stellen wir dir die Route, die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und die besten Campingplätze vor.

Inhaltsverzeichnis
Routengrafik Südostschweden

Auf geht’s ins Land der Elche: Das Königreich Schweden ist eines der Lieblingsziele für deutsche Urlauber. Das liegt nicht nur an der Herzlichkeit seiner Bewohner, sondern an den unvergleichlich schönen Landschaften, leckeren Köttbullar, Knäckebrot und anderen kulinarischen Genüssen. Das Land erstreckt sich beinahe über die komplette Länge der skandinavischen Halbinsel. Die längste Ausdehnung von Norden nach Süden beträgt 1572 Kilometer. Natürlich ist ganz Schweden eine Reise wert, unser Roadtrip führt uns diesmal allerdings nach Götaland, dem südlichsten der drei schwedischen Landesteile.

Weil du etwa 700 Kilometer zurücklegen musst, um alle Stationen anzufahren – die Anreise aus Deutschland nicht eingerechnet – solltest du mindestens zwei Wochen Zeit für diesen Campingurlaub haben. So entsteht kein Zeitdruck und du kannst an Plätzen länger verweilen, die dir besonders gut gefallen.

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Anfahrt aus Deutschland

Starten wir also mit der Anfahrt aus Deutschland. Je nachdem wo dein Ausgangspunkt liegt, kommen zwei Routen in Frage.

Über Dänemark

Erste Möglichkeit: Du fährst zuerst bis in die dänische Hauptstadt Kopenhagen und überquerst dann die spektakuläre Öresundbrücke bis ins schwedische Malmö. Schwedens längste Brücke misst 7.845 Meter und ist damit die weltweit längste Schrägseilbrücke für kombinierten Straßen- und Eisenbahnverkehr. Das wird bereits die erste Attraktion deines Roadtrips. Die Überquerung kostet je nach Wohnwagen oder Wohnmobil-Größe zwischen 220 und 416 Euro für Hin- und Rückfahrt. In Malmö angekommen legst du die 200 Kilometer bis Karlskrona über die E22 zurück.

Direkt von Rügen aus

Zweite Möglichkeit: Von der Insel Rügen aus nimmst du die Fähre, die zwischen Sassnitz und Ystad verkehrt. Die Reederei FRS Baltic bietet die Überquerung in der Hochsaison bis zu dreimal täglich an. Die Fahrt kostet zwischen 100 und 375 Euro – je nach Jahreszeit, Größe des Wohnmobils oder Wohnwagens und Anzahl der Insassen. Nach zweieinhalb Stunden erreichst du Schweden und kannst die 180 Kilometer bis Karlskrona direkt über die Straßen 19 und E22 zurücklegen und dabei attraktive Ausblicke auf die schwedische Hanöbucht genießen.

Erste Station Karlskrona: Schmucke Barockstadt und Weltkulturerbe

Die Marinestadt Karlskrona ist als Weltkulturerbe bekannt und sehr sehenswert. Unter Schutz stehen der Marinehafen, zahlreiche Befestigungsanlagen, die Innenstadt und einzelne ältere Gebäude auf den Inseln Trossö, Björkholmen und Stumholmen. Die schmucke Barockstadt direkt an der Ostseeküste eignet sich zudem ideal für einen Badeurlaub. Es gibt in der näheren Umgebung zahlreiche Badestrände, selbst in der Innenstadt, zum Beispiel auf Stumholmen direkt neben dem Marinemuseum.

Typische schwedische Holzhäuser in Karlskrona
Typische schwedische Holzhäuser in Karlskrona - © Martin Bergsma - stock.adobe.com




Karlskrona ist ein wunderbarer Ausgangspunkt, um die vorgelagerten Inseln zu besuchen. Zu Schwedens südlichster Schärenwelt gehören über 1.500 Inseln und Inselchen. Vier davon liegen vor Karlskrona und lassen sich mit dem Fahrzeug über Brücken erreichen: Hasslö im Westen sowie Senoren, Sturkö und Tjurkö im Osten.

Auch die Stadt bietet mehrere Attraktionen und eignet sich wunderbar für Erkundungstouren. Du kannst zum Beispiel die beiden Altstadtteile Saltö und Björkholmen mit den kleinen alten Holzhäuser besuchen, die früher von Werftarbeitern bewohnt wurden und jetzt unter Denkmalschutz stehen. Danach tankst du neue Kräfte am Saltötorg, wo es eine Fischräucherei mit Restaurant direkt am Wasser gibt. Oder besuche die Nils-Holgersson-Skulptur von Ralf Borselius unweit der Kungsbron (Königsbrücke) und der Bastion Aurora. Die kleine 100 cm große Figur entspringt dort förmlich dem Buch von Selma Lagerlöf.

Kurzum: in dem bedeutenden historischen Ort wird einem nie langweilig. Als Unterkunft kannst Du zwischen mehreren Campingplätzen wählen, zum Beispiel  Dragsö Camping, einer der größten und modernsten Campingplätze Schwedens, nur zwei Kilometer von der Innenstadt entfernt. Auch das First Camp Skönstavik-Karlskrona direkt am Sandstrand gelegen bietet sich für Übernachtungen an.

Dragsö Camping & Stugby

Zweite Station: Schwedens Sommerstadt Kalmar und Abstecher nach Öland

Alles gesehen? Dann geht es jetzt weiter nach Kalmar (mit Öland). Über die E22 sind es nur rund 80 Kilometer bis in die beliebte Sommerstadt. Symbol der Stadt ist das Kalmarer Schloss, das ursprünglich als Verteidigungsanlage gegen Seeräuber angelegt wurde. Heute gibt es hier keine Piraten mehr, sondern viele Ausflügler, die das besondere Flair der Stadt genießen, die oft zu Schwedens Sommerstadt gekürt wird. Ein Besuch des überschaubaren Städtchens lohnt sich vor allem Anfang August, wenn das große Stadtfest mit vielen Gratiskonzerten stattfindet.

Historisches Schloss Kalmar in Schweden, Skandinavien
Historisches Schloss Kalmar in Schweden Skandinavien - © Voyagerix - stock.adobe.com




Von Kalmar aus kannst du auch einen Ausflug nach Öland machen, Schwedens zweitgrößter Insel. Die sechs Kilometer lange Brücke ist die längste in ganz Schweden. Darüber erreichst du nach kurzer Zeit Schwedens Sonneninsel, wo verschiedene Burgen und Schlösser zu einer Besichtigung einladen. Darüber hinaus gibt es unzählige Badestellen, Radwege und die meiste Anzahl an Sonnenstunden im Sommer. Wohl deshalb ist Öland die beliebteste Camping-Region Schwedens.

So überrascht es auch nicht, dass Camper bei der Auswahl der passenden Übernachtungsmöglichkeit die Qual der Wahl haben. Direkt auf der Insel gibt es mehr als 25 Campingplätze, zum Beispiel Sonjas Camping oder Böda Hamns. Wenn du direkt in Kalmar bleiben möchtest, kannst du zum Beispiel im First Camp Stensö-Kalmar reservieren.

Kalmar Camping Rafshagsudden

Dritte Station: Oskarshamn – Natur, Badestrände und einladende Cafés

In etwa einer Stunde erreichst du das nördlich von Kalmar gelegene Oskarshamn. Obwohl der Ort nicht zu den bekanntesten Touristenzielen gehört, ist er auf jeden Fall einen Besuch wert – oder vielleicht gerade deswegen. In der Hafenstadt gibt es zahlreiche sehr schöne Badestellen. Außerdem verteilen sich im gesamten Gemeindegebiet sagenhafte 5.400 Inseln im Schärengarten vor der Stadt.

Oskarshamn, Kalmar län, Småland, Schweden
Oskarshamn, Kalmar län, Småland, Schweden - © V-forVendetta - stock.adobe.com




Die kleine Innenstadt liegt etwas erhöht am Meer und hat zauberhafte schmale Gassen mit Kopfsteinpflaster, steilen Treppen, alten Holzhäusern und einladenden Cafés und Bars. Ein Ort, an dem du dich optimal erholen kannst. Direkt in Oskarshamn bietet sich der Campingplatz Havslätts Café & Camping für deinen Aufenthalt an.

First Camp Gunnarsö-Oskarshamn

Vierte Station: Schwedens Genussinsel Gotland und UNESCO-Kulturerbe Visby

Oskarsham ist dein Ausgangspunkt für die nächste Station deines Roadtrips: Die große schwedische Insel Gotland mit ihrer größten Stadt Visby. Vom Hafen verkehrt ganzjährig eine Fähre nach Visby. Die Fahrt dauert ungefähr drei Stunden und kostet je nach Jahreszeit und Fahrzeugtyp um die 200 Euro.

Visby ist ein attraktiver Ort, der vom Mittelalter und der Hansezeit geprägt ist. Die Stadt mit tausendjähriger Geschichte gehört zu Recht zum UNESCO-Weltkulturerbe. Hier findest du auf kleinstem Raum viel Geschichte, aber auch Kultur, Kulinarisches, Shopping, Natur und Badestellen. Du kannst bemerkenswerte Kirchenruinen besichtigen, den historischen Dom, die 800 Jahre alte dreieinhalb Kilometer lange Stadtmauer mit noch intakten Türmen, das Gotland-Museum mit archäologischen Funden aus der Wikingerzeit und vieles mehr.

Sommer Sonnenuntergang über der Altstadt von Visby, Gotland, Schweden
Sommer Sonnenuntergang über der Altstadt von Visby, Gotland, Schweden - © korkeakoski - stock.adobe.com




Nicht nur seine Geschichte macht Visby so bekannt, sondern auch seine üppig bewachsenen Gärten. In unmittelbarer Nähe der Stadt gibt es auch Campingplätze, zum Beispiel Camping Fritidsanläggningen Kneippbyn. Oder Du fährst von Visby direkt weiter, um den Rest der Insel Gotland zu erkunden.

Schwedens Insel der Ritter ist das ganze Jahr über ein attraktives Reiseziel. Im Sommer ist es hier natürlich besonders belebt, weil ausländische und einheimische Touristen das milde Klima für ein Bad im Meer nutzen. Besonders beeindruckend ist Gotlands Natur, z.B. die bis zu zehn Meter hohen Kalksteinsäulen namens Rauken im Norden. Aktivurlauber freuen sich über die vielen Radwege, die durch die Naturschutzgebiete und Nationalparks führen, wo es reiche Flora und Fauna zu entdecken gibt.

Sudersand Resort

Auch Kulinarisch sticht Gotland hervor. Schon die Wikinger haben hier Schafe gezüchtet. Bis heute ist das lokale Lammfleisch ein Gaumenschmaus. Entlang der Küste finden Camper mehrere schöne Plätze, die zum Übernachten einladen. Besonders empfehlenswert ist zum Beispiel das Åminne Fritid & Havsbad AB.

Fünfte Station: Inselwelt Västervik für Aktivurlauber und Genießer

Wenn du mit der Fähre wieder nach Oskarshamn übersetzt sind es von dort nur noch 70 Kilometer bis zur nächsten Station deines Roadtrips: Västervik. Auch dieser Ort liegt in der historischen Provinz Småland, die Touristen oft mit dichten Wäldern, roten Holzhäuschen und Astrid Lindgren verbinden. Dass es dort auch wunderschöne Meeresstrände gibt, beweist Västervik und seine reiche Inselwelt.

Schwedens Steinküste Halbinsel Gränsö, Västervik
Schwedens Steinküste Halbinsel Gränsö, Västervik - © dmaphoto - stock.adobe.com




Vor der kleinen Stadt vorgelagert liegen 5.000 Inseln. Die kleinsten davon werden nur von Seevögeln bewohnt, andere wiederum beherbergen ganze Dörfer. Die landschaftliche Vielfalt der Region ist jedenfalls sehr attraktiv. Nutze die Zeit zum Beispiel für eine Paddeltour durch die Inselwelt, ausgedehnte Wanderungen oder für eine Tauchtour im Dykpark Västervik. Du kannst natürlich auch einfach nur am Strand oder in einem der Restaurants entspannen und aufs Meer schauen.

Für deinen Aufenthalt bietet sich das Västervik Resort an, Schwedens größter Campingplatz mit Spaßbad, Golf und Minigolf, Angeln, kinderfreundlichem Sand-Badestrand, Restaurants, Cafés, einem asiatischen Garten und vielem mehr. Auch das Blankaholm Naturcamping südlich der Stadt ist eine empfehlenswerte Option.

Västervik Resort

Sechste Station: Norrköping – Stadt der schwedischen Industriegeschichte

Auf nach Norrköping, der vorletzten Station unseres Roadtrips durch Schwedens Südosten. Lege die 115 Kilometer über die Küstenstraße E22 zurück, die dich in die ehemalige Industriestadt bringt. Wer sich für Industriegeschichte interessiert, ist hier richtig aufgehoben. Dass die Stadt über 400 Jahre lang das Zentrum der schwedischen Textilindustrie war, daran erinnern noch sehr viele Baudenkmäler und Museen.

Gebäude des Museums für Arbeit "Arbetets Museum" in Norrköping, Schweden
Gebäude des Museums für Arbeit "Arbetets Museum" in Norrköping, Schweden - © Molnets Broder - stock.adobe.com




Auch wer sich im Urlaub nicht mit dem Thema Arbeit beschäftigen möchte, kommt hier auf seine Kosten. Fische doch im Zentrum Lachse im Stadtfluss, besuche Skandinaviens größten Zoo Kolmården mit über 60 verschiedene Tierarten aus aller Welt oder bummle durch das Viertel Knäppingsborg mit seinen zahlreichen Kunsthandwerksläden. Im Schloss Löfstad kannst du außerdem eine große Sammlung von Möbeln, Dekorationen und Kunsthandwerk bestaunen.

Genug von Kultur? Die angrenzende Ostseebucht Bråviken lädt zum Baden ein, während das grüne Hinterland der Region Östergötland von Wander- und Radwegen durchzogen ist.  Als Unterkunft in Norrköping bietet sich der gleichnamige Campingplatz Norrköpings Camping an.

First Camp Kolmården-Norrköping

Siebte Station: Linköping – Studentenstadt und größtes innerstädtisches Freilichtmuseum

Auf geht es zum letzten Ziel. Nur eine halbe Stunde entfernt liegt Linköping. Schwedens fünftgrößte Stadt ist sehr beliebt bei Studierenden und bietet ideale Voraussetzungen für Radfahrer. Nicht nur das quirlige Flair macht Linköping so beliebt, sondern auch Museen wie das Flygvapenmuseum (Luftwaffenmuseum) und das Freilichtmuseum Gamla Linköping (Alt-Linköping). In Schwedens größtem innerstädtisch gelegenen Freilichtmuseum kannst du in die Vergangenheit reisen und bei der Zeitreise viel Interessantes entdecken. Eine Attraktion der Stadt ist auch der Kinda-Kanal, auf dem du herrlich vom Wasser aus mit Kanu und Kajak die Stadt erkunden kannst.

Blick auf den Park in Linköping in Schweden - © dudlajzov - stock.adobe.com




Lust auf ein bisschen Shopping? Auf deiner letzten Station der Reise kannst du im Tornby Köpcentrum, dem größten Einkaufszentren Schwedens richtig zuschlagen. Ganz in der Nähe der Stadt liegt der Roxen-See, ein idyllisches Naherholungsgebiet mit großem Freizeitangebot. Eine beliebte Unterkunft für Camper in Linköping ist das First Camp Glyttinge-Linköping.

First Camp Glyttinge-Linköping

 Praktische Infos zur Tour

  • Länge: ca. 700 km
  • Benötigte Zeit: wir empfehlen mindestens 14 Tage, um alle Highlights entspannt zu genießen
  • Beste Reisezeit: April/Mai bis Anfang Oktober. Badegäste bevorzugen den Hochsommer. Im Juli/August wird es aber sehr voll und die Gebühren für Maut und Fähren sind teurer.

Übernachtung

Neben den im Artikel erwähnten Campingplätzen gibt es entlang der Route jede Menge anderer Übernachtungsmöglichkeiten, Stellplätze und Ferienwohnungen. Vor allem in der Hauptsaison empfehlen wir eine rechtzeitige Reservierung (mindestens 1-2 Wochen vorher). Bei PiNCAMP findest du über 400 tolle Campingplätze in Schweden:

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Titelbild: © marcus_hofmann – stock.adobe.com 

Author: Claudia Ballhause