Wohmobil im malerischem Norden

Camping-Grundversorgung in Schweden: 6 Tipps und Erfahrungswerte aus der Praxis

| 6 min Lesedauer

Die richtige Planung für den Campingurlaub in Skandinavien hilft dir dabei, vor Ort bestens gerüstet zu sein und nicht plötzlich ohne Gas oder Wasser dazustehen. In diesem Beitrag beantworten wir die wichtigsten Fragen für die Grundversorgung in Schweden und Norwegen, denn auch wir wussten vor der Abreise nicht, ob wir problemlos neues Wasser oder Gas bekommen.

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Gerade beim Nachfüllen deutscher Gasflaschen im Ausland hat man ja des öfteren Probleme. Wenn du nur mit deinem normalen Wasserschlauch und einem CEE Stromkabel nach Skandinavien möchtest, wirst du an manchen Stellen leer ausgehen. Welche Ausrüstung du für die einzelnen Bereiche dabei haben solltest, erklären wir dir hier einfach zusammengefasst.

Vorab sei auf jeden Fall zu sagen, dass du auf den Campingplätzen in der Regel Frischwasser, Grauwasser und die Toilette entsprechend nachfüllen oder entleeren kannst. Aber auch wenn du den Wassertank auf der Strecke zwischen den Zielen leerst, gibt es Möglichkeiten diesen wieder zu füllen. Vor allem für Camping-Reisen in den kalten Monaten gilt: Gas lässt sich problemlos nachfüllen. Aber dazu jetzt mehr.

Wo kann ich Frischwasser nachfüllen?

Frisches Wasser bekommst du als Gast natürlich auf den Campingplätzen. In einigen Städten gibt es zusätzlich die Möglichkeit Wasser aufzufüllen. Vor allem in den Häfen bieten viele kleine Ortschaften einen Frischwasseranschluss, den man häufig kostenlos verwenden kann. Auch an Autobahnraststätten gibt es oft Wasseranschlüsse. Häufig werden diese durch ein kleines blaues Trinkwasser-Schild ausgeschildert. An stark frequentierten Straßen kann es natürlich vorkommen, dass du ein paar Minuten Wartezeit einplanen musst, wenn bereits ein anderer Camper sein Wasser auffüllt. Die perfekte Gelegenheit, sich über mögliche Reiseziele auszutauschen.

In Schweden ist das Frischwasser in der Regel auch Trinkwasser, falls es nicht anders ausgeschildert ist. Wir hatten bisher keine Probleme mit Frischwasser und haben auch das Wasser immer bedenkenlos getrunken. Natürlich solltest du dennoch eine kleine Probe des Wassers entnehmen und schauen, ob es wirklich sauber ist. Wir hatten einmal den Fall, dass im Wasser orange Partikel enthalten waren und dieses daher nicht verwendbar war.

In der Regel hängen an den Nachfüllstationen auch Schläuche. Diese sind aber meist zu kurz, sodass du deinen eigenen Wasserschlauch dabei haben solltest. Wir haben dazu einen fünf Meter und einen zehn Meter Schlauch. Beide Längen wurden schon benötigt, jedoch nie eine Länge von mehr als zehn Metern.

Für den Anschluss ist oft ein typischer Gartenschlauchanschluss vorhanden, sodass du deinen Schlauch nur anknipsen musst. Dennoch gibt es gerade in abgelegenen Gegenden auch Anschlüsse ohne Schlauchanschluss oder mit kleineren Gewinden. Dafür empfehlen wir auf jeden Fall Gewindeaufsätze für den Wasseranschluss.   

Wasserstation auf einem Campingplatz
Typische Wasserstation zum Nachfüllen von Frischwasser - © Gary Perkin - stock.adobe.com

Wo kann ich Grauwasser entleeren?

Falls du unterwegs dein Grauwasser entleeren möchtest, ist dies natürlich ebenfalls möglich. Meistens gibt es dort, wo du Frischwasser nachfüllen kannst, auch direkt ein Ablass für Grauwasser. Aber Vorsicht: Ein Gulliloch ist nicht automatisch der Grauwasserablass. Für das Ablassen von Grauwasser sind auf jeden Fall Handschuhe empfehlenswert, da manche Stellen nicht unbedingt sauber sind.

Dein Grauwasser kannst du ebenfalls in der Regel kostenlos entleeren. Manchmal ist die Entleerung auch im Gebäude an der Raststätte, sodass ein kleiner 10L Eimer hilfreich ist. Dies dauert natürlich etwas und man läuft öfter hin und her, aber immerhin ist der Tank dann wieder leer. Stationen für Grauwasser haben wir jedoch deutlich seltener gesehen als für Frischwasser, sodass du für längere Strecken zwischendurch, vor allem im Norden, genau planen solltest.

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Schild für Schmutzwasserentsorgungsstation
Hier ist das Entsorgen von Grau- und Schmutzwasser möglich - © guarddon

Wo kann ich die Toilette entleeren?

Wenn du mit einem Wohnmobil unterwegs bist und eine Toilette an Bord hast, die du auch verwendest, kannst du diese auch außerhalb der Campingplätze entleeren. Ähnlich wie beim Frischwasser und Grauwasser, gibt es an vielen Autobahnraststätten oder in den Häfen der Orte eine Entsorgungsstation. Auf den Raststätten findest du diese häufig in der Nähe der normalen Toilettengebäude. Aber auch an manchen Tankstellen befinden sich Entleerungsmöglichkeiten.

In den meisten Fällen ist dies ebenfalls kostenlos möglich. Es gibt jedoch auch Stationen, in denen du per App bzw. per SMS-Nachricht eine kleine Gebühr zahlen musst, damit die Station aktiviert wird und du deine Toilette entleeren kannst. Die meisten bieten auch die Möglichkeit deine Toilettenkassette auszuspülen und mit etwas Wasser zu füllen. Auch hier würden wir definitiv Handschuhe und eine starke Nase empfehlen.

In Norwegen fanden wir sogar eine Entsorgungsstation, die automatisch die Kassette entleerte und mit Wasser spülte. Dabei wurde die Kassette in den Automaten gestellt und der Rest passierte von allein. Überraschenderweise war diese Station ebenfalls kostenlos.

Ist es möglich deutsche Gasflaschen aufzufüllen?

Diese Frage haben wir schon häufiger erhalten. Wir können sehr sicher sagen, dass es keine Probleme mit dem Nachfüllen von deutschen Gasflaschen gibt. Diese kannst du vor allem im Netz von LPG Norge problemlos auffüllen lassen. In Norwegen gibt es deutlich mehr Stationen, als in Schweden, aber mit der richtigen Planung wirst du nie ohne Gas unterwegs sein. Wir haben zwei 11kg Stahl-Gasflaschen dabei und konnten diese immer im Wechsel nachfüllen.

Die Füllung einer 11kg Gasflasche kostet im Schnitt etwa 28-36 Euro. Dafür benötigten wir auch keinerlei Adapter, die es für die EU zu kaufen gibt. Die Stationen haben sie in der Regel selbst vor Ort und die Mitarbeiter füllten die Flaschen ohne Probleme nach. Meist findest du die Gasfüllstationen in den Gewerbegebieten der Orte. Auf LPG Norge gibt es ebenfalls eine übersichtliche Karte aller Stationen. Probleme mit leeren Gasflaschen hatten wir also nie und können da jegliche Bedenken nehmen.

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Hinweisschild für Gasaustausch
Hier können Propangasflaschen aufgefüllt/ausgetauscht werden - © Danny Giebe

Wo kann ich Wäsche waschen?

Wer unterwegs nicht die Möglichkeit hat, seine Wäsche zu waschen, kann dafür auch die Campingplätze anfahren. In etwa 80% der Fälle kannst du dort für einen kleinen Aufpreis deine Wäsche waschen. Bei manchen Campingplätzen ist dies aber auch schon in der Standplatzgebühr enthalten. Wir hatten meist das Glück, dass die Campingplätze in der späteren Jahreszeit nur noch wenige Gäste hatten. Daher waren die Waschmaschinen immer ohne Wartezeit verfügbar.

Auch Trockner sind auf den meisten Campingplätzen vorhanden und können kostenlos oder für ein paar Münzen verwendet werden. Da Skandinavien größtenteils bargeldlos bereist werden kann, bekommst du Münzen problemlos an den Rezeptionen. Waschmittel solltest du jedoch selbst dabei haben.

Wo erhalte ich Strom?

Für die Stromversorgung bist du auf den Campingplätzen bestens versorgt. In der Regel zahlst du dafür einen kleinen Aufpreis und erhältst eine Flatrate pro Übernachtung. Dennoch gibt es auch zwischendurch Plätze bei denen du deine Wohnraumbatterien mal auffüllen kannst. In Schweden gibt es zum Beispiel an manchen Golfplätzen die Möglichkeit Strom zu erhalten. Wenn man nett nachfragt, sogar in manchen Fällen kostenlos.

Wichtig sei auf jeden Fall zu erwähnen, dass du unbedingt einen Schuko-CEE-Adapter dabei haben solltest. Auf manchen kleineren Campingplätzen gibt es keine Möglichkeit den normalen CEE-Stecker anzuschließen, da diese nur Schuko-Anschlüsse haben. Da wäre es ärgerlich den Platz wieder wechseln zu müssen. In der Regel reicht auch ein 25 Meter langes CEE-Kabel völlig aus, da die meisten Stromanschlüsse direkt am Stellplatz sind.

Stromsäule für dein Campingfahrzeug
An diesen Säulen kannst Du die Batterien deines Campingfahrzeuges laden - © Gerhard Seybert

Wir hoffen, dass wir dir ein paar Tipps und Eindrücke von der Grundversorgung in Skandinavien mitgeben konnten. Du musst auf jeden Fall keine Angst haben, dass du auf leeren bzw. vollen Tanks sitzt oder dir das Gas zum Kochen und Heizen ausgeht. Dem Urlaub mit dem Wohnmobil in Schweden oder Norwegen steht damit also nichts im Wege.

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Author: Danny Giebe
Danny ist mit seinem Partner Tim im Wohnmobil auf Europa Tour. Beide arbeiten ortsunabhängig und dokumentieren ihre Reiseerlebnisse sowie Tipps und Erfahrungen rund um die Themen ortsunabhängiges Arbeiten, digitale Produktentwicklung und Camping auf ihren Instagram-Kanälen @solonomade und @_mittim sowie ihrem Blog Solonomade.