Wohnwagen

Zusatzaußenspiegel, Sicherungsseile & Warntafeln – Bestimmungen für Wohnwagengespanne

Verkehrsbestimmungen für Gespanne in Europa: Die große ADAC-Übersicht im Download

Der ADAC bietet eine große Übersicht rund um die Themen Verkehrsbestimmungen, Tempolimits, Maut und Freies Campen in Europa an. Alle Informationen findest du hier als PDF zum kostenlosen Download.

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Höchstgeschwindigkeiten für Wohnwagen

Die Regeln für die Geschwindigkeitsbegrenzung von Wohnwagengespanne in Deutschland kannst du dir relativ leicht merken:

  • Innerhalb geschlossener Ortschaften darfst du mit Gespannen höchstens 50 km/h schnell fahren.

  • Außerhalb von geschlossenen Ortschaften liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 80 km/h.


Eine Ausnahme ist, wenn dein Caravan die Voraussetzungen für die Tempo-100-Regel erfüllt. In diesem Fall darfst du mit dem Wohnwagen auf Autobahnen und vergleichbaren Schnellstraßen maximal 100/km h fahren. Hier erfährst du, welche Voraussetzungen das Fahrzeug dafür erfüllen muss.

Wie hoch darf die Anhängelast des Gespanns sein?

Um zu erfahren, wie viel der Anhänger maximal wiegen darf, musst du in die Fahrzeugpapiere schauen. Unter Position O.1 findest du die maximal zulässige Anhängelast, die auch Zuglast genannt wird. Daneben spielt auch noch der Führerschein eine Rolle. Mit einem Führerschein der Klasse B darfst du einen Anhänger bis 750 Kilogramm führen, wenn das zulässige Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen nicht überschritten wird. Für schwere Gespanne benötigst du einen Führerschein mit der Schlüsselzahl 96 oder einen BE-Anhängerführerschein.

Hier erfährst du, wie du den B96-Führerschein bekommst.

Gibt es Verkehrsbestimmungen zur Stützlast?

Die Stützlast ist ein weiterer wichtiger Faktor bei Wohnwagen. Das Gewicht, mit dem die Deichsel des Gespanns auf dem Kugelkopf des Zugwagens lastet, ist maßgeblich für die Fahrsicherheit verantwortlich. Je höher die Stützlast ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Gespann bei der Fahrt hin- und herpendelt.

Nach §44 der Straßenverkehrsordnung muss die Stützlast mindestens 4 Prozent des tatsächlichen Anhängergewichts betragen. Sie braucht aber nicht mehr als 25 Kilogramm betragen.

Sind Zusatzaußenspiegel für Wohnwagengespanne vorgeschrieben?

Für Fahrer von Gespannen ist gerade beim Überholen die gute Sicht nach hinten sehr wichtig. Daher sind Zusatzaußenspiegel vorgeschrieben, wenn der Wohnwagen breiter als das Zugfahrzeug ist. Das Gesetz ist eindeutig:

„Kraftfahrzeuge müssen Spiegel haben, die so beschaffen sind, dass der Fahrzeugführer nach rückwärts und seitwärts – auch beim Mitführen von Anhängern – alle für ihn wesentlichen Verkehrsvorgänge beobachten kann.“

Heute werden fast nur noch Zusatzaußenspiegel angeboten, die an den schon vorhandenen Fahrzeugaußenspiegeln befestigt werden können. Teilweise bieten die Fahrzeughersteller selbst spezielle Zusatzaußenspiegel für ihre Modelle an.

Tipp: Bringe deine Außenspiegel am Pkw so an, dass du beim Geradeausfahren jeweils auf der linken und rechten Seite die rückwärtigen Kanten des Wohnwagens sehen kannst.

Vorschriften zum Abreiß- oder Sicherungsseil bei Anhängern

In Deutschland müssen nur Anhänger mit Auflaufbremse zusätzlich mit einem Abreißseil gesichert werden. In der Schweiz, Österreich und den Niederlanden ist auch bei ungebremsten Anhängern eine zusätzliche Sicherungsverbindung vorgeschrieben, die ein Losreißen des Anhängers vom Zugfahrzeug verhindert.

Die genauen Verkehrsvorschriften erklären wir im Detail in diesem Artikel über Abreißleinen an Wohnwagen.

Promillegrenzen und Bußgelder in Europa

In vielen europäischen Ländern gilt eine Promillegrenze von 0,5, allerdings unterscheiden sich die Regeln von Land zu Land. Besonders streng sind etwa Tschechien und Ungarn – hier gilt eine 0,0 Promillegrenze für Alkohol am Steuer. Eine genaue Übersicht über die Promillegrenzen und fällige Bußgelder bei Missachtung der Bestimmungen findest du direkt beim ADAC.

Warntafeln bei überstehender Ladung

In Italien und Spanien sind bei überstehender Ladung am Heck eines Wohnmobils oder Caravans Warntafeln aus Metallblech anzubringen, beispielsweise für Fahrradträger. Es gibt zwischen den Ländern aber einige Unterschiede hinsichtlich der gesetzlichen Verkehrsbestimmungen.

Warntafeln in Italien

Wenn die Ladung am Heck über die (im Kfz-Schein eingetragene) Fahrzeuggesamtlänge heraussteht – nach vorne ist keinerlei Überstehen gestattet – sind laut Gesetz „sämtliche geeigneten Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, damit andere Verkehrsteilnehmer dadurch nicht in Gefahr gebracht werden“.

Mit dieser Warntafel ist jede nach hinten hinausgehende Fahrzeugladung zu versehen und zwar auch dann, wenn sie weniger als einen Meter übersteht. Die Ladung darf insgesamt aber nie mehr als 3/10 der Gesamtlänge des Fahrzeugs rückwärts überstehen. Die Tafel musst du auch dann annringen, wenn nur ein Heckträger (mit oder ohne Ladung) angebracht ist, selbst in eingeklappten Zustand.

Wenn die nach hinten überstehende Ladung in der Längsrichtung die gesamte Fahrzeugbreite einnimmt, benötigst du übrigens zwei Warntafeln, jeweils am seitlichen Ende der Ladung: eine auf der rechten, eine auf der linken Seite. (Art. 361 Abs.3 Regolamento del Codice della Strada).

Die Warntafeln müssen aus Metallblech, mindestens 50 x 50 cm groß und rot-weiß schraffiert sein.

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Schau dir hier die schönsten Campingplätze in Italien an.

Warntafeln in Spanien

Die Kennzeichnung überstehender Ladung in Spanien ist in den Art. 15 Abs. 3 und 6, 173 und im Anexo XI (V-20) Reglamento General de Circulación (RGC) geregelt: Bei PKWs darf die Ladung bis maximal 10 % und – sofern sie unteilbar ist – bis höchstens 15 % ihrer Länge nach hinten hinausragen. Jede über die im Fahrzeugschein eingetragene Fahrzeuggesamtlänge überstehende Ladung muss mit einer rot-weiß schraffierten Warntafel aus Aluminium (Maße 50 x 50 cm) gekennzeichnet werden.

Die Warntafel ist am hinteren Ende der Ladung so zu befestigen, dass sie sich stets senkrecht zur Fahrzeugachse befindet. Sie sollte zur Vermeidung eines Bußgeldes auch vorhanden sein, wenn lediglich ein Heckträger (mit oder ohne Ladung) angebracht ist, selbst im eingeklappten Zustand.

Nimmt die nach hinten überstehende Ladung in der Längsrichtung die gesamte Fahrzeugbreite ein, müssen zwei der vorbezeichneten Warntafeln (jeweils am seitlichen Ende der Ladung) quer angebracht werden und zwar so, dass die Schraffierung beider Tafeln vom Aussehen her ein umgedrehtes „V“ ergibt (Art. 15 Abs. 6 Satz 2 RGC).

Die schönsten Campingplätze in Spanien zeigen wir dir hier. Beachte: Die Warntafeln für Spanien und Italien sehen ähnlich aus, gesetzlich benötigt man aber für jedes der beiden Länder seine eigene Tafel.

Mautgebühren für Wohnwagengespanne

Die Mautgebühren in Europa unterscheiden sich von Land zu Land. Generell ist das Befahren von Schnellstraßen und Autobahnen aber in den meisten europäischen Ländern mautpflichtig. Dazu zählen auch beliebte Urlaubsziele für Camper wie Frankreich, Italien, Österreich, Spanien oder Kroatien.

Hier findest du die Mautgebühren für alle europäischen Campingziele im praktischen Überblick.

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