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Route des Grandes Alpes: Mit dem Wohnmobil über die höchsten Pässe der Alpen

| 8 min Lesedauer

Knapp 700 kurvenreiche Kilometer, über 20 Pässe, die zu den schönsten der französischen Alpen zählen und traumhafte Berglandschaften soweit das Auge reicht: Die berühmte Route des Grandes Alpes ist eine der schönsten Alpenrouten Europas und ein Traum für abenteuerlustige Wohnmobilfahrer. Hier bekommst du alle Infos zu der Route.

Die Route des Grandes Alpes zählt neben der Napoleon Route zu den ganz großen Alpenüberquerungen für motorisierte Urlauber. Auf rund 700 Kilometern verbindet die asphaltierte Straße das Städtchen Thonon-les-Bains am Genfer See mit dem bekannten Badeort Menton an der Côte d’Azur.

Bis du die französische Riviera erreichst, ist aber einiges an Strecke zu bewältigen: Auf dem Weg liegen 21 Alpenpässe, darunter 6 hochalpine Übergänge über 2000 Meter. Rund 15.000 Höhenmeter und gefühlt tausende von Kurven wollen überwunden werden. Als Belohnung für die Mühen winken traumhafte Einblicke in einige der unberührtesten Berglandschaften Europas.

Über die Route des Grandes Alpes

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Col de l’Iseran, der höchste befahrbare Pass der Alpen © elephotos - stock.adobe.com

Die Route des Grandes Alpes wurde 1912 eröffnet, einige Teilstrecken wurden aber erst 1937 fertiggestellt. Die Strecke führt über einige der höchsten Gebirgspässe Frankreichs, darunter den Col de l’Iseran, der mit 2.770 Metern der höchste überhaupt befahrbare Pass der Alpen ist. Berühmt ist die Strecke vor allem, weil einige Etappen regelmäßig Teil der Tour de France und der Rallye Monte Carlo sind.

Tipps für Wohnmobilfahrer auf der Route des Grandes Alpes

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Wohnwagen mit dem Fahrrad in den Alpen bei Sonnenaufgang © Alex Stemmer- stock.adobe.com

Die Route des Grandes Alpes wird meist von Motorradfahrern und normalen PKWs befahren. Sichere und erfahrene Fahrer können sich aber auch mit dem Wohnmobil an der Strecke probieren. Zu beachten sind Beschränkungen der Fahrzeuggröße an einigen der Pässe (detaillierte Infos in der Beschreibung der Route weiter unten). Wir empfehlen daher, die Route mit Wohnmobilen bis maximal 3,5 Tonnen zu fahren.

Beste Reisezeit für die Strecke ist die Zeit von Mitte Juni bis Mitte September. In diesen Monaten sind die Pässe in der Regel schneefrei und geöffnet. Beachte, dass es in Höhen über 2000 Meter aber auch im Hochsommer schneien kann. Eventuell können bestimmte Streckenabschnitte wegen Neuschnee gesperrt oder nur mit Schneeketten befahrbar sein. Von einer Fahrt mit Gespannen ist abzuraten, da einige der Pässe für Wohnwagen gesperrt sind.

Um die Tour voll genießen zu können, solltest du mit dem Wohnmobil mindestens 5 Tage einplanen. So hast du ausreichend Zeit für Pausen und Fotostopps. Der Zustand der Straßen ist hervorragend, teilweise ist aufgrund der vielen engen Kurven aber kein Überholen möglich. Deshalb lieber ein bisschen mehr Zeit einplanen. Campingplätze und Stellplätze sind entlang der gesamten Strecke reichlich vorhanden.

Vom Genfer See in die französischen Alpen

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Thermalstadt Thonon-les-bains am Rande des Genfer Sees © GoldenEyesL.A.- stock.adobe.com

Los geht’s in dem hübschen Kurort Thonon-les-Bains an den Ufern des Genfer Sees. Mit seinem milden Klima und der schönen Landschaft bietet sich das Städtchen hervorragend für einige Tage zum Entspannen an. Ein empfehlenswerter zentral gelegener Campingplatz ist das Camping La Dranse Vacances André Trigano.

Über den bekannten Skiort Morzine und das Bergdörfchen Taninges führt die Route zunächst über den Bergpass Col de la Colombière (1613 m). Wer vor der großen Reise noch einen letzten Zwischenstopp einlegen möchte, hält am besten auf dem Camping Municipal Thézières und genießt den Blick auf die majestätischen Berge, darunter den berühmten Mont Blanc, der sich weit im Osten in den Himmel erhebt.

Nächster Stopp ist La Clusaz im Herzen des Aravis-Massivs. Der Ort ist vor allem als größtes Skigebiet in der näheren Umgebung bekannt, eignet sich im Sommer aber auch hervorragend zum Wandern. Sehenswert sind zudem die zahlreichen hübschen Häuser in der traditionellen Chalet-Bauweise. Ein schöner Campingplatz ist das Camping Le Domaine de Fernuy.

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Einsame Pässe und verträumte Bergdörfer

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Roselend See in der Nähe von Cormet de Roselend Pass, Savoie, Frankreich © estivillml - stock.adobe.com

Über den Col des Aravis (1486 m) geht es weiter nach Arêches-Beaufort und die Barrage de Roselend. Die viertgrößte Talsperre Frankreichs liegt auf rund 1600 Metern und ist im Sommer ein beliebtes Ziel bei Wanderern. Entlang des Stausees windet sich die Route anschließend zur einsamen Passhöhe Cormet de Roselend (1968 m) empor.

Die alte Römerstadt Bourg-Saint-Maurice ist der nächste größere Ort der Route – ein herrlicher Ort von dem sich tolle Panoramablicke auf die auch im Sommer verschneiten Berge bieten. Hier bietet sich ein Aufenthalt in dem wunderschönen Huttopia Camping Bourg-Saint-Maurice an.

Über den bekannten Skiort Val-d’Isère geht es danach weiter zum Col de l’Iseran (2.770 m), dem höchsten befahrbaren Pass der Alpen. Hinter dem Pass lohnt sich ein kurzer Stopp in dem Dörfchen Bonneval-sur-Arc, das bereits im Nationalpark Vanoise liegt und zu den schönsten Dörfern Frankreichs zählt. Empfehlenswert sind hier vor allem ein Besuch der Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption und direkt dahinter der Käserei.

Traumhafte Gebirgslandschaften im Nationalpark Vanoise

Col du Galibier, der fünfthöchste asphaltierte Straßenpass in den Alpen © DidPhoto88 - stock.adobe.com

Der weitere Verlauf der Strecke führt entlang der traumhaften Gebirgslandschaften des Nationalparks Vanoise – ein wahres Paradies für Naturliebhaber, das von mächtigen Dreitausendern und unberührten Hochgebirgslandschaften geprägt ist, die man so nur in den Westalpen findet. Wer diese faszinierende Gebirgswelt etwas länger erkunden möchte, legt am besten einen Zwischenstopp auf dem Campingplatz Les Combes in dem hübschen Kleinstädtchen Modane ein.

Über Valloire, die südlichste Gemeinde des Départements Savoie, erreichen wir den bekannten Col du Galibier (2642 m). Der Pass ist regelmäßig Teil der Tour de France und ist einer der bekanntesten Anstiege des Radrennnens. Von oben bieten sich grandiose Ausblicke auf den berühmten Mont Blanc, Fahrzeuge über 3,5t dürfen den Pass aber nicht bis ganz nach oben fahren. Sie weichen stattdessen auf den Tunnel aus, der anschließend zum tiefer gelegenen gelegenen Col du Lautaret (2058 m) führt.

Nach einem kurzen Aufenthalt in Serre Chevalier geht es weiter nach Briançon. Die 12.000-Einwohner-Stadt am Fuß des Col de Montgenèvre ist nach Davos die zweithöchste Stadt Europas und war schon in der Römerzeit eine wichtige Verbindung zwischen dem Rhonetal und der Poebene. Sehenswert ist vor allem die in eine Befestigungsanlage eingegliederte Altstadt. Ein toller Campingplatz in der Nähe ist das Camping Les 5 Vallées.

Grenzgang zwischen Frankreich und Italien

Berge Pässe Col de Vars
Col de Vars © Wirestock - stock.adobe.com

Nächster Pass auf der Route ist der Col d’Izoard (2361 m). Der Gebirgspass liegt im Naturpark Queyras, der zu den am dünnsten besiedelten Landschaften Frankreichs zählt. Das schluchtenreiche Gebiet ist hervorragend für Wanderungen und Bergtouren geeignet. Ein beliebtes Tourenziel ist der weithin sichtbare Monte Viso, der bereits auf der italienischen Seite im Piemont liegt. Als Zwischenstopp bietet sich der Campingplatz La Rochette in dem romantischen Örtchen Guillestre an.

Nach einer weiteren kurvenreichen Fahrt über den Col de Vars (2108 m) erreichen wir das Städtchen Barcelonnette und direkt danach den Col de la Cayolle (2326 m), der im Nationalpark Mercantour liegt. Die Passstraße entlang des Flusses Var zählt zu den landschaftlichen Highlights der Tour.

Ein guter Ausgangspunkt, um den Nationalpark zu erkunden ist das Örtchen Valberg, das zwar noch in den französischen Seealpen liegt, aber nur noch eine knappe Autostunde von der Mittelmeerküste entfernt ist. Beachte aber, dass im Mercantour-Nationalpark keine Hunde erlaubt sind, auch nicht angeleint. Auf dem Weg zur Küste bietet sich anschließend ein Zwischenstopp auf dem empfehlenswerten Campingplatz de l’Amitié an.

Vom Hochgebirge ans Mittelmeer

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Sospel, die mittelalterliche Stadt in der Nähe von Italien in der Provence, Frankreich

Am Fuß der Berge des Mercantour liegt das hübsche Dörfchen Saint-Martin-Vésubie – ein wunderschöner Ort um noch einmal Bergluft zu schnuppern, bevor es an die Küste geht. Praktischerweise gibt es mit dem schönen Camping à la Ferme St. Joseph hier auch den perfekten Campingplatz für einen Zwischenstopp.

Über den Col de Turini (1604 m) erreichst du anschließend Sospel. Das mittelalterliche Dorf ist für seine alte Mautbrücke aus dem 13. Jahrhundert bekannt und verströmt schon ein spürbar mediterranes Flair. Nach einem letzten Anstieg über den Col de Castillon (706 m) geht es weiter zur Endstation in Menton an der Côte d’Azur – mit seinen herrlichen Stränden der perfekte Ort, um am Meer zu entspannen.

Côte d'Azur, France
Côte d'Azur, auch Französische Riviera genannt © Unclesam - stock.adobe.com

Wer jetzt immer noch nicht genug hat: 2012 wurde die Streckenführung der Route des Grandes Alpes verlängert. Über den Col d’Èze geht es weiter nach Nizza an der französischen Riviera. Dadurch verlängert sich die Strecke um knapp 35 Kilometer. In Nizza gibt es natürlich zahlreiche Campingplätze, auf denen man anschließend noch ein paar Tage Sonne tanken kann.

Titelbild: © elephotos – stock.adobe.com

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