Routen & Touren

Mit dem Wohnmobil durch die Bretagne – Atlantikluft schnuppern

Die Bretagne mit ihrer reizvollen Küste und dem idyllischen Hinterland gehört schon lange zu den beliebten französischen Zielen der deutschen Camper. Kein Wunder, denn gute Campingplätze und viele Stellplätze stehen bereit. Neben den Aktivitäten im und auf dem Wasser, glänzt die Bretagne an Land auch mit alten Städten, in deren Altstädten man sich um Jahrhunderte zurückversetzt fühlt. Die Reise mit dem Wohnmobil von Le Mont St.Michel bis Camaret kann ebenfalls zum kulinarischen Genuss werden und damit sind nicht nur die Austern, die man direkt am Meer in der Bretagne gerne schlürft, gemeint.

Über 200 Campingplätze verteilen sich entlang der bretonischen Atlantikküste.

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Nicht in der Bretagne, sondern in der benachbarten Normandie beginnt die Bretagne-Tour mit dem Wohnmobil. Kein geringeres französisches Highlight als die weltberühmte Klosterinsel Le Mont-Saint-Michel bildet den Auftakt der Reise. Auf dem Festland, vor der neuen Brücke, stehen Stellplatz und Campingplatz für die Übernachtung bereit. Übernachten sollte man hier auf jeden Fall, denn der Klosterfelsen gehört zu den wichtigen Sehenswürdigkeiten Frankreichs. Dementsprechend groß ist der Andrang und wenn am Nachmittag der Ansturm nachlässt, kann man wesentlich ruhiger durch die engen Gassen hinauf zur Kirche gehen. Die Geschichte der Klosterinsel in der ebenen Wattlandschaft lässt sich bis in das Jahr 708 zurückverfolgen. Der Legende nach erhielt der Bischof von Avranches vom Erzengel Michael den Auftrag, hier eine Kapelle zu errichten. Jahrhunderte später entstand ein Benediktiner-Kloster und im Jahr 1228 wurde der Bau der imposanten Abteikirche abgeschlossen. Seit dem Jahr 1897 thront auf der Spitze des Turmes die vergoldete Statue des Erzengels Michael. So geht man im Schutze des Erzengels durch die engen Gassen, vorbei an Souvenirläden und Restaurants hinauf zur Kirche und genießt von vielen Aussichtsbalkonen den Blick über das Meer oder bei Ebbe über das weitreichende Watt.

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Austern genießen in Cancale

Nachdem der Camper sich von der Klosterinsel und der Normandie mit einem ernstgemeinten Au Revoir verabschiedet hat, erreicht er nach wenigen Kilometern mit dem Wohnmobil die Bretagne. Die Route führt an der Küste entlang und es bietet sich die Möglichkeit zum spannenden Strandsegeln. Als erster Stopp bietet sich danach der reizvolle Küstenort Cancale an. Entlang der Hafenbucht reihen sich die alten Steinhäuser mit ihren Restaurants aneinander. Die Zutaten für die schmackhaften Fischgerichte kommen direkt aus dem Meer. Bekannt ist Cancale für seine Austern. Bei Ebbe blickt man auf die riesigen Zuchtanlagen und beobachtet, wie die Betreiber mit ihren Traktoren samt angehängter Boote ins Watt fahren, um die Austern zu ernten. An den bunten Ständen kann man die Austern direkt schlürfen. Hier starten die Preise schon bei einem Euro!

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Auf nach Saint-Malo

Nach dem glibberigen Genuss oder auch ohne Austernschlürfen steuert man die alte Korsarenstadt St.Malo an. Bei dem Besuch konzentriert man sich am besten auf die Altstadt und bleibt so intra muros, denn die prächtige Altstadt „Ville Close“ ist von mächtigen Mauern umgeben. Auf dem trutzigen Mauerwerk kann man um die Altstadt laufen.

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Beim Blick herunter auf die alten Häuser kann man sich kaum vorstellen, dass die Altstadt nicht so alt ist wie sie scheint. Nach dem verheerenden Bombenangriff von 1944 wurde die Altstadt komplett im alten Baustil wiederaufgebaut. Vor den Mauern befindet sich das Fort National aus dem Jahr 1689, das man bei Ebbe trockenen Fußes erreichen kann. Im Sommer liegen unterhalb der Mauern die Badegäste am Strand und erfreuen sich u.a. an dem raffinierten Meerwasserbecken. Dieses Freibad ist ebenso auf die Gezeiten angewiesen wie das benachbarte Gezeitenkraftwerk. Es wurde 1966 an der Mündung des Flusses Rance gebaut und ist nicht nur das einzige Gezeitenkraftwerk der Bretagne, sondern der ganzen Welt. Wenige Kilometer entfernt lohnt sich ein Rundgang in dem sympathischen Seebad Dinard, dessen Gäste sich gerne am Strand Plage l’Ecluse tummeln oder das Meeresmuseum besuchen.

Herrliche Küstenabschnitte

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Nach den Stadtrundgängen wird sich jeder Camper auf die fantastische Landschaft freuen und sicherlich das Wohnmobil zum Cap Fréhel steuern. Auf dem markanten Kap stehen gleich zwei Leuchttürme und der Blick über die schroffen Felsen zum Horizont ist atemberaubend. Auf der weiteren Route passiert man immer wieder idyllische Buchten mit kleinen Sandstränden und familiäre Campingplätze sind stets in der Nähe.

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Auf der Tour sollte man die küstennahen Straßen befahren und so gelangt man von einem städtischen Highlight zum nächsten und sollte St-Brieuc ebenso seine Aufmerksamkeit schenken wie dem Seebad Binic oder dem freundlichen Küstenstädtchen Paimpol. Vor den Toren des Fischerortes Paimpol lohnt sich die Besichtigung der alten Abteiruine.

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Ebenso begeistert das Städtchen Tréguier und so geht man vom Hafen vorbei an altehrwürdigen Fachwerkhäusern hinauf zur Kathedrale. Wie die Touristen, so strömen auch hier die Pilger in die Kathedrale St-Tugdual an das Grab des 1347 heiliggesprochenen Ivo, dem Schutzpatron der Juristen und Armen! Nach einer halben Autostunde trifft man in Perros-Guirec ein. Inmitten des Ortes sollte man auf dem Campingplatz Camping Domaine de Trestaou einchecken. Wenige hundert Meter sind es zum Strand und zum Start des Küstenwanderweges, der an der atemberaubenden Rosa Granitküste entlangführt.

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Die Wanderung ist ein Muss

Die Schönheit der Côte de Granit Rose kann man nur bei einer Wanderung über den sogenannten Zöllnerpfad erleben. Hierbei passiert man die vielen rosafarbenen Felsen, die vom Wind und Wasser sanft abgerundet sind. Mit etwas Fantasie kann man auch Skulpturen erkennen. Nach wenigen Kilometern erreicht man St-Guirec-Plage und kann sich hier ein Bad gönnen oder in einem der netten Cafés und Restaurants einkehren. Nach diesem landschaftlichen Höhepunkt kehrt man der Küste den Rücken und fährt einige Kilometer ins Inland zur Stadt Morlaix. Das Bild des Zentrums wird hier von dem gigantischen Eisenbahn-Viadukt geprägt. Dieses 1861 fertig gestellte Bauwerk ist immerhin 58 Meter hoch und die erste Etage ist sogar begehbar. Unterhalb der hohen Bögen hat der Stadtbesucher einen herrlichen Blick auf die Stadt mit ihren netten Plätzen und stattlichen Fachwerkhäusern.

Endstation Camaret-sur-Mer

Von Morlaix führt die Etappe bis zur Halbinsel Crozon und somit wieder zur Atlantikküste der Bretagne, durch das idyllische Inland. In dem Dorf St-Thégonnec lockt die Kirche Notre-Dame mit einem einzigartigen Renaissance-Glockenturm von 1626 und einem Kalvarienberg mit immerhin 40 Figuren.

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Sicherlich beeindruckt fährt man anschließend durch das große Naturschutzgebiet Parc Naturel Régional d’Armorique. In der flachwelligen Region bestimmen kleine Wälder, Felder und Weiden sowie die höchsten Erhebungen, der Roc Trévezel und der Tuchen-ar-Gador (383 m und 384 m) das Landschaftsbild. Die Fahrt über die Halbinsel Crozon endet dann in dem Küstenort Camaret-sur-Mer, dem einst wichtigsten Langustenhafen. Stellplätze und Campingplätze laden zum Verweilen und die Strände zum Relaxen ein. Zu den schönsten Stränden an der bretonischen Küste gehört zweifelsfrei der Plage de Correjou. Wer sich nach dem Badespaß und Sonnenbaden nach einem kleinen Kulturprogramm sehnt, wird sicherlich das riesige Megalith-Feld mit den unzähligen Menhiren besuchen oder sich Bauwerke wie die Festung Tour Vauban oder die Kirche anschauen.

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Auch in Camaret-sur-Mer kann man den Reisetag in einem guten Restaurant ausklingen lassen – natürlich bei einem schmackhaften Fischgericht! Hier endet sie, die Tour mit dem Wohnmobil durch die Bretagne

Du bist bereit zum Aufbruch? Dann wirf einen Blick auf unsere Campingplätze in der Bretagne.

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Bilder und Text von Thomas Kliem

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