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Motorradträger für Wohnmobil: Mit sechs Rädern in den Urlaub

Mobil und flexibel auch mit großem Campingfahrzeug: Der Motorradträger für Wohnmobile ist die perfekte Lösung, wenn du dein Zweirad mit in den Urlaub nehmen willst. In diesem Ratgeber zeigen wir dir, was du beachten musst und stellen die unterschiedlichen Modelle vor.

Ein Motorrad in den Campingurlaub mitzunehmen hat viele Vorteile: Du bist viel flexibler, kannst beispielsweise auf die Schnelle Brötchen für das nächste Frühstück holen und kleinere Besorgungen machen, ohne gleich mit dem großen Reisemobil durch die Weltgeschichte fahren. Auch zum Erkunden der Umgebung eignet sich ein Zweirad hervorragend, vor allem, wenn du den perfekten Stellplatz gefunden hast, den du nicht einfach so preisgeben willst.

Bleibt nur die Frage des Transports: Welche Möglichkeiten gibt es eigentlich, dein Motorrad mit dem Wohnmobil zu transportieren? Inzwischen sieht man immer mehr Camper, die einen Motorradträger am Heck des Campingfahrzeugs eingebaut haben. Es gibt aber noch einige andere Wege.

Motorrad drinnen oder draußen transportieren?

Wenn du ein Wohnmobil mit Heckgarage hat oder einen Motorradanhänger besitzt, hast du eine einfache Möglichkeit Zweiräder zu transportieren. Aber nicht jedes Wohnmobil ist so perfekt auf die Bedürfnisse von Motorrad-Liebhabern eingestellt. Daher könnte man ja auf die Idee kommen, das Motorrad einfach im Innenraum zu transportieren. Aber darf man das überhaupt?

Die einfache Antwort: Ja, man darf. Prinzipiell ist das Transportieren im Innenraum erlaubt, allerdings solltest du in diesem Fall darauf achten, das Motorrad wirklich gut zu befestigen. Das Thema Ladungssicherheit ist hier grundlegend, damit du dich nicht gefährdest. Auf keinen Fall darfst du das Motorrad ungesichert in den Innenraum stellen oder auf den Boden legen. Im Fall eines Unfalls würde sich das Zweirad in ein Geschoss verwandeln und mit hoher Geschwindigkeit durch das Wohnmobil fliegen.

Wenn das Motorrad zu 100 % gesichert ist, beispielsweise mithilfe einer Zurrschiene, und du den Verlust des Platzes verkraften kannst, ist das Verstauen im Innenraum des Reisemobil aber in Ordnung. Außerdem solltest du eine gute Möglichkeit zum Ein- und Ausladen einbauen, etwa eine Schienensystem für Motorräder. Nachteile sind der Dreck und die Benzindämpfe, die sich so im Innenraum verteilen können. Da heißt es, nach Ankunft erst einmal ordentlich lüften.

Diese Nachteile hast du nicht, wenn du am Heck deines Wohnmobils einen Motorradträger befestigst. So bleiben Dreck und Geruch draußen und du musst nicht immer erst dein Bike ausladen, um an deine Schränke zu gelangen. Doch welche Motorradträger für Wohnmobile gibt es eigentlich und was musst du da beachten?

Gewichtsgrenzen und erlaubte Zuladung beachten

Damit du dein Motorrad gesetzeskonform mit dem Wohnmobil transportieren kannst, musst du einige Zahlen beachten. Hier geht es vor allem darum, die zulässigen Gewichtsgrenzen einzuhalten und eine Überladung des Wohnmobils zu vermeiden. Die wichtigsten Punkte sind:

  • Gewicht des Motorrads: Beachte, dass du das Eigengewicht des Motorrads beim zulässigen Gesamtgewicht des Wohnmobils berücksichtigen musst.
  • Zuladung: Die maximal erlaubte Zuladung ergibt sich, wenn du das Leergewicht des Reisemobils von der zulässigen Gesamtmasse (z.B. 3,5 t) abziehst. Wiege das Fahrzeug im Zweifelsfall lieber nochmal nach, da die Angaben im Fahrzeugschein nicht immer zu 100% genau sind.
  • Achslasten: Wenn du ein Motorrad auf einem Heckträger mitnimmst, belastest du die Hinterachsen des Reisemobils zusätzlich. Dabei spielt nicht nur das Gewicht, sondern auch die Verteilung eine Rolle. Weitere Infos dazu findest du in diesem Artikel: Wohnmobil richtig beladen – Einfacher Check für dein Wohnmobil.
  • Stützlast: Die Stützlast solltest du bei einem Anhänger immer möglichst auslasten. Schau dir hierzu diesen Artikel an: Wie du deinen Wohnwagen richtig belädst.
  • Nutzlast des Trägersystems: Leichte Motorradträger haben eine Nutzlast von 150 Kg und eignen sich nur für sehr leichte Zweiräder oder Roller. Es gibt aber auch Modelle mit einer Nutzlast von bis zu 350 kg oder sogar 400 Kg. Behalte hierbei aber immer auch die Achslast des Reisemobils im Hinterkopf.

Diese Fakten solltest du checken, bevor du losziehst, um einen Motorradträger zu kaufen. Eventuell wirst du feststellen, dass deine Maschine viel zu schwer für dein Wohnmobil ist. Denk auf jeden Fall daran, dass du mehr Gepäck dabeihaben wirst, wenn dein Motorrad mitreist. Eine Überladung kann nicht nur sehr schnell teuer werden, sondern ist auch ein hohes Sicherheitsrisiko, da Reifen und Bremsen außerordentlich belastet werden.

Ein Wunsch, viele Fragezeichen: Welche Modelle gibt es für Motorradträger?

Die Zahlen sind positiv, sprich dein Zweirad darf am Heck deines Wohnmobiles theoretisch mitfahren. Praktisch fehlt dir jetzt noch der perfekte Motorradträger für dein Wohnmobil.

Die Auswahl ist tatsächlich so groß, dass du nicht drumherum kommst, dich in einem Fachgeschäft beraten zu lassen. Nur so kannst du sicher sein, dass du das perfekte Modell für deine Maschine, dein Wohnmobil und deine Bedürfnisse gefunden hast.

Damit du vorab weißt, in welche Richtung du tendierst, zeigen wir dir, welche Systeme es gibt:

Heckträger an der Hecktür:

Das System wird an der Hecktür befestigt.

  • Vorteil: schnell zu montieren, schnell abnehmbar
  • Nachteil: belastet die Tür, kann so Scharniere lockern und Türe schließt nicht mehr richtig, für leichte Fahrräder geeignet

Heckträger am Rahmen

Der rahmengebunden Heckträger ist am Rahmen verankert und dadurch festmontiert

  • Vorteil: höhere Nutzlast, stabiler
  • Nachteil: nicht abnehmbar, blockiert eventuell Türen oder Fenster am Heck

Kupplungsträger

Der Träger wird auf der Kupplung montiert

  • Vorteil: schnelle und einfache Montage
  • Nachteil: nur für Wohnmobile mit Kupplung geeignet

Plattformträger

Werden am Rahmen des Wohnmobils befestigt

  • Vorteile: Alternative, wenn Heckträger ungeeignet ist
  • Nachteile: Benötigen Stromanschluss für Beleuchtung, verlängern Wohnmobil nach hinten, komplizierte Montage

Wie teuer sind Motorradträger für Wohnmobile?

Die preiswertesten Modelle kosten etwa 1000 bis 1500 Euro. Je nach Nutzlast und Funktionen können die Motorradträger aber auch deutlich teurer sein. Für Modelle mit Hydraulik-Fußpumpen zum leichteren Absenken musst du beispielsweise rund 2500 Euro einrechnen. Unter Umständen kann es sich lohnen einen Motorradträger gebraucht zu kaufen. Hier solltest du dich vorher aber genau über den Zustand informieren, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Noch ein Tipp

Der Urlaub im eigenen Wohnmobil ist fantastisch, wenn du bei der Planung ein paar Details beachtest. Du hast es vielleicht schon bei der Frage nach der Ladung und Sicherung gemerkt, dass es etliche Regelungen gibt, die du beachten solltest.

Schau dir immer mal wieder auch unsere Tipps für Einsteiger an und informiere dich rund um die gültigen Gesetze für dein Wohnmobil. So bist du auf der sicheren Seite und hast alles in Blick. Übrigens, es gibt viele Gadgets, die deinen Campingurlaub den richtigen Schliff verpassen. Inspiration bekommst du bei unseren Tipps & Tricks.

Wohin soll es gehen?

Das Motorrad ist gut gesichert auf dem Heckträger, das Wohnmobil steht gepackt vor der Haustür – und jetzt?! Wie kannst du beispilesweise eine Wohnmobiltour planen? Keine Panik, dafür hast du uns. PiNCAMP zeigt dir die idealen Routen und Ziele für deinen Kurztrip übers Wochenende oder einen Roadtrip durch Europa.

Artikel von Kia Korsten

Titelbild: Voyagerix

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