Wohnwagen-Finanzierung: Freiheit auf Raten?

7 min Lesedauer

Sich einen eigenen Wohnwagen zu kaufen, ist keine Kleinigkeit. Wenn du gerade nicht so viel Geld zur Verfügung hast, kannst du dir trotzdem den Traum vom mobilen Zuhause erfüllen – und zwar mit einer Wohnwagen-Finanzierung. Wir erklären dir, wie das funktioniert, wo die Unterschiede zum Leasing liegen und worauf du dabei achten musst.

Inhaltsverzeichnis

Abenteuer, Freiheit, Natur – Camping mit dem Wohnwagen ist für viele der schönste Urlaub überhaupt. Aber nicht jeder kann es sich leisten, gleich einen eigenen Caravan zu kaufen. Eine Alternative ist die sogenannte Wohnwagen-Finanzierung.

Dabei nimmst du einen Kredit auf und finanzierst das Fahrzeug in monatlich festgelegten Raten. Diese Option bietet sich vor allem dann an, wenn du auf genau weißt, dass du mit einem Caravan in den Urlaub fahren möchtest, aber gerade nicht das nötige Kleingeld dafür hast.

Leasing vs. Finanzierung

Beim Autokauf wird zwischen Finanzierung und Leasing unterschieden. Beim Leasing erwirbt der Vertragsnehmer für eine vertraglich vereinbarte Zeitspanne das Nutzungsrecht für das Fahrzeug, d.h. er wird zum Fahrzeughalter aber nicht zum Besitzer. Nach dem Ende des Vertrags wird das Fahrzeug wieder an den Besitzer zurückgegeben.

Die Finanzierung bietet sich stattdessen an, wenn man ein Fahrzeug kaufen möchte, aber nicht die finanziellen Mittel dafür hat. In diesem Fall nimmt der Vertragsnehmer einen Kredit auf und zahlt das Fahrzeug in monatlichen Raten ab. Nach Ablauf des Vertrags geht das Fahrzeug in den Besitz des Kunden über.

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Gibt es Wohnwagen-Leasing?

Leasing kommt in der Regel nur bei Wohnmobilen zum Einsatz (siehe unten). Unseres Wissens nach gibt es keine Anbieter, die auch ein Leasing von Caravans anbieten. Einige Firmen werben zwar mit „Wohnwagen-Leasing“, meinen damit aber in Wirklichkeit die Finanzierung von Caravans. Wie das genau abläuft, erklären wir im nächsten Abschnitt.

Wohnwagen finanzieren: Das musst du beachten

Bei der Wohnwagen-Finanzierung bezahlst du den Caravan nicht auf einen Schlag sondern über einen längeren Zeitraum in Form von monatlichen Raten. Wenn du dich bei Händlern über das Thema Wohnwagen finanzieren informierst, wirst du früher oder später wahrscheinlich die folgenden Begriffe hören:

Standardfinanzierung

Die gängige Form der Finanzierung ist der klassische Ratenkredit. Du vereinbarst eine Vertragslaufzeit über einen bestimmten Zeitraum (z.B. 36 Monate) und zahlst den Darlehensbetrag in gleichbleibenden, monatlichen Raten ab. Der Jahreszins hängt von der Laufzeit ab und bleibt während des gesamten Vertragszeitraums konstant.

Budgetfinanzierung

Die Budgetfinanzierung läuft ebenfalls über einen vorher festgelegten Zeitraum, allerdings fallen die Monatsraten deutlich niedriger aus. Dafür musst du aber eine Anzahlung leisten. Außerdem wird am Ende des Vertrags eine vergleichsweise hohe Schlussrate fällig. Zahlst du die Schlussrate, darfst du den Wohnwagen behalten. Allerdings ist das dann meist teurer als ein herkömmlicher Ratenkredit.

Die Budgetfinanzierung könnte aber eine interessante Alternative zum Leasing sein, wenn du den Wohnwagen sowieso nicht auf Dauer behalten willst. Beachte aber, dass auch hier üblicherweise eine bestimmte Kilometergrenze oder ein geschätzter Restwert des Fahrzeugs vereinbart wird und eventuell Folgekosten auf dich zukommen können.

Ratenschutzversicherung

Eine Ratenschutzversicherung ist ein Sicherheitspaket, das von Banken oder anderen Vertragspartner bei Finanzierungen angeboten wird. Solltest du aufgrund von äußeren Umständen (Krankheit, Unfall etc.) arbeitsunfähig werden und Verdienstausfall erleiden, übernimmt der Versicherer die Zahlung der Raten.

Wohnmobil-Leasing: Die bessere Alternative zum Mietwagen?

Camper, die mit dem Wohnmobil unterwegs sein möchten, können auch über einen Leasing-Vertrag nachdenken. Dabei übernimmst du das Wohnmobil für eine bestimmte Zeitspanne und finanzierst es in monatlich festgelegten Raten. Anstatt gleich ein Neufahrzeug anzuschaffen, schließt du einen Leasing-Vertrag ab, der nach einer vorher festgelegten Zeitspanne endet.

Nach Ablauf dieser Zeit kannst du – je nach Vertrag – das Fahrzeug zu einem Restwert kaufen. Oder, du gibst den Wohnwagen einfach zurück und wechselst auf ein neueres Modell. Diese Option bietet sich vor allem an, wenn du Camping erst einmal ausprobieren möchtest. Alternativ kannst du auch ein Wohnmobil mieten, aber dann musst du es nach dem Urlaub zurückgeben. Außerdem ist das Mieten im Vergleich teurer.

Unterschied zur Finanzierung

Leasing wird in der Regel ausschließlich für Reisemobile und nicht für Caravans angeboten.

Wichtigster Unterschied zur Finanzierung ist, dass du beim Leasing nicht zum Eigentümer wirst, sondern das Fahrzeug nur auf Zeit übernimmst. Dazu kommen verschiedene Pflichten, beispielsweise Reparaturen und die Wartung des Fahrzeugs.

Es gibt verschiedene Leasingmodelle und zahlreiche Anbieter mit unterschiedlichen Konditionen und Fahrzeugtypen. Auch die Hersteller von Reisemobilen bieten Leasing-Programme, teilweise über eigene Banken, die das Leasing abwickeln. Im Folgenden stellen wir einige der gängigen Möglichkeiten vor.

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Finanzierungsmodelle zum Leasen im Überblick

Als Leasingnehmer, kannst du typischerweise zwischen Vertragskonditionen wählen, die sich an den zurückgelegten Kilometern oder dem Restwert des Fahrzeugs orientieren wählen. Aufgrund dieser Basis kalkulieren die Banken dann die fälligen Monatsraten.

Kilometerleasing

Bei dieser Form der Finanzierung orientiert sich die monatliche Leasingrate an den vereinbarten Kilometern, die du mit dem Fahrzeug zurücklegst. Meistens kannst du hier zwischen 5.000 und 10.000 Kilometern pro Jahr wählen. Geprüft wird das mit einem Kilometerzähler. Fährst du mehr, musst du nachzahlen. Bei weniger zurückgelegten Kilometern bekommst du eine Erstattung. Leasing mit Kilometerabrechnung eignet sich vor allem für Camper, die gut abschätzen können, wie viele Kilometer sie jährlich zurücklegen, beispielsweise, weil sie immer an den gleichen Ort in den Urlaub fahren.

Restwertleasing

Du weißt noch nicht, wohin dich die Reise führt oder willst keine Einschränkungen bei der Kilometerzahl hinnehmen? Dann könnte ein Vertrag mit Restwertabrechnung verlockend erscheinen. Bei Vertragsabschluss wird der zu erwartende Restwert des Fahrzeugs zum Laufzeitende mit dir vereinbart. Ist der Vertrag abgelaufen wird dieser dem tatsächlichen Fahrzeugwert gegenübergestellt und entsprechend verrechnet.

In der Praxis läuft es meist aber nicht ganz so einfach ab. Denn wie hoch der Restwert am Ende ist, darüber entscheidet der Leasinggeber. Und dass es in der Beurteilung von etwaigen Schäden und Abnutzungserscheinungen Differenzen zwischen Leasingnehmer und Leasinggeber gibt, kann man sich leicht ausmalen. Daher entscheiden sich viele Camper letztlich doch für das Kilometerleasing, weil es hier eine handfeste Grundlage für die Schlussabrechnung gibt.

Andienungsvertrag

Beim Andienungsvertrag handelt es sich um eine Sonderform des Restwertleasings. Bei Vertragsabschluss verpflichtest du dich, das Fahrzeug nach Ablauf zum vorher kalkulierten Restwert zu kaufen, wenn der Leasinggeber das wünscht. Zu beachten ist, dass das für den Leasinggeber eine Option und keine Verpflichtung ist. Er kann das Angebot also auch zurückziehen. Durch die so entstehende Sicherheit, bezahlst du in der Regel niedrigere Monatsraten.

Problematisch kann es werden, wenn das Fahrzeug nach Vertragsende tatsächlich weniger wert ist, als ursprünglich vereinbart. In diesem Fall kann der Vertragspartner darauf bestehen, dass du es trotzdem kaufst. Solltest du ablehnen, musst du die Differenz zwischen dem vereinbarten Restwert und dem tatsächlich erzielten Preis auf dem Markt ausgleichen.

Alternative: Full-Service-Paket zum Wohnmobil leasen

Eine Alternative, die ein vermeintlich sorgenloses Leasing ermöglicht, ist das sogenannte Full-Service-Paket. Diese Option deckt mit der monatlichen Leasing-Rate auch die Kosten für alle anfallenden Serviceleistungen. Der Leasinggeber verpflichtet sich in diesem Fall dazu sämtliche Kosten für Versicherungen (z.B. Haftpflicht mit Vollkasko), Verschleiß-Reparaturen, Wartungen, Reifenservice und Schadensmanagement mit der monatlichen Rate abzudecken.

Im Prinzip musst du dich also um nichts kümmern und auch dein Leasing-Partner hat großes Interesse daran, dass das Fahrzeug im absoluten Top-Zustand bleibt. Schließlich ist es während des gesamten Vertrages sein Eigentum und geht nach vereinbarter Laufzeit wieder an ihn zurück. Natürlich gibt es all das nicht umsonst: Full-Service-Pakete sind deutlich teurer als die anderen Optionen und für viele Camper daher weit weniger attraktiv, als sie zunächst scheinen.

FAQ: Wichtige Fragen zu Wohnmobil-Leasing

Im Folgenden beantworten wir noch einmal schnell und einfach die wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit dem Wohnmobil-Leasing.

Was kostet das  Wohnmobil-Leasing?

Die monatliche Rate für ein geleastes Freizeitfahrzeug hängt vom Modell, der geleisteten Anzahlung, der Laufzeit, den vereinbarten Kilometern und dem Restwert für den Verkauf ab. Die Spanne bewegt sich hier zwischen etwa 400 Euro monatlich für einen VW-Campingbus, 700 Euro monatlich zum Beispiel für einen Dethlefs Trend 6717 (Laufzeit 42 Monate) bis hin zu 4500 Euro im Monat für ein Luxusmodell von Concorde.

Was ist die Laufzeit beim Leasing?

Die übliche Laufzeit beim Wohnmobil-Leasing liegt zwischen 3 und 5 Jahren.

Was sind die Vorteile des Wohnmobil-Leasing?

Mit dem Leasing sparst du die hohen Anschaffungskosten für den Erwerb eines Freizeitmobils. Du weißt ganz genau, wieviel Geld du im Monat für den Unterhalt des Fahrzeuges einplanen musst und hast so einen guten Überblick über deine Ausgaben. Darüber hinaus wirst du dir teure Reparaturen aufgrund von Verschleiß sparen, weil du dein Fahrzeug nach relativ kurzer Haltedauer zurückgibst. Das Leasing hat auch steuerliche und bilanztechnische Vorteile für gewerbliche Kunden. Und: Durch das Leasing kannst du dir auch den Luxus erlauben, immer das neueste Modell zu fahren.

Was sind die Nachteile beim Wohnmobil-Leasing?

Das Leasing hat natürlich auch seine Nachteile. Wenn du Beschränkungen mit den Kilometern hast, kann das vor allem zu Ende der Laufzeit nervig sein. Stell dir vor, ihr möchtet bei wunderschönem Wetter einen spontanen Wochenendausflug an die Ostsee machen, aber du hast schon zu viele Kilometer auf dem Tacho. Ärgerlich.

Da das Fahrzeug während der gesamten Vertragslaufzeit nicht dir gehört, sondern dem Leasingunternehmen, kannst du auch nichts umgestalten. Für Schäden, die während der Nutzung entstehen, wird eine Nachzahlung fällig. Deswegen sind die Ausflüge natürlich auch nicht völlig stressfrei, weil du bei jedem Einparken befürchten musst, den Lack zu zerkratzen oder den Außenspiegel zu verbeulen. Dazu kommt, dass es schwierig ist, vorzeitig aus dem Leasingvertrag auszusteigen.

Hier siehst du die Vor- und Nachteile nochmal übersichtlich in der Tabelle:

Vorteile Nachteile
hohe Anschaffungskosten sparen es gibt Beschränkungen mit den Kilometern
teure Reparaturen aufgrund der Abnutzung sparen Umgestaltung ist nicht möglich
steuerliche und bilanztechnische Vorteile Nachzahlung für die entstandenen Schaden
immer das neueste Modell fahren schwierig, vorzeitig aus dem Leasingvertrag auszusteigen

Fazit

Wenn du die Vor- und Nachteile genau abwägst, kann das Finanzieren eines Wohnwagens oder das Leasing eines Reisemobils eine gute Möglichkeit sein, deinen Traum vom Urlaub im mobilen Zuhause zu ermöglichen. Die Finanzierung bietet sich für Kunden an, die einen Caravan erwerben möchten, aber im Moment nicht das nötige Kleingeld haben. Wohnmobil-Leasing ist für Camper geeignet, die flexibel bleiben und nicht die hohen Mietpreise von Reisemobilen zahlen wollen.

Titelbild: © Andrey Armyagov – stock.adobe.com

Letzte Aktualisierung: 22/02/2024
Author: Claudia Ballhause