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Dachzelte: Der große Ratgeber zum neuen Camping-Trend

| 6 min Lesedauer

Dachzelte werden für immer mehr Camper zur idealen, weil kostengünstigen Alternative zum Wohnmobil oder Wohnwagen. In diesem Artikel geben wir einen Überblick über die verschiedenen Arten von Dachzelten und zeigen die Vor- und Nachteile. Außerdem erfährst du, wie du ein Dachzelt aufbaust.

Inhaltsverzeichnis

Warum gleich ein Wohnmobil kaufen, wenn man auch einfach ein Zelt auf dem Autodach aufbauen kann? Ja, das geht tatsächlich – und immer mehr Leute kommen auf den Geschmack. Da grundsätzlich jedes Auto für die Nutzung eines Dachzeltes in Frage kommt, musst du mit einem Camping-Dachzelt nur in das Zelt selbst investieren und erhältst somit eine bequeme Übernachtungsmöglichkeit mit hoher Flexibilität.

Welche Arten von Dachzelten für Camper gibt es?

Grob gesagt wird zwischen Hartschalen-Dachzelten und Softtop-Dachzelten unterschieden. Hinsichtlich der Dachzelt-Modelle wird dann noch einmal nach Packmaß, Auf- und Abbaugeschwindigkeit, Regenschutz und vor allem Größe der Liegefläche unterschieden. Mit der richtigen Ausführung können immerhin bis zu fünf Personen unter dem Zelt auf dem Autodach komfortabel übernachten.

Hartschalen-Dachzelte

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© anetlanda

Das Hartschalen-Dachzelt sieht im ungeöffneten Zustand aus wie eine klassische Dachbox, wie sie für Urlaubsreisen häufig verwendet wird. Hartschalen-Dachzelte bestehen entweder aus Kunststoff beziehungsweise die teuren Varianten aus Carbon, das sich aufgrund des geringen Gewichtes einer großen Beliebtheit erfreut. Camper haben die Wahl zwischen zwei Konstruktionsvarianten.

  • Bei der ersten Konstruktionsform wird nur eine Seite der Box bis zu einem Winkel von 45 Grad angehoben, sodass eine Dreiecksform entsteht. Für diese Ausführung spricht sehr viel Kopffreiheit am Kopfende der Liegefläche, die eingeschränkte Beinfreiheit dagegen.
  • Bei der zweiten Konstruktionsform wird der gesamte Deckel der Hartschale angehoben. Dabei fungiert der Boden als Liegefläche und der Deckel als Dach. Die Höhe des Zeltes ist an jedem Punkt gleich und dank Querverstrebungen an den Längsseiten gibt es Anlehnpunkte zum bequemen Sitzen.

Softtop-Dachzelte

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© Oleksandr

Das Softtop-Dachzelt erinnert stark an ein klassisches Zelt, das auf ein Auto montiert wurde und strenggenommen, ist es das auch. Durch die besondere Falttechnik wird das Softtop-Dachzelt zu einem Paket geschnürt und auf dem Autodach angebracht. Der Aufbau ist durch die Nutzung von Verstrebungen etwas komplizierter, aber mit etwas Übung ist auch diese Konstruktion schnell aufgebaut. Der Variantenreichtum und die zahlreichen Vorteile beim Softtop-Dachzelt machen es für viele Camper besonders interessant.

Hartschalen-Dachzelt und Softtop-Dachzelt im Vergleich: Vor- und Nachteile

Die Vorteile eines Hartschalen-Dachzeltes liegen auf der Hand:

  • Durch seine geschlossene Form agiert das Hartschalen-Dachzelt bei der Fahrt sehr aerodynamisch und spart damit wertvollen Kraftstoff. Die Geräuschentwicklung ist deutlich geringer als bei entsprechenden Alternativen.
  • Die Aufbaugeschwindigkeit ist hoch, da es schnell mittels Kurbel oder Gasdruckdämpfer aufgerichtet werden kann.
  • Bei einem Hartschalen-Dachzelt wird weniger Zeltstoff verarbeitet, der bei Regen durchnässen kann.
  • Eine zusätzliche Abstützung des Dachzeltes ist bei der Hartschalenvariante nicht notwendig.
  • Während der Fahrt kann die Box im Idealfall noch für den Transport von Bettzeug oder Kleinigkeiten genutzt werden.

Ein Nachteil eines Hartschalen-Dachzeltes ist vor allem die Größe der Liegefläche. Diese kann mit etwas Überstand nur minimal größer sein als das Autodach selbst. Für Familien mit Kindern dürfte somit das Hartschalen-Dachzelt kaum in Frage kommen. Das hohe Gewicht der Box, das zwischen 60 und 100 Kilogramm liegen kann, muss mit der Dachlast des Fahrzeugs in Einklang gebracht und kompensiert zumindest teilweise den Vorteil der Aerodynamik. Letztendlich könnte auch der Preis ein Argument gegen Hartschalen-Dachzelte sein, da sie oftmals teurer als Softtop-Varianten sind.

Zu den Vorteilen eines Softtop-Dachzeltes zählen:

  • Die Liegefläche ist nicht auf das Autodach beschränkt und kann fast beliebig erweitert werden. In der Regel lässt sich die Fläche des Daches verdoppeln und gleich mehrere Personen finden problemlos Platz.
  • Ähnlich wie beim klassischen Zelt gibt es Vorzelt-Ausführungen, die unter anderem einen trockenen Einstieg ermöglichen und zusätzliche Fläche anbieten.
  • Das Softtop-Dachzelt ist meistens deutlich leichter und kompakter als ein Hartschalen-Dachzelt. Damit gestaltet sich die Lagerung abseits von Reisen erheblich einfacher.
  • Die preisliche Attraktivität spricht für die Anschaffung, denn es gibt schon Modelle deutlich unter 1.500 Euro, während die Hartschalen-Varianten erst ab 2.500 Euro beginnen.
  • Sie sind farblich ansehnlicher gestaltet und in ihrer Gestaltung variantenreicher, so dass hier Aussehen und Funktionalität miteinander kombiniert werden kann.

Wie bei allen Zelten gibt es hier auch Nachteile, die berücksichtigt werden müssen. Softtop-Dachzelte sind hervorragend für warme und trockene Reiseregionen geeignet. In Norwegen, Schottland und anderen regenreichen Gebieten könnte der Zeltstoff zu viel Feuchtigkeit aufnehmen und durch das Zusammenklappen nicht mehr richtig trocknen.

Welches Zubehör brauche ich für ein Dachzelt?

Für die Montage werden Querstreben oder Lastenträger benötigt, um eine ideale Gewichtsverteilung zu garantieren. Beim Kauf solltest du darauf achten, dass das Dachzelt über ein Innen- und Außenzelt verfügt, um das entstehende Kondenswasser abzuleiten. Die meisten Modelle werden mit einer zusammenklappbaren Leiter aus Aluminium verkauft, die einen Einstieg spielend leicht ermöglicht. Falls die Matratze nicht inbegriffen ist, solltest du dich nach einer bequemen Unterlage umschauen. Das Spektrum reicht dabei von der einfachen Isomatte bis hin zur sehr komfortablen Schaumstoff-Variante. Falls es möglich ist, kann ein Lattenrost sehr hilfreich sein, um Kondenswasserbildung am Boden zu verhindern.

Bei Anbauzelten für Dachausführungen können zusätzlich eine Küche oder gar eine Dusche integriert werden, was sich bei einem längeren Aufenthalt wirklich lohnt.

Wie wird das Dachzelt am Auto befestigt?

Die richtige Montage auf dem Autodach ist der Schlüssel für entspannte und erholsame Campingtage ohne Aufbaustress. Die meisten Fahrzeuge besitzen ab Werk passende Dachträger, die unter anderem für eine Dachbox oder andere Transporte verwendet werden können. Regenrinne, Reling, C-Leiste oder Fixpunktmontage kommen für den Aufbau in Frage, wobei die meisten Hersteller auf eine Reling setzen. In diese Reling werden Querträger befestigt, die wiederum zur Befestigung des Dachzeltes genutzt werden. Die Dachzelte wiederum besitzen mindestens zwei Profilschienen aus Stahl oder Aluminium, die mit den Querträgern verbunden werden. Je größer das Zelt ausfällt, desto mehr Querträger sollten zur Gewichtsverteilung verwendet werden.

Gerade die optimale Verteilung des Gewichts sollte im Vorfeld richtig geprüft werden. Die Autohersteller geben für die meisten Automodelle an, dass die Dachlast zwischen 75 und 100 Kilogramm liegen darf. Sobald du in deinem Dachzelt übernachtest, ist die Dachlast in Kombination mit dem Gewicht des Zeltes in der Regel überschritten.

Nimmt das Auto durch die Nutzung eines Dachzeltes Schaden, haftet somit nicht der Hersteller. Wichtig dabei ist aber: Im Stand hält ein Auto ein Vielfaches der Dachlast aus, ohne beschädigt zu werden. Die optimale Gewichtsverteilung und externe Abstützung spielen somit eine wesentliche Rolle.

Wie baue ich ein Dachzelt auf?

Ist das Dachzelt erst einmal richtig montiert, kannst du entspannt deine Reise antreten. Je nach Modell nutzt du für den Aufbau eine mechanische Kurbel oder einen Gasdruckdämpfer. Nach dem Aufrichten kann das Zelt umgehend zum Schlafen verwendet werden. Bei Ausführungen von Globetrotter entfällt sogar das Aufblasen einer Luftmatratze, da eine Schaumstoffmatratze in das Dachzelt integriert wurde. Über eine Leiter gelangst du dann in das Zeltinnere und kannst du dich für die Nacht einrichten. Je nach Investment gibt es Ausführungen, die über passende Vorzelte, Sonnensegel, Hänge-Netze, Innentaschen und batteriebetriebene LED-Lampen verfügen und den Aufenthalt noch komfortabler gestalten.

Preis von Dachzelten

Wie bei vielen Produkten beim Campen ist alles von der Größe abhängig. Softtop-Dachzelte für zwei Personen gibt es schon für einen Preis von unter 1.500 Euro. Je größer die Liegefläche und umfangreicher das Zubehör, desto höher werden die Kosten. Der Einstiegspreis für Hartschalen-Dachzelte liegt bei rund 2.500 Euro. Nach oben hin gibt es ebenfalls kaum Grenzen.

Fazit zu Camping-Dachzelten

Wer mit dem eigenen PKW campen möchte, für den ist ein Dachzelt eine günstige Alternative mit viel Komfort. Gerade bei Rundreisen zeichnen sich die Zelte durch das schnelle Aufbauen und zahlreiche Annehmlichkeiten aus. Die Frage nach dem Gewicht und der zulässigen Dachlast sorgt bei vielen Campern zunächst für Verwirrung. Aber wer einmal auf den Geschmack gekommen ist, kann sich nicht mehr vorstellen, anders zu verreisen.

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Titelbild: ©simona

Author: Riko Wetendorf