Wechselrichter im Auto

Wechselrichter im Wohnmobil: Das musst du wissen

4 min Lesedauer

Wechselrichter sind Spannungswandler, die 12-Volt-Spannung in 230 V umwandeln und den Betrieb von Haushaltsgeräten und anderen elektronischen Geräten im Wohnmobil erlauben – auch wenn gerade kein Landstrom zur Verfügung steht. Wir erklären, was du beim Kauf eines Wechselrichters beachten musst.

Inhaltsverzeichnis

Fön, Kaffeemaschine, Laptop und Ladegeräte: Viele Camper verwenden im Urlaub regelmäßig diverse elektronische Geräte – und die brauchen natürlich Strom. Wer auf dem Campingplatz oder einem gut ausgestatteten Wohnmobilstellplatz steht, hat es leicht. In diesem Fall nutzt man einfach den Landstrom aus der Versorgungssäule. Aber was, wenn man häufiger autark unterwegs ist? Genau dafür bietet sich ein sogenannter Wechselrichter an.

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Was ist ein Wechselrichter?

Ein Wechselrichter ist ein Spannungswandler. Er wandelt die 12 Volt Gleichspannung in der Bordbatterie des Wohnmobils (beispielsweise aus der Solaranlage) in 230 Volt Wechselspannung um. Dadurch kannst du auch solche Geräte betreiben, die nur mit 230 Volt funktionieren, beispielsweise Kaffeemaschinen, Fön oder Ladegeräte. Wechselrichter sind also vor allem für Camper interessant, die längere Zeit nur das bordeigene Stromnetz nutzen möchten, um handelsübliche Haushaltsgeräte wie an der Steckdose zuhause zu betreiben.

Video Wechselrichter

Stromversorgung im Camper - Im Video erfahrt ihr alles über Wechselrichter

Welche Arten von Wechselrichtern gibt es?

Grob gesagt gibt es zwei Arten von Wechselrichtern:

  • Sinus-Wechselrichter
  • Modifizierte bzw. Trapez-Wechselrichter

Schauen wir uns das einmal genauer an!

Sinus-Wechselrichter

Sinus-Wechselrichter erzeugen eine sehr glatte, „saubere“ Spannungskurve, die sich praktisch nicht von der normalen 230-Volt-Spannungskurve unterscheidet. Deshalb können so gut wie alle elektronischen Geräte mit einem Sinus-Wechselrichter betrieben werden.

  • Vorteil: funktioniert mit allen Geräten
  • Nachteil: teurer

Trapez-Wechselrichter

Trapez-Wechselrichter bilden die Spannungskurve etwas grober nach. Die Flanken der Kurve sind etwas kantiger und erinnern an ein Trapez, daher auch der Name. Dadurch bekommen vor allem empfindliche elektrische Geräte, z.B. Multimedia-Geräte, Kaffeeautomaten und elektrische Zahnbürsten Probleme mit dieser Art von Wechselrichtern.

  • Vorteil: preiswerter
  • Nachteil: Probleme bei empfindlichen Geräten

💡 Unser Tipp: Besorge dir im Zweifelsfall immer einen reinen Sinus-Wechselrichter, vor allem wenn du Laptops oder Ladegeräte anschließen willst.

So findest du den passenden Wechselrichter

Die am Markt erhältlichen Wechselrichter unterscheiden sich vor allem auch in der Leistung, die in Watt angegeben wird. Daher ist es wichtig, dass du zunächst einmal den Energiebedarf aller Geräte ermittelst, die du an den Wechselrichter anschließen möchtest. Am einfachsten geht das z.B. mit einem Energiemesser, der zwischengeschaltet wird.

Wichtig ist hierbei: Viele elektronische Geräten haben für kurze Zeit einen sehr hohen Stromverbrauch, wenn du sie einschaltest. Der Wechelrichter muss also eine ausreichend hohe Spitzenleistung haben, um den hohen Einschaltstrom zu bewältigen. Für den Dauerbetrieb entscheidend ist hingegen die Nennleistung. Das ist die Leistung, für die der Wechselrichter bei einem Betrieb, z.B. über mehrere Stunden ausgelegt ist.

💡 Unser Tipp: Der Wechselrichter sollte mindestens 25% über der errechneten Leistung liegen, damit du ausreichend Kapazitäten hast. Außerdem verschließt der Spannungswandler dann nicht so schnell.

Wechselrichter kaufen: Darauf musst du achten

Wir empfehlen, beim Kauf eines Wechselrichters nicht nur auf den Preis zu schauen, sondern wirklich auf die Qualität zu achten. Wie fast immer gilt nämlich auch hier: Wer billig kauft, kauft zweimal. Einige Merkmale, die der Wechselrichter haben sollte sind:

  • Automatisches Abschalten bei Überlastungen
  • Automatisches Abschalten beim Überhitzen
  • Ausreichend hohe Spitzenleistung um Bedarfs-Peaks (z.B. beim Einschalten) zu bewältigen
  • Unterspannungsschutz, um zu verhindern, dass die Batterie unter den empfohlenen Schwellenwert entladen wird
  • Standby-Modus mit niedriger Stromaufnahme im Leerlauf

Wechselrichter einbauen

Das Anschließen des Wechselrichters sollte im Zweifelsfall immer von einem geschulten Fachmann durchgeführt werden. Im Internet gibt es zwar zahlreiche Anleitungen – dazu musst du dich allerdings schon ziemlich gut mit der Montage von elektrischen Geräten auskennen. Der Einbau ist definitiv nichts für Anfänger!

Allgemein wird empfohlen, den Wechselrichter so nah wie möglich an der Batterie anzuschließen. Dadurch wird der Verlust der Stromleistung minimiert. Sinnvoll ist außerdem, dass die Kabel ausreichend dick sind und beim Verlegen nicht gequetscht werden, um den Stromfluss nicht zu behindern.

Alternativen zum Wechselrichter

Es muss nicht immer ein Wechselrichter sein, da viele Geräte auch ohne einen Spannungswandler funktionieren. Dazu kommt: Man muss den Wechselrichter erst einbauen. Außerdem entstehen durch die Umwandlung zwangsläufig Stromverluste. Eine sinnvolle Alternative, um all das zu vermeiden sind beispielsweise 12-Volt-Netzteile mit denen du Laptops aufladen kannst.

Diese Netzteile sind in Universal-Ausführungen erhältlich, die mit verschiedenen Herstellern und Marken kompatibel sind. Für USB-Geräte gibt es außerdem spezielle Adapter, mit denen du Smartphones und Handys z.B. am Zigarettenanzünder aufladen kannst. Bei größeren Geräten wie Kaffeemaschinen und Fön geht das leider nicht. Hier bleibt ohne Zugang zu Landstrom nur der klassische Wechselrichter.

 

Titelbild: © Gudellaphoto – stock.adobe.com

Letzte Aktualisierung: 29/02/2024
Author: Selim Baykara