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Internet im Wohnmobil: So bekommst du jederzeit perfekten Empfang

Internet im Wohnmobil kann zur echten Herausforderung werden, wenn man sich nicht auf öffentliches WLAN verlassen will. Wir zeigen dir, wie du ohne WLAN-Netzwerk eine stabile und schnelle Internetverbindung aufbaust, die du auch in abgelegenen Gebieten und während der Fahrt nutzen kannst. Und das nicht nur in Europa, sondern weltweit.

Internet im Wohnmobil: WLAN ist nicht die beste Lösung

Dank Smartphones und Tablets wollen wir heute immer und überall vernetzt sein. Das gilt auch für den Roadtrip mit dem Wohnmobil oder im Wohnwagen. Einen WLAN-Empfänger kann man unkompliziert einbauen, wenn er nicht schon vorhanden ist und dann muss man sich eigentlich nur noch mit dem jeweiligen Netzwerk verbinden, um loszusurfen.

Leider geht es in Wirklichkeit meist nicht so einfach. Auf Campingplätzen ist das Signal oft sehr schwach und deckt auch nicht den ganzen Platz ab – manchmal ist der Empfang beispielsweise nur im Bereich der Rezeption gewährleistet. Und was tun, wenn man in abgelegenen Gebieten unterwegs ist? In vielen Gegenden gibt es keine Campingplätze oder Restaurants, an denen mal kurz einen Zwischenstopp einlegen könnte, um ins Netz zu gehen.

Die gute Nachricht: Es gibt Alternativen, mit denen du fast immer und fast überall ins Internet kommst und dabei eine stabile Verbindung sicherstellst.

Im Wohnmobil mit LTE-Prepaid-Karten ins Internet gehen

Mit jedem modernen Smartphone kannst du einen lokalen Internet-Hotspot erzeugen und dich darüber ins Internet einwählen. Dank des Wegfalls der Roaming-Gebühren musst du im europäischen Ausland auch keine zusätzlichen Gebühren zahlen – du kannst also einfach deine normale SIM-Karte weiterbenutzen.

Einziges Problem ist dabei der Datenverbrauch. Wenn du viel surfst und Filme oder Musik streamen willst, benötigst du mehr Datenvolumen. In diesem Fall musst du dir eine lokale SIM-Karte in dem jeweiligen Land kaufen. Diese Prepaid-SIMs werden einfach in das Handy gesteckt und anschließend aktiviert.

Je nach Preis bekommst du eine bestimmte Menge Datenvolumen, das du überall nutzen kannst, wo du mit deinem Smartphone Empfang hast. Diese Lösung empfiehlt sich auch außerhalb Europas, da im Ausland ansonsten sehr hohe Roaming-Gebühren anfallen. Der Kauf einer Prepaid-Karte ist meist die einzige günstige und praktikable Lösung.

Ein weiterer Vorteil: In vielen Ländern ist mobiles Internet weitaus preiswerter als in Deutschland. Je nachdem, wo du dich aufhältst, bekommst du für 10 Euro mehrere Gigabyte LTE-Datenvolumen mit der Prepaid-Karte. Bleibt nur noch das Problem mit dem Empfang. Um sicherzustellen, dass du auch wirklich überall ins Netz kommst, brauchst du noch einen WLAN-Verstärker.

Mit dem LTE-Router das Internet-Signal im Wohnmobil verstärken

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Ein besseres Signal als mit dem Handy bekommst du mit einem mobilen LTE-Router. Diese Geräte werden von verschiedenen Firmen angeboten, beispielsweise 1&1, Netgear, TP-Link oder Huawei. Ein besonders empfehlenswertes und erschwingliches Gerät für Camping-Ausflüge und Wohnmobil-Trips ist der Router Huawei E5885Ls für rund 110 Euro.

Dieses praktische Gerät in der Größe eines kleinen Handys verbindet sich mit dem schnellen 4G-LTE-Netzwerk und ermöglicht den Aufbau eines lokalen WLAN-Netzes für bis zu 16 Geräte. Sollte 4G nicht verfügbar sein, schaltet das Gerät automatisch auf UMTS (3G) oder Edge (2G) um. Kompatibel ist es mit allem SIM-Karten weltweit.

Der Router arbeitet außerdem als Verstärker für das Signal und hat eine integrierte Batterie. Damit kannst du das Gerät beispielsweise auch in den Rucksack packen und etwa zu einer Trekking-Tour mitnehmen. Die Funktionsweise ist simpel: Einfach die SIM-Karte in den Slot legen und einen WLAN-Hotspot erzeugen. Anschließend verbindest du deinen Laptop oder irgendein anderes WLAN-fähiges Gerät mit dem Router.

LTE-Antenne für noch besseres Internet

Mit einem guten LTE-Router bekommst du schon ein deutlich besseres Signal als mit einem Hotspot am Smartphone. Für die meisten Gegenden in Europa reicht dieser Router wohl auch aus. Wenn du dich viel in ländlichen Gegenden aufhältst oder auch während der Fahrt Internet im Wohnwagen oder Wohnmobil nutzen willst, brauchst du aber noch mehr Power.

Hier hilft dir eine zusätzliche LTE-Antenne, mit der du das Signal noch weiter verstärkst. Wie bei den Routern gibt es hier wieder unterschiedliche Anbieter, die Preise bewegen sich meist um die 50 Euro. Beim Kauf solltest du darauf achten, dass die Anschlüsse (beispielsweise TS9) kompatibel sind und du die LTE-Antenne auch wirklich mit dem LTE-Router verbinden kannst. Bei vielen Antennen werden die kompatiblen Geräte gleich genannt.

Für den Einsatz im Ausland empfiehlt sich zudem eine Dualband-Antenne, da du mit dieser verschiedene Frequenzen empfangen kannst. Wenn du dich dagegen hauptsächlich in Deutschland aufhältst, reicht auch eine Monobandantenne.

Kosten für mobiles Internet im Wohnmobil

Je nachdem, für welches Modelle und Hersteller du dich entscheidest, kommen mit LTE-Router, LTE-Antenne und allen benötigten Kabeln einmalige Kosten von etwa 250 Euro auf dich zu. Zusätzlich werden dann noch die monatlichen Kosten für die Prepaid-SIM-Karten fällig. Je nach Land und Datenvolumen sind das etwa 10 bis 20 Euro.

Bekomme ich mit Router und LTE-Antenne wirklich überall schnelles Internet?

Mit den obigen Geräten bekommst du in sehr vielen Gegenden ein gutes Signal – auch dort, wo ein normales Smartphone längst versagt hätte. Allerdings gibt es natürlich trotzdem Gebiete, in denen du auch mit LTE-Router und LTE-Antenne keinen Empfang hast.

Dazu zählen vor allem abgelegene Bergtäler (beispielsweise Val Grande in Italien), in denen es keine Sendemasten gibt und in denen die Funkwellen aufgrund der geographischen Gegebenheiten einfach keine Chance haben.

Alternativen für Internet im Wohnmobil: Online per Satellit

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Die Lösung mit LTE-Router und LTE-Antenne ist nicht die einzige Möglichkeit für mobiles Internet. Eine Alternative sind internetfähige Satellitenanlagen, die auf dem Dach des Reisemobils installiert werden.

Dazu benötigst du einen Parabolspiegel-Antenne mit einem Durchmesser von etwa 85 Zentimetern. Diese Antenne wird südlich auf den Astra-Satelliten ausgerichtet und soll auch an abgelegenen Orten Internet- und Fernseh-Empfang ermöglichen.

Hauptnachteil dieser Methode sind die sehr hohen Anschaffungskosten. Internetfähige Satellitenanlagen kosten etwa 3.500 Euro, dazu kommen monatliche Kosten von rund 20 Euro für 4 Gigabyte Datenvolumen. Rechnet man dann noch den Stromverbrauch dazu, wird das schnell ein kostspieliges Unterfangen, das sich nur für wenige Anwendungsfälle eignet.

Artikel von Selim Baykara

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