So wird dein Traum wahr: Was Wohnwagen wirklich kosten

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Ein Urlaub mit dem eigenen Wohnwagen – davon träumen viele. Egal ob Familie, Single oder Pärchen: Einfach die sieben Sachen packen und direkt raus in die Natur. Diese Art der Entspannung liegt voll im Trend. Bevor du damit liebäugelst, solltest du dich aber darüber informieren, was Wohnwagen kosten. Hier erfährst du alles zum Thema.

Bevor der Traum vom Urlaub im eigenen Wohnwagen wahr wird, solltest du ein paar Punkte klären. Möchtest du deinen eigenen Pkw als Zugfahrzeug nutzen? Dann solltest du im Fahrzeugschein nachsehen, welche Anhängelast erlaubt ist. Auf Basis dieser Information kannst du dich auf die Suche nach einem passenden Wohnwagen machen.

Angenommen, du hast ein Zugfahrzeug der Mittelklasse, dann kann dieses in der Regel eine Last von 1,4 bis 1,6 Tonnen ziehen. Das entspricht dem Gewicht eines mittelgroßen Wohnwagens mit einer Länge von vier bis fünf Metern. Also genau richtig für eine bequeme Urlaubsreise einer vierköpfigen Familie.

Wohnwagen-Kosten: Neuwagen anschaffen oder Gebrauchtwagen kaufen?

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Kommen wir zum Finanziellen. Generell sind Wohnwagen in der Anschaffung und im Unterhalt deutlich günstiger als Wohnmobile. Das gilt vor allem, wenn du zusätzliches Zubehör für das Wohnmobil benötigst. Die Standardpreise gelten hier nämlich immer nur in der Basis-Ausstattung.

Wenn du einen neuen Wohnwagen anschaffen möchtest, musst du mit einem Anschaffungspreis von mindestens 15.000 bis 20.000 Euro rechnen, ohne das Zubehör. Natürlich bieten die meisten Hersteller auch Möglichkeiten zur Finanzierung oder in Einzelfällen auch Leasing an. Alternativ kannst du auch darüber nachdenken, einen Wohnwagen zu mieten.

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Günstiger kann die Anschaffung eines gebrauchten Wohnwagens sein. Wenn die Vorbesitzer ihr Zuhause auf Rädern gut gepflegt haben, kannst du mit deiner Familie noch sehr lange Freude daran haben. Gebrauchte Wohnwagen bekommst du schon ab 2000 Euro. Beachte aber, dass der Preisverfall bei Caravans in der Regel niedriger ist als bei PKW. Vorteil bei gebrauchten Wohnwagen ist, dass du oft das passende Zubehör gleich mit dazu bekommst, so wie Markise, Planen, Deichselhauben, Fahrradträger und so weiter.

Führerschein-Check: Brauchst du Führerscheinklasse B96?

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Bist du stolzer Besitzer eines Wohnwagens, solltest du vor der Abholung nicht vergessen, dich in deinem Führerschein zu vergewissern, ob du so ein großes Gefährt überhaupt steuern darfst. Hier gilt die Gesammasse, also die Masse von Zugfahrzeug und Wohnwagen.

Eventuell musst du die  Erweiterung B96 zur Führerscheinklasse B erwerben, die dich dazu befähigt, Gespanne mit mehr als 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse zu fahren (Begrenzung bis 4,25 t). Der Kurs mit Sicherheitstraining dauert in einer Fahrschule normalerweise einen Tag und kostet zwischen 300 und 500 Euro. Die Erweiterung des Führerscheins der Klasse B konzentriert sich vor allem auf Themen wie An- und Abkoppeln, das Bremsen und das Rangieren mit einem Gespann.

Kosten für Zubehör und Nachrüstungen

Sind die Papiere in Ordnung, gilt es auch noch, dein Auto für das Fahren im Gespann fit zu machen. Ersten brauchst du natürlich eine Anhängerkupplung (AHK). Hat dein Modell diese nicht standardmäßig dabei, musst du sie von deiner Werkstatt nachrüsten lassen. Rechne mit etwa 400 bis 600 Euro dafür. Du hast die Auswahl zwischen starrer, abklappbarer und abnehmbarer AHK. Achte bei der Auftragsvergabe darauf, dass alle Anschlüsse (auch Zündungsplus) der AHK-Steckdose belegt werden und die Kodierung der Steuerungsmodule beinhaltet ist.

Vergiss auch nicht den Zusatzspiegel, damit du dein Wohnwagen-Gespann immer gut im Blick hast. Ein zweiter Spiegel ist in der Regel Pflicht, um ein ausreichendes Sichtfeld beim Fahren mit dem Gespann zu gewährleisten.

Schaue dir alle erhältlichen Modelle gut an, damit du entscheiden kannst, welche Art der Montage für dich am praktischsten ist. Die Hersteller bieten Universalspiegel mit Spannbandsicherung, Rast-Verschluss, Klemmspiegel oder Schraubband-Befestigung an. Günstige Modelle gibt es bereits ab etwa 30 Euro, die teuersten Spiegel kosten um die 100 Euro.

Welche Versicherungen brauche ich für meinen Wohnwagen?

Jetzt, da die Grundausrüstung steht, musst du dir auch Gedanken um die Kosten für Zulassung, Hauptunterschung (HU) und Versicherung machen. Die in Deutschland allgemeine Versicherungspflicht für alle Kraftfahrzeuge gilt auch für deinen Wohnwagen. Eine Haftpflichtversicherung musst du also auf jeden Fall abschließen, bevor du zur Zulassungsstelle gehen kannst.

Ratsam ist die Kombination mit einer Teilkasko, die Schäden durch Einbruch, Diebstahl, Feuer und Hagel abdeckt. Verursachst du selbst einen Unfall, springt die Vollkasko ein. Kalkuliere für die Versicherungen mit Kosten zwischen 100 bis 300 Euro jährlich. Ist dein Wohnwagen mit teuren Gegenständen wie einem Fernseher etc. ausgestattet, solltest du auch über eine Campingpolice nachdenken, die das bewegliche Inventar oder auch das Vorzelt absichert. Eventuell deckt das aber auch die Hausratsversicherung.

Kosten für die Hauptuntersuchung

Wenn du einen gebrauchten Wohnwagen gekauft hast, der älter als drei Jahre ist, musst du damit alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung beim TÜV oder einer anderen Prüfstelle, wenn er weniger als 3,5 Tonnen schwer ist. Bei Wohnwagen, die über diesem Gewicht liegen, ist die Abnahme sogar jährlich Pflicht. Das kostet jedes Mal zwischen 50 bis 70 Euro.

Mit Fahrzeugbrief (offizielle Bezeichnung: „Zulassungsbescheinigung Teil II“), Versicherungsbestätigung, TÜV-Bescheinigung und deinem Ausweis kannst du dann zur Zulassungsstelle gehen, um deinen Wohnwagen anzumelden. Denke auch über ein Saisonkennzeichen nach, damit kannst du extra Kosten sparen.

Ein eigener Wohnwagen ist für viele ein Traum. Wenn du ihn in die Wirklichkeit umsetzen möchtest, informiere dich vorher genau, welche Kosten auf dich zukommen. Dann erlebst du keine Überraschungen durch unvorhergesehene Ausgaben und kannst deinen Urlaub sorgenfrei planen.

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Author: Claudia Ballhause