Wohnmobile und Wohnwagen auf dem Campingplatz am See

Wohnmobil oder Wohnwagen? Vor- und Nachteile im Überblick

2 min Lesedauer

Kaum eine andere Art von Urlaub ist so flexibel wie der Campingurlaub. Einfach mit Zelt, Wohnmobil oder der Wohnwagen losfahren, um dem Alltag zu entfliehen. Doch genau bei dieser Frage, „Wohnmobil oder Wohnwagen?“, scheiden sich die Geister. Was ist besser? Was ist flexibler? Und was macht passt besser zu mir?

Wie so oft bietet sowohl die eine als auch die andere Variante Vor- und Nachteile. Welche Lösung sich am besten für die schönsten Wochen des Jahres eignet, ist von mehreren Faktoren abhängig. Im Folgenden soll auf die wesentlichen Charakteristika der beiden Möglichkeiten eingegangen werden.

Inhaltsverzeichnis

Camping mit dem Wohnwagen: Vor- und Nachteile im Überblick

Wohnwagen in den Bergen
Mit dem Wohnwagen in den Bergen am See © Gowtham

Ein Wohnwagen wird bekanntermaßen an ein Auto angehängt. Und genau das ist auch schon ein wesentlicher Vorteil, denn: Am Urlaubsort braucht es keinen separaten Mietwagen oder einen anderen fahrbaren Untersatz, um flexibel zu bleiben! Der Wohnwagen wird einfach auf dem Campingplatz abgestellt. Das Zugfahrzeug steht für Einkaufsfahrten oder Sightseeing zur Verfügung.

Weitere Vorteile dieser Variante sind ein hohes Maß an Unabhängigkeit, wenig Wartungsaufwand, eine leichte Pflege und vergleichsweise geringe Anschaffungskosten. Außerdem steht das Zugfahrzeug daheim als „normaler“ PKW für den Alltag zur Verfügung. Wer sich für einen Wohnwagen entscheidet, kann zudem die Fahrerlaubnis nach Massenklasse mit der B96-Erweitereung leicht auf 4,25 t erweitern. Auch der Hängerschein BE ist im Vergleich zu den C-Klassen (WoMo ab 3,5 t) preiswerter und leichter zu erwerben.

Neben diesen Vorteilen gibt es aber auch einige Punkte, die einige Camper als Nachteile empfinden. Denn: Gerade für ungeübte Fahrer kann es beispielsweise schwierig sein, ein Auto samt Anhänger durch die Straßen oder bergab zu bugsieren. Oft braucht es hierzu sogar eine Erweiterung des Führerscheins.

Dazu kommt: Bei Wohnwagen gibt es härtere Geschwindigkeitsbegrenzungen als bei Wohnmobilen. Außerdem können Wohnwagen nicht einfach dauerhaft auf öffentlichen Straßen abgestellt werden (vereinzelt gibt es Sondergenehmigungen). Und ein Abstellplatz ist nicht einfach zu finden und kostet.

Vorteile Nachteile
Hohes Maß an Flexibilität im Urlaub, da der Wohnwagen am Campingplatz abgestellt werden kann Fahren mit dem Wohnwagen wird von Anfängern als schwieriger empfunden
Einfach zu pflegen und wenig Wartungsaufwand Erweiterung des Führerscheins kann erforderlich sein
Günstiger als ein Wohnmobil Strengere Geschwindigkeitsbegrenzungen als bei Wohnmobilen
Fahrerlaubnis kann mit der B96-Erweiterung leicht auf 4,25 t erweitert werden Kostenpflichtiger Abstellplatz erforderlich

Der Gegensatz zum Wohnwagen: das Wohnmobil

Wohnmobil
Bequem reisen mit dem Wohnmobil © lavizzara

Ein modernes Wohnmobil ist für viele Camper die komfortablere Variante, da man alles in einem Rutsch bekommt. Das Wohnmobil verfügt über einen eigenen Antrieb und fungiert damit selbst als Fahrzeug, das eine oft beachtliche Wohnfläche bietet. Gerade größere Wohnmobile haben zudem oft eine höhere Zuladung als Wohnwagen. Das ist vor allem dann interessant, wenn du autark unterwegs bist.

Ein großer Vorteil von Wohmobilen ist, dass sie für Anfänger leichter zu fahren sind und Dinge wie Einparken, Anhängen und Abkuppeln gar nicht erst zum Problem werden. Dadurch ist auch die Reisedauer oft kürzer. Vorteilhaft ist zudem, dass Reisende sich auch während der Fahrt (gesichert!) im Wohnraum aufhalten können. Außerdem sind Wohnmobile auf fast allen Campingplätzen erlaubt und dem dem WoMo Fahrer steht mit Wohnmobilstellplätzen eine größere Auswahl an Stellflächen zur Verfügung.

Um ein Wohnmobil fahren zu dürfen, braucht es gegebenenfalls aber auch eine besondere Fahrerlaubnis. Ausschlaggebend hierfür ist nicht nur das Ausstellungsdatum des Führerscheins, sondern auch die Gesamtmasse des Wohnmobils. Für Wohnmobile bis 3,5 t reicht ein Führerschein der Klasse B. Für Fahrzeuge mit einem höheren Gewicht ist die Führerscheinklasse C1 oder C erforderlich. Wer noch den alten Führerschein Klasse 3 besitzt (bis 1999), darf ein Wohnmobil bis 7,5 t zulässiger Gesamtmasse fahren.

Ein weiterer Nachteil ist, dass Urlauber mit dem Wohnmobil am Urlaubsort selbst etwas unflexibler sind. Um Ausflüge abseits des Campingplatzes durchführen zu können, ist in der Regel ein Mietwagen oder ein anderes Fahrzeug erforderlich (Fahrrad, E-Bike, Motorroller, ÖPNV, etc.). Außerdem sind die Instandhaltungs- und Wartungskosten höher, da das Wohnmobil im Vergleich zum Wohnwagen über einen eigenen Antrieb verfügt. Die meisten Camper besitzen zudem neben dem Wohnmobil einen weiteren PKW. Das entfällt beim Gespann, da der hier der Zugwagen gleichzeitig der „Alltags-PKW“ ist.

Vorteile Nachteile
Für Anfänger einfacher zu fahren Besondere Fahrerlaubnis ab 3,5 t erforderlich
Reisende können sich auch während der Fahrt im Wohnraum aufhalten Weniger geeignet für Ausflüge am Urlaubsort, da ein Mietwagen oder ein anderes Fahrzeug erforderlich ist
Größere Auswahl an Stellplätzen Instandhaltungs- und Wartungskosten höher
Höhere Zuladung Eventuelle Einschränkungen und Fahrverbote, z.B. in Städten

Wer sollte sich für welche Lösung entscheiden?

Die richtige Entscheidung mit Hinblick auf die Frage „Wohnmobil oder Wohnwagen?“ zu treffen, ist oft schwer. Am wichtigsten ist, sich vorher klar zu machen, welche Kriterien Priorität haben und was für Erwartungen man hat. Das bedeutet: Wenn dir Flexibilität am Urlaubsort ebenso wichtig ist, wie ein geringer Wartungsaufwand, ist der Wohnwagen sicherlich die bessere Alternative. Wer eine gut ausgestattete Wohnfläche im Urlaub schätzt und gleichzeitig Wert auf mehr Stauraum und ein verhältnismäßig einfacheres Fahren (kein Anhängen und Ankuppeln) legt, sollte sich für das Wohnmobil entscheiden.

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Tipp: Wohnmobil-Sharing

Übrigens: wer bisher weder ein Wohnmobil noch einen Wohnwagen sein Eigen nennt, kann sich wahlweise auch vor einem etwaigen Kauf auf den zahlreichen Wohnmobil Sharing Plattformen umsehen. Nach dem ein oder anderen „Probeurlaub“ zeigt sich in der Regel schnell, welche Variante im individuellen Fall und mit Hinblick auf den persönlichen Geschmack die bessere Lösung ist.

Entscheidung getroffen? Dann informiere dich schon jetzt zu den wichtigsten Gesetzen rund um Wohnmobil und Wohnwagen.

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Author: Cornelia Wilhelm