Wohnmobil & Camper Van

Wohnmobil verkaufen: Der ultimative Guide

Dein Wohnmobil hat dich treu auf viele Reisen begleitet, aber jetzt ist es Zeit für einen Wechsel auf ein neues Modell? Vielleicht ist deine Familie gewachsen und die Nutzräume zu klein geworden? Oder du willst einfach ein neueres Modell erwerben, um etwas Anderes auszuprobieren? Was auch immer die Gründe dafür sind: Der Wohnmobilverkauf sollte gut geplant und vorbereitet sein. Hier geben wir dir die wichtigsten Tipps.

Dem Händler verkaufen oder selbst aktiv werden

Ob du dein Wohnmobil dem Händler verkaufen möchtest oder selbst Händler werden willst – und selbstständig einen Käufer suchst –, hängt ganz davon ab, wie viel Zeit du investieren kannst.

Am besten ist es wohl bei einigen Händlern vorstellig zu werden, um eine ungefähre Idee davon zu bekommen, was dein Fahrzeug wert ist. Die Angaben können schwanken. Die meisten Händler arbeiten mit der sogenannten "Schwacke Liste", in der die letzten zwölf Jahrgänge mit rund 22.600 Serienmodellen aufgeführt sind. Du kannst die Gelegenheit nutzen und so den geschätzten Marktwert erfahren. Die Händler wollen natürlich beim Weiterverkauf etwas verdienen und zahlen deshalb immer weniger als ein Privatkäufer beim unmittelbaren Erwerb.

Zeitwert eines Wohnmobils berechnen

Bevor du zum Händler gehst oder dein Wohnmobil auf einer der gängigen Internetseiten zum Verkauf stellst, ist es sinnvoll, den Zeitwert zu berechnen. Das ist etwas komplizierter als bei Pkw, denn hier fließen Nachrüstungen, der generelle Pflegezustand und Kilometerstand mit ein.

Es wird davon ausgegangen, dass ein Wohnmobil im ersten Jahr 20 Prozent seines Wertes verliert, 12 Prozent im zweiten und danach 8 bis 10 Prozent pro Jahr. Auch der Kilometerstand hat einen Einfluss auf den Preis. Jahreskilometerleistungen werden angenommen: Bei ausgebauten Kastenwagen geht man von 20.000 Kilometer aus, bei Alkoven bis zu 15.000. Integrierte haben eine theoretische Jahreskilometerleistung von 12.000 und Teilintegrierte 10.000.

Hat dein Wohnmobil zum Beispiel 10.000 Kilometer weniger auf dem Tacho, entspricht das einem Preisaufschlag von einem Prozent, bei 10.000 mehr werden drei Prozent abgezogen.

Die Verkaufsanzeige gestalten

Nach dieser Rechenübung geht es jetzt darum, die Verkaufsanzeige zu gestalten. Über Portale wie ebay Kleinanzeigen, Autoscout24 oder mobile.de werden etwa 85% der Wohnmobilverkäufe abgewickelt. Auch hier kannst du also stöbern und Preise vergleichen.

Gute Bilder sind das A und O, denn so wird der potenzielle Käufer visuell angesprochen. Es versteht sich von selbst, dass das Fahrzeug außen und innen sauber sein sollte. Am besten nimmst du Fotos bei Tageslicht auf – und schaltest beim Fotografieren der Innenräume das Licht an. Wenn du ein schönes Foto von einem Urlaubsstellplatz hast, auf dem das Wohnmobil besonders gut zur Geltung kommt, solltest du dieses unbedingt anhängen.

Tipps zur Reinigung

Die Bilder sollten scharf und hochaufgelöst sein. Bei der Beschreibung kannst du dich von anderen Anzeigen inspirieren lassen. Vergiss nicht, die Extras zu erwähnen, die dein Wohnmobil besonders machen, und aufzulisten, welche Nachrüstungen du vorgenommen hast. Sei transparent. Ein gut gepflegtes Serviceheft und Quittungen über eingebaute Extras sind ein zusätzliches Plus.

Der Kontakt mit den Interessenten und das Verkaufsgespräch

Wenn deine Anzeige online ist, lassen die ersten Anrufe nicht lange auf sich warten. Vielleicht ist auch der ein oder andere Händler dabei. Wenn er den von dir veröffentlichten Preis zahlen will, ist das gut. Aber lass dich besser nicht aufs Feilschen ein, weil die Händler natürlich Gewinn für sich herausschlagen möchten. Beim Gespräch mit einem Kaufinteressenten ist Ehrlichkeit wichtig. Betone die Vorzüge deines Wohnmobils. Du solltest aber auch keine Angst davor haben, offen über Mängel zu sprechen. Gerade wenn es sich um ältere Modelle handelt, können ein paar Reparaturen anstehen.

Hat der potentielle Käufer wirkliches Interesse an deinem Fahrzeug, wird er eine Probefahrt vorschlagen. Diese solltest du natürlich begleiten. Achte darauf, dass dein Fahrzeug über eine gültige Zulassung verfügt, sonst musst du bei der Zulassungsstelle ein Kurzzeitkennzeichen beantragen. Auch mit der Versicherung solltest du abklären, ob ein weiterer Fahrer erlaubt ist.

Den Verkauf abschließen und Wohnmobil abmelden

Seid ihr euch einig, ist es sinnvoll, einen Kaufvertrag abzuschließen, der Gewährleistung, Garantie und Rückgabe ausschließt. Schließlich handelt es sich um einen Privatverkauf eines gebrauchten Modells. Mit Abschluss des Vertrages solltest du dein Wohnmobil abmelden. Auch wenn es für den Käufer einfacher ist, mit einem zugelassenem Wohnmobil zur Zulassungsstelle zu fahren, ist das für dich mit einem Risiko verbunden, denn so lange wie das Fahrzeug nicht umgemeldet wurde, haftest du. Also: Am besten gemeinsam zur Ummeldung fahren oder den Käufer ein Kurzzeitkennzeichen beantragen lassen.

Wenn du alle unsere Tipps befolgst, dann hast du gute Chancen, dein Wohnmobil zu verkaufen – und kannst dir mit dem Gewinn vielleicht schon bald dein neues Wunschmodell zulegen.

Artikel von Claudia Ballhause

Du willst mit deinem Wohnmobil Geld verdienen, es aber gar nicht verkaufen? Wir haben hilfreiche Tipps, wie du dein Wohnmobil vermieten kannst.

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