Ecocamping Nachhaltig campen

Nachhaltig Campen – wie und wo geht das eigentlich?

4 min Lesedauer

Fridays-for-Future, 1,5 Grad-Ziel, Mikroplastik…die Zeichen der Zeit stehen auf Nachhaltigkeit. Immer mehr Menschen erkennen, dass sich unser Umgang mit dem Planeten ändern muss. Und das gilt logischerweise auch für den Campingurlaub. Inzwischen gibt es verschiedene Initiativen, die nachhaltige und umweltfreundliche Campingplätze auszeichnen. Eine der bekanntesten ist das Label „ECOCAMPING“, das wir heute vorstellen möchten.

nachhaltiges Campingfass
© Ecocamping

Camping ist zwar nur ein kleiner Aspekt und sein ökologischer Fußabdruck ist im Vergleich zu anderen Urlaubsformen wie Fernreisen, Kreuzfahrten oder Hotelaufenthalte relativ gering. Trotzdem hat auch unser Campingurlaub Auswirkungen auf die Umwelt. Unser Wohnmobil oder Wohnwagen will erst einmal produziert sein. Der Treibstoffverbrauch bei der An- und Abreise ist schwierig zu ersetzen. Was können Camper machen, um ihren Urlaub gleichzeitig schön, erlebnisreich und noch nachhaltiger zu gestalten?

Ein zentraler Punkt ist die Wahl des Campingplatzes. Denn auch hier gibt es Unterschiede, welche den Fußabdruck des eigenen Urlaubs verbessern. Viele Campingplätze haben sich in den letzten Jahren deutlich in Richtung Umwelt verbessert. Die Engagiertesten Plätze in sieben europäischen Ländern werden mit dem ECOCAMPING-Label ausgezeichnet und sind unter ecocamps.de leicht zu finden.

ECOCAMPING ist eine gemeinsame Nachhaltigkeitsinitiative von Campingverbänden und Umweltorganisationen. Seit über 20 Jahren unterstützt ECOCAMPING Campingplätze auf ihrem Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Auch bei PiNCAMP sind diese besonders umweltfreundlichen Plätze gesondert gekennzeichnet. Ihr erkennt sie an folgendem Logo:

Ecocamping Logo
© Ecocamping

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Was macht diese Camps so besonders?

Alle ausgezeichneten Campingplätze wurden analysiert und hinsichtlich möglicher Verbesserungen beraten. Alle Plätze müssen ihre Verbrauchsdaten (Wasser, Strom, etc.) ermitteln und alle drei Jahre ein Programm mit konkreten Schritten erstellen. Außerdem verpflichten sie sich dazu, die wesentlichen Umweltaspekte stetig zu verbessern. Die Einhaltung der Kriterien wird von der Organisation regelmäßig überprüft.

Beispiele hierfür sind:

  • Sparsame Verwendung von Wasser
  • Effiziente Energienutzung und Nutzung erneuerbarer Energie
  • Naturverträgliche Gestaltung des Campingplatzes
  • Naturverträgliche Freizeitangebote
  • Vermeidung von Abfall und Einwegartikeln
  • Abfalltrennung wo nicht vermeidbar
  • Nutzung von umweltfreundlichen Reinigungsmitteln
  • Nutzung und Verkauf regionaler Produkte und Lebensmittel
  • Sanfte Mobilität (z.B. Fahrrad, E-Mobilität)

Für die teilnehmenden Campingplätze ist das Thema Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein im Alltag bereits selbstverständlich. Viele schaffen es inzwischen sogar, ihren Gästen einen komplett klimaneutralen Aufenthalt auf dem Campingplatz anzubieten – Klimaneutralität nicht erst 2050, sondern schon heute. Diese klimafreundlichen Campingplätze haben sämtliche Emissionsquellen für Treibhausgase optimiert und weisen eine ausgeglichene CO2-Bilanz auf.

Klausenhorn Solaranlagen
© Ecocamping

Wer auch andere Umweltthemen bei der Campingplatzwahl berücksichtigen will, ist auf Campingplätzen mit der höchsten europäischen Umweltauszeichnung – dem EU Ecolabel – gut aufgehoben. Allerdings gibt es bislang erst wenige Camps, die diese Auszeichnung tragen. Erfreulicherweise ist die Tendenz aber steigend. Mehr Infos zu dem Label findest du hier.

Was können wir darüber hinaus für mehr Nachhaltigkeit im Campingurlaub tun?

Camperinnen und Camper können selbst viel für einen nachhaltigen Campingurlaub machen. Umweltfreundliches Urlaubsverhalten beginnt bereits bei der Anreise. Leichtes Gepäck spart Sprit. Campingplätze mit  Mietunterkünften wie Schlaffässern können außerdem auch mit Bus, Bahn oder Fahrrad besucht werden. Wer am Urlaubsort lokale Produkte, beispielsweise auf dem Wochenmarkt kauft und den regionalen Fahrradverleih nutzt, kann den eigenen PKW oder das Wohnmobil vor Ort auch einfach stehen lassen.

Sparsam mit den Ressourcen umgehen

Auf dem Campinglatz selbst gilt dasselbe wie in den eigenen vier Wänden: Sparsam mit den Ressourcen haushalten. Strom und Wasser sollte man nur so lange wie nötig verwenden. Außerdem hilft es, abfallarm einkaufen, überflüssige Plastiktüten und Verpackungen zu vermeiden und den Müll vor Ort trennen. Eine gute Methode ist, möglichst viele Produkte aus der Urlaubsregion statt weitgereister Ware, zu kaufen. Das ist dann auch gleich viel authentischer und schafft mehr Urlaubsfeeling.

Umweltschädliche Produkte vermeiden

Entscheidend ist zudem der Verzicht auf giftige und umweltbelastende Sanitärzusätze für die Mobiltoiletten. Hier sollte man ausschließlich Produkte mit dem „Blauen Engel“ (RAL-Gütezeichen) verwenden, da die anderen Chemikalien die Gewässer schwer belasten. Und natürlich Abwasser und Mobiltoiletten grundsätzlich nur an den dafür vorgesehenen Ausgüssen leeren. Auch Gullis sind der falsche Ort, da viele direkt in einen Bach oder See geleitet werden oder im Boden versickern. Und auch beim beliebten Grillen gibt es Optimierungspotenzial: Verzicht auf müllintensive Einweggrills, statt chemischer Grillanzünder solche auf Hanfbasis, Holzwolle oder einfach alte Eierkartons nehmen.

Im Endeffekt ist das alles gar nicht so schwer. Wer offene Augen für die Umwelt hat, kann bereits jetzt einen nachhaltigen, zukunftsfähigen Urlaub erleben. Und macht dabei gleichzeitig noch viele neue Erfahrungen, die auch im Alltag zuhause immer wichtiger werden.

Weitere nachhaltige Labels und Zertifizierungen

Neben ECOCAMPING gibt es noch Reihe von anderen Labels die von Institutionen und Einrichtungen vergeben werden und eine wertvolle Orientierungshilfe bieten. Dazu zählen beispielsweise:

Zudem gibt es spezielle Onlineportale, wie bookitgreen, die ausschließlich umweltbewusste Unterkünfte anbieten.

Wir haben die verschiedenen Labels und Zertifizierungen einmal genauer unter die Lupe genommen und miteinander verglichen. Schau dir unsere große Übersicht an und erfahre, wie du einen umweltfreundlichen Campingplatz erkennst:

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Author: Iris Schreiber
Iris Schreiber ist Pressesprecherin bei ECOCAMPING. In Zusammenarbeit mit dem PiNCAMP-Magazin berichtet sie ab sofort regelmäßig über neue Erkenntnisse im Bereich nachhaltiges Camping.