Route Norwegen Fjorde

Roadtrip durch Norwegen: Unterwegs im Land der Fjorde und Wasserfälle

9 min Lesedauer

Norwegen ist mit seinen weitläufigen Naturlandschaften ein Traumziel für Camper – und berühmt für seine vielen Fjorde und Wasserfälle. In diesem Artikel stellen wir euch eine tolle Route für Selbstfahrer vor, die euch zu einigen der schönsten Gegenden Norwegens führt.

Inhaltsverzeichnis

Norwegen – das ist das Land der Berge, der Wasserfälle und mächtigen Fjorde. Gerade für Naturliebhaber sind die einzigartigen Landschaften Norwegens ein wahrgewordener Traum. Dazu kommen ein gut ausgebautes, modernes Straßennetz und jede Menge Campingplätze, die sich für Zwischenstopps anbieten. Mit anderen Worten: Norwegen ist wie gemacht für einen Camping-Roadtrip.

In diesem Artikel möchten wir euch eine Route für Selbstfahrer vorstellen, auf der ihr einige der schönsten Ecken Norwegens kennenlernen werdet. Das Motto, unter dem diese Tour steht, lautet „Fjorde und Wasserfälle“ – davon gibt es in Norwegen bekanntlich nämlich einige. Und auf dieser Reise werdet ihr einige der bekanntesten und schönsten davon sehen!

Route durch Norwegen: Fjorde & Wasserfälle
Praktische Infos zur Camping-Tour
Route Oslo - Haugastøl - Norheimsund - Bergen - Lavik - Geiranger - Lom
Strecke ca. 1.000 km
Fahrtzeit mindestens 14 Tage empfehlenswert
Highlight Fahrt über die Hardangerbrücke, Blick auf den Geiranger-Fjord vom Geiranger Skywalk
Beste Reisezeit Sommermonate: Juni - August
Maut Maut für Straßen, Fähren und Brücken, zudem City-Maut in vielen Städten

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Vor der Tour: Wichtige Informationen für Camper

Die hier vorgestellte Tour führt von der Hauptstadt Oslo nach Westnorwegen mit seiner zerklüfteten Fjordküste. Generell gilt: Norwegen ist groß, die Entfernungen sind lang. Unsere Route ist etwa 1.000 Kilometer lang, daher solltet ihr ausreichend Zeit dafür einplanen. Etwa 200 Kilometer Strecke pro Tag sind in Norwegen ein guter Richtwert. Bei all den Naturschönheiten macht man natürlich ab und zu mal einen Zwischenstopp. Wir würden daher mindestens 14 Tage für die gesamte Tour empfehlen.

Maut und Fähren

Viele Straßen in Norwegen sind mautpflichtig, auch auf dieser Route. Die Mautstationen sind mit einem blauen Schild mit Kamerasymbol und der Bezeichnung „Kr“ für norwegische Kronen gekennzeichnet. Beim Anfahren wird euer Fahrzeugkennzeichen elektronisch erfasst. Die Rechnung dafür erhaltet ihr später per Post. Bezahlt werden kann auch online mit Kreditkarte.

Ebenfalls erwähnenswert, sind die Fähren. Auch hier wird das Nummernschild des Fahrzeugs gescannt. Ihr könnt entweder mit Karte oder Bargeld direkt auf der Fähre zahlen. Wenn ihr mehrere Fähren nutzt, kann es Sinn machen euch vorher für „AutoPass Ferjekort“ anzumelden. Damit könnt ihr bis zu 50 % des Preises pro Überfahrt sparen.

Freistehen

Im vergleichsweise dünn besiedelten Norwegen ist das Freistehen mit dem Wohnmobil einfacher möglich als in Mitteleuropa. Das bekannte skandinavische „Jedermannsrecht“ gilt aber ausschließlich für nicht motorisierte Camper, z.B. Wanderer. Ebenfalls wichtig: Es ist nicht erlaubt, in Naturschutzgebieten oder auf Privatgrundstücken zu campen. Gleiches gilt für viele der Mautstraßen.  Auf öffentlichen Parkplätzen und Straßenrastplätzen wird Freistehen aber häufig toleriert. Beachtet auf jeden Fall immer entsprechende Hinweisschilder.

Von Oslo in die wilde Hardangervidda

Los geht es in der norwegischen Hauptstadt Oslo, die mit nur rund 600.000 Einwohnern ein relativ bescheidenes Städtchen ist. Ein kleiner Stadtbummel lohnt trotzdem und auch in der Umgebung gibt es einiges zu sehen. Um euch schon mal einzustimmen, könnt ihr z.B. den wunderschönen Wasserfall bei Mølla besuchen. Dazu wandert ihr vom Stadtzentrum rund 8 km entlang des Flüsschens Akerselva. Insgesamt kommt ihr dabei an 20 Wasserfällen vorbei – ein toller Start der Tour.

Campingplatz-Tipp:

Um nach Westnorwegen zu gelangen empfehlen wir euch die Fahrt über die beeindruckende Hochebene Hardangervidda, übrigens die größte in ganz Europa und auch der größte Nationalpark Norwegens. Gerade der westliche Teil mit seinen Bergen und Gletschern ist landschaftlich äußerst imposant und hier verläuft auch eine der norwegischen Landschaftsrouten zwischen Eidfjord und Haugastøl.

auf der grossen panoramaroute von oslo bis zum polarkreis panorama tour
© Travel Faery - stock.adobe.com




Auf der Fahrt durch die Hardangervidda dürfen zwei Zwischenstopps nicht fehlen. Der erste ist der Vøringsfossen, der vielleicht bekannteste Wasserfall Norwegens. Über 182 Meter tief stürzen die Wassermassen hier vom Hardangervidda-Plateau in das Tal Måbødalen hinab. Ein spektakulärer Anblick, vor allem auch durch den abrupten Übergang von der baumlosen Hochebene zum gewaltigen Eidfjord.

Über die längste Hängebrücke Norwegens

Das nächste Highlight lässt aber nicht lange auf sich warten: Die Fahrt über die Hardangerbrücke über den riesigen Hardangerfjord. Mit 1.380 Meter Länge ist das Norwegens längste Hängebrücke und eine der längsten Hängebrücken der Welt. An beiden Enden der Brücke gibt es übrigens Parkplätze. Du kannst den Camper also kurz parken und auf einem eigenen Fußweg über die Brücke gehen. Die Blicke von hier oben über den Hardangerfjord sind unglaublich!

Nach der Brücke führt die Route längere Zeit am nördlichen Ufer des Hardangerfjords entlang. Bei Nordheimsund lohnt sich ein weiterer Stopp, um den Steinsdalsfossen zu besuchen. Das ist einer der beliebtesten Wasserfälle Norwegens und auch gut mit dem Auto erreichbar. Der Clou: Du kannst hier auf einem bequemen Weg auch hinter dem 50 Meter hohen Wasserfall entlanglaufen, ohne nass zu werden.

Weiter geht es nach Bergen an der Südwestküste, mit etwa 300.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt und heimliche Hauptstadt Norwegens. Auch hier steht wieder alles im Zeichen von Wasserfällen und Fjorden, und zwar bei einem Bootsausflug zum Mostraumen-Fjord. Die Touren starten direkt am Bergener Fischmarkt. Von hier geht es unter der Nordhordalandsbrücke in den Osterfjord durch eine zunehmend spektakuläre Landschaft zwischen steilen Felswänden, von denen die Wasserfälle in die Tiefe stürzen.

Campingplatz-Tipp: Lone Camping

Durch die zerklüftete Fjordküste Norwegens

Nun sind wir endgültig in Westnorwegen angekommen, dem Land der Fjorde. Einen tollen Eindruck von dieser bildschönen Landschaft habt ihr auf der Europastraße 39, die sich geschickt zwischen den Fjorden hindurchschlängelt und nach Norden führt. Dennoch müsst ihr hier zwei Autofähren benutzen. Die erste ist beim Sognefjord, mit über 200 Kilometer der längste und tiefste Fjord Norwegens. Hier bietet sich ein Zwischenstopp in dem hübschen Küstenstädtchen Lavik an. In der Umgebung kann man toll wandern oder Kanu fahren – entweder im Fjord oder im nördlich gelegenem See Sørestrandvatnet.

Trolltunga Norwegen - Wandern im Urlaub
Trolltunga Norwegen - Wandern im Urlaub - © tech_studio - stock.adobe.com




Die nächste Fähre überquert den Nordfjord nördlich von Sandane. Kurz vor dem Städtchen könnt ihr übrigens noch zwei tolle Wasserfälle zu bestaunen: Den Holvikfossen mit seiner tollen Aussichtsplattform und den 32 Meter hohen Eidsfossen. Beide Wasserfälle sind perfekt von der E39 erreichbar, die Abstecher lohnen sich auf jeden Fall. In Sandane gibt es mit dem Aussichtspunkt Trivselsskogen zudem auch ein tolles Wanderziel mit herrlichen Ausblicken über den Fjord und die umliegende Bergwelt.

Campingplatz-Tipp: Byrkjelo Camping



Auf zum UNESCO-Welterbe Geirangerfjord

Für den weiteren Weg nach Geiranger gibt es zwei Optionen:  In Stryn könnt ihr auf die Reichstraße 15 abbiegen, die sogenannte „Geirangerstraße“ abbiegen, die an mehreren malerischen Gebirgsseen vorbeiführt. Alternativ nehmt ihr in Hellesylt die Autofähre über den Geirangerfjord. Beide Optionen haben ihren Reiz. Wir empfehlen aber die erste Option. Auf dem Weg nach Jotunheimen müsst ihr ansonsten ein Stück der Strecke doppelt fahren.

In dem charmanten Fjord-Dörfchen Geiranger solltet ihr auf jeden Fall einen Zwischenstopp von 1-2 Tagen einlegen. Eine tolle Wasserfall-Wanderung führt direkt vom Dorf zum Storfossen. Von mehreren Aussichtsplattformen könnt ihr den mächtigen Wasserfall aus nächster Nähe betrachten. Danach besucht ihr das nahegelegene Fjordzentrum. In dem Museum erfahrt ihr alles über die norwegischen Fjorde. Die beste Aussicht auf den Geiranger-Fjord habt ihr übrigens vom Geiranger Skywalk auf dem Berg Dalsnibba, der 1.500 Meter über dem Fjord thront. Der Aussichtspunkt ist im Sommer zwischen 10 und 16 Uhr geöffnet und bietet wahrlich spektakuläre Aussichten!

Campingplatz-Tipp: Geirangerfjorden Feriesenter




Über die Provinzstraße 63 verlassen wir Geiranger und fahren zum letzten Ziel der Reise: Jotunheimen, dem „Land der Riesen“. Auf der Straße kommt ihr an dem berühmten Aussichtspunkt „Flydalsjuvet“ oberhalb von Geiranger vorbei. An dem wunderschönen Gebirgssee Langvatnet trifft die Straße auf die Reichsstraße. Diese Straße folgt dem Verlauf des Otta-Flusses durch das wunderschöne Otta-Tal bis zum Nationalpark-Dorf Lom, dem Eingangstor nach Jotunheimen.

Spektakuläres Jotunheimen – die Heimat der Riesen

Jotunheimen ist das größe Gebirge in ganz Skandinavien, hier befinden sich die höchsten Gipfel Norwegens. Die „Heimat der Riesen“ ist tatsächlich gigantisch groß – über 3500 km². Ein Wunderland aus Gletschern, Wildflüssen und schroffen Gipfeln und für Wanderfreunde ein wahrgewordenes Paradies. Die meisten der Tagestouren sind praktischerweise gut von Lom aus über die Provinzstraße 55 erreichbar, die Straße führt mitten ins Gebirge hinein.

Campingplatz-Tipp: Camping Randsverk

Route Norwegen unterwegs im Land der Fjorde
View of Geirangerfjord in Norway, Europe.

Unter den vielen Möglichkeiten seien hier nur drei der bekannteren Wanderungen genannt: Zunächst die Besteigungen von Galdhøpiggen (2.469 m) und Glittertind (2.464 m), der beiden höchsten Gipfel Norwegens. Außerdem die Tour über den berühmten Besseggen-Grat, vielleicht die bekannteste Wanderung in ganz Norwegen mit spektakulären Blicken auf den tiefblauen Gjende-See. Alternativ könnt ihr natürlich auch einfach die nähere Umgebung von Lom erkunden – vom Stadtzentrum führen zahlreiche beschilderte Wege in die reizvolle Landschaft.

Die Distanz von Lom nach Oslo beträgt kann 350 Kilometer. Für die Rückfahrt nach Oslo sind also 1,5 – 2 Tage einzuplanen. Bis Otta folgt ihr dazu weiter der Reichstraße 15. Hier wechselt ihr dann auf die E6, die über Lillehammer nach Süden führt. Lillehammer ist zwar vor allem als Skiort bekannt – das Städtchen liegt aber gleichzeitig am Mjøsa, dem größten See Norwegens. Die E6 verläuft über weite Teile direkt am See entlang vorbei – ein schöneres Ende für diese großartige Tour kann man sich kaum vorstellen!

Letzte Aktualisierung: 31/05/2024
Author: Selim Baykara