Ringstraße Island

Roadtrip in Island: Auf der Ringstraße im Land von Feuer und Eis

| 9 min Lesedauer

Einmal um die ganze Insel: Die berühmte Ringstraße führt auf knapp 1300 Kilometern einmal rund um Island.  Für abenteuerlustige Camper ist ein Roadtrip auf der legendären Straße die beste Möglichkeit, die spektakulären Naturlandschaften Islands aus nächster Nähe kennenzulernen. Hier bekommst du alle Infos zu der Tour.

Mit seiner einzigartigen, vulkanisch geprägten Natur zählt Island bei vielen Campern zu den absoluten Sehnsuchtszielen in Europa. Eine hervorragende Möglichkeit die Vielfalt der Insel im Nordatlantik kennenzulernen ist ein Roadtrip auf der bekannten Ringstraße. Die Route führt einmal um die ganze Insel und erlaubt es Campern in etwa 14 Tagen fast alle bekannten Sehenswürdigkeiten Islands in einem einzigen Trip zu besichtigen.

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Über die Ringstraße einmal rund um Island

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Wohnmobil auf der Ringstraße, Island, Europa - © PaoloGiovanni - stock.adobe.com

Die Ringstraße, auch bekannt als Route Nr. 1 oder Highway 1 führt auf insgesamt 1.332 km einmal um ganz Island. Die Straße ist zu 98% asphaltiert und zweispurig (bis auf einige einspurige Brücken). Im Unterschied zu vielen anderen Ländern handelt es sich nicht um eine mehrspurige Schnellstraße, sondern um eine malerische Landstraße, die fast überall tolle Einblicke in die Vielfalt der isländischen Natur bietet.

Einige bekannte Gegenden von Island werden nicht direkt von der Ringstraße berührt. Dazu zählen die Nord- und Westfjorde sowie die Halbinsel Snæfellsnes und Reykjanes. Wenn du diese Gebiete erkunden willst, musst du die Ringstraße verlassen und einige Zusatztage einplanen.

Für den Süden von Island bietet sich dazu eine Fahrt auf dem Golden Circle an. Diese etwa 300 Kilometer lange Rundfahrt startet in Reykjavik und führt zu dem spektakulären Geysir-Geothermalgebiet im Haukadalur-Tal, zum eindrucksvollen Þingvellir-Nationalpark und dem berühmten Gullfoss-Wasserfall. Du kannst die Fahrt auf dem Golden Circle auch vor oder nach dem Roadtrip auf der Ringstraße machen.

Tipps für Camper mit dem Wohnmobil auf der Ringstraße in Island

Verbot für Wildcampen und Freistehen in Island
Vergiss nicht, dass Wildcampen und Freistehen in Island bestraft werden! - © Fotokon - stock.adobe.com

Nach der Ankunft in Reykjavik musst du dich zunächst um einen fahrbaren Untersatz kümmern. Es gibt zahlreiche Anbieter von Mietwagen, Island ist aber kein preiswertes Pflaster. In der Hauptsaison musst du für ein Wohnmobil/Campervan mit Preisen von 2000 – 3000 Euro (je nach Größe) für zwei Wochen rechnen. Ein normales Mietauto ist preiswerter (1000 – 1500 Euro), allerdings kommen dann noch Preise für die Unterkünfte dazu.

Campingplätze und Stellplätze sind an vielen Orten vorhanden und deutlich preiswerter. Wildcampen (auch mit Zelt) und Freistehen sind in Island streng verboten und werden mit hohen Geldstrafen belegt, wenn du erwischt wirst. Auf der Insel herrscht überall Rechtsverkehr, außerdem musst du zu jeder Jahres- und Tageszeit mit Scheinwerferlicht fahren.

Die beste Reisezeit für einen Roadtrip auf der Ringstraße sind die Sommermonate Juni bis September, da dann die Tage am längsten und das Wetter am besten sind. Im Unterschied zum Hochland kannst du die Ringstraße theoretisch aber auch im Winter befahren – zumindest dann, wenn du mit dem rauen Klima und den sehr kurzen Tagen in dieser Jahreszeit zurechtkommst. Um nicht in Zeitdruck zu kommen und alle Sehenswürdigkeiten voll zu genießen, empfehlen wir mindestens 10-14 Tage für die Tour.

Von Rejkjavik durch den Süden von Island

Panoramablick auf Reykjavik im Winter, Island
Panoramablick auf Reykjavik im Winter, Island - © Marc Jedamus - stock.adobe.com

Los geht es in Reykjavik. Die Hauptstadt Islands ist nach mitteleuropäischen Maßstäben eine Kleinstadt und kann gut in 1-2 Tagen erkundet werden. Empfehlenswert ist hier vor allem ein Besuch der Blauen Lagune auf der Reykjanes-Halbinsel. Das Thermalfreibad ist gut von Reykjavik erreichbar und bietet mit durchschnittlich 39°C perfekte Temperaturen zum Baden. Ein schöner stadtnaher Campingplatz ist das Reykjavik Camping.

Nach dem kleinen Örtchen Hveragerði erreichen wir das erste Highlight auf der Ringstraße: den bekannten Wasserfall Seljalandsfoss. Der Fluss Seljalandsá stürzt hier 66 Meter in die Tiefe, wer mag kann auch hinter dem Wasserfal laufen. Direkt daneben gibt es einen Campingplatz, etwa 10 Minuten zu Fuß liegt der etwas verstecktere, aber ebenfalls sehenswerte Wasserfall Gljúfrabúi.

Geheimes Schwimmbad im Tal, Island
Geheimes Schwimmbad im Tal, Island - © Stolenpencil - stock.adobe.com

Danach führt die Ringstraße am Tal Seljadalur vorbei. Hier kannst du einen kleinen Abstecher zum  Seljavallalaug machen, dem ältesten Schwimmbad Islands. Der Außenpool ist kostenlos nutzbar, das Wasser ist aber recht kühl. Weiter geht es zum Skógafoss, einem der bekanntesten Wasserfälle in Südisland, der direkt an der Ringstraße liegt. Hier startet auch die bekannte Wanderung über den Fimmvörðuháls-Pass ins grüne Tal von Þórsmörk. Für einen Zwischenstopp bietet sich das Hamragarðar Camping an.

Wasserfälle, schwarze Strände und Gletscherlagunen

Reynisdrangur am Strand von Reynisfjara, Island
Reynisdrangur am Strand von Reynisfjara, Island - © Fominayaphoto - stock.adobe.com

Nächste Station: die Halbinsel Dyrhólaey mit ihrer spektakulären 120 Meter langen Felspromenade und dem Leuchtturm auf der Spitze. Auch die Tierwelt an diesem Ort ist sehenswert: In den Klippen hausen Tausende von Papageientaucher. Direkt danach geht es weiter zum berühmten schwarzen Strand von Reynisfjara mit seinen Basaltsäulen. Hier am besten vorsichtig sein und nicht ins Wasser laufen – die Strömung ist sehr stark! Anschließend geht es nach Vík, einem urigen kleinen Dörfchen, das sich auch gut als Zwischenstopp für eine Übernachtung anbietet.

Auf dem Weg nach Höfn kommst du an gleich zwei der berühmtesten Sehenswürdigkeiten von Island vorbei: In der Eislagune von Jökulsárlón brechen riesige Eisblöcke aus dem Gletscher und treiben durch die Lagune bis aufs Meer. Ein atemberaubender Anblick! Direkt gegenüber befindet sich der Diamant-Strand an dem die angetriebenen Eisblöcke aus der Lagune wie Diamanten in der Sonne funkeln.

im Inneren des Skaftafell-Gletschers, Vatnajökull-Nationalpark in Island
Im Inneren des Skaftafell-Gletschers, Vatnajökull-Nationalpark in Island - © jon - stock.adobe.com

Naturliebhaber planen noch einen Abstecher in den Skaftafell-Nationalpark ein, der heute Teil des Vatnajökull-Nationalparks ist. Von hier aus sind zahlreiche kurze Wanderungen, spektakuläre Gletschertouren auf dem Svínafellsjökull-Eisfeld und sogar eine Besteigung des Hvannadalshnúkur möglich – mit 2.109 Metern der höchste Berg Island. Idealer Ausgangspunkt für Touren im Skaftafell-Nationalpark ist der Campingplatz Skaftafell.

Faszinierende Bergwelten im Osten Islands

Nordlichter über verschneiten Felsbergen Vestrahorn - Island
Nordlichter über verschneiten Felsbergen Vestrahorn, Island - © swen_stroop - stock.adobe.com

Das Fischerdorf Höfn ist weithin bekannt für seine Langustenspezialitäten. Der angrenzende Berg Vestrahorn ist eines der am meisten fotografierten Motive im Osten Islands. Direkt daneben liegt der Brunnhorn, der aufgrund seines markanten Gipfelaufbaus von Einheimischen auch gerne „Batman Mountain“ genannt wird. Anschließend führt die Route weiter nach Egilsstaðir – mit 2500 Einwohnern für isländische Verhältnisse fast schon eine Großstadt und der ideale Ort für einen Stopp.

Sehenswert ist hier das Waldgebiet von Hallormsstaðaskógur: Der größte Wald Islands ist ein höchst ungewöhnlicher Anblick in der größtenteils kargen Vulkanlandschaft. Etwas abseits davon, aber ebenfalls einen Besuch wert, ist der 128 Meter hohe Hengifoss-Wasserfall am Rande des Sees Lagarfljót. Wenn du noch mehr Zeit hast, kannst du auch die Kleinstadt Seydisfjörður am Ufer des gleichnamigen Fjords besuchen. Die Stadt ist inzwischen vor allem für ihr hervorragendes Sushi-Restaurant bekannt. Außerdem gibt es hier den sehr schönen Campingplatz Seyðisfjörður Camping.

Grjótagjá Höhle in der Nähe des Sees Mývatn an der Landstraße Nr. 860
Grjótagjá Lavahöhle in der Nähe des Sees Mývatn an der Landstraße Nr. 860 - © Ivan Franceschini - stock.adobe.com

Der riesige See Mývatn ist die nächste bekannte Sehenswürdigkeit an der Ringstraße. Der viertgrößte See Islands liegt in einem hochaktiven geothermalen Gebiet und bietet neben den einzigartigen Landschaftseindrücken fantastische Möglichkeiten zur Vogelbeobachtung. Direkt in der Nähe befindet sich die „schwarze Festung“ Dimmuborgir – eine faszinierende Lavalandschaft mit zahlreichen Höhlen, die auch als „Tor zur Hölle“ bezeichnet wird. Game-of-Thrones-Fans besuchen zudem die Lavahöhle Grjótagjá – hier wurde die berühmte Liebesszene zwischen Jon Snow und Ygritte gedreht.

Empfehlenswert: Abstecher auf die Halbinsel Snæfellsnes und zu den Westfjorden

Die Kraft vom Wasserfall Dettifoss
Die Kraft vom Wasserfall Dettifoss - © Thomas Schnitzler - stock.adobe.com

Nicht direkt an der Ringstraße gelegen, aber dennoch einen Besuch wert ist Húsavík. Die malerische Stadt gilt als der beste Ort in Island für Walbeobachtungen. Für den Abstecher solltest du ungefähr einen halben Tag einplanen. Außerdem bietet sich ein Besuch des gewaltigen Dettifoss an – der über hundert Meter breite Wasserfall zählt zu den mächtigsten Wasserfällen in Europa. Anschließend geht es nach Akureyri, der Hauptstadt des Nordens, die an einem wunderschönen Fjord liegt und ebenfalls gut zum Whale-Watching geeignet ist.

Der Westen Islands wird von der Ringstraße nur gestreift. Du musst also ein paar zusätzliche Tage einplanen, wenn du beispielsweise die abgelegenen Westfjorde und die Halbinsel Snæfellsnes besuchen willst. Das können wir wärmstens empfehlen – gerade Snæfellsnes ist äußerst sehenswert, da du hier quasi im Miniaturformat die ganze Bandbreite der unterschiedlichen Landschaftsformen Islands zu sehen bekommst. Ein schöner Campingplatz auf der Halbinsel ist der Tjaldsvæði Grundarfjarðar

Halbinsel Snæfellsnes
Halbinsel Snæfellsnes - © Benny - stock.adobe.com

Bevor es wieder zurück nach Reykjavik geht, lohnt sich noch ein Stopp in dem winzigen Dörfchen Reykholt. Hier verfasste der mittelalterliche Schriftsteller Snorri Sturluson die „Edda“, das isländische National-Epos. Ein Museum erinnert an heute an ihn. Ebenfalls sehenswert sind die Wasserfälle von Hraunfossar, die hier in zahllosen Kaskaden einem riesigen Lavafeld entspringen. Als letzter Zwischenstopp vor Reykjavik bietet sich der malerisch in einer Bucht gelegene Campingplatz Akranes Camping an.

Titelbild: © creativefamily – stock.adobe.com

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Author: Selim Baykara