Mit Wohnmobil nach Skandinavien: Eine Tour durchs Winterwonderland

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Wintercamping in Skandinavien: Die wichtigsten Tipps und Tricks

Vom Wohnmobil direkt mit den Skiern in die nächste Loipe, mit dem Schneemobil vom Campingplatz aus in die unendlich weite Winterlandschaft aufbrechen und am Abend aus dem Bett die Nordlichter tanzen sehen… Wer möchte das nicht auch einmal erleben – einen richtigen Winter im Norden Europas? Hier sind unsere Tipps für den perfekten Camping-Trip in das Winterwunderland Skandinavien.

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Von Jahr zu Jahr zieht es immer mehr Wohnmobil-Besitzer nach Skandinavien – und zwar im Winter. Längst sind es nicht mehr nur die warmen Wochen in Frühling, Sommer und Herbst, vielmehr ist in Schweden, Norwegen und Dänemark zu jeder Jahreszeit Campingsaison. Wenn du dich gut darauf vorbereitest, einige grundsätzliche Dinge beachtest und die Reise entsprechend umsichtig planst, wirst du mit grandiosen und unvergesslichen Erlebnissen aus dem Wintercamping zurückkehren. Zugefrorene Flüsse und vereiste Wasserfälle, meterhoher Schnee, das magische Himmelsleuchten in der Nacht, Elche und Rentiere inmitten der wie verzaubert wirkenden Winterlandschaft Skandinaviens begleiten den Blick aus dem Fenster der Fahrzeugkabine oder können bei abwechslungsreichen Winteraktivitäten hautnah entdeckt werden. Dennoch solltest du die Gewalt der Natur und die teilweise extremen Bedingungen beim Wintercampen in der weitläufigen Landschaft Skandinaviens nicht unterschätzen. Skandinavien ist groß und die Wetterbedingungen können je nach Ziel deiner Reise stark variieren. Daher haben wir fürs Camping in der Wintersaison unsere Erfahrungen und einige Empfehlungen für dich zusammengefasst.

Lies alles über unsere Camper-Tour: Mit dem Wohnmobil durch das Winterwunderland in Skandinavien:
Montage, Kauf und Anbieter: Alle Infos zu Schneeketten fürs Wohnmobil

Wetterbedingungen und Straßenverhältnisse in Skandinavien

Um es vorwegzunehmen: Wir können hier natürlich keine verlässliche Wetterprognose fürs Camping in den einzelnen Wintermonaten abgeben. Grundsätzlich gilt: In Skandinavien ist jederzeit und in allen Regionen immer wieder mit extremen Wettersituationen zu rechnen. Dennoch gibt es einige grundsätzliche klimatische Bedingungen, die du bei der Planung deiner Wintertour berücksichtigen kannst. So ist es an der Küste in der Regel milder als im Inland, da das Klima am Meer stark vom dort aktiven Golfstrom beeinflusst wird. Im Landesinneren und im Osten des Landes herrscht hingegen generell ein kontinentales Klima mit teilweise extremen Minusgraden, besonders in Nordskandinavien.

Von November bis in den April hinein ist dort und vor allen Dingen auf den Gebirgspässen mit viel Schnee zu rechnen. Während der massiven Schneefälle mit den oft einhergehenden Verwehungen ist es üblich, einige Straßen kurzzeitig zu sperren. Die Fahrzeuge müssen dann oft einige Stunden warten und sich aufreihen, bevor diese Strecken für eine Passage in Kolonne freigegeben werden. Von einem Leitfahrzeug – dem „Ledebil“ – angeführt, wirst du dann sicher mehrere Kilometer über den Pass oder durch die Schneelandschaft geleitet. Um sich auf diese Wartezeiten und Sperrungen vorzubereiten, solltest du immer ausreichend Kraftstoff im Tank, Decken und warme Getränke dabei haben. Auch eine Taschenlampe inklusive Batterien kann angesichts der früh einsetzenden Dunkelheit sehr nützlich sein.

Andere Strecken sind im Winterhalbjahr teilweise komplett gesperrt. Auf der gut und übersichtlich gestalteten Homepage von Norwegens Straßenbehörde kannst du dich frühzeitig über mögliche Sperrungen von Touristenstraßen und auch abgelegenen Routen informieren: Statens Vegvesen

Generell werden die Straßen in Skandinavien nicht so geräumt, wie wir es aus Deutschland kennen. In der Regel wird nur der Schnee mit dem Schneepflug geschoben und noch etwas gestreut. Besonders im Norden Norwegens, etwa nördlich von Trondheim, ist daher im Winter oft mit eisglatten Straßen zu rechnen, da hier sehr wechselhafte Witterungsbedingungen (Eisregen, Schneefall, Kälte) vorherrschen. In den östlichen Teilen Norwegens muss du dich hingegen meistens auf eine festgefahrene Schneedecke einrichten. Man kommt dadurch generell nur langsam voran und sollte entsprechend viel Zeit für seine Strecke einplanen.

Die Reifen

Es versteht sich von selbst, dass man diese Wintertouren nur mit einem wintertauglichen Fahrzeug und guten Winterreifen unternehmen sollte. Letztere sind ohnehin vorgeschrieben – alles andere wäre auch leichtsinnig. Für den Notfall haben wir im Winter zusätzliche Hilfsmittel wie Schneeketten, Decken und Spaten an Bord, die wir bisher aber noch nicht einsetzen mussten. Schneeketten sind für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen in den meisten skandinavischen Ländern laut Vorschrift ohnehin mitzuführen. Lies als Vorbereitung am besten unseren Ratgeber: Montage, Kauf und Anbieter: Alle Infos zu Schneeketten fürs Wohnmobil

Spätestens nördlich des Polarkreises solltest du versuchen, Spike-Reifen einzusetzen. Für die Einheimischen ist es dort gängige Praxis, im Winter mit Spikes zu fahren. Du kannst als Tourist dabei entweder auf spezielle Schneeketten mit Spikes zurückgreifen (in Deutschland erhältlich) oder es wie einige erfahrene „Nordland-Fahrer“ machen: Du kaufst dir entsprechende Reifen in Norwegen oder Schweden, lagerst diese dort bei einem Reifenservice deiner Wahl ein und lässt sie dir bei jeder Tour in den Norden Skandinaviens aufziehen. Auf der Rückfahrt nach Deutschland wird dann „zurückgetauscht“. Das ist nicht ganz billig, aber sicher und effektiv. Diese Variante ist aber wirklich nur bei regelmäßigen und längeren Wintertouren durch Skandinavien sinnvoll.

Campingplätze im Winter

Im Winter solltest du besonders bei extremen Minusgraden einen der lokalen Campingplätze nutzen. Viele davon sind in Skandinavien auch im Winter geöffnet und auf diese Bedingungen eingestellt. So findest du etwa auch beheizte Trinkwasseranschlüsse, Trockenräume und weitere Angebote, die einen Aufenthalt im Winter vereinfachen. Wir versuchen im Winter generell Campingplätze und Campinganlagen zu nutzen. Damit sind wir von den Systemen im Fahrzeug weitestgehend unabhängig und im Fall extremer Wettersituationen auch nicht auf uns gestellt. Viele einheimische Dauercamper sind auch zu dieser Zeit in ihren Wohnwagen und Wohnzelten und sind wertvolle Nachbarn beim Wintercamping. So ist der Aufenthalt auf einem Campingplatz immer eine prima Gelegenheit, um Menschen aus der Region kennenzulernen und Tipps für Ausflüge in der Umgebung, Aktivitäten in den schönsten Wintersportgebieten und die weitere Routenplanung aus erster Hand zu erhalten.

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Campingplatz finden

Generell solltest du dich immer vorab auf dem Campingplatz anmelden, damit der Betreiber die Zufahrt und deinen Stellplatz räumen kann. Eine kurze Mail an den Betreiber reicht in der Regel aus. Auch wenn du dir nicht sicher bist, ob der Campingplatz geöffnet ist, kannst du das über eine Mail an den Campingplatz schnell klären.

Die Isolierung des Wohnmobils

Die Isolation des Fahrzeuges ist bei möglichen Temperaturen von minus zwanzig Grad und mehr fast existentiell. Gerade Kastenwagen sind in der Regel nur bedingt für diese extremen Bedingungen ausgelegt. Generell sind aber auch die meisten Wohnmobile nicht durchgängig und ausreichend für Temperaturen unter dem Gefrierpunkt ausgelegt. Dennoch kann man mit wenigen Handgriffen viel erreichen. Insofern geht es zumeist nicht ohne zusätzliche isolierende Maßnahmen und Hilfsmittel. Du solltest vorab schauen, wo beim eigenen Fahrzeug entsprechende Kältebrücken vorhanden sind und welche baulichen Besonderheiten du berücksichtigen musst. Grundsätzlich solltest du die Fenster im und am Fahrerhaus mit Thermomatten von innen oder außen dämmen, sobald du deinen Stellplatz erreicht hast.

Ratgeber: Wohnmobil-Dämmung

Die Fenster im Wohnbereich kannst du bei extremen Kältegraden mit eingeklemmten Styropor-Platten zwischen den Kunststoffscheiben und dem Rollo dämmen. Zusätzlich haben wir uns Vorhänge aus einem dämmenden Mikrofaser-Stoff anfertigen lassen, die sich im Winter problemlos anstatt der Fliegenschutz-Vorhänge an der Tür anbringen lassen. Nach den Erfahrungen unserer ersten Wintertour haben wir uns zudem im Sitzbereich einen gut isolierten Teppich anfertigen lassen, da es dort oftmals sehr fußkalt war. Weiterhin sollte man zwischen den Lattenrost und die Matratze eine warme Decke aus Naturfasern legen, um sich vor der kalten Luft aus der Heckgarage zu schützen.

Wasser und Heizung im Wohnmobil

Kurz und gut: Auf unseren Wintertouren nutzen wir nur die Toilettenspülung, um sowohl unnötige als auch nicht kalkulierbare Risiken zu vermeiden. Dort fügen wir dem Spülwasser im Tank ein handelsübliches Frostschutz-Konzentrat zu, wie es auch für die Scheibenwaschanlage genutzt wird. Damit kann dort nichts einfrieren.

Alle anderen wasserführenden Systeme sollten bei einer Wintertour entleert und entlüftet sein, als wäre das Fahrzeug ganz regulär winterfest gemacht. Stattdessen solltest du die Küchen und Bäder auf den Campingplätzen nutzen. Es ist einfach zu riskant, am Tag das Fahrzeug zu verlassen und nicht zu wissen, ob die Heizung in jedem Fall anspringt, wenn die Innentemperaturen unter null Grad sinken. Die Folgeschäden wären extrem, wenn die Wasserleitungen einfrieren. Um auf einen kleinen Wasservorrat zurückgreifen zu können, kannst du einen Kanister mit Trinkwasser an Bord mitführen, dessen Inhalt du regelmäßig auswechselst.

Wir nutzen regulär die Dieselheizung Truma Combo D 6 an Bord, die bisher zuverlässig ihren Dienst gemacht hat. Dennoch haben wir auf den Wintertouren einen zusätzlichen elektrischen Keramiklüfter mit an Bord. Auf der einen Seite ist man damit doppelt abgesichert, falls ein Heizsystem ausfallen sollte. Andererseits schafft die Kombination aus beiden Heizungen eine gemütliche Atmosphäre, da sich die Wärme auf diese Weise anders und besser verteilt. Außerdem ist es in Skandinavien auch eine durchaus preiswerte Variante mit einer Elektroheizung zu heizen, da der Strom auf den Campingplätzen meist pauschal abgerechnet wird.

Unabhängig von den meist extremen Kältegraden solltest du öfter intensiv lüften, um die Luftfeuchtigkeit durch Kondenswasser und Wassernebel aus dem Fahrzeug zu bekommen und keine Probleme mit Schimmel zu bekommen.

Unter Berücksichtigung dieser Punkte, mit der entsprechenden Weitsicht und einer guten Vorbereitung wird die Winterwunderland-Tour ziemlich sicher eine tolle Erfahrung. Und wenn dann die Nordlichter am Himmel tanzen, vergisst du die Temperaturen um dich herum ohnehin.

Author: Conny und Sirko
Conny und Sirko betreiben den Nordlandblog, auf dem sie von ihren Reiseerfahrungen im Norden berichten.