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Reise an der Côte dAzur: Camping auf den Spuren der Belle Classe

Wer an die Côte d'Azur denkt, denkt an türkisblaues Meer, mediterrane Architektur, prall gefüllte Yachthäfen, im Wind wehende Palmen und natürlich die typisch französische "Joie de vivre". Wir verraten dir, was Frankreichs Traumküste noch zu bieten hat, ohne dabei den obligatorischen Glamourfaktor aus den Augen zu verlieren. Gesellen sich dann noch ein paar außergewöhnliche Campingplätze dazu, steht dein nächstes Reiseziel so gut wie fest. Also los geht’s.

Du startest im Südwesten Deutschlands und hast sogleich die Qual der Wahl. Möchtest du unterwegs noch ein paar internationale Zwischenstopps einlegen, fährst du am besten über Zürich, Mailand und Genua nach Menton. Alternativ bietet sich die französische Route über Lyon und Marseille bis Toulon am westlichen Ende der Côte d'Azur an. Wir starten an der italienischen Grenze und freuen uns beim Rückweg über die Alternativroute.

Camping an der Côte d'Azur

Glücksspiel und Altstadtgassen an der östlichen Côte d'Azur

Angekommen in Menton, im äußersten Südosten Frankreichs, begrüßt dich die Altstadt gleich mit farbenprächtigen Häuschen und einem beschaulichen Yachthafen vor der spektakulären Kulisse der Seealpen. Hier kannst du entspannt durch die Gassen schlendern und dich in Gartenanlagen von Wasserspielen verzaubern lassen.

Weiter geht es in den für seine Formel-1-Rennen und die Liebe zum Glücksspiel bekannten Ministaat Monaco. Die vielen in den Berghang geschlagenen Tunnel und unterirdischen Parkplätze können bei Autofahrern schon mal für Verwirrung sorgen. Zudem ist das Fürstentum nicht unbedingt für größere Camper ausgelegt. Deshalb solltest du besser im Voraus überlegen, ob du diesen nicht lieber außerhalb abstellst und dich mit dem öffentlichen Verkehr auf den Weg machst.

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Hast du endlich einen Parkplatz gefunden und dir die Schweißperlen abgewischt, sorgt das öffentliche Freibad Stade Nautique Rainier III direkt am Yachthafen für Erfrischung. Wer lieber gleich auf Erkundungstour gehen möchte, erklimmt die Stufen Richtung Altstadt. In spektakulärer Lage auf einem Hügel thronen Fürstenpalast und lauschige Pflastersteingassen über der restlichen Stadt. Hier befindet sich zudem das Ozeanographische Museum, das weltweit bekannt ist. Nach dem Sonnenuntergang, der die Felsen von hier oben in besonders romantisches Licht taucht, ist es Zeit für eine Runde Roulette in den berühmtesten Casinos Europas.

Klassische Mittelmeerperlen Nizza, Antibes und Cannes

Am nächsten Morgen geht es weiter ins schillernde Nizza mit der berühmten Promenade des Anglais und seiner barocken Altstadt. Neben dem roten Place Massena und dem gelben Place Garibaldi bieten sich Kunstmuseen als Ausflugsziel an, die unter anderem mit Bildern von Matisse und Chagall aufwarten. Noch nicht überzeugt von diesen Aussichten? Dann nichts wie hoch zum Château de l'Anglais, von wo aus du den Blick über das Mittelmeer schweifen lassen kannst.

Weiter geht es nach Antibes, doch vorher sollten Kunstliebhaber einen kurzen Zwischenstopp in Saint-Paul-de-Vence einplanen. Der Geburtsort von Chagall liegt auf einem Hügel im Landesinneren und begeistert mit einer autofreien Altstadt und hochklassigen Kunsthändlern. In Antibes warten auf dich enge Gassen, imposante Stadtmauern und kleine Cafés, während du auf Wochen- und Flohmärkten alles von selbstgemachter Marmelade bis zu alten Ölgemälden erwerben kannst. Ein versteckter Strand zwischen Yachthafen und den Mauern des Fort Carré lädt zur Entspannung ein. Kulturell Interessierte setzen das Picasso-Museum auf den Reiseplan.

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Und schon bist du in Cannes. Der Badeort gelangte ab den 1940ern vor allem durch seine jährlich stattfindenden Filmfestspiele zu Weltruhm. Die einen lieben sie, die anderen meiden die Stadt wie die Pest. Wir empfehlen es den Filmstars aus Hollywood gleich zu tun – und über die palmengesäumte Promenade de la Croisette zu flanieren, vorbei an mehreren Casinos und Luxushotels.

Auf ins pittoreske Hügelland der Provence

Wir verlassen nun die Küste und fahren über Mougins ins rund 20 Kilometer entfernte Grasse. Seit dem 17. Jahrhundert hat sich die Stadt als Hochburg blumiger Parfums etabliert. Auch heute noch steht hier alles im Zeichen wohlriechender Düfte und so gehören das internationale Museum der Parfümerie und das Galimard, die älteste Parfümerie in Grasse und drittältester Parfümeriebetrieb der Welt, weiterhin zu den Hauptattraktionen. Wer Anfang August anreist, kann sich außerdem auf das Jasmin-Fest freuen, mit dem die Jasminblütenernte jedes Jahr eingeläutet wird.

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Fährst du weiter an der Küste entlang, triffst du nach Cannes auf die Hafenstädte Saint-Raphaël und Fréjus, die vor allem mit typischen Touristenattraktionen wie Wasser- und Freizeitparks locken. Kulturell erwähnenswert ist zudem die Kathedrale von Fréjus mit ihrem Baptisterium aus dem 5. Jahrhundert und Kreuzgang aus dem 13. Jahrhundert. Zudem bietet sich die Region perfekt als Ausgangspunkt für Wanderausflüge ins mehrere hundert Meter hohe Massif de l'Esterel an, das mit seinen purpurroten Felsen weit bis in Mittelmeer hineinragt. Falls dieses Argument noch nicht reicht: Mit dem Esterel Caravaning und dem Castel Camping Domaine de la Bergerie liegen gleich zwei ADAC-Superplätze in direkten Umgebung.

Camping in der Provence

Alternativ bietet sich eine Erkungstour auf der D562 an. Hier fährst du einmal quer durchs provenzalische Hinterland und trifft unterwegs auf malerische Dörfer wie Montauroux, Tourrettes, Draguignan und Les Arcs sur Argens, bevor in Saint-Tropez wieder salzige Meeresluft die Lungen füllt. Auf luxuriöse Campingplätze musst du auf dieser Strecke zwar zwischenzeitlich verzichten, wird dann aber knapp 9 Kilometer südlich von Saint-Tropez mit dem Yelloh! Village Les Tournels ganz besonders verwöhnt.

Saint-Tropez – das Urlaubsziel des internationalen Jetset

Seit die High Society das idyllische Örtchen mit dem Heiligen Torpes im Namen in den 1950er Jahren für sich entdeckte, geben sich hier die Schönen und Reichen die Klinke in die Hand. Während damals Hollywood-Größen wie Audrey Hepburn, Sophia Loren und Brigitte Bardot zum Sonnenbaden an die Côte d'Azur kamen, pilgern heute Stars wie Beyoncé und Gwen Stefani in die kleine Hafenstadt mit weniger als 5.000 Einwohnern.

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Neben dem selbstverständlich äußerst üppig ausgestatteten Yachthafen zieht es die meisten Besucher an die Bai de Pampelonne, den mit 4,5 Kilometer längsten Sandstrand der Côte d'Azur. Hier kannst du dir in den berühmten Strandclubs "Tahiti Plage", "Club 55" oder "Nikki Beach" ganz unauffällig unter die Celebrities mischen. Wer es klassischer mag, besucht die Zitadelle oder das Museum für Seefahrtsgeschichte.

Zurück in den Joballtag oder doch lieber in die Verlängerung?

Jetzt musst du dich entscheiden: Begibst du dich von hier direkt in den Parc naturel régional du Verdon und anschließend auf den Nachhauseweg oder hast du noch ein paar Tage Zeit, um den äußersten Westen der Côte d'Azur kennenzulernen? In der pittoresken Bucht von Le Lavandou glitzert das azurblaue Meer besonders verführerisch. Im Sommer finden hier an mehreren Wochentagen Märkte statt. Am ruhigen Sandstrand lässt sich der Sonne Südfrankreichs frönen und die vorgelagerten Inseln sind das perfekte Ziel für einen kleinen Bootsausflug.

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Etwas weiter westlich blickt Hyères, die Stadt der Palmen, auf eine mehr als 5.000-jährige Geschichte zurück, die du an den Überresten der antiken Stadt Olbia und den mittelalterlichen Befestigungsanlagen hautnah erleben kannst. Wind- und Kitesurfer kommen in der angrenzenden Bucht von Almanarre auf ihre Kosten. Und dann wäre da noch Toulon, die Großstadt 70 Kilometer südöstlich von Marseille. Vom Marinemuseum bis zur Drahtseilbahn findest du hier alles, was das erkundungswütige Urlauberherz begehrt.

Bevor es zurück nach Deutschland geht, solltest du aber in jedem Fall noch ein kurzen Abstecher in den Parc naturel régional du Verdon mit seiner berühmten türkisblauen Schlucht einlegen – ein Paradies für Wanderer, Kletterer und Bootsfahrer gleichermaßen.

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Au revoir, bis zum nächsten Mal!

Artikel von Corinne Hilbert

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