Mellerud Vaenernsee

Auf der Königsstraße quer durch Skandinavien

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Die Königsstraße ist eine bedeutende Verkehrsverbindung zwischen der alten Hansestadt Bergen im norwegischen Fjordland und der finnischen Hauptstadt Helsinki – und eine herrliche Route für einen Roadtrip.  Im Mittelalter nutzten Könige und Kaufleute diese Verbindung. Heute entdecken Camper auf der Straße die skandinavischen Länder Norwegen, Schweden und Finnland mitsamt ihren pulsierenden Hauptstädten. Bei dieser abwechslungsreichen Route stehen neben den Städten insbesondere die herrlichen Landschaften Skandinaviens im Vordergrund. Fjorde, Fjelle, Gebirge, der riesige Vänernsee, Wald- und Seenlandschaften und schließlich die reizvolle Schärenküste bieten jeden Tag neue Eindrücke. Glücklicherweise stehen auf der Tour viele naturnahe Campingplätze und vermehrt Stellplätze für Camper bereit.  

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Mit der Fähre von Fjord Line geht es vom dänischen Hirtshals nach Norwegen. Der letzte Abschnitt führt an der atemberaubenden Küste Westnorwegens, dem sogenannten Fjordland entlang. In Bergen fährt man nun neugierig von der Fähre und sollte zunächst der interessanten Stadt seine Aufmerksamkeit schenken.

Bergen Bryggen
Bergen Bryggen - © Thomas Kliem

Start in der Hansestadt Bergen

Die altehrwürdige Hansestadt Bergen ist mit rund 280.000 Einwohnern nach Oslo die zweitgrößte Stadt Norwegens und hat jede Menge zu bieten. Eingebettet in eine inselreiche Küstenlandschaft und umgeben von hohen Bergen trumpft die Hafenstadt mit einer prächtigen Altstadt auf. Über die Stadtgrenzen hinaus sind der Fischmarkt, die schiefen Holzhäuser Bryggen, der aussichtsreiche Hausberg Fløyen und viele lehrreiche Museum, darunter das bekannte Aquarium, bekannt. Berühmtester Sohn der Stadt ist der Komponist Edward Grieg, auf dessen Spurensuche man sich in Bergen begeben kann. Mit etwas Glück erlebt man die Stadt, die zu den regenreichsten Städten Europas zählt, bei herrlichem Sonnenschein.

Gol Stabkirche
Gol Stabkirche - © Thomas Kliem

Fahrt durch grandiose Landschaften nach Oslo

Tief beeindruckt verlässt man Bergen in östlicher Richtung. Die Route führt an dem großen Hardangerfjord vorbei. Von der Straße lässt man den Blick über die Obstplantagen schweifen. Hier prägen Apfelbäume und alte Holzhäuser das Bild. Nette Campingplätze bieten sich zu einer Übernachtung an. Man verlässt den langen Hardangerfjord und fährt hinauf auf die riesige Hochfläche Hardangervidda, die sich durchschnittlich auf einer Höhe von 1100 Metern erstreckt. In diesem Fjell kann man herrlich Wandern. Große Teile wurden unter Naturschutz gestellt und so lockt der Hardangervidda-Nationalpark zahlreiche Wanderer und Naturliebhaber an. Ein Stopp bietet sich im weiteren Verlauf in dem Fremdenverkehrsort Geilo an. Hier haben sich Sommer- und Wintertourismus etabliert. Empfehlenswert ist die Übernachtung auf dem Campingplatz Øen Turistsenter. Auf der Etappe von Geilo nach Oslo sollte man sich in aller Ruhe die Stabkirchen in Torpo und Gol anschauen, bevor es in Oslo wieder lebendiger wird.

Die neue Oper in Oslo
Die neue Oper in Oslo - © Thomas Kliem

Zeit für Oslo einplanen

Die norwegische Hauptstadt bietet zwei Campingplätze und einen Stellplatz. Von diesen Basislagern ausgehend, kann man die lebendige Metropole hautnah erleben. Durch den Bau von ultramodernen Bauwerken wie der Neuen Oper, dem Munch-Museum oder den kultigen Vierteln Tjuvholmen oder Sørenga hat sich das Gesicht der Stadt in den letzten Jahren stark verändert. Dazu tragen auch die vielen Elektroautos im Stadtkern bei. Auf der langen Liste der Attraktionen stehen die Schanze auf dem Holmenkollen, das Wikingerschiffsmuseum, die Museumsinsel Bygdøy und natürlich das Zentrum mit stolzen Bauwerken wie dem prächtigen Schloss, der Universität und dem  ehrwürdigen Nationaltheater. Ein Muss ist ein Spaziergang im Frognerpark mit den Vigeland-Anlagen, in dem sich rund 200 Skulpturen verteilen.

Holzhausviertel Wadköping
Holzhausviertel und Freilichtmuseum Wadköping - © Thomas Kliem

Quer durch Schweden nach Stockholm

Nach einer kurzen Etappe verlässt man Norwegen und fährt durch die idyllische Provinz Dalsland. Wälder, unzählige Seen und der legendäre Dalsland-Kanal prägen diese Region. Die vielen naturnahen Campingplätze sind hier der beste Ausgangspunkt für eine unvergessliche Kanutour. Die weitere Route führt am Nordufer des riesigen Vänernsees entlang. Mit einer Fläche von rund 5600 km² ist er immerhin zehnmal größer als der Bodensee. Lohnenswert ist auch ein Besuch von Karlstad bevor man mit Örebro eine weitere attraktive Stadt unter die Lupe nimmt. Hier sollte man das stattliche Schloss und das Holzhausviertel Wadköping besichtigen, das sich als ansprechendes Freilichtmuseum präsentiert.

Stockholm Riddarholmen
Stockholm Riddarholmen - © Thomas Kliem

Die weitere Etappe führt zwischen den großen Seen Hjälmaren und Mälaren entlang. In dem beschaulichen Städtchen Mariefred lohnt sich ein Blick in das bekannte Schloss Gripsholm. Am östlichen Ende des buchten- und inselreichen Mälaren, im Übergangsgebiet zur Ostsee, hat sich die Stadt Stockholm auf immerhin 14 Inseln und dem Festland ausgebreitet. Östlich von Stockholm erstreckt sich der fantastische Schärengarten mit rund 24.000 Eilanden. Viele Ausflugsschiffe legen in der Altstadt ab und durchqueren dieses Labyrinth aus großen und kleinen Inseln.

Bredaeng Camping bei Stockholm aus der Vogelperspektive
Unsere Campingplatz Empfehlung für den Aufenthalt in Stockholm: Bredäng Camping - © Bredäng Camping Stockholm

Königliches Stockholm

Zu den Highlights der schwedischen Hauptstadt zählt neben dem Schiffsausflug insbesondere ein Stadtrundgang oder vielmehr eine Stadtrundfahrt mit dem Fahrrad. Im Herzen der Stadt erstreckt sich die Altstadt auf der Insel Gamla Stan. Abseits des wuchtigen Schlosses kann man kleine Gassen entdecken. Danach geht es zum Vasa-Museum mit dem Regalschiff Vasa, das 333 Jahre nach dem Kentern geborgen und anschließend restauriert wurde. In der Nähe befindet sich das Freilichtmuseum Skansen, in dem man endlich einen Elch sieht. Da Stockholm so viel zu bieten hat, sollte man auf dem Stellplatz „Långholmens Husbilcamping“ oder auf dem Campingplatz „Bredäng Camping“ für mehrere Nächte einchecken.

Über die Ostsee nach Finnland

Mit der Fähre verlässt man Stockholm und wird samt Reisemobil über die Ostsee geschippert. Die Fähre legt in der finnischen Hafenstadt Turku an, wo direkt eine Stadtbesichtigung ansteht. Turku ist die älteste Stadt Finnlands und wurde bereits 1229 gegründet. Aufgrund eines verheerenden Stadtbrandes fehlt es an alter Bausubstanz – dennoch gibt es einiges zu entdecken. Sehenswert sind etwa die mächtige mittelalterliche Burg, der Dom und das lehrreiche Schifffahrtsmuseum Forum Marinum.

Der Dom in Helsinki
Der Dom in Helsinki - © Thomas Kliem

Die letzte Etappe führt über den netten Küstenort Ekenäs nach Helsinki. Wie bei den bisherigen Hauptstädten sollte man auch für Helsinki ausreichend Zeit einplanen. Das Herz der Stadt schlägt rund um den großen Senatsplatz über dem sich der weiße, imposante Dom erhebt. Nur wenige Schritte sind es zu weiteren Highlights wie dem grünen Esplanadepark mit einladender Gastronomie, dem Hafen mit der Markthalle von 1888 oder dem „schwimmenden Freibad“. Beim Rundgang wird man sicherlich staunend vor hypermodernen und progressiven Bauwerken wie dem KIASMA (Finnlands Nationalgalerie) oder der Finlandia-Halle stehen.

Der Senatsplatz in Helsinki
Der Senatsplatz in Helsinki - © Thomas Kliem

Am Hafen starten die Ausflugsschiffe und so sollte man noch einen Ausflug in den Schärengarten unternehmen oder sich zur Museumsinsel Suomenlinna befördern lassen. Sie wurde in die UNESCO-Weltkulturerbeliste aufgenommen und bietet erholsame Badestrände. Hier klingt die abwechslungsreiche quer durch den Norden Europas aus, bevor man Helsinki mit der Fähre Richtung Deutschland verlässt.

Praktische Infos zur Tour

  • Länge der Tour: rund 1200 Kilometer (ohne Fähren)
  • Benötigte Zeit: Drei Wochen (ohne An- und Abreise)

Das sollst du nicht verpassen: In Oslo kann man über die neue, rund 9,5 Kilometer lange Hafenpromenade viele Attraktionen mit dem Rad oder zu Fuß entdecken. Gastronomie, Sportboothäfen, Badeplätze, moderne Bauwerke oder der Dreimaster Christian Radich zählen zu den Highlights der in grellem Orange markierten Promenade.

Wenn du nach der Tour noch ein bisschen Zeit hast, gibt es in Finnland noch viel mehr zu sehen. Wir zeigen dir die besten Campingplätze in Finnland:

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