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Sicherheitstipps Wohnwagen – Mit dem Wohnwagen sicher unterwegs

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Auto fahren ist eine Sache, mit dem Wohnwagen am Haken eine ganz andere. Damit du auf der Fahrt in den Urlaub nicht auf der Strecke bleibst, zeigen wir dir hier die wichtigsten Tipps, mit denen du den Wohnwagen sicher ans Ziel fährst.

Inhaltsverzeichnis

Bevor du dich mit dem Caravan ins erste Urlaubsabenteuer stürzt, solltest du einige Grundregeln beachten, da ein ein Gespann ganz andere Dimensionen und ein anderes Fahrverhalten hat, als ein herkömmlicher PKW. Allein die Länge des Gespanns macht schon einen Riesenunterschied aus.

Entscheidend ist, dass du das Verhalten des Wohnwagengespanns in Kurven, beim Rangieren und in gefährlichen Situationen genau kennst. Denn mit einem Caravan verlängert sich der Bremsweg, vor allem aber die Fahrdynamik.

Die wichtigsten Faktoren, die das beeinflussen, sind die Anhängelast des Zugfahrzeugs und die Stützlast des Wohnwagens. Falls dir das nichts sagt – lies einfach weiter. Wir erklären, was es damit auf sich hat und wie sich das auf das Fahrverhalten auswirkt.

Grundregel für Caravan-Neueinsteiger: Hohe Stützlast stabilisiert den Wohnwagen

Für jedes Zugfahrzeug gibt der Hersteller eine maximale Stützlast an. Das ist die maximale Kraft, die bei Betrieb mit Anhänger vertikal auf die Kugel der Anhängerkupplung wirken darf (meistens 75 kg). Auch der Wohnwagenhersteller gibt für seinen Anhänger eine maximale Stützlast an, die meistens 100 kg beträgt.

Im Fahrbetrieb ist meistens der Zugwagen, also der PKW, der limitierende Faktor für die maximal ausnutzbare Stützlast. Die maximal zulässige Stützlast wird von dem kleineren Wert bestimmt. Dieser sollte aber möglichst voll ausgenutzt werden, da eine hohe Stützlast der Gespannstabilität dienlich ist. Mit anderen Worten: Je höher die Stützlast, desto geringer ist die Neigung des Wohnwagens zum Pendeln. Bei „Tempo 100 Wohnwagen“ sollte sogar die höchstmögliche Stützlast ausgenutzt werden.

Um die um die optimale Stützlast zu erreichen, muss man den Wohnwagen richtig beladen. Damit wird erreicht, dass die richtige Last auf die Anhängerkupplung des Zugfahrzeuges drückt. Ergebnis: Der Wohnwagen folgt dem Zugfahrzeug ruhiger. Er liegt besser auf der Straße, lässt sich besser manövrieren und neigt auch weniger zum Aufschaukeln.

Hier weiterlesen: Wohnmobil richtig beladen – Einfacher Check für dein Wohnmobil

Stützlast des Zugwagens ermitteln: 3 Beispiele aus der Praxis

In welchen Fällen darf der Wohnwagen wegen der Stützlast, die ja dem Pkw zugerechnet wird, mehr beladen werden?

Beispiel 1: Zulässiges Gesamtgewicht (zGG) des Wohnwagens kleiner als die zulässige Anhängelast des Zugwagens
zGG des Wohnwagens = 1.100 kg, zulässige Anhängelast = 1.200 kg.

  • Das tatsächliche Gewicht des Wohnwagens darf max. 1.100 kg betragen. Er darf nicht um die Stützlast höher belastet werden, da sein zGG 1.100 kg beträgt und dieses nicht überschritten werden darf.

Beispiel 2: zGG des Wohnwagens genauso groß wie die zulässige Anhängelast des Zugwagens
zGG des Wohnwagens = 1.200 kg, zulässige Anhängelast = 1.200 kg.

  • Das tatsächliche Gewicht des Wohnwagens darf max. 1.200 kg betragen. Er darf nicht um die Stützlast höher belastet werden, da sein zGG 1.200 kg beträgt und dieses nicht überschritten werden darf.

Beispiel 3: zGG des Wohnwagens größer als die zulässige Anhängelast des Zugwagens
zGG des Wohnwagens = 1.300 kg, zulässige Anhängelast = 1.200 kg, zulässige Stützlast 75 kg.

  • Das tatsächliche Gewicht des Wohnwagens darf max. 1.275 kg betragen. Er darf um die Stützlast höher belastet werden, da sein zGG 1.300 kg beträgt und dieses nicht überschritten wird. Dieses ist also die einzige Konstellation, bei der der Wohnwagen um den Wert der Stützlast schwerer sein darf als die Anhängelast vorgibt.

Checkliste: Die besten Tipps für den Urlaub mit dem Wohnwagen

Damit die Fahrt mit dem Wohnwagengespann keine unangenehmen Überraschungen birgt, hat der ADAC ein paar Tipps zusammengestellt. Wenn du die folgende Checkliste beachtest, startest du sicher in den Urlaub:

  • Bei der Beladung die Last möglichst tief und gleichmäßig im Wohnwagen verteilen. Schwere Gegenstände im Bereich der Achse platzieren. Dabei zulässige Achslast sowie Gesamtgewicht nicht überschreiten.
  • Stützlast austaxieren. Maximalwert für das Zugfahrzeug bzw. den Wohnwagen, nicht überschreiten. Bei deutlicher Unterschreitung des angegebenen Wertes (meistens ca. 75 kg) nimmt die Fahrstabilität stark ab. Im Zweifelsfall mit einem Distanzholz und einer Bodenwaage die tatsächliche Stützlast im abgekoppelten Zustand messen.
  • Festen Sitz von abnehmbaren Kupplungssystemen am Zugfahrzeug prüfen.
  • Beim Ankuppeln darauf achten, dass die Kupplung korrekt einrastet und das Sicherungsseil an einer dafür vorgesehenen Öse oder am Kupplungshals eingehängt ist. Im Ausland nationale Vorschriften beachten.
  • Stützrad hinaufdrehen und sicher justieren.
  • Lichtanlage – insbesondere Rücklichter, Bremslicht und Blinker – überprüfen. Das elektrische Verbindungskabel zwischen Wohnwagen und Auto so anbringen, dass es auch in engen Kurven nicht zu kurz ist oder auf der Straße schleifen kann.
  • Reifendruck kontrollieren und gegebenenfalls korrigieren. Reifen auf eventuelle Schäden hin untersuchen. Reifen sollten nicht älter als 6 Jahre sein.
  • Wenn Gas während der Fahrt nicht genutzt wird, Gasflaschen zudrehen. Schläuche müssen nicht entfernt werden. Auf die nicht angeschlossene Flasche die Schutzkappe aufsetzen.
  • Luken und Fenster schließen. Regen und Wind können sonst Schäden verursachen.
  • Dach- und Fahrradträger auf sicheren Halt überprüfen.
  • Zusatzspiegel wenn notwendig benutzen, die bei gerade gezogenem Gespann einen Blick auf hinteren vertikalen Kanten des Wohnwagens ermöglichen. Das erleichtert das Rangieren, hilft aber auch bei der Orientierung in Kurven und beim Überholen auf der Autobahn (kein toter Winkel).
  • Während der Fahrt deutlich mehr Abstand halten. Mit einem Anhänger verlängert sich der Bremsweg.
    Nachfolgend weitere nützliche Praxis-Tipps für die Fahrt mit Wohnwagengespannen.

Einweiser sind eine wertvolle Fahrhilfe

Ein klassischer Anfängerfehler von Wohnwagen-Neueinsteigern: Versuchen, alles alleine hinzubekommen. Dabei muss das gar nicht sein. Einweiser und Rangierhelfer können eine Wertvolle Hilfe sein, vor allem beim Einparken und Manövrieren in engen Straßen.

Die Faustregel: Wenn du den Helfer im Spiegel siehst, sieht er dich auch. Hilfreich ist es zudem, bereits vor dem Rangieren Gesten zu vereinbaren, mit denen du dich mit deinem Fahrhelfer verständigst.

So klappt rückwärtsfahren und einparken

Rückwärtsfahren ist eine Sache, die man mit dem Wohnwagengespann eigentlich gerne vermeiden will. Manchmal wirst du aber nicht drum herumkommen. Dabei spielt vor allem der Überhang eine Rolle, also der Abstand von der Hinterachse bis zur Anhängerkupplung.

Viele PKW haben einen recht kurzen Überhang, damit die Gesamtlänge des Gespanns nicht zu lang wird. Das macht das Rangieren etwas schwieriger, da die Vorderachse sehr weit drehen muss, um mit der kurzen Hebelwirkung des Überhangs noch eine effektive Lenkeinwirkung auf den Wohnwagen zu erzielen.

Fahrzeuge mit einem längeren Überhang erfordern stattdessen geringere Lenkimpulse, dafür haben sie aber auch einen wesentlich geringeren Komfort bei der Federung. Das Fahrzeug überträgt deutlich mehr Nickbewegungen durch die Auflage der Stützlast.

Bevor du mit dem Wohnwagengespann einparkst oder bei engen Straßen rückwärts einfährst, solltest du zunächst austeigen und dir einen Überblick über die Lage verschaffen, etwa über mögliche Hindernisse. Zieh am besten immer einen Helfer/Einweiser zu Rate, um etwaige Probleme zu vermeiden.

Beachte vor allem, dass sich der Wohnwagen in die entgegengesetzte Richtung bewegt, die du mit dem Lenkrad vorgibst. Wenn du nach rechts lenkst, rollt er nach links und umgekehrt. Um das Manövrieren zu üben, empfehlen sich große Parkplätze, etwa vor dem Supermarkt.

Was tun bei einem Unfall?

Ein Unfall mit dem Wohnwagen ist sicherlich der Alptraum jeden Fahrzeugbesitzers. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wie man sich im schlimmsten Fall richtig verhält. Wenn du auf der Straße in einen Unfall verwickelt wirst, solltest du die folgenden Schritte am Unfallort ausführen:

  • Warnblinkanlage einschalten.
  • Falls möglich, das Gespann an den Straßenrand manövrieren.
  • Die Warnweste noch im Fahrzeug überziehen und darauf achten, wo das andere Fahrzeug anhält, welches am Unfall beteiligt war.
  • Wenn das Auto nicht anhält, auf das Kennzeichen, Autotyp und Farbe achten, einprägen und bestenfalls direkt notieren.
  • Unfallstelle absichern und Warndreieck mindestens 150 hinter dem Fahrzeug aufstellen, um andere Verkehrsteilnehmer vor der Unfallstelle zu warnen.
  • Bei engen Kurven musst du beidseitig sichern. In in manchen Ländern ist das Mitführen zweier Warndreiecke daher Vorschrift.
  • Unfall einschätzen: Ist nur ein Blechschaden vorhanden oder sind Personen verletzt? Ist das Fahrzeug noch verkehrstüchtig?
  • Wenn nötig, Erste Hilfe leisten.
  • Falls kein Personenschaden vorliegt, reicht es die Polizei unter der Rufnummer 110 zu benachrichtigen. Notiere wenn möglich, die Adressen von Zeugen und fertige ein Unfallprotokoll an.
  • Bei Verletzten oder unklarer Lage, solltest du den Rettungsdienst unter der Rufnummer 112 rufen.

Führerschein nach 1998 gemacht? Führerscheinerweiterung nötig!

Junge Einsteiger, die ihren Wohnwagen ziehen wollen, müssen grundsätzlich beachten, wie schwer das Gespann aus Pkw und Caravan ist und wann sie ihren Führerschein gemacht haben. Hierzu gilt: Hast du deinen B-Führerschein nach 1998 gemacht? Dann darfst du Gespanne, die eine zulässige Gesamtmasse von 3,5 Tonnen überschreiten, nicht ziehen! Der B96 ist eine Erweiterung zum B-Führerschein und ermöglicht das Führen von Wohnwagengespannen, deren Gesamtmasse bis zu 4,25 Tonnen betragen darf.

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Vertrauen ist gut, Fahrsicherheitstraining ist besser

Neulingen unter den Wohnwagenfahrern empfiehlt der ADAC ein Fahrsicherheitstraining, damit die erste Fahrt mit dem Caravan gefahrlos beginnen kann. Dort werden unter anderem richtiges Ankuppeln, punktgenaues Rangieren und sicheres Kurvenfahren, Ausweichen und Bremsen geübt.

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