Wohnwagen auf dem Campingplatz am See

Wassertank im Wohnmobil: Darauf musst du achten

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Ein Wassertank ist beim Campingurlaub mit Wohnmobil oder Wohnwagen meist nicht wegzudenken. Der Tank versorgt dich mit sauberem Wasser zum Spülen, Waschen und Kochen und zählt zu den wichtigsten Komponenten im Fahrzeug. In diesem Artikel erfährst du, wie groß der Wassertank sein sollte, welche Arten von Tanks es gibt und was du beim Einbau und Reinigen beachten musst.

Inhaltsverzeichnis

Campingurlaub mit dem Wohnmobil bedeutet Freiheit und Unabhängigkeit, allerdings gibt es auch Grenzen. Zu den wichtigsten Punkten zählt die Versorgung mit frischem Wasser. Nur wenn diese sichergestellt ist, kannst du kochen, spülen, dir die Hände waschen und duschen. Mit anderen Worten: Nur mit Wasser fühlt sich dein Wohnmobil wirklich wie ein Zuhause an.  Genau deshalb verfügen viele Wohnmobile auch über einen eingebauten Wassertank.

Gerade für Campingeinsteiger stellen sich aber viele Fragen: Wie groß muss der Wassertank sein? Kann man einen Tank nachrüsten? Gibt es Alternativen zum eingebauten Wassertank? Worauf muss man bei der Reinigung des Wassertanks achten? Und kann mam eigentlich das Frischwasser aus dem Wassertank bedenkenlos trinken? Genau das und noch viel mehr möchten wir im folgenden Artikel klären!

Wasserversorgung im Wohnmobil: So funktioniert’s

Die Wasserversorgung im Wohnmobil ist ein integriertes System, das im Fahrzeug verbaut ist. Es besteht aus einem Frischwassertank, passend langen und gut sichtbaren Schläuchen und einem Abwassertank. Manche Camper installieren auch noch Auslaufventile z. B. an der Kochstelle und in der Nasszelle.

Im Prinzip funktioniert die Wasserversorgung in Wohnmobilen immer ähnlich. Der Frischwassertank sitzt an fest eingebauten Platz und wird meist von außen mit einem Schlauch oder Kanister durch den Einfüllstutzen befüllt. Eine Pumpe zieht das Wasser aus dem Tank, über Schläuche gelangt es dann zu den einzelnen Komponenten wie Küche oder der Nasszelle.

Nach dem Verbrauch fließt das Grauwasser in einen speziellen Abwassertank. Dort wird es gesammelt und kann an dafür vorgesehenen Orten (Campingplätzen oder einer Entsorgungsstation) entsorgt werden. Da die Pumpe mit Strom versorgt werden muss, gilt: Ohne Strom kein Wasser. Weitere Infos findest du hier: Bordtechnik im Campingfahrzeug – Strom, Gas, Wasser.

Wie groß muss der Wassertank im Wohnmobil sein?

Reisemobile bis 3,5 Tonnen verfügen häufig über einen Wassertank mit einem Fassungsvermögen von 50 bis 75 Litern. Wenn du sparsam bist, reicht das für ein wenig kochen und gelegentliches Händewaschen aus. Du musst den Tank dann aber regelmäßig (alle 2-3 Tage) befüllen, beispielsweise bei einer Entsorgungsstation auf einem Campingplatz.

Generell addiert sich der Wasserverbrauch beim Camping schneller als man denkt. Zwei Personen verbrauchen am Tag etwa 40 Liter Wasser. Darin eingeschlossen sind das Wasser für Kochen, Spülen, Händewaschen und Zähneputzen und das Wasser für eine eingebaute Campingtoilette. Wenn du jeden Tag duschen willst, steigt der Verbrauch auf etwa 80 Liter pro Tag.

Um nicht ständig Wasser nachfüllen zu müssen, empfiehlt sich daher ein größerer Tank. Tanks mit einem Fassungsvermögen von 60 bis 100 Litern oder sogar bis 150 Litern kannst du bei fast allen Wohnmobilen ab 3,5 Tonnen nachrüsten. Nicht selten sind sie auch schon serienmäßig vorhanden. Gerade wenn du längere Strecken fährst und autark ohne Stell- und Campingplatz unterwegs sein möchtest, solltest du die Größe entsprechend anpassen.

Wassertank im Wohnmobil: Unterflurtank vs. Überflurtank

In Wohnmobilen unterscheidet man in der Regel zwischen zwei unterschiedlichen Arten von Tanks:

  • Unterflurtanks
  • Überflurtanks

Wie der Name bereits verrät, befindet sich der Unterflurtank unter dem Fahrzeug. Dabei unbedingt auf die Verarbeitung und das Material achten! Da der Unterflurtank unter dem Fahrzeug angebracht ist, sollte er auch Steinschläge oder geringe Berührungen mit dem Straßenbelag ohne große Beschädigungen überstehen können.  Überflurtanks sind hingegen im Innenraum des Reisemobils verbaut und verringern dementsprechend den verfügbaren Platz im Innenraum.

Beide Arten von Tanks haben Vor- und Nachteile, die du bei der Entscheidungsfindung unbedingt berücksichtigen solltest.

Vorteile von Unterflurtanks

  • Unterflurtanks können in unterschiedlichen Größen am Fahrzeug verbaut werden. Die Montage von XXL-Tanks bis 100 Liter ist kein Problem für die meisten Modelle.
  • Kein zusätzlicher Stauraum innerhalb des Fahrzeugs nötig.
  • Nachfüllen und Reinigung des Tanks sind mühelos möglich.
  • Das Material ist sehr robust und beständig.

Nachteile von Unterflurtanks

  • Aufgrund der Bauweise sind Unterflurtanks anfällig für Beschädigungen. In den meisten Fällen sind Straßenunebenheiten und Steine für die Schäden verantwortlich.
  • Die Bodenfreiheit ist deutlich eingeschränkt. Das Befahren von Feldwegen oder unwegsamem Gelände sollte vermieden werden.
  • Bei nicht isolierten Tanks kann es in der kalten Jahreszeit zu Frostschäden kommen, wenn das Wasser gefriert.

Vorteile von Überflurtanks

  • Frostschäden können leichter vermieden werden.
  • Beschädigungen durch äußere Einflüsse und die Straßenbeschaffenheit fallen weg.
  • Mit einem Einfüllstutzen lassen sich auch Überflurtanks leicht befüllen.

Nachteile von Überflurtanks

  • Der größte Nachteil eines Überflurtanks ist der Raumverlust innerhalb des Wohnmobils. Je größer der Tank gewählt wird, umso größer fallen die Einschränkungen aus.
  • Daraus ergibt sich letztendlich auch eine begrenzte Größe für die Wassertanks.

Wasserstandsanzeiger als praktisches Element

Der Wasserstandsanzeiger kann für dich zu einer wertvollen Unterstützung werden, vor allem wenn der Tank an einer schwer zugänglichen Stelle im Fahrzeug verbaut ist. Wie bei der Tankanzeige lässt sich ein ähnliches System auch beim Wassertank integrieren. Gerade bei Unterflurtanks wird das mühsame Checken des aktuellen Wasserstandes so vermieden.

Alternative zum eingebauten Wassertank: Wasserkanister

Gerade bei kleineren Campingfahrzeugen mit wenig Platz im Innenraum ist der Einbau eines großen Wassertanks oft keine Option. Um trotzdem nicht auf dem Trockenen zu sitzen, behelfen sich viele Camper mit Wasserkanistern. Mit etwas handwerklichem Geschick lassen sich auch Wasserkanister mit einer Pumpe in die Wasserversorgung integrieren. Alternativ benutzt du Faltkanister, Weithalskanister oder andere Wasserbehälter als Ergänzung zum eingebauten Wassertank.

Kann man einen Wassertank im Wohnmobil nachrüsten?

Prinzipiell lassen sich Wasserkanister für Wohnmobile auch nachrüsten oder austauschen, wenn ein neuer Tank benötigt wird. Hierfür solltest du zunächst prüfen, ob eine Sonderanfertigung benötigt wird. Diese bekommst du dann beim jeweiligen Hersteller. Viele Fahrzeuge verfügen jedoch über einen Tank in Universalgröße. Wichtig in diesem Zusammenhang: Der Abwassertank sollte der Größe des Frischwassertanks angepasst werden, um böse Überraschung zu vermeiden!

Weitere Fragen die du dir stellen solltest:

  • Was muss ich bei der Planung der Nachrüstung von Wassertanks bedenken?
  • Welche Entnahmestellen sehe ich vor? Wo ist ein geeigneter Platz für die Tanks (auch unter Berücksichtigung der Gewichte der gefüllten Tanks)?
  • Wie und wo kann ich einen Einfüllstutzen für den Frischwassertank einbauen?
  • Wie können die Tanks am Einbauort entwässert werden?
  • Wie kann ich die Schläuche für Zu- und Abwasser verlegen (die Zuwasserschläuche sollten so verlegt werden, dass sie inspiziert werden können).
  • Wie kann ich die elektrischen Verbindungen zwischen Stromversorgung, Pumpe und Entnahmestellen verlegen?

Reinigung des Wassertanks

Sowohl der Frischwasser- als auch der Abwassertank sollten mindestens zwei Mal pro Jahr einer gründlichen Reinigung unterzogen werden, um auch in der kommenden Saison auf sauberes Wasser zurückgreifen zu können. Neben den klassischen Kalkablagerungen, die leicht sichtbar sind, ist vor allem der sogenannte Biofilm ein Ärgernis. Er bietet gesundheitsgefährdenden Bakterien die perfekte Grundlage zur Vermehrung.

So prüfst du Verunreinigungen beim Frischwasser- und Abwassertank

Um zu prüfen, ob das Wasser noch verwendbar ist, kannst du die folgenden Tests benutzen:

  • Schleimtest: Im Frischwassertank kannst du ohne Bedenken prüfen, wie der Zustand der Wände ist. Bei sehr glatten Oberflächen ist eine Reinigung nicht zwingend notwendig. Sollte sich jedoch eine schleimige Schicht bilden, ist die Säuberung auf jeden Fall ratsam. Danach ist eine Desinfektion des Tanks zu empfehlen.
  • Verkalkung: Vollkommen gegenteilig fühlt sich ein verkalkter Tank an. Die Oberflächen sind rau und bröselig. Für solche Fälle gibt es Entkalker in jedem Drogeriemarkt und Haushaltswarenladen.
  • Schmutz in den Schläuchen: Werden beim Wassertank-System transparente Schläuche verwendet, lassen sich Verschmutzungen oder gar Verstopfungen relativ einfach erkennen. In diesem Fall sollten die Schläuche gereinigt werden, um die Überreste zu entfernen.

Tipp für das Wassersystem: Je häufiger ein System in Benutzung ist, umso geringer fallen durch den konstanten Zufluss von Frischwasser die Verschmutzungen aus. Eine häufig praktizierte Option zur Reinigung ist die Zugabe von Silberionen, die das Wachstum von Pilzen oder Keimen deutlich einschränken. Silberionen kannst du als Tabletten beziehungsweise in flüssiger Form zu erwerben. Sie gelten für den Menschen als harmlos, sind aber nicht ganz unumstritten. Eine weitere Möglichkeit ist die Reinigung mit Chlordioxid.

So reinigst du den Wassertank

Um beide Tanks gründlich zu reinigen, müssen sie zunächst einmal komplett entleert werden. Wer dem Biofilm richtig auf den Leib rücken möchte, greift noch vor möglichen Putz- und Reinigungsmitteln zur Bürste. Die Tanks mit ihren schwer erreichbaren Stellen sollten im ersten Schritt einmal komplett ausgebürstet und im Anschluss gründlich ausgespült werden. Dabei müssen auch der Einfüllschlauch und der Einfüllstutzen einer Reinigung unterzogen werden.

Welche Putzmittel eignen sich zur Reinigung?

Chlordioxid: Dabei handelt es sich um ein chemisches Desinfektionsmittel, das bei richtiger Dosierung Bakterien, Viren, Keime und Pilze bekämpft. Es ist deutlich effektiver als Aktivsauerstoff (Wasserstoffperoxid), lässt sich einfach dosieren und die Einwirkzeit ist je nach Hersteller relativ kurz. Diese Produkte sind zumeist in Kombination mit einem Entkalker im Handel erhältlich. Der Nachteil dieser „chemischen Keule“ ist, dass es beim Einatmen zu Allergien und Atembeschwerden beziehungsweise Hautreizungen kommen kann.

Zitronensäure: Die Zitronensäure ist ein natürliches Reinigungsmittel und auch hervorragend für Allergiker geeignet. Damit kanns du neben den Tanks auch Schläuche, Armaturen und die Wasserpumpe problemlos und gründlich reinigen.

Chlorreiniger: Manche Camper schwören auf einfachen Chlorreiniger, der eine gute Wirkung entfaltet und auch der Geruchsbildung vorbeugt. Bitte aber nicht gleichzeitig mit Säuren (Zitronensäure, Essig) mischen, weil dabei Chlorgase entstehen könnten, die für eine Reizung der Atemwege verantwortlich sind.

Gebissreiniger: Gebissreiniger entfaltet sicherlich eine gewisse Wirkung, die den Wassertanks auch nicht nachhaltig schadet. Ob die kleinen Brausetabletten allerdings wirklich gründlich reinigen und Kalkablagerungen, Rückstände und vor allem Biofilm entfernen – da haben wir unsere Zweifel. Von der oftmals empfohlenen Essigessenz ist eher abzuraten. Sie entfernt zwar zuverlässig Kalk und wirkt antibakteriell, allerdings kann sie auch Dichtungen angreifen und zu Atemwegsreizungen führen.

ADAC-Tipp: Bei der Fahrt zum Zielort möglichst wenig Frischwasser mitführen. In der Regel lässt sich der Tank auf den Camping- und Stellplätzen problemlos auffüllen.

Kann man das Wasser aus dem Wassertank trinken?

Ist das Frischwasser aus dem Wassertank auch zum Trinken geeignet? An dieser Frage scheiden sich die Geister. Generell zählt das Wasser in Deutschland zu den saubersten der Welt und wird auch regelmäßig streng kontrolliert. Wenn du den Tank regelmäßig reinigst und häufig Wasser nachfüllst, ist das Wasser hierzulande durchaus genießbar.

Viele Camper benutzen das Frischwasser dennoch nur für die allgemeine Wasserversorgung und nehmen zum Trinken Wasser aus Flaschen. Eine Alternative, um den Plastikmüll zu vermeiden, sind Wasserfilter, die du ähnlich wie beim Wasserhahn nachträglich installieren kannst.

Bei Reisen in Europa ist die Wasserqualität in der Regel recht gut. Bei Fahrten nach Süd- und Südosteuropa sollte man entsprechende Beigaben mit sich führen, um das Wasser zu desinfizieren und den Schutz vor möglichen Darmerkrankungen zu garantieren. In Ländern mit Wasserknappheit gibt es zudem oft unterschiedliche Angebote für Trink- und Brauchwasser. Die einfachste Lösung ist hier: Wasser aus der Leitung nur zum Kochen verwenden, Trinkwasser aus dem Supermarkt kaufen.

Author: Riko Wetendorf