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Nie wieder frieren: Wie du die Heizung im Wohnmobil optimierst

Es gibt nichts Schlimmeres als bei niedrigen Außentemperaturen im eigenen Fahrzeug zu frösteln. Die eingebaute Standardgebläseheizung ist oft nicht ausreichend für warme Temperaturen, wenn du dein Reisemobil regelmäßig für den Winterurlaub benutzt. Deshalb kommt das Frieren beim Camping-Urlaub im Winter leider trotzdem oft vor – und die Reisemobilisten ärgern sich über Kältenester sowie Temperaturen unterhalb der 20 Grad Celsius im Fahrzeug, obwohl die Heizung eingeschaltet ist.

Das kann mehrere Ursachen haben. Vielleicht ist die Heizungsgröße nicht für deinen Camper ausreichend. Oder das Heizungssystem passt nicht zu deinem Nutzungsprofil. Manchmal sind Warmluftausgänge der Gebläseheizung an den falschen Stellen montiert und so die Ursache für kalte Ecken. Aber keine Sorgen, mit unseren Tipps für Anwendung und Nachrüstung kannst du beruhigt in den nächsten Winterurlaub aufbrechen.

Hast du eine Gebläseheizung installiert, die über ein Medium Luft erhitzt und ins Fahrzeug verteilt, dann bist du hier richtig. Für diese Art der Heizungen gibt es nämlich ein paar kleine Optimierungen, die große Wirkung zeigen werden.

Die Heizung im Wohnmobil optimal platzieren

Zuerst einmal ist die Platzierung der Heizung wichtig. Das gilt vor allem bei Neuinstallationen. War es früher gang und gäbe, die Heizung unter dem Heckbett zu installieren, so ist man heute dazu übergegangen, den Ofen in der meist zentral stehenden Sitzgruppe zu montieren.

Das hat zwei Gründe: Zum einen wird die Warmluft über Rohre mittels Gebläse im Wohnwagen verteilt. Luft als Gas ist stärker komprimierbar als Wasser und bei einem Transport durch lange Leitungen mit vielen Ecken geht Wärme verloren. Deswegen ist es sinnvoll, die Verteilung von einem zentralen Standort mit wenig Kurven ablaufen zu lassen. Der zweite Grund: Das Heizungsgehäuse strahlt Wärme ab und die kommt gerade recht, wenn man sich gemütlich in der Sitzgruppe aufhält. Das Schlafzimmer mögen viele dagegen eher kühl und mit Frischluft durchlüftet.

Du stehst auf Schnee und Frost? Bei PiNCAMP haben wir Tipps für das Wintercamping gesammelt.

Strömungsgünstige Y-Verteiler verbessern die Wärmeleistung

Ist die Heizung im Reisemobil installiert, dann ist es natürlich sehr schwierig, den Standort zu verändern. Aber du kannst dich darauf konzentrieren, die Wärme dorthin zu leiten, wo sie fehlt. Stell dir zuerst die Frage, ob der Warmluftstrang in den Bereich, der dir zu kühl ist, irgendwo unnötige Kurven hat.

Wahre Wunder sind möglich, wenn du etwa bei den Abzweigungen die weit verbreiteten T-Stücke gegen strömungsgünstige Y-Verteiler austauschst. Viele greifen zu T-Stücken, weil sie platzsparend sind und gut hinter die Möbel passen. Dabei ist ihnen aber nicht bewusst, dass nur 30 Prozent der Warmluft durch der die Kurve gelangt, der Rest aber gerade rausströmt – und somit verloren geht. Besser eignen sich also Y-Verteiler, die zwar mehr Platz wegnehmen, aber die Wärme dort ankommen lassen, wo sie auch hin soll.

Sind die Verteilerstränge in deinem Wohnmobil sehr lang, können auch zwischengeschaltete Zusatzgebläse bei der Verteilung der Warmluft helfen. Anstatt den Strang mehrfach aufzuteilen, ist es zudem besser, die Abzweigung für den Bereich, der am weitesten von der Heizung entfernt liegt, heizungsnah einzuplanen – und das Warmluftrohr parallel und kreuzungsfrei bis zum Ausströmer zu verlegen.

Denke auch daran, dass manche Bereiche gar nicht immer mit Warmluft versorgt werden müssen, zum Beispiel der Abwassertank, der nur bei Frost Wärme benötigt. Hier kannst du eine Strangsperre einbauen, die mittels einer Klappe im Rohrstück den Luftstrom in diesem Bereich blockiert. Einfach an der Schnur ziehen – und die Wärme kommt anderen Räumen zugute.

Unterdükerung anstatt lange Stranglängen im Wohnmobil

Ist die Stranglänge durch ungünstige Verlegung im Reisemobil zu lang, kann auch eine Unterdükerung helfen. Hier wird ein isoliertes Heizungsrohr, das unbedingt witterungsbeständig sein muss, unter dem Aufbauboden verlegt. Das bedeutet, dass die warme Luft nur einen kurzen und direkten Weg zurücklegen muss und die Temperaturen klettern. Ein weiterer Vorteil ist, dass durch das Verlegen nach außen Platz in Schränken und Sitztruhen frei wird. Aber Vorsicht: Bei Verzweigungen musst du wieder darauf achten, dass Y-Stücke verwendet werden. Da für das Dükerrohr zwei Löcher in den Fahrzeugboden gebohrt werden müssen und eine professionelle Abdichtung der Bodenplatte unerlässlich ist, kannst du hier einen Fachmann aus der Werkstatt zu Rate ziehen.

Möbel und Wände mit Wandbelüftern erwärmen

Meistens blasen die Luftheizungen ihre Wärme in den freien Raum, aber Möbel und Wände werden so nicht aufgeheizt, obwohl sie die Wärme viel länger speichern können. Wenn du es unangenehm findest, dass die Wand neben dem Bett sehr kalt ist, kannst du es mit einem Isothermrohr zwischen Matratze und Wand versuchen.

Die regelmäßigen Schlitze in dem Gebläse sorgen dafür, dass die warme Luft gleichmäßig rund um das Bett verteilt wird sowie die Temperaturen wohlig warm werden. Ähnlich funktionieren Wandbelüfter, die oft bei Sitzgruppen eingebaut werden. Die kurzen Kunststoff-Rohrstücke haben einen Schlitz und werden in den nahe liegenden Heizungsstrang eingesetzt. Sie sorgen dafür, dass etwas warme Luft abgezweigt wird und lässt sie an der Wand hochsteigen. Das sorgt für angenehme Wärme, weil sich die Möbel der Sitzgruppe aufheizen.

Gibt es trotz dieser Optimierungen immer noch Bereiche, die nicht erwärmt werden, hilft nur noch eine Zusatzheizung, um den Hauptofen zu unterstützen. Da hier aber neue Zuleitungen für Gas oder Diesel notwendig sind, empfehlen wir unbedingt, das der Werkstatt zu überlassen.

Fußbodenheizung sorgt für warme Füße im Wohnmobil

Immer mehr Camper erwägen, eine Fußbodenheizung für ihr Wohnmobil anzuschaffen. Wenn es sehr kalt ist, kann diese allerdings nur als Unterstützung der Hauptheizung in Frage kommen. Der Einbau ist bei diesem rein elektrischen System einfach. Die Heizfolien, -teppiche oder -matten sind als Meterware erhältlich und werden mit 48, 12 oder 230 Volt betrieben.

Weitere Tipps

Wer einige der hier aufgeführten Ideen umgesetzt hat, hat sicherlich die Heizleistung im Wohnmobil bereits optimiert. Hier noch ein paar weitere Tipps zum richtigen Heizen:

  • Achte darauf, dass die Ansaug- und Abgaslüftungen eisfrei sind
  • Überprüfe vor dem Schlafengehen, ob ausreichend Kraftstoff vorhanden ist
  • Verstelle die Luftschlitze nicht, um eine regel- und gleichmäßige Luftzirkulation zu gewährleisten
  • Lüfte regelmäßig, um Kondenswasserbildung zu verhindern
  • Denke über eine Thermohaube für das Fahrerhaus nach, die verhindert, dass Heizwärme durch die Fensterflächen verloren geht

Artikel von Claudia Ballhause

Titelfoto: © Tomasz Zajda – stock.adobe.com

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