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Camping mit Katze: Die wichtigsten Tipps

Während das Campen mit Hund durchaus gängig ist und häufig praktiziert wird, ist das Camping mit einer Katze kein einfaches Vorhaben. Die geliebten Katzen sind Gewohnheitstiere und unheimlich freiheitsliebend. Deshalb sollten Besitzer vor der Reise anhand des Charakters entscheiden, ob ein Campingurlaub mit der Katze wirklich sinnvoll ist. Ist die Entscheidung positiv ausgefallen, gilt es einerseits rechtliche Grundlagen zu beachten und andererseits die passende Ausrüstung für den Urlaub parat zu haben.

Charakter und Verhalten der Katze

Eine pauschale Bejahung ist beim Thema "Camping mit Katze" auf keinen Fall möglich, denn die Katzen reagieren sehr unterschiedlich auf Veränderungen. Ein Katze, die regelmäßig ihren Freigang hat und sich in einem gewohnten Revier bewegt, dürfte mit einem Ortswechsel auf einen Campingplatz nur sehr schwer zurechtkommen. Das Revier der Katze nun auf den Raum des Wohnmobils zu reduzieren, könnte erhebliche negative Folgen nach sich ziehen. Möglicherweise lassen sich die freiheitsliebenden Katzen jedoch an das Wohnmobil gewöhnen. Auf kleineren Reisen könnte das mobile Zuhause als eventuelles Übergangsheim akzeptiert werden. Dies könnte bedeuten, dass die Katze sich auch auf dem Campingplatz frei bewegen kann und immer wieder zum Wohnwagen zurückkehrt. Bei relativen kurzen Reisen wäre die Haltung an einer Leine mit Geschirr sicherlich eine Alternative, auch wenn der Bewegungsfreiraum deutlich eingeschränkt ist.

Erheblich einfacher könnte die Planung einer Campingreise mit Katze ausfallen, wenn das Tier ausschließlich im Wohnraum lebt. Diese Katzen können sich leichter auf die neue Umgebung einstellen, auch wenn der Raum etwas reduzierter ist. Das Alter könnte dabei entscheidend sein, denn ältere Katzen sind deutlich ausgeglichener und ruhiger. Eine junge Katze könnte in den ersten Tagen für sehr viel Unruhe im Reisemobil sorgen.

Der Platz dürfte eine tragende Rolle beim Camping mit einer Katze im Urlaub spielen. Es ist schon ein gewaltiger Unterschied, ob die Besitzer mit einem Kastenwagen oder einem geräumigen Wohnmobil mit ausreichend Rückzugsorten unterwegs sind. Ebenso ist das Verhalten des Tieres entscheidend. Nicht jede Katze mag den Aufenthalt in einer Transportbox während der Fahrt oder generell das Autofahren an sich. Dies könnte erhebliche Verhaltensstörungen nach sich ziehen, wenn der Stubentiger plötzlich über Stunden in der Box verharren muss.

Vorbereitung für das Camping mit Katze

Ebenso wie das Campen mit Hund sollte Camping mit Katzen akribisch vorbereitet sein. Im Vorfeld gilt es Erkundigungen einzuholen, ob das Halten einer Katze auf dem Campingplatz wirklich erlaubt und erwünscht ist. Dies geht nicht zwingend mit einem Verbot einher, vielmehr wollen viele Betreiber vermeiden, dass beispielsweise die Hunde auf dem Platz in Aufruhr geraten, weil plötzlich eine Katze auf dem Gelände unterwegs ist. Zu berücksichtigen sind besonders die gesetzlichen Vorschriften innerhalb der EU, die folgendes vorsehen:

  • Das Tier muss mit einem Mikrochip eindeutig zu identifizieren sein. Tiere, die vor dem Jahr 2011 geboren wurden, müssen über eine entsprechende Tätowierung verfügen.
  • Der Nachweis einer gültigen Tollwut-Impfung ist Pflicht.
  • Der EU-Heimtierausweis muss stets mitgeführt werden.

Möglicherweise können bei Reisen ins Ausland weitere Auflagen hinzukommen. Darüber informieren zumeist die Einreisebestimmungen für die jeweiligen Nationen, die auf offiziellen Internetseiten zu finden sind.

Zubehör für das Camping mit Katze

Für das Wohlbefinden der Katzen sorgt in der Summe das richtige Zubehör. Dem Katzenklo fällt dabei eine zentrale Rolle zu, schließlich ist das Tier an die Verrichtung des Geschäftes an einem bestimmten Ort gewöhnt. Hilfreich sind geschlossene Ausführungen, um eine mögliche Geruchsentwicklung und eine extreme Verteilung des Katzenstreus zu verhindern. Ist das Tier auf eine bestimmte Katzentoilette fixiert, muss diese natürlich mitgenommen werden. Diese sollte im Wohnmobil auch einen festen Platz erhalten. Die Liste an Zubehör erinnert auch stark an das Reisen mit Kind oder mit dem Hund, denn viele Utensilien sind wenig platzsparend, aber notwendig:

  • Das gewohnte Körbchen oder Schlafkissen sorgt für ruhige Momente und stellt einen passenden Rückzugsort dar.
  • Spielzeug, das die Katze zur Bewegung animiert, gehört mit in das Gepäck.
  • Die gewohnten Futternäpfe sowie die ausreichende Menge Futter sollten bereitstehen.
  • Die Transportbox für die Fahrten mit dem Wohnmobil oder dem Auto ist Pflicht.
  • Der Zeckenschutz, möglicherweise Sonnenschutz und eine umfangreiche Reiseapotheke für die Katze können eine hilfreiche Unterstützung bei kleineren Notfällen sein.
  • Eine Leine und Geschirr für das Tier, falls es sich nicht frei auf dem Campingplatz bewegen darf oder bei einer Fahrpause auf dem Parkplatz entsprechenden Auslauf braucht.
  • Katzengitter für die Türen und Fenster vom Wohnmobil verhindern einen unfreiwilligen Ausgang.

Darauf musst du auf dem Campingplatz achten

Direkt vor Ort wäre es ratsam, einen Stellplatz im Schatten zu erhalten. Einerseits wird so das Aufheizen des Reisemobiles verhindert und andererseits ergibt sich womöglich die Chance, der Katze direkt am Wohnmobil mit Hilfe einer Leine ausreichend Auslauf zu verschaffen. Für Freigänger-Katzen können am Fahrzeug auch Katzenklappen installiert werden, wenn dies gewünscht ist.

Die Besitzer müssen sich auf einem Campingplatz auf ungewohnte Situationen einstellen. Nicht alle Hunde sind mit Katzen vertraut und könnten sie womöglich attackieren oder zumindest verschrecken. Bei freilaufenden Tieren könnte es auch zu Konflikten mit Artgenossen kommen, die ihr Revier verteidigen. Zudem muss damit gerechnet werden, dass sich die Katze nur sehr schwer an die neue Umgebung gewöhnt und ein ganz anderes Verhalten als Zuhause an den Tag legt. Lethargie oder Hyperaktivität sind in diesem Zusammenhang keine Seltenheit.

Fazit: Camping mit Katze ist durchaus möglich, wenn sich das Tier auf die neuen Umstände einstellen kann. Halter sollten im Vorfeld genau abwägen, ob die Katze nicht lieber in der gewohnten Umgebung verbleibt und von Freunden oder dem Nachbarn gefüttert und gepflegt wird.

Artikel von Riko Wetendorf

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