Camping für Einsteiger

Gesetze für Wohnwagen und Wohnmobil

Die Bestimmungen für Wohnmobile und Wohnwagen sind in der Straßenverkehrsordnung (StVO) und der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) geregelt. Beide beinhalten ganze Bündel von Paragrafen. Die StVZO betrifft in erster Linie die Hersteller.

Alle zwei Jahre wieder: Vorfahren zur Hauptuntersuchung

Ein Caravan muss alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung (TÜV) nach § 29 StVZO vorgefahren werden, neue Anhänger bis 750 kg zulässigem Gesamtgewicht erstmalig nach drei Jahren. Das Wohnmobil bis 3,5 t ebenso erstmals nach drei Jahren, dann alle zwei Jahre. Wohnmobile über 3,5 t alle zwei Jahre und ab dem siebten Zulassungsjahr jährlich. Doch Achtung, das ist noch nicht alles: Die Gasanlage, die in deinem Campingfahrzeug für Herd und Heizung da ist, braucht – ebenfalls alle zwei Jahre – eine Gasprüfung (G 607) und eine Prüfbescheinigung. Diese Sicherheitsprüfung wird von autorisierten Caravan-Fachbetrieben durchgeführt, aber auch von Prüf­organisationen wie TÜV und Dekra. Wenn du einen Wohnanhänger oder ein Wohnmobil kaufst, gehört diese Bescheinigung immer dazu. Da Flüssiggas nicht ungefährlich ist, sollten die Vorschriften sorgfältig eingehalten werden.

Steuern für Wohnwagen und Wohnmobil

Einige Vorschriften der StVZO und StVO sind für Besitzer und Fahrer besonders wichtig. Zum Beispiel, dass Wohnanhänger, die auf öffentlichen Straßen bewegt werden, zugelassen sein müssen. Man muss sie also versteuern und versichern. Weil Anhänger keinen Motor-Hubraum zu versteuern haben, wird die Steuer nach der zulässigen Gesamtmasse berechnet: Alle angefangenen 200 kg kosten 7,50 Euro im Jahr. Da die Steuerlast relativ gering ausfällt, sparen sich viele Eigentümer die halbjährliche An-und Abmeldung. Wohnmobile sind als „Sonstige Kfz.-Wohnmobil“ oder „M1“-Fahrzeuge zugelassen. Sie werden nach Schadstoffklassen und nach technisch zulässiger Gesamtmasse besteuert.

Obligatorisch: Die Haftpflichtversicherung

Campingfahrzeuge müssen auch haftpflichtversichert sein. Die Versicherung für Wohnanhänger fällt wie die Steuer vergleichsweise gering aus: Die einzelnen Versicherungsgesellschaften berechnen kaum mehr als 20 Euro im Jahr. Halter eines Wohnmobils kommen natürlich nicht so günstig weg. Immerhin sorgt bei den meisten Besitzern ihr Schadenfreiheitsrabatt des Erstautos für einen Vorteil. Da die Prämien stark unterschiedlich ausfallen können, ist es sinnvoll, Angebote mehrerer Versicherungen einzuholen und zu vergleichen.

Für alle Fälle: Zusatzversicherungen

Zusätzlich zur obligatorischen Haftpflichtversicherung kannst du auch eine Teil- oder Vollkasko­versicherung abschließen. Teilkasko für den Wohnanhänger liegt z.B. bei einem Neuwert von 15.000 Euro bei ca. 180 bis 200 Euro. Für Wohnmobile liegt die Jahresprämie bei einem Neuwert von 50.000 Euro ohne Schadenfreiheitsrabatt bei ca. 250 Euro (je nach Versicherungsgesellschaft). Damit ist dein Campingfahrzeug weitgehend versichert: gegen Beschädigung, Zerstörung durch Brand oder Explosion, gegen Diebstahl, Sturm- oder Hagelschäden. Wenn du Vollkasko mit Selbstbeteiligung abschließt – das empfiehlt sich zumindest in den ersten Jahren –, genießt du auch bei selbstverschuldeten Unfällen weitgehenden Versicherungsschutz. Während es bei Teilkaskoversicherungen keinen Schadenfreiheitsrabatt gibt, ist es bei Vollkasko wie bei der Haftpflicht: Frage deinen Versicherungsansprechpartner nach der Möglichkeit, den Rabatt von deinem Erstfahrzeug zu übernehmen.

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Zollbestimmungen für Wohnwagen

Europa sei Dank: Innerhalb der Europäischen Union ist auch der langfristige Aufenthalt von Wohnwagen kein Zollvorgang mehr. Eine zeitliche Beschränkung für den Verbleib in einem anderen Land der EU besteht also nicht. Der Wohnwagen darf jedoch nicht gewerblich genutzt, sprich vermietet oder als Kiosk verwendet werden, und er darf nicht völlig immobil gemacht werden. In Nicht-EU-Ländern gibt es nach wie vor einige Einschränkungen, die den vorübergehenden zollfreien Aufenthalt von Fahrzeugen und Anhängern betreffen. Zulässig sind im Regelfall 6 Monate. In Norwegen dürfen es 12 Monate sein.

Vorsicht: Geschwindigkeitsbegrenzung

Für ein Wohnmobil gelten die gleichen Geschwindigkeitsvorschriften wie für jedes Auto – sofern die zulässige Gesamtmasse nicht mehr als 3,5 t beträgt! Ist das Wohnmobil zwischen 3,5 und 7,5 t schwer, darfst du auf deutschen Autobahnen und Kraftfahrstraßen nicht mehr als 100 km/h fahren. Wenn dein Wohnmobil 7,5 t Gewicht überschreitet, darfst du höchstens 60 km/h auf Landstraßen und 80 km/h auf Autobahnen fahren. Allerdings sind Campingfahrzeuge über 7,5 t eher ein seltener Anblick. Darum genügt für die meisten Wohnmobile ein Führerschein der Klasse B (erst über 3,5 t braucht man laut EU-Regelung den Führerschein Klasse C1).

Tempolimit für Caravan und Zeltanhänger

Mit einem Caravan oder Zeltanhänger darfst du in Deutschland nicht ­schneller als 80 km/h fahren – außer dein Gespann ist aufgrund der 9. Ausnahmeverordnung zur StVO auf 100 km/h zugelassen – außerhalb geschlossener Ortschaften musst du immer so viel Abstand zum Vordermann halten, dass ein überholendes Fahrzeug einscheren kann. Das gilt nur dann nicht, wenn es in Fahrtrichtung mehr als einen Fahrstreifen gibt. An das Überholverbotszeichen für Kfz über 3,5 t (Zeichen 277) müssen sich auch Wohnmobilfahrer halten – natürlich nur, wenn die zulässige Gesamtmasse ebenfalls mehr als 3,5 t beträgt.

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Gebündelt: Vorschriften zum Caravanbetrieb

Die Liste der Vorschriften ist lang. Deshalb haben wir einige wichtige Regeln für dich zusammengefasst:

  • Dein Zugfahrzeug muss, sobald der Anhänger dranhängt, zwei Außenspiegel haben, damit du die Heckkanten des Caravans sehen kannst
  • In deinem Wohnwagen darfst du keine Personen befördern
  • Sobald du einen einachsigen Wohnanhänger (Tandem-Achser mit weniger als 1 m Achsabstand gelten als Einachser) hast, musst du zwei Unterlegkeile mitführen. Allerdings nur dann, wenn der Anhänger mehr als 750 kg zulässiges Gesamtgewicht hat
  • Alle Anhänger, sowohl ungebremste wie auch gebremste, benötigen in den Niederlanden und in Österreich eine Sicherheitsvorkehrung oder Reißbremsvorkehrung
  • Ungebremste Anhänger müssen mit einem starken Sicherheitsseil an der Deichsel mit dem Zugfahrzeug verbunden sein
  • In der Schweiz gelten die gleichen Vorschriften wie für die Niederlande, jedoch muss auch der Fall abgesichert werden, in dem sich eine abnehmbare Anhängerkupplung vom Zugfahrzeug löst. Bei abnehmbaren Anhängerkupplungen ist der Einsatz einer Hilfskupplung am Kugelhals unzulässig, das Seil muss am Fahrzeug befestigt sein!

Caravan: Schnell zu schwer!

Bei Campingfahrzeugen gibt es oft Gewichtsprobleme. Wenn du einen Caravan ziehst, musst du folgendes beachten: Nicht jedes Auto darf jeden Caravan ziehen. Die Anhängerkupplung allein genügt nicht – es geht nach Kilo und kW. Wie viel dein Auto ziehen darf, hat der Pkw-Hersteller im Fahrzeugschein/Zulassungsbescheinigung Teil 1 eingetragen. Diese zulässige Anhängelast darf nicht überschritten werden. Aber damit ist nicht die Leermasse des Caravans gemeint. Bei einer Kontrolle wiegt die Polizei natürlich den beladenen Anhänger.

B96 – Führerschein für schwere Gespanne

Sowohl Pkw und als auch Caravans werden immer schwergewichtiger. Aufwändige Sicherheitsausstattung und verschiedene Komforteinrichtungen erzeugen eine erhebliche Last für das Gespann. Die gesetzlich vorgeschriebene Gesamtmasse von 3.500 kg ist daher schnell überschritten. Kann der Fahrzeugführer dann lediglich einen Führerschein der Klasse B vorweisen, droht ihm bei einer Kontrolle Strafanzeige! Wer seinen Führerschein nach 1998 erworben hat, muss daher genau rechnen, ob der B-Führerschein für seine Gespannkombination genügt. Seit Januar 2013 gilt der B96 als preisgünstige Erweiterung der Führerscheinklasse B. Diese ermöglicht das Fahren von Gespannkombinationen bis 4250 kg ohne den teuren BE Führerschein erwerben zu müssen. Der alte „Dreier“-Führerschein umfasste die Klasse BE schon immer.

Upgrade für die Führerscheinklasse B

Um den B96 zu erhalten, muss eine 7-stündige Schulung absolviert werden. Diese bieten viele Fahrschulen in einer Tagesschulung an. Hierfür ist keine Prüfung vorgesehen. Zudem darf die theoretische und praktische Schulung in Gruppen durchgeführt werden.

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