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Rundreise Malta: 6 Tage Küstenzauber im Mittelmeer
Mittelalterliche Festungsstädte, majestätische Sandsteinklippen und Meeresbuchten, die im vielleicht intensivsten Türkisblau schimmern, welches das Mittelmeer zu bieten hat: Malta und seine Schwesterinsel Gozo sind ein fantastisches Ziel für eine Rundreise und die ideale Alternative zu den bekannten Hotspots in Italien, Griechenland und Co. In diesem Artikel stellen wir euch eine tolle 6-tägige Route zum Selberfahren vor.
Malta gehört zu den faszinierendsten Zielen im Mittelmeer: Die winzige Inselnation zwischen Sizilien und Nordafrika ist einerseits der am dichtesten besiedelte Staat der Europäischen Union – ein ungewöhnlicher Mix aus britischen Einflüssen, mittelalterlicher Architektur der Malteserritter und arabischen Spuren. Andererseits bietet die Insel neben einer spannenden Geschichte an vielen Stellen spektakuläre Natur: Mächtige Kalksteinklippen, tiefe Höhlen, fjordartige Meeresbuchten – und die vielleicht saubersten Badegewässer Europas.
Malta und die Nachbarinsel Gozo zu erkunden lohnt sich also – ideal ist ein Roadtrip mit eigenem Fahrzeug: Wer sich auf den allgegenwärtigen Linksverkehr und die manchmal recht engen Straßen einlässt, wird mit einem faszinierenden Kontrastprogramm zu den typischen Mittelmeerzielen Italien, Griechenland oder Spanien belohnt. Damit ihr das Beste aus eurer Zeit auf der Insel herausholen könnt, stellen wir euch hier eine tolle 6-tägige Route vor, die alle Highlights von Malta und Gozo stressfrei miteinander verbindet.
Praktische Tipps
Die Anreise erfolgt entweder per Flugzeug oder Fähre von Sizilien direkt nach Valletta, hier bekommt ihr unkompliziert Mietwagen. Die Verschiffung des eigenen Wohnmobils ab Sizilien ist relativ teuer und die lokale Camping-Infrastruktur steckt noch in den Kinderschuhen. Daher ist die Kombination aus normalem Pkw und Unterkünften entspannter. Eine klassische Straßenmaut gibt es auf den Inseln nicht. Lediglich für die historische Innenstadt Vallettas wird eine elektronische City-Maut fällig, die man durch die Nutzung von Park-and-Ride-Plätzen jedoch leicht umgeht. Die beste Reisezeit für den Trip ist das Frühjahr von April bis Mai oder der Herbst ab September. Im Hochsommer ist es sehr heiß – nicht optimal für ausgiebige Erkundungen.
Freistehen ohne vorherige Genehmigung ist in Malta streng verboten. Wenn ihr abends dennoch das echte Outdoor-Gefühl sucht: Es gibt vereinzelt Scout-Campsites (also Campingplätze von örtlichen Pfadfinderverbänden), die Stellflächen für klassische Zelte inmitten der Natur anbieten. Eine weitere Option ist das Küstenareal der Marfa Ridge im Norden: Hier dürfen autarke Wohnmobile mit eigener Sanitäranlage sowie klassische Zelt-Camper ganz legal über Nacht stehen. Voraussetzung für dieses Naturerlebnis ist ein vorab online beantragtes, kostenpflichtiges Permit der Gemeinde Mellieħa.
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Das allgemeine Preis- und Kostenniveau für Unterkünfte, Restaurantbesuche und Benzin ist vergleichbar mit Italien oder Spanien, die kurze Überfahrt mit der Autofähre nach Gozo zudem sehr günstig. Beachtet, dass auf Malta wie in Großbritannien Linksverkehr herrscht. Außerdem weisen die Nebenstraßen teils tiefe Schlaglöcher, daher ist konzentriertes Fahren angesagt. Die Versorgung mit Lebensmitteln und das Tankstellennetz sind flächendeckend exzellent ausgebaut. Ein weiterer Pluspunkt bei der Orientierung oder beim Einkaufen: Da Malta eine ehemalige britische Kolonie ist, ist Englisch die zweite Amtssprache – mit der Verständigung werdet ihr also kaum Probleme haben.
| Pratische Informationen zur Rundreise | |
|---|---|
| Route | Valletta – Marsaxlokk - Blue Wall and Grotto Viewpoint - Dingli Cliffs - Mdina - Golden Bay - Popeye Village - Cittadella Victoria - Dwejra Bay - Marsalforn - Ramla Bay – Valetta |
| Strecke | ca. 125 km |
| Fahrtzeit | 6 Tage |
| Highlights | Mittelalterliche Architektur in Valletta, Küstenblick vom Blue Wall and Grotto Viewpoint, Baden an der Golden Bay, Dramatische Felslandschaft der Dwejra Bay |
| Beste Reisezeit | April - Mai, September - Anfang November |
| Maut | keine allgemeine Maut, lediglich City-Maut für die historische Innenstadt Vallettas |
Barocke Festungskunst und bunte Fischerboote
Wir starten unseren Roadtrip in der maltesischen Hauptstadt Valletta, die wie eine gewaltige Festung aus Sandstein auf einer Landzunge thront. Der Eindruck trügt nicht, denn die Stadt wurde von den Malteserrittern im 16. Jahrhundert tatsächlich als Festungsstadt erbaut. Heute zählt das UNESCO-Welterbe zu den historisch spannendsten Orten Europas – perfekt für einen ausgedehnten Stadtspaziergang. Besonders die Upper Barrakka Gardens bieten einen atemberaubenden Panoramablick auf den Grand Harbour und die geschichtsträchtigen Befestigungsanlagen.
Anschließend führt uns der Weg durch die urbane Landschaft der Ostküste in das charmante Fischerdorf Marsaxlokk – in den lokalen Restaurants kann man fantastischen, fangfrischen Fisch direkt an der Promenade genießen. Nur eine kurze Fahrt weiter auf der geschwungenen Küstenstraße erreichen wir dann den spektakulären Blue Wall and Grotto Viewpoint. Von der Aussichtsplattform blickt man direkt auf das gewaltige, natürliche Felsentor. Wer das tiefblaue Wunder hautnah erleben möchte, lässt sich am winzigen Hafen in einem der kleinen Holzboote in die schimmernden Meereshöhlen hineinfahren.
Durch grüne Oasen zu den höchsten Klippen Maltas
Nun geht es weiter nach Westen, wir lassen die dicht besiedelten Ballungsräume allmählich hinter uns. Die Straße führt uns vorbei an den Buskett Gardens, dem einzigen echten Waldgebiet des Landes, das sich idyllisch in einem fruchtbaren Tal erstreckt. Direkt daneben ragen die majestätischen Dingli Cliffs empor, mit über 130 Metern der höchste Punkt der gesamten maltesischen Inselgruppe. Ein Stopp an der kleinen, einsamen Kapelle St. Mary Madalena lohnt sich vor allem am späten Nachmittag – der Sonnenuntergang über dem schier endlos wirkenden, offenen Mittelmeer ist von hier aus magisch schön.
Das nächste Ziel führt uns ins geografische Zentrum der Insel zum beeindruckenden Mdina Gate, dem historischen Haupteingang der ehemaligen Hauptstadt Mdina. Heute ist die Stadt autofrei, sobald man das Tor durchschreitet, taucht man ein in die Stille von labyrinthartigen, goldgelben Sandsteingassen, die uns vorbei an alten Adelspalästen direkt zu den Bastionsmauern führen. Von dort oben bieten sich fantastische Weitblicke zum direkt benachbarten Rabat, das ebenfalls einen Besuch wert ist.
Badestopps und Filmkulissen im rauen Norden
Am nächsten Tag geht es dann weiter in den äußersten Nordwesten der Insel, hier ist die Landschaft durch den Il-Majjistral Nature and History Park geprägt. Der einzige Nationalpark Maltas schützt eine wildromantische, windgepeitschte Küstenregion voll seltener Flora und alter Trockensteinmauern. Mittendrin liegt die wunderschöne Golden Bay, die mit ihrem breiten, feinen Sandstrand und dem glasklaren Wasser ihrem Namen alle Ehre macht. Eine längere Pause ist hier Pflicht – entweder für einen Sprung ins kühle Nass oder, um einfach den tollen Blick auf die zerklüftete Steilküste des Parks zu genießen.
Campingplatz-Tipp: Ghajn Tuffieha Campsite
Gleich hinter der nächsten Landzunge erwartet uns in der malerischen Anchor Bay das skurrile Popeye Village. Diese bunte, komplett aus Holz erbaute Kulissenstadt wurde 1979 für den weltberühmten Musikfilm mit Robin Williams errichtet und wird heute als Freizeitpark genutzt. Der beste Fotospot liegt kostenfrei auf den Klippen der gegenüberliegenden Buchtseite. Von dort oben betrachtet wirken die windschiefen Holzhäuschen fast ein bisschen wie ein britisches Fischerdorf… Nach dem Zwischenstopp steuern wir das Fährterminal in Cirkewwa an, um mit der Autofähre in knapp 25 Minuten auf die Nachbarinsel Gozo überzusetzen.
Gozos versteckte Naturwunder
Auf Gozo angekommen, fahren wir als Erstes ins Herz der Insel zur mächtigen Cittadella Victoria, die majestätisch auf einem steilen Hügel thront. Die restaurierte, spätmittelalterliche Festungsanlage bietet historische Museen und einen unbezahlbaren 360-Grad-Rundblick über die gesamte Insel, die spürbar grüner und hügeliger als ihre große Schwester ist. Weiter geht’s an die wilde Westküste zur spektakulären Dwejra Bay, die für ihre geologischen Besonderheiten bekannt ist. Hier fasziniert vor allem der Inland Sea, ein kleiner Salzwassersee, der durch einen natürlichen Felsstollen direkt mit dem offenen Meer verbunden ist und zu einer kurzen Bootstour einlädt.
Anschließend folgen wir der Nordküste zu den berühmten Salt Pans von Marsalforn. Diese jahrhundertealten, schachbrettartig in den gelben Kalkstein gehauenen Salzpfannen werden sogar noch heute zur Salzgewinnung genutzt. Der krönende Abschluss unseres Ausflugs ist dann die Ramla Bay, der schönste und berühmteste Sandstrand Gozos. Besonders bekannt ist hier die Calypso Cave – in der Höhle wurde Odysseus angeblich sieben Jahre von der Nymphe Calypso eingesperrt. Schöner ist aber die nahegelegene Mixta Cave. Aus dem Inneren der Felsenhöhle blickt man wie durch ein gigantisches natürliches Fenster hinab auf den rötlich leuchtenden Sandstrand der Bucht. Danach treten wir die Rückfahrt zur Fähre und zurück nach Valletta an, wo unsere erlebnisreiche Rundreise schließlich endet.
Artikelbild: Wikimedia Commons/Bengt Nyman