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Camping auf den Kanarischen Inseln: Der ultimative Guide

11 min Lesedauer

Viel Sonne, entspanntes Inselflair und ganzjährig mildes Klima: Die Kanarischen Inseln sind ein tolles Ziel für einen ausgedehnten Campingurlaub – und dazu ein echter Geheimtipp. Hier bekommst du praktische Tipps zur Anreise und empfehlenswerten Campingplätzen sowie einen Überblick, welche Inseln sich am besten zum Camping eignen.

Die Kanaren sind wohl eine der schönsten Inselgruppen im Atlantik. Die acht bewohnten Inseln gelten als die Heimat des „ewigen Frühlings“, da es hier nie wirklich kalt wird und fast das ganze Jahr die Sonne scheint. Dazu kommt eine faszinierend abwechslungsreiche Landschaft, die tropische und mediterrane Einflüsse vereint. Ein echtes Traumziel, das gerade bei Campern aber noch etwas unter dem Radar läuft.

Kanarische Inseln - © Jenny Sturm - stock.adobe.com

Von Europa sind die Kanaren knapp 3000 Kilometer entfernt. Die Inseln liegen vor der Westküste Marokkos und zählen geographisch zu Afrika. Tatsächlich sind sie aber ein Teil von Spanien, was verschiedene Vorteile bietet: Die Einreise aus der EU ist unkompliziert und du kannst bequem mit Euro bezahlen. Außerdem ist die Infrastruktur vergleichbar mit dem europäischen Festland.

Für deutschsprachige Urlauber zudem interessant: Die Kanaren sind schon seit langem ein beliebtes Ziel für Deutsche, die hier gerne die Wintermonate verbringen und sich häufig auch einen Zweitwohnsitz zugelegt haben. An vielen Orten gibt es deutsche Läden, auf den größeren Inseln sogar deutsche Ärzte. Auch Freizeitaktivitäten, geführte Wanderungen und Touren kannst du fast immer mit deutscher Betreuung buchen.

Auf einen Blick: Welche der Kanaren ist die richtige für dich?

Insel Auf einen Blick Aktivitäten Geeignet für
Teneriffa Die größte und vielseitigste der Kanarischen Inseln Baden, Radfahren, Ausflüge, Wandern, Tauchen Strandurlauber, Aktivurlauber, Familien
Gran Canaria Sonneninsel mit schönen Stränden und einem abwechslungsreichen Landesinneren Baden, Wandern, Ausflüge Strandurlauber, Aktivurlauber, Familien
Lanzarote Paradies für Sonnenanbeter und Surfer Baden, Surfen, Tauchen, Nachtleben Strandurlauber, Wassersportler, Pärchen, Singles
Fuerteventura Die Insel mit den schönsten Stränden der Kanaren Baden, Surfen, Nachtleben Strandurlauber, Wassersportler, Pärchen, Singles
La Palma Die grünste der Kanarischen Inseln ist ein echtes Wanderparadies. Wandern Aktivurlauber, Naturliebhaber
La Gomera Ehemaliges Hippieparadies und tolle Insel zum Wandern Wandern Aktivurlauber, Naturliebhaber, Individualisten
El Hierro Die kleinste der Kanaren und der perfekte Ort zum Entschleunigen Wandern, Radfahren, Tauchen Aktivurlauber, Ruhesuchende

Allgemeines zum Camping auf den Kanaren

Im Vergleich zu beliebten Ferienzielen auf dem europäischen Festland ist Camping auf den Kanarischen Inseln immer noch ein klein bisschen Abenteuer. Inseln wie Teneriffa, Lanzarote oder Fuerteventura sind eigentlich eher für Pauschalurlauber bekannt, die im Hotel übernachten und dem Winter in Europa entfliehen. Dennoch gibt es inzwischen auf etlichen der acht Inseln auch offizielle Campingplätze.

Generell gilt: Wer auf den Kanaren campt, darf keinen übermäßigen Luxus erwarten. Die Ausstattung der Plätze ist meist eher einfach. Full-Service-Angebote mit Freizeitprogramm und Kinderanimation, wie man es aus Italien oder Spanien kennt, sind hier die Ausnahme. Auf den offiziellen Plätzen gibt es in der Regel Strom, Wasser und einen schönen Platz an der Sonne. Für den Rest sind die Camper selbst verantwortlich.

Genau das macht aber den Reiz eines Campingurlaubs auf den Kanaren aus: Hier ist Camping eben noch nicht die durchorganisierte Massenveranstaltung, wie sie auf vielen Plätzen in Mittel- und Südeuropa inzwischen leider Regel ist. Hier verspürst du tatsächlich etwas von der vielbeschworenen „Freiheit und Unabhängigkeit“. Gerade für Individualisten und autarke Camper sind die Kanaren daher ein echtes Paradies.

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Campingplätze auf den Kanaren: Überblick und Tipps

Teneriffa ist die größte und bekannteste Insel der Kanaren. Dementsprechend befinden sich hier auch die meisten Campingplätze. Ebenfalls recht viele Campingplätze gibt es auf der Nachbarinsel Gran Canaria. Auch auf Lanzarote und Fuerteventura gibt es einige Anlagen, wobei das Angebot hier schon etwas spärlicher ist.

Die kleineren Inseln La Palma und La Gomera sind touristisch eher wenig erschlossen und vor allem für Zeltcamper interessant. Hier gibt es im Prinzip nur Zeltplätze. Gleiches gilt für die westlichste Insel El Hierro, wo es nur einen einzigen offiziellen Campingplatz gibt. Das winzige Eiland La Graciosa gilt zwar als eigenständige Insel ist aber so klein, dass sich nur wenige Camper hierher verirren.  Auch hier kann man aber zelten.

Im Folgenden eine Übersicht über die Campingmöglichkeiten auf den einzelnen Kanarischen Inseln.

Teneriffa

Als größte Insel der Kanaren mit gleich zwei Flughäfen bietet Teneriffa das größte Angebot an Campingplätzen.  Sehr beliebt ist etwa der Campingplatz „Montaña Roja“ im Örtchen El Medano an der Südküste. Der Platz bietet Stellplätze für Wohnmobile, Caravans und Zelte, außerdem werden Mobilheime vermietet. Großer Pluspunkt ist hier die Nähe zum Playa de la Tejita, dem größten Sandstrand der Insel.

Pico del Teide mit der berühmten Felsformation Roque Cinchado, Teneriffa, Kanarische Inseln, Spanien - © JFL Photography - stock.adobe.com

Weitere empfehlenswerte Campingplätze auf Teneriffa sind:

  • Camping Punta del Hidalgo (Teneriffa Nord)
  • Campamento la Esperanza (Teneriffa Nord)
  • Agro Camping Invernaderito (Teneriffa Nord)
  • Camping Nauta (Teneriffa Süd)

Eine Besonderheit auf Teneriffa sind die kostenlosen Campingplätze im Landesinneren (Zonas de Acampada). Diese Naturcampingplätze liegen an verschiedenen Stellen im Teide-Nationalpark und bieten Stellplätze für Campingfahrzeuge und Zelte. Wasser, Grillplätze und Toiletten sind vorhanden, allerdings kein Strom. Sie eignen sich daher besonders gut für autarke Camper mit Solaranlage, die ein besonders naturnahes Campingerlebnis wünschen.

Die Campingplätze musst du vorher auf der Webseite der Regional-Verwaltung reservieren und buchen. Hier siehst du auch, wie viele Plätze noch zur Verfügung sind. Anschließend erhältst du eine Bestätigung und darfst bis zu 7 Tage auf dem Platz verbringen. Es empfiehlt sich die Bestätigung bei einer Kontrolle entweder online oder ausgedruckt bei sich zu haben.

Gran Canaria

Auf Gran Canaria gibt es ebenfalls einige schöne Campingplätze. Zu den beliebtesten Plätzen zählen der „Camping Playa de Vargas“ am Playa Dulce, der leider in der Einflugschneise des Flughafens liegt und das „Blue Ocean Camp“ im wilden Westen der Insel. Letzterer bietet neben Stellplätzen mit den futuristischen „Eco-Domes“ die perfekten Mietunterkünfte für Glamping-Fans.

Naturschutzgebiet der Dünen von Maspalomas, Gran Canaria, Spanien - © nito - stock.adobe.com

Weitere empfehlenswerte Campingplätze auf Gran Canaria sind:

  • Camping El Pinillo (Süden)
  • Camping Temisas (Osten)
  •  Club de Camping y Caravaning Gran Canaria (Osten)

Ähnlich wie in Teneriffa gibt es auch auf Gran Canaria einige kostenlose Naturcampingplätze im Landesinneren. Die Buchung ist hier allerdings etwas umständlicher, da man sich zunächst schriftlich mit der Inselverwaltung in Verbindung setzen muss. Außerdem ist die Webseite nur auf Spanisch verfügbar. Wer sich durchbeißt, wird mit traumhaften Plätzen in nahezu unberührter Natur belohnt.

Lanzarote

Ein beliebter Campingplatz in Strandnähe auf Lanzarote ist das „Camping Papagayo“ im äußersten Süden der Insel. Wer es etwas komfortabler möchte, mietet sich stattdessen in den „Cabañas Volcan Capellania“ im Landsinneren ein – kein klassischer Campingplatz, aber es werden einige schöne Bungalows vermietet. FKK-Fans bekommen auf Lanzarote einen ganz besonderen Leckerbissen: Der „Finca del Mar Naturist Complex“ ist eine komplette Ferienanlage für Anhänger der Freikörperkultur.

Landschaft mit einzigartigem Lago Verde und schwarzem Sand am Strand von El Golfo, Lanzarote - © Balate Dorin - stock.adobe.com

Fuerteventura

Auf Fuerteventura gibt es keine privaten Campingplätze, sondern nur die offiziellen Naturcampingplätze (Zonas de Acampada) in Punta Salinas, Las Casas de Cofete und El Barranco de Agua Ovejas. Auch hier ist eine vorige Reservierung bei der Inselverwaltung nötig, anschließend kannst du bis zu 7 Tagen kostenlos auf dem Platz verbringen.

Wandern am Strand von Cofete, Fuerteventura
Wandern am Strand von Cofete, Fuerteventura - © eyewave - stock.adobe.com

La Palma

Ähnlich sieht es auf der gebirgigen Insel La Palma aus. Hier gibt es ausschließlich Naturcampingplätze für Zelte, die dafür aber zu den schönsten auf den ganzen Kanaren zählen. Besonders der Zeltplatz im bewaldeten Talkessel der „Caldera de Taburiente“ – ein ehemaliger Vulkankrater – verspricht ein unvergessliches Naturerlebnis für alle, die die weite Anreise auf sich nehmen: Der Platz ist ausschließlich über bergige Wanderwege erreichbar.

Die anderen Plätze auf der „Isla Bonita“ bieten ebenfalls Platz für einige Zelte, teilweise auch unbewirtschaftete Hütten. Die Reservierung erfolgt über das Umweltamt der Insel. Freies Zelten und Wildcampen wird auf La Palma besonders strikt kontrolliert, da weite Teile der Insel unter Naturschutz stehen. Für Camper mit Wohnmobil ist die Insel eher ungeeignet, sinnvoller ist ein Mietwagen.

Blick vom "Mirador de los Roques" auf die "Caldera de Taburiente" auf La Palma
Blick vom "Mirador de los Roques" auf die "Caldera de Taburiente" auf La Palma- © Neissl - stock.adobe.com

La Gomera

La Gomera gilt als das Wanderparadies der Kanaren und ist ein Traum für Naturliebhaber. Camping ist hier nur mit Zelt möglich, da es nur einen einzigen offiziellen Platz gibt – den schönen Terrassen-Campingplatz „La Vista“ in El Cedro in malerischer Lage am Rande des Garajonay-Nationalparks. Wer den faszinierenden Nebelwald der Insel erkunden möchte, ist hier genau richtig.

Im beliebten Ferienort Valle Gran Rey im Südwesten der Insel sieht man immer wieder Camper mit Wohnmobil, die in Strandnähe freistehen. Offiziell erlaubt ist das allerdings nicht und wir raten davon ab. La Gomera ist ohnehin die perfekte Insel für Fußgänger und wer nicht im Zelt übernachten möchte, findet überall preiswerte Ferienwohnungen und Unterkünfte.

El Hierro

El Hierro im fernen Westen des Archipels ist die kleinste und ursprünglichste Insel der Kanaren. Hierher verirren sich nur selten Urlauber und noch weniger Camper. Im Zentrum der Insel gibt es allerdings den kleinen Naturcampingplatz „Hoya del Morcillo“ bei El Pinar. Überraschenderweise bietet der Platz sogar Stellplätze für Wohnmobile und Caravans, auch Duschen und Sanitäreinrichtungen sind vorhanden. Weitere Infos findest du bei der Regionalverwaltung.

La Maceta Rock Pool auf der Insel EL Hierro auf den Kanarischen Inseln, Spanien - © dudlajzov - stock.adobe.com

La Graciosa

La Graciosa ist so klein, dass es bis vor wenigen Jahren gar keine eigenständige Insel war. Vermutlich wissen die meisten Besucher der Kanaren nicht einmal, dass es diesen winzigen Streifen aus Sand vor der Küste Lanzarotes überhaupt gibt. Dennoch findet sich am Play de El Salado tatsächlich ein kleiner Campingplatz.

Der Platz ist kostenlos, liegt direkt am Wasser und bietet Sanitäreinrichtungen und Duschen. Da La Graciosa komplett autofrei ist, ist der Platz selbstverständlich nur für Zelte gedacht. Die Zelte sollten windstabil sein, Sandheringe sind ebenfalls eine gute Idee. Einkaufsmöglichkeiten gibt es direkt nebenan in Caleta del Sebo, dem einzigen größeren Ort der Insel.

Blick vom Mirador del Rio auf die Insel La Graciosa, Lanzarote - - © dziewul - stock.adobe.com

So klappt die Anreise mit dem Wohnmobil oder Wohnwagen

Wenn du mit dem eigenen Campingfahrzeug auf die Kanaren willst, musst du eine recht lange Fahrt einplanen. Zunächst geht es von Deutschland nach Südspanien, von dort aus dann weiter mit der Fähre nach Teneriffa. Zur Auswahl stehen zwei Fährverbindungen:

  • Cadiz: ca. 50 Stunden Überfahrt
  • Huelva: ca. 37 Stunden Überfahrt

Ab Cadiz zahlst du für eine einfache Fahrt mit dem Wohnmobil ca. 680 Euro (2 Personen), für Hin- und Rückfahrt etwa 1200 Euro. Ab Huelva ist es etwas teurer: ca: 770 für eine einfache Fahrt, rund 1700 Euro für Hin- und Rückfahrt. Dafür bist du auf dieser Strecke auch kürzer unterwegs. Von Teneriffa aus, kommst du mit der Fähre auf die anderen Inseln, die Kosten für Transfers innerhalb der Kanaren sind natürlich deutlich niedriger.

Alternative: Wohnmobil auf Teneriffa mieten

Eine Alternative zur langwierigen Anfahrt von Deutschland mit eigenem Fahrzeug ist das Mieten eines Wohnmobils vor Ort. In Teneriffa gibt es etliche Anbieter, die Wohnmobile und Campingbusse schon ab 50 Euro pro Tag verleihen. In Verbindung mit den günstigen Flügen aus Deutschland kann das durchaus die kostengünstigere Alternative sein.

Wenn du nur Zelten möchtest, stehen auf einigen Plätzen, vor allem auf den größeren Inseln Teneriffa und Gran Canaria auch Mietzelte bereit, teilweise sogar recht luxuriös. Oder du nimmst dir einfach dein eigenes Familienzelt oder Trekkingzelt mit und nutzt die oben erwähnten kostenlosen Campingplätze.

Wildcamping, Zelten und Freistehen auf den Kanaren

Wildcamping ist auf sämtlichen Kanarischen Inseln streng verboten, da viele Teile der Inseln unter Naturschutz stehen. Das Verbot gilt sowohl für das Zelten als auch das Freistehen mit Wohnmobil oder Wohnwagen.

Natürlich sieht man dennoch immer wieder Camper, die mit ihrem eigenen Fahrzeug an abgelegenen Orten stehen. Wir raten dennoch davon ab, um Probleme mit den örtlichen Behörden zu vermeiden. Gerade in Strandnähe wird verstärkt kontrolliert. Außerdem gibt es die kostenlosen Naturcampingplätze, die ein unerlaubtes Freistehen überflüssig machen.

Campingplatz "Hoya del Morcillo" auf El Hierro, Kanarische Inseln
Author: Selim Baykara