Rückblick Campingsaison

Camping-Jahresrückblick 2021: Neuer Trend zeichnet sich ab

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Das Campingjahr 2021 neigt sich dem Ende entgegen – höchste Zeit Bilanz zu ziehen. Im zweiten Jahr der Corona-Pandemie wurden die Reiserestriktionen ein Stück weit gelockert, deutsche Camper fuhren verstärkt wieder ins europäische Ausland. Wir haben das Reiseverhalten deutscher Camper in der Campingsaison 2021 untersucht. Dazu wurden die über PiNCAMP generierten Buchungen und Aufrufe der Reiseziele im Zeitraum Januar bis August 2021 ausgewertet. Die wichtigste Erkenntnis: Camping boomt weiterhin. Und es gibt Gründe, vorsichtig optimistisch in die Zukunft zu schauen.

Inhaltsverzeichnis
Grafik Campingsaison

2020 wurden viele Reisepläne verschoben oder ganz gestrichen. An einen Urlaub im Ausland war nicht zu denken. Das sah 2021 erfreulicherweise ganz anders aus. Zum Jahresende haben wir das Buchungsverhalten der PiNCAMP-Nutzer in den Monaten Januar bis August 2021 genau untersucht. Das wichtigste Ergebnis: Camper verreisen wieder ins europäische Ausland – allerdings wird pandemiebedingt ganz anders gebucht als noch vor einigen Jahren.

Südeuropa und Mittelmeerländer stark im Trend

Erwartungsgemäß verbrachten viele Camper auch 2021 den Urlaub in heimischen Gefilden. Besonders beliebt waren dabei die deutschen ADAC-Superplätze. “Deutsche Camper bevorzugen bei der Buchung Campingplätze, die neben der Verfügbarkeit auch eine gewisse Qualität bieten. Dabei orientieren sich die PiNCAMP-Nutzer an den Nutzerbewertungen und der ADAC-Sterne-Klassifikation”, so Uwe Frers, Geschäftsführer der ADAC Camping GmbH.

Durch die gelockerten Reiserestriktionen legten dieses Jahr aber auch die traditionell beliebten Urlaubsländern in Südeuropa wieder zu. Besonders stark gefragt waren Italien und Kroatien. Gerade im Spätsommer und Herbst entfielen rund 80% aller Buchungen auf die beiden Länder. Die italienischen Plätze an der Adria und den oberitalienischen Seen sowie kroatische Campinganlagen in Istrien standen dabei ganz oben in der Gunst der PiNCAMP-Nutzer.

Ab ins kühle Nass: Plätze am Wasser besonders beliebt

Generell waren 2021 vor allem Campingplätze mit Zugang zum Wasser sehr beliebt. Ab Juni stieg die Nachfrage nach Campinganlagen am See oder Meer rapide an. In Deutschland waren Plätze in Bayern, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern besonders gefragt, in Italien die Camping-Hotspots in Venetien, der Toskana und am Gardasee. In Kroatien zog es die meisten Urlauber auf die traditionell bei deutschen Campern sehr beliebten Campingplätzen in Istrien, auf den Inseln Cres, Krk, Rab und Losinj sowie in der Region rund um Zadar.

Campen? Am liebsten in Gesellschaft

Urlaubserinnerungen schaffen, geht am besten gemeinsam und so fahren auch deutsche Camper am liebsten mit dem Partner oder der Familie in den Campingurlaub. In guter Gesellschaft entspannt es sich doch gleich besser.

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Spontan buchen und verreisen wird immer beliebter

Neben den Campingreisen, die weit im Voraus geplant und gebucht wurden, gab es 2021 einen neuen Trend: Camper entschieden sich relativ kurzfristig für ein Reiseziel, vermutlich durch die coronabedingt immer noch fehlende Planungssicherheit und sich potentiell schnell ändernde Lagen. Gebucht wurde stattdessen spontan und mit sehr kurzen Vorlaufzeiten.

Durchschnittlich lag die Zeit der Buchung vor Reiseantritt bei nur 33 Tagen. Im Sommer sank dieser Zeitraum noch einmal deutlich ab. So wurden etwa 80% aller im August bereisten Plätze tatsächlich erst im August gebucht. Auf das ganze Jahr gerechnet wurden die meisten Buchungen sogar nur mit einem Tag Vorlauf getätigt! Möglich macht das natürlich auch die bequeme Online-Buchung über PiNCAMP, mit der man sich in wenigen Klicks alle verfügbaren Plätze im gewünschten Zeitraum anzeigen lassen kann.

”Gerade in Zeiten knapper Campingkapazitäten hat die Online-Buchbarkeit von Campingplätzen für Kurzentschlossene deutliche Vorteile. Statt mühsam alle Plätze anzuschreiben oder abzutelefonieren reicht bei PiNCAMP die Eingabe der Reisedaten und des Reiseziels. Schon werden alle noch verfügbaren Plätze angezeigt und können direkt gebucht werden.”

Uwe Frers, Geschäftsführer PiNCAMP | ADAC Camping Gmbh

Preise und Umsätze

Online-Bucher geben Campingplätzen nicht nur Planungssicherheit, sondern generieren auch den meisten Umsatz: Dänemark steht dabei an der Spitze, während deutsche Plätze weiterhin vergleichsweise günstig bleiben. Für einen Campingurlaub in Dänemark wurden über PiNCAMP im Durchschnitt 700 € pro Online-Buchung generiert. Damit sind die dänischen Plätze europäische Spitzenreiter. Pro Campingtag lagen die Dänen bei einem Wert von knapp über 100 €. Wesentlich geringer fielen die Aufwendungen der Online-Bucher auf PiNCAMP für Campingplätze in Deutschland mit 175 € und Luxemburg mit 135 € aus. Pro Campingtag lagen deutsche Plätze bei 33,65 €, Plätze in Luxemburg erzielten 30 € pro Tag.

Ausblick ins Jahr 2022: Es bleibt kompliziert

Wie wird sich das Reisen 2022 entwickeln? Wir wagen die Prognose, dass die Lage zumindest vorerst wahrscheinlich kompliziert bleiben wird. Immer noch stellen sich viele Fragen: Ist eine Impfung zur Einreise erforderlich? Brauche ich einen aktuellen Test? Wie alt darf der Test sein? Wie sieht es mit den Regeln für Kinder aus? Diese und weitere Fragen dürften die Camper auch in den nächsten Monaten beschäftigen. Vor allem die sich schnell ändernden Vorgaben sorgen bei Vielen für Unsicherheit und hemmen die Lust zu verreisen.

Andererseits gewöhnen sich die Menschen zunehmend an ein Leben mit der Pandemie und wollen nicht im dritten Jahr in Folge auf ein paar schöne Tage mit Sonnengarantie verzichten. Laut dem Deutschen Reiseverband (DRV) entfallen derzeit etwa 60% aller Neubuchungen auf den kommenden Sommer – allen Unwägbarkeiten zum Trotz. Vermutlich wird der Trend auch 2022 wieder zum Urlaub in Deutschland und den Mittelmeerländern gehen. Gerade individuelle Urlaubsformen wie Camping und Urlaub mit dem Wohnmobil dürften erneut stark zulegen.

Was sich schon jetzt abzeichnet: Für Ungeimpfte wird der Urlaub 2022 wahrscheinlich zunehmend schwerer. Eine Teilnahme am öffentlichen Leben ist ohne eine Impfung an vielen Orten kaum noch möglich sein. Auch auf vielen Campingplätzen ist zu erwarten, dass die Betreiber – wie bereits jetzt – auf die 2G-Regel setzen. Daher ist eine Impfung sinnvoll – nicht nur wegen dem Schutz vor schweren Krankheitsverläufen, sondern auch, weil sie das Reisen wegen der vielen Einschränkungen für Ungeimpfte ganz praktisch erleichtert.

Werden wir 2022 endlich wieder wie früher in den Urlaub fahren können?

Im Moment kann niemand seriös sagen, wann die Corona-Pandemie vorbei sein wird. Viele Experten gehen aber davon aus, dass sich die Wellen im Lauf des nächsten Jahres abschwächen werden, auch wenn neue Varianten auftauchen werden. Für Camper bedeutet das: Das Leben mit dem Virus dürfte noch eine ganze Zeitlang unser Leben prägen. Denkbar ist auch, dass bestimmte Vorsichtsmaßnahmen im öffentlichen Raum in Zukunft selbstverständlich werden.

Wer individuell mit Camper, Wohnmobil oder Caravan unterwegs ist, ist davon aber weit weniger betroffen, als Flugreisende oder klassische Hotelurlauber. Auch die Campingplatzbetreiber sorgen mit ihren Hygienekonzepten dafür, Urlaubern einen ungestörten Aufenthalt zu ermöglichen. Und auf der eigenen Parzelle spielt Corona für viele Camper im Alltag ohnehin keine große Rolle mehr. 2022 könnte also tatsächlich das Jahr werden, in dem es zumindest wieder in Richtung Normalität geht. Wir drücken die Daumen!