Boiler für Wohnmobile und Wohnwagen: Der ultimative Ratgeber für Einsteiger

| 5 min Lesedauer

Warmes Wasser ist beim Camping ein wahrer Segen – ob beim Abwaschen des Geschirrs oder bei einer schönen warmen Dusche nach einem anstrengenden Tag auf der Piste. Dazu brauchst du aber erst mal einen Boiler für dein Wohnmobil oder Wohnwagen. Worauf du beim Kauf eines Boilers achten musst, erklären wir im folgenden Ratgeber.

Inhaltsverzeichnis

Bei neueren Wohnmobilen und Wohnwagen sind Warmwasserboiler häufig schon von Werk aus verbaut. Dennoch gibt es immer noch Campingfahrzeuge, die bislang ohne diesen Komfort auskommen. Einen Boiler beim Wohnwagen oder Wohnmobil nachzurüsten, ist in der Regel aber kein Problem. Viele Ausführungen lassen sich zudem hervorragend mit dem Heizsystem kombinieren.

Warmes Wasser beim Camping: So funktioniert’s

Warmes Wasser ist ein Komfort, den viele Camper nicht missen möchten. Gerade beim Wintercamping oder bei Reisen in kälteren Regionen wären frierende Finger beim Abwaschen oder der Verzicht auf eine warme Dusche wirklich unkomfortabel. Mit verschiedenen technischen Ergänzungen lässt sich dieses Ärgernis einfach aus der Welt schaffen.

Im Grunde gibt es drei Optionen, die sich nach deinen Bedürfnissen richten:

Warmes Wasser mit: So funktioniert's Vorteile
Therme Wasser wird mit Heizung erhitzt energiesparend
Boiler erhitzt Wasser mit Strom/ Gas geeignet für hohen Wasserbedarf
Kombigeräte warmes Wasser auch für die Heizung nutzbar platzsparend

Therme

Die in Wohnmobilen oder Wohnwagen verbaute Therme nutzt die bereits vorhandene Heizungswärme, um das Wasser auf Temperatur zu bringen. Wenn entsprechend geheizt wird, ist somit immer warmes Wasser vorhanden. Ist die Heizung ausgestellt, wird das Wasser mittels eines Elektroheizstabes erwärmt. Die Nutzung einer Therme ist besonders energiesparend. 

Boiler

Bei einem höheren Wasserbedarf sind Boiler eine sehr gute Wahl. Sie können Behälter mit einem höheren Fassungsvermögen innerhalb kürzester Zeit aufheizen, womit zwei bis drei Personen problemlos bei einem sparsamen Gebrauch duschen können. Die Boiler werden mit Strom oder Gas beziehungsweise einem Mix aus Strom und Gas betrieben.

Kombigeräte

Bei Kombinationsgeräten profitierst du gleich in zweifacher Hinsicht. Es wird nicht nur angenehm warmes Wasser aufbereitet, sondern die erzeugte Wärme gleichzeitig für das Beheizen des Fahrzeugs oder des Wohnwagens genutzt. Beides kann unabhängig voneinander genutzt werden. Mit einem Kombigerät sparst du also gleichzeitig Platz und Gewicht.

Boiler: Der Klassiker für warmes Wasser im Wohnmobil und Wohnwagen

Für den kleinen Bedarf innerhalb eines Campers, Reisemobils oder Wohnwagens gibt es Boiler mit einem Fassungsvermögen ab 3 Liter. Gängig sind bei den kleineren Modellen Boiler mit 5 oder 6 Litern, die per Elektrizität auf eine Temperatur von 80 Grad Celsius oder bei einem Zusammenspiel von Gas und Elektro auf 85 Grad Celsius erwärmt werden können.

Bei einem sparsamen Gebrauch ist selbst eine Dusche mit diesen Größen kein Problem. Dennoch eignen sie sich eher für das Händewaschen oder für Küchenarbeiten. Boiler sind äußerst platzsparend und benötigen nur eine verhältnismäßig geringe Stromabsicherung.

Wichtig: Bei kleineren Boilern handelt es sich in der Regel um Niederdruckgeräte, die für kleine Tauchpumpen, Hand- und Fußpumpen vorgesehen sind. Eine Automatik-Druckwasserpumpe mit einem höheren Druck kann beim Boiler oder bei der Therme zu Beschädigungen führen.

Bei größeren Boiler-Modellen, deren Inhalt sich zwischen 10 und 14 Litern bewegt, gibt es die Möglichkeit das Wasser per Flüssiggas und/oder Elektrizität auf circa 70 Grad Celsius zu erwärmen. Ein wenig Zeit für das Aufheizen musst du in diesem Zusammenhang einplanen. Bei einem Gasbetrieb sind das rund 35 Minuten, bei Elektro etwa 45 Minuten.

Beim Boiler von Truma, dem führenden Hersteller auf dem Markt, gibt es für ungeduldige Camper eine Boost-Funktion mit einer Kombination aus Gas und Elektro. Hier dauert der Erwärmungsprozess nur rund 25 Minuten. Von Truma gibt es relativ neu auf dem Markt einen Camping Elektroboiler mit einem Fassungsvermögen von 14 Litern. Hier müssen 70 Minuten für das Aufheizen des Wassers eingeplant werden.

Kombinationsgeräte für Warmwasser und Heizen

Eine beliebte Option zum Nachrüsten der Warmwasseraufbereitung sind Kombinationsgeräte für Warmwasser und Heizen. Die meisten Modelle können auf unterschiedliche Art und Weise betrieben werden – Gas, Elektro oder die Mischung aus Gas und Elektro stehen zur Wahl. Bei einigen Herstellern ist sogar der Betrieb mit Diesel möglich.

Bei einer Neuinstallation wird das Kombigerät in der Regel versteckt verbaut. Die Warmluftauslässe werden dort platziert, wo die Wärme am dringendsten benötigt wird. Da sowohl Warmwasseraufbereitung als auch Heizung separat betrieben werden können, eignet sich diese Kombination auch für die Sommermonate oder heiße Regionen. Aktuelle Modelle können nicht nur direkt am Drehschalter eingestellt, sondern auch per App gesteuert werden. Vorheizen von unterwegs ist somit kein Problem.

📧 PiNCAMP-Newsletter

Erhalte regelmäßig weitere hilfreiche Camping-Tipps direkt in dein Postfach – melde dich hier für unseren Newsletter an:

4 nützliche Tipps für den Boiler im Wohnwagen oder Wohnmobil

Generell gilt: Das Wassersystem in einem Reisemobil oder Wohnwagen ist in der Summe recht komplex und auch ein wenig wartungsintensiv. Nimm dir für das Entsorgen von Grau- oder Schwarzwasser, das regelmäßige Kontrollieren der Wasserpumpen, die Reinigung der Schläuche und das Überprüfen der Warmwasseraufbereitung daher ausreichend Zeit.

Hier ein paar nützliche Tipps, damit du lange Zeit Freude mit deinem Boiler im Campingfahrzeug hast:

  • Entscheide dich für eine Größe, die deinem Bedarf entspricht. Größere Modelle verbrauchen deutlich mehr Energie, nehmen mehr Platz ein und machen sich beim Gewicht bemerkbar.
  • Achte auf den verbauten Mischkran in deinem Campingfahrzeug. Wenn zuvor nur ein Kaltwassermischkran verbaut war, benötigst du für warmes Wasser einen Mischwasserkran.
  • Es ist ratsam, die Pumpe immer auf den Anschlussdruck zu prüfen. Bestimmte Boiler-Modelle können nur mit einem maximalen Höchstdruck betrieben werden, sonst drohen undichte Stellen oder Schäden.
  • Verwende einen automatischen Frostschutz oder Ablassventile – die neuesten Modelle verfügen allesamt über einen Frostschutz, damit das Wasser nicht einfrieren kann. Ist dieser nicht vorhanden, sind Ablassventile notwendig, um bei sehr kalten Temperaturen das Wasser ablassen zu können. Ein Boiler darf niemals einfrieren.

Fazit: Mit dem Nachrüsten eines Boilers wird der Komfort beim Camping nachhaltig erhöht. Entscheidend ist die Wahl der richtigen Größe, die zu deinen persönlichen Ansprüchen passt. Für manche Fahrzeuge eignen sich Kombi-Geräte für Warmwasser und Heizung.

 

Titelbild: © bublikHaus – adobe.stock.com