Pannenhilfe

Panne im Campingurlaub: Wie Reifenplatzer, Zahnriemen und Ölverlust zum Ärger werden

Artikel von: Riko Wetendorf (7 min Lesedauer) 18.09.2026

Die Fahrt in den Urlaub oder die Rückfahrt aus dem Urlaub können mit einer Panne am Wohnmobil oder Van zu einem wirklichen Ärgernis werden. Während einige Schäden nicht vorhersehbar sind, haben andere tiefer liegenden Probleme. Aber was tun bei einer Panne? Wann unterstützt die Pannenhilfe des ADAC und wann greift die Mobilitätsgarantie der Hersteller? Sind meine Schäden von der Versicherung abgedeckt? Wir wollen ein wenig Licht in das Dunkel bringen.

Inhaltsverzeichnis

Reifenplatzer auf der Autobahn als Klassiker

Ein plötzlicher Knall, ein starkes Ziehen Lenkrad sowie ein plötzlicher Druckverlust sind die typischen Anzeichen für einen Reifenplatzer auf der Autobahn oder auch auf anderen Strecken. Dies kann durchaus gefährlich werden, da die meisten Fahrer natürlich nicht damit rechnen.

Gerade bei den Reifen sind eine gewisse Sensibilität und regelmäßige Kontrolle gefragt. Ein zu hohes Gewicht, ein zu geringer Reifendruck oder ein altersbedingter Verschleiß können die Ursache für den Reifenplatzer sein.

Je nach Fähigkeiten und der Existenz eines Ersatzreifens kann ein Radwechsel vorgenommen werden. Die ADAC-Pannenhilfe kann eine Notreparatur bei Reifenplatzern vornehmen. Bei der Versicherung wird es komplizierter, denn in der Regel gilt rechtlich als reiner Betriebsschaden und wird von einer Teilkasko nicht übernommen. Die Vollkasko deckt Unfallschäden am eigenen Fahrzeug ab.

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Fading: Überhitzung von Bremsen und Motor bei Passfahrten

Das Fahren mit dem Wohnmobil in den Bergen kann für das Fahrzeug und die Bremsen beziehungsweise den Motor zu einer Belastungsprobe kommen. Hier kann es zum sogenannten „Fading“ kommen. Durch das Dauerbremsen mit einem hohen Gewicht reiben die Bremsbeläge ununterbrochen an den Bremsscheiben. Durch die Reibung entstehen Temperaturen von weit 500 Grad Celsius im Extremfall. Im schlimmsten Fall droht der Bremskraftverlust.

Der Motor hingegen wird beim Bergauffahren stark beansprucht. Er braucht deutlich mehr Kraftstoff und der Fahrtwind reicht nicht mehr aus, um die Kühlung zu unterstützen. Die Kühlmitteltemperatur steigt rasch in den roten Bereich. Bleibt dies unbemerkt, nimmt die Zylinderkopfdichtung einen Schaden oder es droht sogar ein kompletter Motorschaden.

Sollte es zu den extremen Fällen kommt, hilft in der Regel nur noch das Abschleppen. Inwieweit dies Mobilitätsgarantie der Hersteller geregelt ist, bringt ihr im Vorfeld selbst in Erfahrung. Ansonsten kann das Wohnmobil vom ADAC zur nächsten Werkstatt geschleppt werden.

Der Zahnriemen als Problemfall bei älteren Wohnmobilen

Der Zahnriemen ist ein typisches Versagen bei der Fahrt, das vor allem ältere Fahrzeuge betrifft. Weil dieser in die Jahre kommt, kann der Gummi des Zahnriemens porös werden und letztendlich mitten in der Fahrt zerreißen. Anzeichen dafür gibt es keine, deshalb ist eine regelmäßige Kontrolle notwendig. Die Konsequenzen sind verheerend, denn auch hier ist eine Reparatur vor Ort nicht möglich. Im schlechtesten Fall hat auch der Motor einen Schaden genommen.

Auch hier gilt es zu prüfen, ob die Mobilitätsgarantie der Hersteller weiterhilft oder ein Abschleppen notwendig ist.

Tuningbox am Motor
Motor im Wohnmobil- © HENADZY - stock.adobe.com

Ölverlust am Antrieb sogar mit Brandgefahr

Die Wellendichtringe (Simmerringe), alte Dichtungen oder beschädigte Manschetten gelten als die häufigsten Ursachen für einen Ölverlust am Motor, am Getriebe, an den Antriebswellen oder am Differenzial. Was zunächst sehr harmlos klingt, zieht erhebliche Folgeschäden nach sich. Ein akuter Motor- und Getriebeschaden verhindert das Weiterkommen und die örtliche Reparatur.

Noch dramatischer kann es werden, wenn austretendes Motor- oder Getriebeöl auf glühend heiße Bauteile tropft wie Abgaskrümmer, Turbo oder Auspuff. Hier sind die Temperaturen ausreichend hoch, um das Öl zu entzünden. Die Folgen eines Brandes kann sich jeder vorstellen.

Zudem ist mit dem Ölaustritt auch ein Sicherheits- und Umweltrisiko verbunden. Eine verursachte Ölspur mit Unfallfolgen können für euch richtig problematisch werden. Zudem wird die Umwelt durch das Öl verschmutzt.

Defekt der Lichtmaschine bei einer Panne

Die Überlastung der Lichtmaschine durch die simultane Versorgung der Starter- und Aufbaubatterie während langer Etappen kann das nächste Pannen-Problem verursachen. Im schlechtesten Fall erzeugt die Lichtmaschine keinen Strom mehr und das gesamte Fahrzeug läuft rein auf der verbleibenden Kapazität der Starterbatterie. Sollte nach einem kurzen Stopp und dem Abschalten aller Stromfresser immer noch Warnleuchte leuchten, solltet ihr unbedingt stehen bleiben. Ohne eine intakte Lichtmaschine bleibt das Fahrzeug nach kurzer Zeit liegen.

Der ADAC ist in der Lage vor Ort noch einmal eine konkrete Fehleranalyse vorzunehmen. Sollte sich der Verdacht einer defekten Lichtmaschine bestätigen, muss das Wohnmobil abgeschleppt werden.

Alkoven-Wohnmobil
Alkoven-Wohnmobil - © felix- stock.adobe.com

Schwierige Gangschaltung bei Überbelastung

Wenn ihr permanent an der Belastungsgrenze des Wohnmobils unterwegs seid oder gar mit einer Überladung, wird sich dies zwangsläufig auf die Gangschaltung auswirken. Ausgeschlagene Schaltseile oder Kupplungsprobleme sind die Folgen, die auf Dauer dazu führen können, dass die Gangschaltung nur sehr schwierig oder gar nicht mehr bedienbar ist. Wenn ihr dann die Gänge mit Gewalt hineindrückt, ruiniert ihr die Synchronringe im Getriebe und es kommt zu einem massiven Getriebeschaden. Reißt ein ausgeleiertes Schaltseil komplett oder verbrennt die Kupplung vollends, ist keine Weiterfahrt aus eigener Kraft mehr möglich. Wiederholt müsste der ADAC zur Hilfe gerufen werden.

Mobilitätsgarantie der Hersteller bei Wohnmobilen

Gerade bei neuen Fahrzeugen wird euch als Besitzer eine Mobilitätsgarantie der Hersteller eingeräumt. Da ein Wohnmobil jedoch aus zwei zentralen Komponenten besteht, dem Basisfahrzeug und dem Aufbau, beschränkt sich oft nur auf das Fahrgestell und den Motor. In der Regel sind bei der Mobilitätsgarantie folgende Aspekte enthalten:

· Reparaturversuche direkt an der Pannenstelle durch einen Service-Techniker
· Abschleppen des Wohnmobils zur nächsten geeigneten Vertragswerkstatt
· Bereitstellung eines Ersatz- oder Mietfahrzeugs
· Kostenübernahme für Zug-, Bus-, Taxi- oder Flugtickets

Dennoch ist hier Vorsicht geboten. Die Mobilitätsgarantie der Hersteller greift oftmals nur, wenn die vorgeschriebenen Wartungen fristgerecht bei einer Vertragswerkstatt durchgeführt wurden. Zudem muss die Hilfe über die angegebene Notfallnummer angefordert werden. Eine Kostenübernahme bei einem Abschleppdienst freier Wahl ist oftmals nicht möglich. Der größte Haken, den die meisten Menschen nicht vor Augen haben, die Mobilitätsgarantie ist zeitlich begrenzt und kann nach zwei oder vier Jahren beziehungsweise nach individueller Vereinbarung enden. 

Hilfreiche Fragen zu Pannen im Campingurlaub

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