Dichtigkeitsprüfung bei Wohnmobil & Wohnwagen: Das musst du wissen

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Schäden durch eindringende Feuchtigkeit sind ein Graus für Wohnmobil- und Wohnwagenbesitzer. Schon eine einzige undichte Stelle kann dazu führen, dass Wasser in den Aufbau des Fahrzeugs eindringt und dort massive Schäden anrichtet. Wird das Problem nicht rechtzeitig erkannt, können schnell Reparaturkosten in Höhe von mehreren Tausend Euro anfallen. Die gute Nachricht: Mit einer Dichtigkeitsprüfung kannst du Schäden frühzeitig feststellen lassen und dir viel Ärger sparen.

Inhaltsverzeichnis

Warum ist eine Dichtigkeitsprüfung bei Wohnmobil & Wohnwagen sinnvoll?

Dass Wasser Schäden im Wohnmobil anrichten kann, ist auch den Herstellern der Fahrzeuge bekannt. Daher geben die Hersteller beim Kauf eines neuen Reisemobils eine sogenannte Dichtigkeitsgarantie. Mit dieser Garantie verpflichten sich die Hersteller Feuchtigkeitsschäden im Fahrzeug kostenlos zu beheben.

Der Umfang dieser Garantie variiert von Hersteller zu Hersteller. Manche Hersteller garantieren für die Dichtigkeit des gesamten Aufbaus inkl. aller Fenster, Klappen, Luken, Türen sowie Wand- und Dachdurchführungen, andere hingegen nur für die Dichtigkeit der Aufbauverbindungen, also der Dach-, Wand- und Bodenverbindungen. Am besten informierst du dich bereits bei der Anschaffung des Fahrzeugs über den Umfang.

Wie lange gilt die Dichtigkeitsgarantie?

Das unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller. Üblich sind fünf bis sechs Jahre. In einzelnen Fällen kann die Garantie auch bis zu zehn Jahre betragen. Diese freiwillige Leistung ist aber an eine Voraussetzung gebunden: Fahrzeugbesitzer müssen einmal jährlich eine Dichtigkeitsprüfung bei einem vom Hersteller autorisierten Fachbetrieb vornehmen lassen, um sicherzustellen, dass keine Feuchtigkeitsschäden aufgetreten sind.

Hinweis: Die Dichtigkeitsgarantie greift nur dann, wenn das Fahrzeug durch von außen eindringendem Wasser beschädigt wurde. Dazu zählt beispielsweise nicht ein Leck im Wassertank oder der Wasseranlage im Wohnmobil.

Was passiert, wenn man die Dichtigkeitsprüfung vergessen hat?

Wer den Termin für die fällige Prüfung über die vom Hersteller zugestandene Frist (idR.: 8 Wochen) hinaus verstreichen lässt, hat in Zukunft keinen Anspruch mehr auf Garantieleistungen. Sollten also Folgeschäden durch eindringendes Wasser auftreten, musst du alle etwaig anfallenden Kosten selbst tragen.

Daher empfiehlt es sich auf jeden Fall, die Dichtigkeitsprüfung frühzeitig einzuplanen und den Termin rot im Kalender zu markieren. Wenn du dieses Jahr noch keine Dichtigkeitsprüfung gemacht hast, rufe am besten direkt bei der Service-Werkstatt an und vereinbare einen Termin.

Wer übernimmt die Dichtigkeitsprüfung?

Die Dichtigkeitsprüfung wird in der Regel in einer vom Hersteller autorisierten Service-Werkstatt durchgeführt. Für die meisten Wohnmobil- und Wohnwagenbesitzer ist das also die Werkstatt des Händlers, bei dem der Kauf stattgefunden hat. Teilweise bieten die Hersteller auch eine Dichtigkeitsprüfung im eigenen Werk an.

Was kostet eine Dichtigkeitsprüfung im Wohnmobil?

Die Kosten für die Dichtigkeitsprüfung hängen vom Fahrzeugtyp, Hersteller und der Servicewerkstatt an. In der Regel kannst du mit Kosten zwischen 60 und 200 Euro für die Prüfung rechnen. Diese Kosten muss der Fahrzeugbesitzer selbst übernehmen.

Auch wenn das im ersten Moment vielleicht viel klingen mag: Die Reparaturen von Wasserschäden können noch deutlich teurer werden und in den vierstelligen Bereich gehen. Daher ist das Geld für die Dichtigkeitsprüfung in jedem Fall sinnvoll angelegt.

Wie läuft die Dichtigkeitsprüfung ab?

Der genaue Ablauf der Dichtigkeitsprüfung wird vom jeweiligen Hersteller vorgeschrieben und meist in einer Checkliste festgehalten. Die Service-Werkstatt arbeitet diese Punkte systematisch ab und überprüft das Fahrzeug dabei auf etwaige Schwachstellen.

Üblicherweise besteht die Dichtigkeitsprüfung aus zwei Teilen:

  • Optische Prüfung
  • Technische Prüfung

Bei der optischen Prüfung überprüft der Service-Techniker alle kritischen Punkte an denen Wasser eindringen könnte, indem er sie sich genau anschaut. Dazu zählen Fugen, Dachluken, Fenster, Dichtnähte, das Dach und der Unterboden. Die technische Prüfung wird in der Regel mit einem Feuchtigkeitsmessgerät durchgeführt. Dieses Gerät wird an Decken, Wänden und dem Boden entlanggeführt und erkennt feuchte Stellen unter der Oberfläche.

Bei vielen älteren Fahrzeugen wird auch der Unterboden des Fahrzeugs begutachtet. Hier nimmt sich der Techniker Fahrzeugecken, Schnittkanten, Anschlüsse und Durchbrüche für Gasleitungen und Abwasserleitungen vor und prüft, ob alles dicht ist. Desweiteren wird der Zustand des Unterbodenschutzes geprüft und schadhafte Stellen gegebenenfalls mit einem speziellen Spray versiegelt.

Nach erfolgreicher Dichtigkeitsprüfung bestätigt der Service-Techniker die vorgenommene Kontrolle durch einen Eintrag ins Prüfbuch und ggfs. eine Inspektionsmarke. Am Datum kannst du genau sehen, wann die Prüfung vorgenommen wurde. Damit kannst du schon genau einplanen, wann die nächste Dichtigkeitsprüfung ansteht.

Was, wenn die Dichtigkeitsgarantie des Herstellers abgelaufen ist?

Natürlich können auch nach Ablauf der Herstellergarantie Feuchtigkeitsschäden auftreten. Dementsprechend sollten Wohnmobil- und Wohnwagenbesitzer auch nach Ablauf der Garantie weiter regelmäßig prüfen lassen – entweder wie zuvor durch einen Service-Techniker oder aber selbst in der eigenen Garage. Ein geeignetes Messgerät kostet um die 60 Euro.

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Titelfoto: © lblinova – stock.adobe.com

Author: Selim Baykara