Urlaub in Spanien: was du wissen musst - Andalusien

Rundreise durch Südspanien: Mit dem Wohnmobil durch Andalusien

Artikel von: Selim Baykara (5 min Lesedauer) 20.05.2026

Maurische Altstädte, einsame Naturstrände und spektakuläre Bergstraßen: Andalusien bietet einige der schönsten Landschaften Spaniens. In diesem Artikel zeigen wir dir eine entspannte Route für einen Roadtrip durch Südspanien mit den schönsten Stopps zwischen Málaga, Sevilla, Cádiz und der Sierra Nevada.

Inhaltsverzeichnis

Maurische Altstädte, weiße Bergdörfer, einsame Naturstrände und endlose Olivenhaine: Kaum eine Region Europas verbindet so viele verschiedene Landschaften auf engstem Raum wie Südspanien – und so viele Kontraste: In der brütenden Hitze des Tages wirken die Städte mit ihren historischen Gassen manchmal wie ausgestorben. Aber sobald die Sonne untergeht – dann füllen sich die Plätze der Altstädte mit ihren Tapasbars und kleinen Straßencafés. Für Camper ist Andalusien aber auch aus einem anderen Grund so reizvoll: Viele der schönsten Orte liegen nämlich nur wenige Fahrstunden voneinander entfernt.

In diesem Artikel stellen wir eine Rundreise durch Südspanien vor, die die schönsten Orte zu einer unkompliziert zu fahrenden Route verbindet. Nach einem Start im sonnigen Málaga fahren wir nach Granada mit der weltberühmten Alhambra. Danach geht es zu den wilden Küstenlandschaften des Cabo de Gata, bevor mit Córdoba und Sevilla die kulturellen Höhepunkte Andalusiens folgen. Über die Atlantikküste von Cádiz und die einsamen Berglandschaften rund um Ronda führt der letzte Teil der Route zurück nach Málaga.

Für die komplette Route empfehlen wir – je nach Jahreszeit und Anzahl der Zwischenstopps – etwa zwei bis drei Wochen einzuplanen. Entlang der Küsten gibt es zahlreiche Campingplätze und Wohnmobilstellplätze, besonders rund um Málaga, Cádiz und an der Costa Tropical. Freistehen ist in Spanien offiziell nur eingeschränkt erlaubt und wird je nach Region unterschiedlich streng kontrolliert. Die meisten Autobahnen in Andalusien, die sogenannten Autovías, sind mittlerweile mautfrei. Viele schöne Strecken verlaufen aber ohnehin über kleinere Landstraßen durch Olivenhaine, Naturparks und weiße Dörfer.

Roadtrip Andalusien
Praktische Informationen zur Campingtour
Route Málaga – Granada – Cabo de Gata – Córdoba – Sevilla – Cádiz – Ronda – Málaga
Strecke ca. 1.200–1.500 km je nach Abstechern
Fahrtzeit 2–3 Wochen
Highlights Alhambra in Granada, Naturstrände im Cabo de Gata, Altstadt und Mezquita von Córdoba, Berglandschaften rund um Ronda
Beste Reisezeit März bis Juni sowie September bis November
Maut Die meisten Autobahnen in Andalusien sind mautfrei, einzelne Schnellstraßen können gebührenpflichtig sein

Málaga und Granada: Zwischen Mittelmeer und Sierra Nevada

Málaga, die sonnenreichste Stadt Europas, ist der Start unserer Rundreise durch Andalusien und der perfekte Auftakt: Die Hafenstadt an der Costa del Sol verbindet entspannte Mittelmeeratmosphäre mit einer lebendigen Altstadt. Vor allem rund um die Markthalle Mercado Central, die Strandpromenade und die kleinen Gassen im historischen Zentrum zeigt sich Andalusien von seiner typischen Seite: Palmen, Tapasbars und lange Abende auf belebten Plätzen. Und für Wohnmobilreisende ist Málaga aus einem ganz praktischen Grund so ideal: Viele Campingplätze liegen nämlich direkt an der Küste.

Anschließend geht es direkt hinein in die Bergwelt Südspaniens. Unser Ziel: Granada, die Wiege des Flamencos und „Perle Andalusiens“.  Die Lage ist zweifellos spektakulär: Schon von weitem erhebt sich die Sierra Nevada über der Stadt, im Frühjahr sind die Gipfel – trotz Klimawandel – häufig schneebedeckt. Granada selbst ist einer der kulturellen Höhepunkte Südspaniens. Besonders die Alhambra und das alte maurische Viertel Albaicín sind sehr sehenswert – hier spürt man den arabischen Einfluss, der Andalusien bis heute prägt, hautnah. In den Tapasbars erklingt bis spät in die Nacht der „Cante Andaluz“, der leicht schwermütige Gesang Andalusiens.

Campingplatz-Tipp: Camping Granada

Cabo de Gata: Spaniens wilde Südostküste

Hinter Granada führen die Straßen durch eine trockene, stellenweise fast wüstenartige Region Richtung Mittelmeerküste. Rund um den Naturpark Cabo de Gata-Níjar zeigt sich Andalusien dann deutlich einsamer als an vielen der bekannten Küstenabschnitten. Hier prägen vulkanische Hügel, felsige Steilküsten, Kakteen und kleine Fischerdörfer das Bild – eine faszinierende, wild-romantische Landschaft. Der erste maritim-terrestrische Naturpark von Andalusien ist daher ein Pflichtstopp für Wohnmobilreisende.

Ein weiteres Highlight: Entlang der Küste liegen zahlreiche kleine Buchten und schöne Naturstrände, darunter die bekannte Playa de los Genoveses oder die Playa de Mónsul mit ihren dunklen Felsen und dem klaren Wasser. Viele Straßen verlaufen direkt oberhalb der Küste und bieten tolle Ausblicke auf das Mittelmeer. Ebenfalls erfreulich: Große Hotelanlagen sucht man vielerorts vergeblich. Stattdessen prägen kleine Orte wie San José oder Las Negras die Region. Gerade außerhalb der Hauptsaison geht es im Cabo de Gata daher angenehm ruhig zu. Etliche Campingplätze befinden sich in Küstennähe, z.B. das empfehlenswerte Camping Los Escullos.

Córdoba und Sevilla: Das kulturelle Herz Andalusiens

Von der Küste fahren wir anschließend wieder ins Landesinnere Andalusiens. Die Strecke Richtung Córdoba führt vorbei an endlosem Olivenhainen, die sich wie ein Teppich über weite Teile der Hügellandschaft ziehen. Córdoba gehört zu den geschichtsträchtigsten Städten Spaniens und war einst eines der wichtigsten Zentren der islamischen Welt. Besonders beeindruckend ist die Mezquita mit ihren endlosen Säulenreihen und rot-weißen Bögen. Rund um die Altstadt prägen enge Gassen, blumengeschmückte Innenhöfe und kleine Plätze das Stadtbild.

Noch lebhafter ist dann Sevilla. Die Hauptstadt Andalusiens ist größer, lauter und – man muss es ehrlich sagen – auch ein bisschen touristischer. Dennoch hat die Stadt eine unwiderstehliche Atmosphäre: Zwischen Kathedrale, Alcázar und den verwinkelten Gassen des Viertels Santa Cruz entfaltet sich die ganze kulturelle Vielfalt Südspaniens. Rein praktisch gesehen, parkt man das Wohnmobil aber besser außerhalb von Sevilla. Stellplätze finden sich außerhalb des historischen Zentrums, von dort gelangt man unkompliziert mit Bus oder Bahn in die Altstadt.

Cádiz, Ronda und die Rückfahrt nach Málaga

Nach den Städten im Landesinneren bietet die Atlantikküste um Cádiz dann noch einmal ein schönes Kontrastprogramm. Die Hafenstadt liegt auf einer schmalen Landzunge direkt am Meer und zählt mit einer fast 3.000-jährigen Geschichte zu den ältesten Städten Europas. Rund um die Uferpromenade, die kleinen Plätze der Altstadt und die langen Sandstrände geht es entspannter zu als in Sevilla. Außerdem weht fast immer eine frische Atlantikbrise – besonders in den heißen Sommermonaten sehr angenehm. Die Küste südlich von Cádiz ist zudem bekannt für ihre langen Naturstrände, viele beliebten Campingplätze direkt am Meer.

Campingplatz-Tipp: TAIGA Puerto Santa María

Zum Abschluss der Rundreise führt die Route noch einmal hinein in die Berge Andalusiens nach Ronda. Die „weiße Stadt“ liegt spektakulär oberhalb einer 120 Meter tiefen Schlucht und gehört zu den bekanntesten Orten Südspaniens. Besonders eindrucksvoll ist die Fahrt durch die Berglandschaften der Serranía de Ronda mit ihren kurvigen Straßen, Felsen und den kleinen weißen Dörfern, den berühmten „pueblos blancos“. Und dann sind wir auch schon wieder in Málaga – und genießen im Idealfall noch ein paar sonnige Tage, bevor es danach wieder in Richtung Heimat geht.

Titelbild: Kathedrale von Santa Cruz in Andalusien © Kavalenkava – stock.adobe.com

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