Raia do Amado im Naturpark Costa Vicentina

Die wilde Atlantikküste von Portugal: Roadtrip von Faro nach Porto

| 10 min Lesedauer

Wind, Wellen und wilde Küstenlandschaften: Eine Fahrt entlang der portugiesischen Atlantikküste ist ein Traum für sonnenhungrige Camper und zählt zu den schönsten Routen, die Europa zu bieten hat. Fast 700 Kilometer geht es immer am Atlantik entlang. Auf dem Programm: Wunderbare Natur, historische Städte und menschenleere Strände, die zu den Besten des Kontinents zählen.

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Portugal zählt nicht ohne Grund zu den beliebtesten Camping-Destinationen in Europa. Das Land im Südwesten des Kontinents bietet einmalige Küstenlandschaften, endlos lange Sandstrände und eine Weite, die dafür sorgt, dass es auch in Zeiten des Massentourismus immer noch genug versteckte Winkel gibt. Dazu freundliche Menschen, prächtige historische Städte und ein mildes Klima, das ganzjährig zu einem Besuch einlädt. Was will Camper mehr?

Mit dem Wohnmobil an der Atlantikküste Portugals

Blick auf die Berge von der Straße im Nationalpark Serra da Estrela, Portuga
Blick auf die Berge von der Straße im Nationalpark Serra da Estrela, Portugal © AGORA Images - stock.adobe.com

Besonders reizvoll ist die Atlantikküste im Südwesten Portugals. Zwischen Faro im Süden und Porto am nördlichen Ende erstreckt sich auf rund 700 Kilometern eine einmalig schöne und wilde Küstenlandschaft, die in früheren Zeiten das Ende Europas und damit das Ende der bekannten Welt markierte. Das sind die Regionen Algarve und der Alentejo – Landschaften, in denen der Rhythmus vom Meer vorgegeben wird und die in den 1970ern von Surfern und Hippies entdeckt wurden.

Inzwischen hat sich das auch bei Campern herumgesprochen:  Dank dem gut ausgebauten Straßennetz bietet sich der Südwesten Portugals hervorragend für einen Roadtrip mit dem Wohnmobil an. In den letzten Jahren wurde vermehrt in Campingplätze und die entsprechende Infrastruktur investiert, sodass man im Prinzip nur noch losfahren muss, um diesen reizvollen Teil des Landes kennenzulernen.

Traumtour von Faro nach Porto: Die Highlights von Portugals Westküste

Schöner Traumstrand bei Sonnenaufgang in der Nähe von Lagos, Algarve, Portugal
Schöner Traumstrand bei Sonnenaufgang in der Nähe von Lagos, Algarve, Portugal © emotionpicture - stock.adobe.com

Wir stellen in diesem Artikel eine Route vor, die einige der Highlights der Küste mitnimmt:  Die alten Hafenstädte Faro und Lagos mit ihren wunderschönen Altstädten und typisch weiß-getünchten Häusern am Meer. Das Kap São Vicente, wo die Algarve in einer bis zu 70 Meter hohen Steilküste endet. Traumhafte, häufig menschenleere, Strände an der Costa Vicentina, von denen der Arrifana-Strand nur der bekannteste ist.

Ein Abstecher nach Lissabon, die Hauptstadt des Landes, darf natürlich ebenfalls nicht fehlen. Ebenso wenig wie ein Besuch vom Peniche, einem der größten Fischereihäfen des Landes und einem Hotspot für Surfer. Zum Abschluss geht es nach Porto: Die zweitgrößte Stadt des Landes ist längst aus dem Schatten Lissabons herausgetreten und präsentiert sich heute als attraktives Reiseziel mit Geheimtipp-Charakter.

Faro: Unbekannte Schönheit im Herzen der Algarve

Die barocke Karmeliterkirche "Nossa Senhora do Carmo"
Die barocke Karmeliterkirche "Nossa Senhora do Carmo", Faro © Reginaldo - stock.adobe.com

Faro, die malerische Hauptstadt der Algarve, lassen die meisten Besucher links liegen, um gleich weiterzufahren. Dabei lohnt es sich durchaus, hier 1-2 Tage zu verweilen. Die hübsche Altstadt zählt zu den am besten erhaltenen der Region und vereint maurische Einflüsse mit typisch portugiesischer Architektur. Hier können Besucher authentischen Alltag erleben, der in vielen Touristenorten der Algarve längst Geschichte ist.

Unsere Tipps für Besucher: Die prächtige Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert und die barocke Karmeliterkirche „Nossa Senhora do Carmo“ aus dem 18. Jahrhundert. Letztere glänzt mit einer besonders schaurigen Attraktion – dem mit Schädeln und Knochen verzierten Beinhaus der „Capela dos Ossos“.  Außerdem lohnt das „Museu Marítimo“, in dem in dem historische Schiffsmodelle und Fischfangmethoden der Algarve gezeigt werden. Für Badeurlauber bieten sich Ausflüge an den rund 7 km entfernten „Praia de Faro“ und die vorgelagerte Insel „Ilha Deserta“ im maritimen Naturpark „Ria Formosa an“. Letztere ist wahrscheinlich einer der ruhigsten Ecken der ganzen Algarve. Die Lagunenlandschaften des Naturparks sind zudem ein Paradies für Strandspaziergänge und Küstenwanderungen.

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Von Lagos bis ans Ende der Welt

Praia do Camilo, Algarve, Portugal. Blick aus einer Höhle
Praia do Camilo, Algarve, Portugal. Blick aus einer Höhle © emotionpicture - stock.adobe.com

Nächste Station der Reise ist Lagos im westlichen Teil der Algarve. Im Unterschied zu Faro ist Lagos ein wahrer Touristenmagnet, dennoch hat sich die Stadt noch einen guten Teil ihres ursprünglichen Charakters bewahrt. Hauptattraktion sind die imposanten Hafenanlagen, die von der stolzen Vergangenheit als Seefahrer-Metropole künden, das beeindruckende Fort „Ponta da Bandeira“ und die außergewöhnlichen Barockkirchen im historischen Zentrum der Stadt.

Ein beliebtes Reiseziel südlich von Lagos ist die Landzunge „Ponta da Piedade“. Hier hat die Kraft des atlantischen Ozeans eine Reihe von verwitterten Steilklippen geschaffen, die in teils spektakulären Grotten und natürlichen Meereshöhlen auslaufen – eines der beeindruckendsten Naturphänomene der ganzen Algarve. Zum anschließenden Entspannen geht es am besten an die nahegelegenen Strände „Praia da Dona Ana“ und „Praia do Camilo“. Östlich von Lago wartet zudem mit dem „Meia Prada“ der längste Sandstrand der westlichen Algarve.

Campingplatz-Tipp: Yelloh! Village Algarve-Turiscampo

Bei der Weiterfahrt in Richtung Norden ist ein Zwischenstopp am „Kap São Vicente“ Pflichtprogramm für Portugalurlauber. Das Kap in der Nähe der Gemeinde Sagres ist der südwestlichste Zipfel Portugals und bietet von der 60 m hohen Steilküste wunderbare Ausblicke über den Atlantik. Absoluter Kult ist ein Besuch des „Letzten Bratwurststands vor Amerika“ – eine Anspielung darauf, dass dieser Punkt für viele Jahrhunderte tatsächlich das Ende der bekannten Welt markierte.

Einsame Küstenstraßen an der Costa Vicentina

Luftaufnahme des Dorfes Zambujeira do Mar und des Strandes bei Sonnenuntergang, in Alentejo, Portugal
Luftaufnahme des Dorfes Zambujeira do Mar und des Strandes bei Sonnenuntergang, in Alentejo, Portugal © Tiago Fernandez - stock.adobe.com

Weiter geht es zum traumhaft schönen Arrifana-Strand bei Aljezur. Der in einer Bucht gelegene und von Steilklippen gut geschützte Strand zählt zu den bekanntesten Stränden der Algarve und wurde wiederholte mit der Blauen Flagge ausgezeichnet. Dank der hervorragenden Wellenqualität ist er ein Hotspot der Surfer-Szene. In der Nähe gibt es zahlreicher Unterkünfte und mit dem Parque de Campismo do Serrão auch einen empfehlenswerten Campingplatz in der Nähe.

Das malerische Küstenstädtchen Odeceixe an der Mündung des Ribeira ist der Eingang zum schönsten Teil der „Costa Vincentina“. So wird der wildromantische Küstenstreifen genannt, der sich zwischen Burgau und Porto Covo erstreckt und im Norden in den Alentejo übergeht. Ein großer Teil des Gebiets steht unter Naturschutz und ist für mitteleuropäische Verhältnisse sehr einsam – hier ist es auch heute noch kein Problem, eine stille Badebucht ganz für sich allein zu finden.

Die beeindruckende Natur mit ihrer Mischung aus Steilküsten, Sandstränden, Salzwiesen und grünem Hinterland ist inzwischen auch ein beliebtes Revier zum Wandern. Der Fernwanderweg „Rota Vicentina2 führt einmal entlang der gesamten Küste. Ein besonders schöner Abschnitt führt von Zambujeira do Mar bis nach Almograve. Alternativ folgen Camper der Route auf der Nationalstraße N120 und biegen nach Odeceixe auf die Küstenstraße CM 1158. Das schöne Feriendorf Camping Villa Park Zambujeira ist ein hervorragender Ort für einen Zwischenstopp.

Lissabon ist eine der schönsten Städte Europas

Blick über Lissabon zum Sao Jorge Castle
Blick auf Lissabon mit Castelo de Sao Jorge © TTstudio - stock.adobe.com

Nach den vielen fantastischen Landschaftseindrücken an der Costa Vicentina ist es Zeit für ein bisschen Kultur. Praktisch, dass Portugal, die Hauptstadt und Kultur-Metropole des Landes, nur einige Stunden entfernt im Norden liegt. Auf dem Weg dahin lohnt sich ein Abstecher zur Halbinsel Tróia, der wahrscheinlich schönsten Halbinsel Portugals. Die ganze Westseite der Insel besteht aus endlosen Sandstränden – einer der schönsten ist der „Praia Tróia Mar“ ganz im Norden.

Lissabon, die kosmopolitische Hauptstadt Portugals, hat so viel zu bieten, dass man hier bequem mehrere Tage verbringen kann. Eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten ist das imposante, auf einem Hügel gelegene „Castelo de São Jorge“: Von hier aus bietet sich ein fantastischer Blick über die malerische Altstadt mit ihren pastellfarbenen Häusern. Eine weitere Attraktion ist der „Torre de Belém“ im gleichnamigen Stadtteil an der Mündung des Tejo. Der Turm ist eines der Wahrzeichen Lissabons und eines der wenigen Gebäude, die das verheerende Erdbeben von 1755 unbeschadet überstanden. Seit 1983 ist er Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Wer keine normale Sightseeing-Tour machen möchte, nimmt einfach die Tram-Linie 28. Die nostalgische Straßenbahn fährt an einigen der schönsten Orte der Stadt vorbei, unter anderem dem Viertel Estrela mit seiner barocken Basilika, vorbei am portugiesischen Parlament und über den „Terreiro do Paço“, den lebhaften Hauptplatz der Stadt. Die wunderschönen Stadtviertel Alfama und Castelo erkundet man besser zu Fuß. In den Kneipen und Cafés kann man mit etwas Glück einer spontanen Fado-Darbietung lauschen – Lissabon gilt als Zentrum dieses typisch portugiesischen Musikstils.

Die besten Campingplätze in Lissabon findest du hier:

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Peniche: Europas Surfer-Hotspot Nr. 1

Surfer reitet auf einer Welle, Peniche
Surfer reitet auf einer Welle, Peniche © EpicStockMedia - stock.adobe.com

Mit den wehmütigen Fado-Klängen im Ohr verlassen wir Lissabon und fahren weiter nach Norden. Nächster Halt ist die Küstenstadt Peniche, die als eine der absoluten Surfer-Hochburgen Europas gilt. Im Zentrum des früheren Fischerorts gibt es einiges zu entdecken, darunter das Sanktuarium „Nossa Senhora dos Remédios“ und die Kirchen „São Pedro“ und „Misericórdia“. Hauptattraktion von Peniche sind aber eindeutig die Strände und die nahezu perfekten Wellen, die jedes Jahr die besten Surfer der Welt zur Surfmeisterschaft Rip Curl Pro Portugal anlocken. Am „Praia dos Supertubos“ bilden sich bei guten Bedingungen röhrenförmige Hohlräume unter den riesigen Wellenkämmen (Tubes) – ein Naturwunder, das in Europa seinesgleichen sucht.

Etwas ruhiger geht es am „Praia Baleal“ zu – der langgezogene Sandstrand in einer Bucht eignet sich perfekt für einen Strandtag mit der ganzen Familie. Ganz in der Nähe davon bieten die wunderschönen Klippen von Papôa tolle Ausblicke auf den Ozean – bei gutem Wetter sogar bis zu der kleinen „Ilha das Berlenga“. Die unter Naturschutz stehende Insel vor der Küste von Peniche ist ein Paradies für Taucher und wird täglich mit Ausflugsbooten angefahren. Als ehemaliges Zentrum der Küstenfischerei ist Peniche auch heute noch für seine gastronomischen Leckereien aus dem Meer bekannt. Bevor es weitergeht, sollte man unbedingt typische Spezialitäten wie „caldeirada“ (Fischsupper) oder „arroz de marisco“ (Reis mit Schalentieren) probieren.

Wir zeigen dir die schönsten Campingplätze in Peniche:

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Zum Abschluss: Eine Runde Portwein in Porto

Igreja de Santa Clara, Porto
Igreja de Santa Clara, Porto © saiko3p - stock.adobe.com

Letzter Stopp der Reise an Portugals Atlantikküste ist Porto. Die „heimliche Hauptstadt des Nordens“ ist neben Lissabon die einzige wirkliche Großstadt des Landes. Am Ufer des Flusses Douro liegt das „Alto Douro“, das traditionelle Weinanbaugebiet des Portweins. Daneben hat Porto aber auch kulturell eine ganze Menge zu bieten, allen voran die wunderschöne Altstadt, die seit 1996 zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt. Porto wird häufig „Barockstadt“ genannt – beim Besuch der prächtigen, 800 Jahre alten Kathedrale und der wunderschönen Barockkirche „Igreja de Santa Clara“, wird auch klar, warum.

Weitere architektonische Highlights sind der Bahnhof „Porto São Bento“ mit seinen berühmten blauen Kacheln (Azulejos) in der Eingangshalle und die Brücke „Ponte Luís I“. Fast 400 Meter überspannt die 2-Etagen-Brücke den Douro und bietet atemberaubende Blicke über die Skyline der Stadt – vor allem in der Abenddämmerung ein unvergessliches Erlebnis. Entlang des Flusses reihen sich zahlreiche Portweinkeller und Bars aneinander – die perfekte Gelegenheit, das Aushängeschild der Region einmal vor Ort zu probieren. Wer die zahlreichen Museen besuchen will, sollte sich übrigens den Sonntagvormittag vormerken: Dann ist der Eintritt nämlich frei.

Ein empfehlenswerter Campingplatz in der Nähe von Porto ist das Orbitur-Camping Canidelo. Weitere schöne Campingplätze rund um Porto findest du hier:

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Brücke "Ponte Luís I" über den Fluss Douro und Porto
Brücke "Ponte Luís I" über den Fluss Douro und Porto - © Shchipkova Elena - stock.adobe.com

Und damit ist die Tour an Portugals wilder Atlantikküste zu Ende. Noch keine Lust wieder nach Hause zu fahren? Dann setze die Reise auf der iberischen Halbinsel einfach fort und fahre nach Spanien. Schau dir hier unsere Traumroute auf der iberischen Halbinsel an.

Alternativ hängst du noch ein paar Tage Strandurlaub dran. Wir zeigen dir die besten Campingplätze in der Algarve:

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