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Von Rügen bis Rheinsberg: Campingroute entlang der nördlichen Alleenstraße

Über eine Strecke von 2.900 Kilometer schlängelt sich die Deutsche Alleenstraße von der Ostseeinsel Rügen bis an die Ufer des Bodensees einmal quer durch Deutschland. Sie wurden 1993 vom Verein Arbeitsgemeinschaft Deutsche Alleenstraße e. V., einem Zusammenschluss von ADAC, dem Deutschen Tourismusverband oder der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, ins Leben gerufen – und verbindet heute 10 der 16 Bundesländer miteinander.

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Die pittoreske Route verläuft in erster Linie über von Bäumen gesäumte Landstraßen und kann das ganze Jahr über befahren werden. Während das Laubdach im Frühsommer in saftigem Grün erstrahlt, umfasst die herbstliche Farbenpracht die gesamte Palette alter und neuer Meister. Auch der Winter bringt seinen ganz eigenen Charme mit. Hinzu gesellt sich ein wunderbar abwechslungsreiches Spiel von Licht und Schatten, das zu einer besonders entspannten Art des Reisens durch die eigene Heimat beiträgt.

In diesem Artikel nehmen wir den ersten Abschnitt der Route genauer unter die Lupe, der sich als Deutsche Alleenstraße Nord 290 Kilometer weit vom Kap Arkona auf Rügen bis ins brandenburgische Rheinsberg erstreckt. Der Fokus liegt dabei neben den Sandstränden der Ostsee und den glitzernden Gewässern der Mecklenburgischen Seenplatte auf frisch renovierten Schlössern, prächtigen Gutshäusern und pittoresken Altstädten. Los geht’s!

Der Beginn in Rügen

Da unsere Leser aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem eigenen Wohnwagen anreisen, starten wir die Reise direkt auf dem Campingplatz, nämlich auf dem Regenbogen Göhren im gleichnamigen Ostseebad auf der Halbinsel Mönchgut. Zwischen Kiefernwald und Dünen direkt am Ostseestrand gelegen, genießt du hier nicht nur im Wellnessbereich mit Innenpool und Saunagarten Ruhe. Während vor Ort italienische Weine und deutsche Klassiker darauf warten, verkostet zu werden, locken im nur etwa einen Kilometer entfernten Ortszentrum weitere Cafés und Restaurants zu kulinarischen Entdeckungstouren.

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© Manuel Schönfeld - stock.adobe.com

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Doch auch die Nachbarorte können sich durchaus sehen lassen. Schnüre deine Wanderschuhe und spaziere zum Kap Nordperd, dem östlichsten Punkt Rügens, oder schließe dich den Kitesurfern im Naturschutzgebiet Mönchgut an und feile bei perfekten Windbedingungen an deinen spektakulärsten Sprüngen. Erkunde die Uferpromenade mit der 270 Meter langen Seebrücke von deinem Stellplatz bequem zu Fuß oder schlendere direkt am Meer entlang bis ins knapp 5 Kilometer entfernte Ostseebad Sellin mit seiner gleichnamigen Seebrücke.

Lasse dich im Restaurant zum Mittagstisch nieder, bevor du in ein dichtes Waldgebiet einbiegst, das sich erst 6 Kilometer später am Binzer Strand wieder lichtet. Ein Umweg von etwa 2,5 Kilometer ermöglicht den Besuch des neogotischen Jagdschlosses Granitz oder du begibst dich auf direktem Weg zum Kurhaus Binz, dem wohl besten Beispiel der typisch weißen Bäderarchitektur. Nähert sich die Sonne bereits dem Horizont, bringt dich die beliebte Schmalspurbahn Rasender Roland rechtzeitig zurück zu deinem Nachtlager in Göhren, damit du am nächsten Morgen in aller Frühe zu deiner Route über die Deutsche Alleenstraße Nord aufbrechen kannst.

Diese beginnt nämlich erst richtig mit dem Erreichen der 43 Meter hohen Steilküste am Kap Arkona. Mit ihren weißen Kreidefelsen, den beiden historischen Leuchttürmen sowie Bunker und Peilturm aus Zeiten der Wehrmacht gehört die Landspitze im Nordosten Rügens mit rund 800.000 Besuchern im Jahr zu den beliebtesten Ausflugszielen der Insel. Von hier führt die Route entlang der Deutschen Alleenstraße Nord über die K1 bis Altenkirchen, weiter über die L30 bis Kluis und schließlich über die L301 bis Putbus.

Die weiße Stadt ist vor allem für ihren um 1800 vom Fürsten Wilhelm Malte zu Putbus angelegten Schlosspark mit Orangerie, Marstall und Wildgehege bekannt. Doch auch das um 1820 erbaute klassizistische Theater mit seiner wunderbaren Akustik ist definitiv einen Besuch wert, bevor du der Deutschen Alleenstraße Nord über die L29, vorbei an Garz, bis nach Stralsund, dem eigentlichen Tor zur Insel Rügen, folgst.

Von Stralsund bis an den Kummerower See

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Die auch als Venedig des Nordens bekannte Stadt hat sich unter anderem als angeblicher Herkunftsort des Bismarckherings einen Namen gemacht. Besucher aber zieht vor allem die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Altstadt mit ihren Kaufmannshäusern, Kirchen, versteckten Plätzen und engen Gassen in den Bann.

Besonders interessant ist dabei der Alte Markt, der mit Nikolaikirche, Rathaus, Artushof, Wulflamhaus, Commandantenhus, Gewerkschaftshaus und einem neueren Plattenbau, einmal quer durch die Architekturgeschichte der letzten 700 Jahre führt. Von den mittelalterlichen Befestigungsanlagen der Stadt können heute noch Knieper- und Kütertor besichtigt werden, während das Deutsche Meeresmuseum im ehemaligen Katharinenkloster, das Ozeaneum Stralsund und das im Hafen vor Anker liegende Museumsschiff Gorch Fock I über das Leben am und im Wasser aufklären.

Über die B194 führt die Route entlang der Deutschen Alleenstraße Nord bis nach Grammentin, wo ein altes Feuerwehrhaus für lustige Erinnerungsfotos steht. Vorher aber triffst du erst einmal auf die ovale Altstadt von Grimmen mit ihrer Pfarrkirche St. Marien, dem spätgotischen Rathaus aus rotem Backstein und dem Kalandhaus aus dem 15. Jahrhundert. Auch hier gibt es drei historische Stadttore zu entdecken. Kleine Camper freuen sich über den Tierpark mit seinen Eseln, Ziegen, Waschbären und Erdmännchen.

In der Hansestadt Demmin, die durch ihre Lage am Zusammenfluss von Peene, Trebel und Trollense vor allem bei Naturtouristen sehr beliebt ist, gibt es mit der Kirche Sankt Bartholomaei, dem Luisentor und dem historischen Pulverturm einige Bauwerke der Backsteingotik zu entdecken. Das Freilichtmuseum Hanseviertel lässt Besucher aller Alterskategorien tief in den Alltag des Mittelalters eintauchen und neben Kerzenziehen und Körbeflechten auch die traditionelle Schmiede- und Brotbackkunst erlernen. Nach den kleinen Feldsteinkirchen von Borrentin biegst du schließlich im Grammentiner Forst auf die K3 ab, über welche die Deutsche Alleenstraße Nord bis nach Malchin führt.

Unterwegs besuchst du etwa das barocke Herrenhaus Schloss Kummerow mit seiner 2016 eröffneten Fotografischen Sammlung oder du sparst dir deine Energie für die dreischiffige St.-Johannis-Kirche in Malchin auf. Hier gibt es außerdem Überreste der ehemaligen Stadtmauer inklusive zwei historischer Stadttore und eines Wehrturms aus dem 15. Jahrhundert zu entdecken. Das aus dem Ende des 18. Jahrhunderts stammende Observatorium der Sternwarte Remplin befand sich einst im Besitz einiger der größten Teleskope Europas. Heute verzaubert das historische Gebäude vor allem durch seine pittoreske Außenfassade.

Naturgenuss pur an der Mecklenburgischen Seenplatte

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Von Malchin führt die L20 bis nach Malchow am gleichnamigen Malchower See. Besuche das ehemalige Magdalenerinnen-Kloster mit seiner schönen Klosterkirche oder schlendere über die stählerne Drehbrücke bis auf die idyllische Altstadtinsel, bevor du dich über die B192 nach Sietow begibst. Alternativ biegst du schon in Dahmen Richtung Waren an der Müritz ab, wo dich der afrikanisch inspirierte Campingpark Kamerun direkt am Ufer des größten zusammenhängenden Seengebiets Mecklenburg-Vorpommerns zur wohlverdienten Auszeit mitten in der Natur empfängt.

Am Ortsrand des Luftkurortes und Sole-Heilbades Waren an der Müritz gelegen, ist es der perfekte Ausgangspunkt für ausgedehnte Erkundungstouren durch den 322 Quadratkilometer großen Müritz-Nationalpark mit seinen endlosen Wäldern, weiten Moorlandschaften, grünen Wiesen und Feldern. Entdecke die abwechslungsreiche Pflanzen- und Tierwelt wandernd, auf dem Rad oder über einen der vielen Wasserwege – und lass dir anschließend am Badestrand die Sonne auf den Bauch scheinen. Aktivere Camper freuen sich über die angegliederte Segel- und Surfschule, Haustier und Herrchen können sich auf der eingezäunten Auslaufwiese und am separaten Hundestrand nach Lust und Laune austoben.

Genug erholt? Über die L24 führt die Route entlang der Deutschen Alleenstraße Nord bis in die langgezogene Altstadt von Röbel. Spaziere vorbei an charmanten Fachwerkhäusern inklusive einer ehemaligen Synagoge, wirf einen Blick ins Innere der beiden großen Backsteinkirchen und statte unbedingt auch der historischen Mühle einen Besuch ab. Weitere sehenswerte Orte sind der Pferdemarkt sowie der angrenzende Marktplatz mit Rathaus im klassizistischem Stil, bevor dich die L241 und B198 zur hochmittelalterlichen Burg und der gotischen Stadtkirche von Wesenberg bringen.

Du planst noch weitere Stopps entlang der Deutschen Alleenstraße Nord? Vielleicht wirst du ja auf einem der mehr als 100 Campingplätze in Mecklenburg-Vorpommern fündig.

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Abschluss deiner Route entlang der Deutschen Alleenstraße Nord

Den letzten Halt vor dem Zieleinlauf in Rheinsberg bildet der naturnah in einem Kiefernwald gelegene Campingpark am Weißen See. Wie der Name bereits verrät, liegt auch der letzte Stellplatz deiner Reise direkt an einem der vielen Seen der Region und lädt mit seinem Badestrand zu endlosen Stunden des süßen Nichtstuns ein. Und dann ist es auch schon so weit: Die B122 bringt dich in den knapp 27 Kilometer entfernten staatlich anerkannten Erholungsort Rheinsberg, der durch die Beschreibungen von Kurt Tucholsky und Theodor Fontane nationale Bekanntheit erlangte. An ersteren erinnert noch heute das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum im rosafarbenen Rokokoschloss am Ostufer des Grienericksees, welches als Vorbild für die Schlossanlagen von Sanssouci gedient haben soll.

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Das passende Geschenk für die Daheimgebliebenen ergatterst du in der lokalen Keramikmanufaktur, in deren Museum du zudem alles über die 250-jährige Tradition der Steingutproduzenten erfährst, bevor du nur anderthalb Stunden später in die Hauptstadt einfährst oder dir in Potsdam selbst ein Bild von der Ähnlichkeit zwischen Friedrichs Prunkpalast und Schloss Rheinsberg machst.

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Artikel von Corinne Hilbert

Titelfoto: © kentauros – stock.adobe.com

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