Von Rügen bis Rheinsberg: Roadtrip auf der Deutschen Alleenstraße

7 min Lesedauer

Die Deutsche Alleenstraße ist die längste Ferienstraße Deutschlands und führt von der Ostsee bis nach Bayern. Wir stellen einen Abschnitt der Strecke vor, auf der du den wunderschönen nördlichen Teil der beliebten Ferienstraße im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern kennenlernst. Auf dem Programm: Backsteinkirchen, hübsche kleine Dörfchen und die zauberhaften Naturlandschaften der Mecklenburgischen Seenplatte.

Inhaltsverzeichnis

Einmal quer durch Deutschland: Über eine Strecke von 2.900 Kilometer schlängelt sich die Deutsche Alleenstraße von der Ostseeinsel Rügen bis an die Ufer des Bodensees. Die Ferienstraße wurde 1993 vom Verein Arbeitsgemeinschaft Deutsche Alleenstraße e. V. ins Leben gerufen, einem Zusammenschluss von ADAC, dem Deutschen Tourismusverband und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald. Heute verbindet sie 10 der 16 Bundesländer miteinander und ist damit die längste Ferienstraße Deutschlands.

Die wunderschöne Route verläuft in erster Linie über von Bäumen gesäumte Landstraßen und ist ganzjährig befahrbar. Während das Laubdach im Frühsommer in saftigem Grün erstrahlt, bietet die herbstliche Farbenpracht ein ganz besonderes Naturschauspiel. Auch der Winter hat seinen ganz eigenen Charme. Zu jeder Jahreszeit gilt aber: Das wunderbar abwechslungsreiche Spiel von Licht und Schatten trägt zu einer besonders entspannten Art des Reisens durch die eigene Heimat bei.

In diesem Artikel nehmen wir den ersten Abschnitt der Route genauer unter die Lupe. Die Deutsche Alleenstraße Nord erstreckt sich auf rund 290 Kilometern vom Kap Arkona auf Rügen bis ins brandenburgische Rheinsberg. Von den goldenen Sandstränden der Ostsee geht es bis zu den glitzernden Gewässern der Mecklenburgischen Seenplatte. Auf dem Weg: Frisch renovierte Schlösser, prächtigen Gutshäuser und pittoreske Altstädten. Los geht’s!

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Sonne, Strand und Dünen im Ostseebad Rügen

Da du wahrscheinlich mit dem eigenen Wohnwagen bzw. Camper anreist, starten wir die Reise direkt auf einem Campingplatz. Los geht’s auf dem beliebten Regenbogen Göhren im gleichnamigen Ostseebad auf der Halbinsel Mönchgut. Zwischen Kiefernwald und Dünen direkt am Ostseestrand gelegen, genießt du im Wellnessbereich mit Innenpool und Saunagarten vollendete Ruhe. Vor Ort warten italienische Weine und deutsche Klassiker darauf, verkostet zu werden. Im nur etwa einen Kilometer entfernten Ortszentrum locken weitere Cafés und Restaurants zu kulinarischen Entdeckungstouren.

© Manuel Schönfeld - stock.adobe.com

Doch auch die Nachbarorte können sich durchaus sehen lassen. Schnüre deine Wanderschuhe und spaziere zum Kap Nordperd, dem östlichsten Punkt Rügens. Schließe dich den Kitesurfern im Naturschutzgebiet Mönchgut an und feile bei perfekten Windbedingungen an deinen spektakulärsten Sprüngen. Erkunde die Uferpromenade mit der 270 Meter langen Seebrücke von deinem Stellplatz bequem zu Fuß. Oder schlendere direkt am Meer entlang bis ins knapp 5 Kilometer entfernte Ostseebad Sellin mit seiner gleichnamigen Seebrücke.

Nach der Mittagspause im Restaurant bietet sich ein Spaziergang im angrenzenden Stadtwald an, der sich erst 6 Kilometer später am Binzer Strand wieder lichtet. Über einen kurzen Umweg (ca. 2,5 Kilometer) kannst du das neogotische Jagdschloss Granitz besuchen. Oder du begibst dich auf direktem Weg zum Kurhaus Binz, dem wohl besten Beispiel der typisch weißen Bäderarchitektur. Sinkt die die Sonne bereits wieder gen Horizont, bringt dich die beliebte Schmalspurbahn Rasender Roland rechtzeitig zurück zu deinem Nachtlager in Göhren. Von hier aus kannst du am nächsten Morgen in aller Frühe zu deiner Route über die Deutsche Alleenstraße Nord aufbrechen!

Kap Arkona: Offizieller Startpunkt der Deutschen Alleenstraße

Die Ferienstraße beginnt offiziell erst mit dem Erreichen der 43 Meter hohen Steilküste am Kap Arkona. Mit ihren weißen Kreidefelsen, den beiden historischen Leuchttürmen sowie Bunker und Peilturm aus Zeiten der Wehrmacht, gehört die Landspitze im Nordosten Rügens zu den beliebtesten Ausflugszielen der Insel. Rund 800.000 Besuchern kommen jedes Jahr hierher. Von hier führt die Route entlang der Deutschen Alleenstraße Nord über die K1 bis Altenkirchen, weiter über die L30 bis Kluis und schließlich über die L301 bis Putbus.

Die weiße Stadt ist vor allem für ihren um 1800 vom Fürsten Wilhelm Malte zu Putbus angelegten Schlosspark mit Orangerie, Marstall und Wildgehege bekannt. Doch auch das um 1820 erbaute klassizistische Theater mit seiner wunderbaren Akustik ist definitiv einen Besuch wert. Anschließend folgst du der Deutschen Alleenstraße Nord über die L29, vorbei an Garz, bis nach Stralsund, dem eigentlichen Tor zur Insel Rügen.

Stralsund – das Venedig des Nordens

© Sliver - stock.adobe.com

Stralsund ist auch als Venedig des Nordens bekannt. Die Stadt hat sich unter anderem als angeblicher Herkunftsort des Bismarckherings einen Namen gemacht. Besucher zieht es aber vor allem in die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Altstadt. Mit ihren schmucken Kaufmannshäusern, Kirchen, versteckten Plätzen und engen Gassen ein toller Ort zum Bummeln und Flanieren!

Besonders interessant ist dabei der Alte Markt. Nikolaikirche, Rathaus, Artushof, Wulflamhaus, Commandantenhus, Gewerkschaftshaus und ein neuere Plattenbau führen einmal quer durch die Architekturgeschichte der letzten 700 Jahre. Von den mittelalterlichen Befestigungsanlagen der Stadt kannst du heute noch Knieper- und Kütertor besichtigen. Das Deutsche Meeresmuseum im ehemaligen Katharinenkloster, das Ozeaneum Stralsund und das im Hafen vor Anker liegende Museumsschiff Gorch Fock I klären hingegen über das Leben am und im Wasser auf.

Auf der Alleenstraße bis zum Kummerower See

Über die B194 führt die Route entlang der Deutschen Alleenstraße Nord bis nach Grammentin. Hier kannst du beim alten Feuerwehrhaus ein lustiges Erinnerungsfotos schießen. Vorher triffst du aber erst einmal auf die ovale Altstadt von Grimmen. Zu den architektonischen Highlights zählen die Pfarrkirche St. Marien, das spätgotische Rathaus aus rotem Backstein und das Kalandhaus aus dem 15. Jahrhundert. Auch hier gibt es drei historische Stadttore zu entdecken. Kleine Camper freuen sich über den Tierpark mit seinen Eseln, Ziegen, Waschbären und Erdmännchen.

Demmin, Mecklenburg-Vorpommern, Blick auf St. Bartholomaei
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Die Hansestadt Demmin ist durch ihre Lage am Zusammenfluss von Peene, Trebel und Trollense vor allem bei Naturtouristen sehr beliebt. Mit der Kirche Sankt Bartholomaei, dem Luisentor und dem historischen Pulverturm git es aber auch einige Bauwerke der Backsteingotik zu entdecken. Das Freilichtmuseum Hanseviertel lässt Besucher aller Alterskategorien tief in den Alltag des Mittelalters eintauchen. Neben Kerzenziehen und Körbeflechten kannst du hier auch die traditionelle Schmiede- und Brotbackkunst erlernen. Nach den kleinen Feldsteinkirchen von Borrentin biegst du schließlich im Grammentiner Forst auf die K3 ab, die nach Malchin führt.

Unterwegs bietet sich ein Besuch des barocke Herrenhauses Schloss Kummerow mit seiner 2016 eröffneten Fotografischen Sammlung an. Alternativ sparst du dir deine Energie für die dreischiffige St.-Johannis-Kirche in Malchin auf. Hier gibt es außerdem Überreste der ehemaligen Stadtmauer inklusive zwei historischer Stadttore und eines Wehrturms aus dem 15. Jahrhundert zu entdecken. Das aus dem Ende des 18. Jahrhunderts stammende Observatorium der Sternwarte Remplin befand sich einst im Besitz einiger der größten Teleskope Europas. Heute verzaubert das historische Gebäude vor allem durch seine pittoreske Außenfassade.

Naturgenuss pur in der Mecklenburgischen Seenplatte

© A P Fotografie - stock.adobe.com




Von Malchin führt die L20 bis nach Malchow am gleichnamigen Malchower See. Besuche das ehemalige Magdalenerinnen-Kloster mit seiner schönen Klosterkirche oder schlendere über die stählerne Drehbrücke bis auf die idyllische Altstadtinsel. Anschließend geht es über die B192 weiter nach Sietow. Alternativ biegst du schon in Dahmen Richtung Waren an der Müritz ab. Hier empfägt dich der afrikanisch inspirierte Campingpark Kamerun direkt am Ufer des größten zusammenhängenden Seengebiets Mecklenburg-Vorpommerns zur wohlverdienten Auszeit mitten in der Natur.

Der Platz liegt am Ortsrand des Luftkurortes und Sole-Heilbades Waren an der Müritz und ist der perfekte Ausgangspunkt für ausgedehnte Erkundungstouren durch den 322 Quadratkilometer großen Müritz-Nationalpark. Ein wahres Naturparadies mit endlosen Wäldern, funkelnden Seen, weiten Moorlandschaften, grünen Wiesen und Feldern. Entdecke die abwechslungsreiche Pflanzen- und Tierwelt zu Fuß, auf dem Rad oder am besten über einen der vielen Wasserwege. Anschließend lässt du dir am Badestrand die Sonne auf den Bauch scheinen. Aktivere Camper freuen sich über die angegliederte Segel- und Surfschule. Haustier und Herrchen können sich auf der eingezäunten Auslaufwiese und am separaten Hundestrand nach Lust und Laune austoben.

Deutschland, Mecklenburg-Vorpommern , Waren an der Müritz
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Genug erholt? Über die L24 führt die Route entlang der Deutschen Alleenstraße Nord bis in die langgezogene Altstadt von Röbel. Spaziere vorbei an charmanten Fachwerkhäusern inklusive einer ehemaligen Synagoge. Wirf einen Blick ins Innere der beiden großen Backsteinkirchen und statte unbedingt auch der historischen Mühle einen Besuch ab. Weitere sehenswerte Orte sind der Pferdemarkt und der angrenzende Marktplatz mit Rathaus im klassizistischem Stil. Danach bringen dich die L241 und B198 zur hochmittelalterlichen Burg und der gotischen Stadtkirche von Wesenberg.

Gelungener Abschluss am Weißen See

Den letzten Halt vor dem Zieleinlauf in Rheinsberg bildet der naturnah in einem Kiefernwald gelegene Campingpark am Weißen See. Der Name verrät es bereits: Auch der letzte Stellplatz deiner Reise liegt direkt an einem der vielen Seen der Region. Mit seinem tollen Badestrand lädt er zu endlosen Stunden des süßen Nichtstuns ein. Und dann ist es auch schon so weit: Die B122 bringt dich in den knapp 27 Kilometer entfernten staatlich anerkannten Erholungsort Rheinsberg. Nationale Bekanntheit erlangte das Städtchen vor allem durch die Beschreibungen von Kurt Tucholsky und Theodor Fontane. An ersteren erinnert heute das Kurt-Tucholsky-Literaturmuseum im rosafarbenen Rokokoschloss am Ostufer des Grienericksees. Das Bauwerk soll einst sogar als Vorbild für die Schlossanlagen von Sanssouci gedient haben.

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Das passende Geschenk für die Daheimgebliebenen ergatterst du am besten in der lokalen Keramikmanufaktur. Im angrenzenden Museum erfährst du zudem alles über die 250-jährige Tradition der Steingutproduzenten. Wenn du noch ein bisschen Zeit hast, stattest du danach noch der die Hauptstadt einen Besuch ab. Oder du machst dir in Potsdam selbst ein Bild von der Ähnlichkeit zwischen Friedrichs Prunkpalast und Schloss Rheinsberg.

Praktische Infos zur Tour

Länge: ca. 290 km
Dauer: 4-7 Tage für den nördlichen Teil der Alleenstraße, aber auch gut für ein verlängertes Wochenende geeignet
Beste Reisezeit: ganzjährig; die vielen Gewässer in der Mecklenburgischen Seenplatte laden aber vor allem im Sommer zum Baden ein

Übernachtung

Neben den im Artikel erwähnten Campingplätzen gibt es entlang der Strecke noch viele weitere schöne Plätze und Ferienunterkünfte. Damit kannst du auch bequem an Orten einen Zwischenstopp einlegen, die dir besonders gut gefallen. Bei PiNCAMP findest du über 140 tolle Campingplätze in Mecklenburg-Vorpommern. Entdecke jetzt dein nächstes Traumziel!

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Titelfoto: © kentauros – stock.adobe.com

Letzte Aktualisierung: 30/04/2024
Author: Corinne Hilbert