Ein Leben fürs Camping – Wenn das Hobby zur Berufung wird

Wir treffen Marek Staginnus am Bergwitzsee in Sachsen-Anhalt, inmitten des Naturparks Dübener Heide. Camping hat für ihn schon immer eine zentrale Rolle gespielt: „Mein Vater war hier Dauercamper und hat nach der Wende den Zeltplatz am Bergwitzsee geleitet. Schon als Kind hat mich das Thema sehr begeistert. Vor 15 Jahren habe ich dann die Leitung des Platzes von ihm übernommen.“ Heute bietet er im Bergwitzsee Resort seinen Gästen neben zahlreichen Dauerstellplätzen über 120 Plätze für Wohnwägen und Reisemobile. Dazu kommen noch Zeltplätze, Bungalows und Ferienhäuser, vier davon sogar schwimmend – ein besonderes Highlight an diesem idyllischen Badesee.

Der Bergwitzsee – von der Kohlegrube zum Naturidyll

Der Bergwitzsee ist vor über 50 Jahren aus einer ehemaligen Braunkohlegrube entstanden. Längst hat sich die Natur den Tagebau komplett zurückerobert. Der wohl schönste Teil des Resorts ist die Halbinsel, wo sich die Birken sanft im Wind wiegen und zwischen Wohnwagen und dem kleinen Sandstrand nur wenige Meter liegen. Hier, mit Ausblick auf nistende Vögel, kann man sich kaum noch vorstellen, dass an dieser Stelle früher einmal so richtig hart und schmutzig geschuftet wurde.

Das Resort: Natur und Sport in der Welterbe-Region

Heute wird am Bergwitzsee Entspannung ganz groß geschrieben: „Wir bieten hier naturnahes Familiencamping. Unsere Gäste baden und schwimmen gerne und viel und genießen dabei das besonders saubere Wasser. Man kann auch Boote und Fahrräder zum Erkunden der schönen Umgebung ausleihen, und für die Kinder stellen wir Gokarts bereit. Wer sich sportlich betätigen möchte, findet hier außerdem eine Tischtennisplatte und gleich drei Volleyballfelder vor“, schwärmt Marek, der selbst leidenschaftlich gerne Volleyball spielt. Doch auch die Umgebung hat unglaublich viel zu bieten: die Lutherstadt Wittenberg mit ihrer malerischen Altstadt und den vielen Sehenswürdigkeiten, das Bauhaus in Dessau oder den Wörlitzer Park. Von Bergwitz aus sind die Attraktionen der Welterbe-Region Anhalt-Dessau-Wittenberg schnell und bequem erreichbar.

Camping als Lebenseinstellung

Marek ist auch privat nach wie vor gerne zum Campen unterwegs, obwohl er sich natürlich am Bergwitzsee am wohlsten fühlt. „Wenn ich mir mal freinehme, fahre ich besonders gerne zu anderen Campingplätzen hier in der Region und auch in Brandenburg“, berichtet er, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Dabei genießt er die Natur und die Geselligkeit: „Mir ist es extrem wichtig, mich mit Kollegen von anderen Campingplätzen austauschen zu können und mir neue Ideen und Anregungen zu holen. Es ist so viel in Bewegung in der Branche, und es gibt immer so viel Neues, das ist richtig spannend. Und wenn der Austausch dann auch noch abends unter freiem Himmel, in gemütlicher Runde und bei dem einen oder anderen Getränk stattfindet, dann ist die Welt perfekt“, schwärmt er.

Mit Manni ans Nordkap

Zum Camping unterwegs ist Marek mit zwei besonderen Hinguckern: Sein exotischer fahrbarer Untersatz ist ein geländegängiger Volvo C202 mit Wohnmobil-Ausbau. Davon gibt es in Deutschland höchstens 50 Stück. Sein Prachtexemplar nennt Marek liebevoll Manni. Hintendran hängt dann manchmal noch ein besonderes Highlight für Ostalgie-Fans: ein QEK Junior, der kleine Kult-Wohnwagen aus DDR-Produktion. Marek strahlt: „Egal, wo ich auftauche mit Manni und dem QEK, das Hallo ist natürlich groß!“ Wenn er mal etwas mehr Zeit hat, würde Marek mit Manni gerne bis an die Ostsee oder in die Berge fahren. Der ganz große Traum ist aber eine Reise bis ans Nordkap: „Manni würde das schon schaffen, aber bei mir ist das schwierig. Drei Wochen am Stück Urlaub machen, ist momentan noch undenkbar, dafür gibt es zu viel zu tun. Aber die Zeit wird schon auch noch kommen.“

Viel Improvisation und eine Prise Chaos

Was Marek am Camping vor allem begeistert, ist natürlich die Natur, aber nicht nur: „Natur und Geselligkeit kannst du zur Not auch anders haben. Das Besondere aber am Camping ist für mich, dass du oft improvisieren und mit wenig auskommen musst. Alles muss nicht so groß und so perfekt sein, damit es gut wird: weniger Planung, weniger Struktur und gerne auch mal eine ordentliche Portion Chaos!“ Das hält jung, wach und lebendig. Und das ist dem Campingplatz-Chef vom Bergwitzsee anzumerken, der noch viel vor hat mit Manni, aber vor allem mit seinem Ferien-Resort am Bergwitzsee.

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Von Christian Zirnig

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