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Energiekosten sparen durch Langzeiturlaub: Lohnt sich das wirklich?

6 min Lesedauer

Die Kosten für Gas explodieren, Energiepreise steigen. Kein Wunder, dass sich immer mehr Camper Gedanken darüber machen, wie sie Kosten sparen können. Eine mögliche Lösung: Ein Langzeiturlaub im warmen Süden. Aber spart man wirklich Geld, wenn man während der kalten Jahreszeit das feste Zuhause verlässt und in den wärmeren Süden ziehst? Wir klären auf, ob sich ein Langzeiturlaub in wärmeren Gefilden für dich lohnt, um im Heimatland Energie zu sparen.

Inhaltsverzeichnis

Derzeit ist Energiesparen ist angesagt. Die Kosten steigen enorm, besonders die Gaspreise sind durch aktuelle politische Entwicklungen in der Ukraine im Höhenflug. Während eine Familie mit einem Gasverbrauch von 20.000 kWh im August 2021 etwa 1.200 Euro im Jahr zahlte, liegen die Kosten aktuell durchschnittlich bei rund 3.500 Euro – ein Anstieg um satte 184 Prozent. Und das betrifft einen Großteil der Bevölkerung, da viele ihre Wohnung mit Gas heizen.

Angesichts dieser rasanten Preissteigerungen drängt sich vor allem für ältere Menschen und Camper ohne berufliche Verpflichtungen eine naheliegende Frage auf: Kann man dieser Entwicklung nicht einfach entgehen, indem man die kalte Jahreszeit durch einen Langzeiturlaub überbrückt? Einfach die Heizung auf Sparbetrieb stellen und ab in den warmen Süden, sozusagen. Ganz so einfach ist es aber nicht. Und viel hängt davon ab, wie groß die eigene Wohnung ist.

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Energiekosten durch einen Langzeiturlaub sparen: So berechnest du die Gaskosten

Um herauszufinden, ob es sich ein Langzeiturlaub lohnt, können wir zunächst eine einfache Berechnung anstellen. Gehen wir von einem 2-Personen-Haushalt in einer 100 m2 großen Wohnung aus, fallen in etwa 1.300 kWh pro Monat an. Bei dem aktuellen Gaspreis von etwa 22 Cent pro kWh kommen wir damit auf monatliche Kosten von 286 Euro. Bei einem Langzeiturlaub von drei Monaten entspricht das 858 Euro, die man einsparen könnte.

Je größer die Wohnung ist, desto höher ist natürlich auch der Gasverbrauch und die anfallenden Kosten. Bei einer Wohnung mit 120 m2 sind es etwa bereits 337 Euro pro Monat, insgesamt 1.011 Euro in drei Monaten. In kleineren Wohnungen ist der Spareffekt naturgemäß geringer. Bei einer nur 50 m2 großen Wohnung sparst du theoretisch nur 157 Euro im Monat bzw. 471 Euro auf drei Monate gerechnet.

Wichtig: Die Energiekosten hängen vom jeweiligen Anbieter ab. Außerdem müssen Neukunden in der Regel mehr zahlen als Bestandskunden. Unser Beispiel mit 22 Cent/ kWh ist also nur ein grober Richtwert.

Wie teuer ist der Langzeiturlaub?

Natürlich kostet auch der Langzeiturlaub Geld. Hier kommt es stark auf das Land an, in das du reist. Sehr preiswert ist etwa Spanien. Hier sind günstige Stellplätze für Überwinterer bereits für etwa 330 Euro im Monat erhältlich. Auch die Lebenshaltungskosten in Spanien sind im europaweiten Vergleich niedrig. Je nach dem persönlichen Konsumverhalten kannst du mit Ausgaben von insgesamt etwa 1.000 Euro rechnen. Dazu kommen dann in den meisten Fällen auch noch die Miete sowie laufende Nebenkosten für die Wohnung zuhause an, die man in der Regel ja nicht aufgibt.

Generell kann man also sagen: Die Rechnung „Langzeiturlaub statt hohe Energiepreise zahlen“ lohnt sich eher für größere Wohnungen ab ca. 80 – 100 m2. Erst ab dieser Größenordnung entstehen so hohe Energiekosten, dass es sich wirklich lohnt, darüber nachzudenken, dieses Geld lieber in einen Urlaub zu investieren. Wenn du dir dann noch ein günstiges Reiseland wie Spanien aussuchst und – noch besser – die Wohnung zwischenzeitlich untervermietest, kann die Rechnung durchaus aufgehen.

So sparst du während des Langzeiturlaubs Energiekosten im Heimatland

Wenn du dich für einen Langzeiturlaub entscheidest, um den hohen Energiepreisen zu entgehen, solltest du auf jeden Fall versuchen, den Energieverbrauch in der heimischen Wohnung so weit wie möglich zu drücken. Dazu jetzt ein paar Tipps, um Energie und Kosten zu sparen.

Strom

Deine Wohnung steht für eine längere Zeit leer? Dann müssen bestimmte elektronische Geräte nicht eingeschaltet sein. Dazu gehört zum Beispiel der Kühlschrank: Verbrauche vor deiner Abreise alle darin befindlichen Lebensmittel, nimm sie mit oder verschenke sie. Taue den Kühlschrank ab und lass ihn anschließend ausgesteckt. Falls du einen separaten Gefrierschrank hast, kannst du mit ihm das Gleiche machen.

Elektrische Geräte

Schalte sämtliche Geräte wie Fernseher, Computer, Küchengeräte etc. aus und ziehe die Stecker aus der Steckdose. Sie werden nicht benötigt, wenn du nicht da bist.

Heizkosten

Auch hier fallen Kosten an, selbst wenn du nicht in deinen eigenen vier Wänden bist. Es gibt aber Einsparpotentiale. Senke die Temperatur auf 10 bis 15 Grad. So kühlt die Wohnung nicht zu sehr aus, was dabei hilft, Schimmel zu vermeiden.

Wohnung untervermieten

Du wohnst zur Miete? Dann musst du auch Miete für die Monate zahlen, an denen du nicht zu Hause bist. Diesen Kostenfaktor kannst du allerdings reduzieren, wenn du während deiner Abwesenheit deine Wohnung untervermietest. Eine Eigentumswohnung oder ein eigenes Haus kannst du z.B. auf Portalen wie Airbnb für einen bestimmten Zeitraum vermieten.

Was ist mit der Sicherheit, wenn ich nicht da bin?

Falls du dir Sorgen um die Sicherheit machst: Frag Nachbarn oder Freunde, ab und an nach dem Rechten in deiner Wohnung zu sehen – vielleicht müssen ja auch Pflanzen gegossen werden. Dabei können sie das Licht anmachen oder zum Beispiel mal die Vorhänge auf und erst beim nächsten Mal wieder zu machen. Das zeigt, dass die Wohnung nicht gänzlich leer ist. Alternativ gibt es Zeitschaltuhren für Lampen – allerdings verbrauchen sie Strom.

Welche Reiseziele eignen sich für einen Langzeiturlaub im Süden?

Der Langzeiturlaub auf einem Campingplatz im südlichen Europa ist nicht nur vergleichsweise günstig, sondern dank milder Temperaturen auch deutlich angenehmer als das ungemütliche Wetter in Deutschland. Beliebte Ziele für einen Urlaub fernab der Kälte in den nördlichen Gefilden sind Portugal und Spanien sowie die südlichen Regionen in Italien und Frankreich. Auch Griechenland, die Türkei oder Kroatien bieten günstige Überwinterungsmöglichkeiten für Dauercamper an.

Weitere Inspiration findest du hier:

Energiekosten zu Hause durch Langzeiturlaub sparen: Unser Fazit

Langzeiturlaub in Form von Dauercamping kann deine Energiekosten zu Hause drücken. Allerdings kostet auch der Urlaub Geld – effektiv verschiebst du die Ausgaben also nur von einem Bereich in den anderen. Unter dem Strich zusammengerechnet schonst du zwar nicht direkt den Geldbeutel. Aber immerhin gibst du das Geld für einen erholsamen Urlaub statt für teures Gas aus und gönnst dir sein schönes Erlebnis. Das kann es durchaus wert sein!

Wichtig ist dabei vor allem, wie du deine eigenen vier Wände hinterlässt. Mit einem Untermieter hast du während deines Langzeiturlaubs keine Miet-, Heiz- oder Energiekosten. Steht die Wohnung leer, musst du weiterhin Miete sowie Heizkosten zahlen. Um die Energiepreise im Süden musst du dir hingegen keine Sorgen machen. Hier ist es auch im Winter so warm, dass du an guten Tagen sogar einen Sprung ins kühle Nass wagen kannst.

Letzte Aktualisierung: 21/02/2023
Author: Selim Baykara