Müll auf dem Rasen

5 genial einfache Tricks, mit denen du Müll beim Camping vermeidest

7 min Lesedauer

Kaffee, Spülmittel oder Eis: Fast alles erhalten wir in Verpackungen. Jeder Bundesbürger produziert durchschnittlich 1,3 Kilogramm Abfall pro Tag – und das ist im Campingurlaub nicht anders. Den Abfallberg zu verkleinern ist eine der wichtigsten Umweltschutzmaßnahmen, die wir rasch bewältigen sollten. Deshalb zeigen wir euch dieses Mal, wie ihr mit 5 einfachen Mitteln Müll beim Camping einsparen könnt.

Inhaltsverzeichnis

Überflüssigen Abfall zu vermeiden ist keine Wissenschaft. Im Prinzip ist es relativ simpel, wenn man durchdacht vorgeht. Orientierung geben dabei die sogenannten „fünf R“ des Müllsparens:

  • Reduce (Vermeidung)
  • Repair (Reparieren)
  • Reuse (Wiederverwenden)
  • Recycle (Wiederaufbereiten)
  • Rethink (Überdenken)

Schauen wir uns jetzt einmal genau an, was diese Stichpunkte genau bedeuten!

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1. Reduce: Versuche Abfall so gut wie möglich zu reduzieren

Lasst ihr erst keinen Abfall aufkommen, schont ihr Ressourcen und die Frage nach der umweltgerechten Entsorgung stellt sich gar nicht. Dabei könnt ihr auf verpackungsfreie Produkte setzen. Wie das geht zeigt die Zero-Waste-Bewegung. Zero-Waste: bedeutet so etwas wie „leben ohne Müll“ und ist eine Bewegung, bei der Menschen komplett auf Müll verzichten. Bekannt sind Zero-Waste-Läden, die es mittlerweile in vielen Städten und auch schon auf einigen Campingplätzen gibt. Dort können Produkte, wie Lebensmittel, Reinigungsmittel und Hygieneprodukte verpackungsfrei erworben werden.

Bewusst konsumieren

Reduzieren bedeutet jedoch in keiner Weise Verzicht. Vielmehr steht ein bewusster Konsum im Vordergrund. In eure Urlaubsvorbereitung könnt ihr einen Einkauf in einem der Zero-Waste-Laden einplanen. Grundnahrungsmittel, wie Nudeln, Haferflocken oder Nüsse könnt ihr dort vorab verpackungsfrei einkaufen und in praktischen eigenen Behältern mitnehmen.

Verpackung: muss das sein?

💡 Tipp: Auf lokalen Wochenmärkten erhaltet ihr verpackungsfreie und lokale Köstlichkeiten, nebenbei unterstützt ihr die Bauern vor Ort. Im Urlaub und Alltag bieten sich Obst- und Gemüsenetze an. So braucht ihr keine Plastik- oder Papiertüten aus den Supermärkten nutzen. Achtet auf ein ökologisches Material der Netze, es gibt mittlerweile viele Anbieter dieser Produkte.

Einkaufstüten? „No grazie“

In Italien ist es üblich, an der Supermarktkasse oder auf dem Markt eine Tüte für die Einkäufe zu erhalten. Verwendet eure eigenen Stoffbeutel und lehnt die Einwegtaschen dankend ab. Das wäre ein weiteres R (Refuse), welches wir ebenfalls erwähnen möchten. Ihr dürft „nein“ zu Kassenzetteln, Strohhalmen in Getränken oder Flyern sagen. Vermeidet ihr diese Kleinigkeiten könnt ihr große Müllberge einsparen.

Einwegprodukte, wie Take-Away-Verpackungen, werden in der Regel nur wenige Minuten genutzt, bevor sie im Müll landen. Die gute Nachricht: Sie lassen sich ganz einfach vermeiden – ihr könnt eine Tasche für die Brötchen am Kiosk oder den eigenen Kaffeebecher für unterwegs mitnehmen. Trinkflaschen aus stabilem Edelstahl lassen sich auf dem Campingplatz und auch unterwegs praktisch auffüllen.

Trinkflasche aus Edelstahl
Mit einer Trinkflasche aus Glas oder Edelstahl kannst du der Umwelt etwas Gutes tun. - © zakalinka - stock.adobe.com

2. Repair: Kaufe langlebige Produkte, die repariert werden können

EU Ecolabel
Das EU Ecolabel ist ein zuverlässiges Umweltzeichen und kennzeichnet seit 1992 umweltverträgliche Produkte und Dienstleistungen.

Wenn unsere Produkte lange halten oder wir sie reparieren können, müssen wir weniger neu kaufen. Auch die EU hat das erkannt und führte 2021 ein neues Label zur Reparierbarkeit von Elektrogeräten ein. Inzwischen gibt es bereits viele Produkte, die einfacher zu reparieren sind. Hersteller langlebiger und gut reparierbarer Produkte können dafür das EU Ecolabel bekommen. Es lohnt sich nach Produkten mit dem Umweltzeichen zu suchen.

Kinder müssen nicht auf Strandspielzeug verzichten. Es gibt Spielzeug aus Holz, das in der Regel langlebiger ist Achtet dabei immer auf die Umweltzeichen und Zertifizierung. Oft hält das Interesse der Kinder an bestimmten Spielsachen nur für eine kurze Zeit an. Daher bietet es sich an, gebrauchtes Spielzeug zu kaufen.

Generell ist eine gute Qualität von Produkten für ihre Langlebigkeit entscheidend. Auch Produkte, die in ihre Einzelteile zerlegt werden können, halten länger – denn so können die kaputten Bestandteile ersetzt werden.

3. Reuse: Verwende Produkte wieder oder gib ihnen einen neuen Sinn

Bei der Wiederverwendung bleibt im Gegensatz zur Materialverwertung (Recycling) das Produkt erhalten. Das heißt Produkte, die für uns Abfall sind, können eine neue Aufgabe bekommen. Dabei kannst du deiner Fantasie freien Lauf lassen.

Sei kreativ: Nutze Produkte vielseitig

Brot wird meist in einer Papiertüte verkauft, diese könnt ihr als Mülltüte beim Camping nutzen. Einfach den anfallenden Papiermüll klein falten und in der Brottüte aufbewahren, bis der Inhalt entsorgt werden kann. Du kannst sie auch zum nächsten Broteinkauf wieder mitnehmen oder deine Snacks für unterwegs darin einpacken.

Sämlingspflanzen in Eierschalen, Eco-Gardening
Sämlingspflanzen in Eierschalen, Eco-Gardening - © sewcream - stock.adobe.com

Ist Müll durch Lebensmittel in Einweggläsern angefallen: Hebe sie auf, reinige sie gründlich und verwende sie zur Aufbewahrung von Gewürzen oder Frühstücksflocken. Mit einer Kerze darin kannst du sie als Licht verwenden.

Reuse kann auch bedeuten die Produkte, die du nicht mehr benötigst, zu spenden, tauschen oder weiterzuverkaufen. Dafür gibt es viele Plattformen im Internet, wie lokale Tausch-Gruppen auf Social Media oder Second-Hand-Läden. Auch du selbst kannst dort einkaufen, denn es muss nicht immer neu sein. Zahlreiche Plattformen bieten gebrauchte Camping-Artikel und Outdoor-Ausrüstung an. Versuche zunächst lokal bei dir vor Ort gebrauchte Produkte zu erwerben, dann spart du zusätzlich die durch den Versand entstehende Emissionen ein.

4. Recycle: Verwerte alle Produkte oder führe sie dem Recycling zu

Beim Recycling wird der Lebenszyklus eines Materials verlängert. Denn je langlebiger der Lebenszyklus ist, desto weniger belastet es die Umwelt. Dabei ist Vermeidung immer noch die effektivste Strategie in der Müllreduzierung. Das Recycling spart zwar Energie und Rohstoffe, allerdings wird für den Verwertungsprozess auch beides benötigt.

Mülltrennung: Schenke Materialien ein weiteres Leben

Das kannst du beachten: Je mehr ein Produkt in seine Einzelteile zerlegt werden kann, desto wertvoller ist es für das Recycling. Voraussetzung für ein hochwertiges Recycling ist die richtige Mülltrennung zu Hause und im Urlaub. Denn der Mensch sortiert besser als die großen Sortieranlagen. Je weniger Materialien miteinander vermischt sind, desto wertvoller wird das neu gewonnene Material, auch „Recyclat“ genannt.

Zero Waste Management
Zero Waste Management - © HollyHarry - stock.adobe.com

Müll ist nicht gleich Müll: So gelingt die Mülltrennung auch im Urlaub

Nimm dir verschiedene Behälter oder Taschen in den Urlaub mit, um den Müll am Stellplatz direkt zu trennen. Papier und Plastik kannst du zusammenfalten und so platzsparend in einem Behälter aufbewahren – und später im Wertstoffbereich auf dem Campingplatz trennen. Bio- und Restmüll bewahrst du am besten separat auf, da sie oft Feuchtigkeit enthalten.

Wertstoff-Recycling könnt ihr auch mit euren Kaufentscheidungen unterstützen. Viele Hersteller kennzeichnen ihre aus Recyclat hergestellte Waren.  Etliche Anbieter stellen außerdem Funktionskleidung, Taschen, Rucksäcke und Zubehör aus recyceltem Material her. Mittlerweile gibt es zu fast allen Produkten umweltfreundliche und langlebige Alternativen. Ihr müsst nur etwas Zeit in die Suche investieren – aber das lohnt sich.

5. Rethink: Überdenke dein Konsumverhalten

Viele Sachen muss man nicht immer neu anschaffen, sondern kann sie auch anderweitig besorgen. Praktisch dabei: Ihr schont nicht nur die Umwelt, sondern unter Umständen auch euren Geldbeutel. Statt etwas zu kaufen könnt ihr vieles leihen, teilen, tauschen oder kreativ sein.

Geld und Platzsparen: Camping-Ausrüstung mieten

Soll´s ein Bus, ein Zelt oder ein Auto mit Dachzelt sein? Ihr seid noch unentschlossen oder geht nicht so oft campen? Dann leiht euch doch einfach das Equipment. Schaut doch mal, ob es bei euch in der Region einen lokalen Verleih von Camping-Ausrüstung gibt. Einige Outdoor-Geschäfte haben nebenbei noch einen Verleih – da spart ihr euch den Versand.

Lebensmittel retten und kulinarisch Neues kennen lernen

Manche Campingplätze bieten Food Sharing Regale oder Kühlschränke für die Gäste an. dort könnt ihr Lebensmittel lassen, wenn ihr zu viel eingekauft habt. Achtung: das ist explizit ausgezeichnet, nicht einfach die Snacks der anderen Camper wegnaschen!

Es gibt auch Plattformen, die ihr nutzen könnt, um Essen zu retten. Restaurants die überschüssiges Essen weggeben möchten, stellen diese in spezielle Apps. Gerade in dicht bevölkerten Campingregionen mit einer gut ausgebauten Infrastruktur gibt es etliche solcher Angebote.

💡 Fazit: Auch kleine Schritte führen zu weniger Müll

Abfallvermeidung fängt schon vor dem Kauf an – überdenkt eure Kaufentscheidungen, konsumiert bewusst und setzt auf nachhaltige Produkte. Dabei helfen schon kleine Veränderungen, mit denen ihr den großen Müllbergen den Garaus macht. Auf diese Weise hinterlasst ihr einen geringen ökologischen Fußabdruck und könnt den Urlaub mit gutem Gewissen genießen.

 

Titelbild: © Viktoriia – stock.adobe.com

Letzte Aktualisierung: 16/01/2023
Author: Iris Schreiber

Iris Schreiber ist Pressesprecherin bei ECOCAMPING. In Zusammenarbeit mit dem PiNCAMP-Magazin berichtet sie ab sofort regelmäßig über neue Erkenntnisse im Bereich nachhaltiges Camping.