Frau genießt die Freiheit in der Natur im Freien, Slowenien

Slowenien-Rundreise: Mit dem Camper durch die Julischen Alpen

Artikel von: Selim Baykara (5 min Lesedauer) 22.05.2026

Türkisfarbene Flüsse, enge Passstraßen und idyllische Bergdörfer zwischen den mächtigen Gipfeln der Julischen Alpen: Slowenien erlebt in den letzten Jahren nicht ohne Grund einen wahren Boom – gerade auch bei Campern auf der Suche nach spannenden Roadtrip-Zielen. In diesem Artikel stellen wir eine tolle Alpenroute vor, die einige der schönsten Higlights des Landes zu einer unvergesslichen Rundreise kombiniert.

Inhaltsverzeichnis

Slowenien ist zwar vielleicht nur so groß wie Hessen. Aber auf diesem kompakten Raum bietet der westlichste der Balkanstaaten eine erstaunliche Vielfalt: Majestätische Berglandschaften, dichte Wälder und rauschende Wildflüsse. Außerdem jede Menge hübsche Kleinstädte, die vielerorts gar nicht so wirken, wie man sich den Balkan eigentlich vorstellt – eher wie eine interessante Mischung aus Österreich und Italien, garniert mit der entspannten Gelassenheit von Südosteuropa.

In diesem Artikel stellen wir eine Rundreise vor, die durch eine der beeindruckendsten Regionen Sloweniens führt: Die Julischen Alpen. Die Tour startet entspannt in Ljubljana und führt über malerische Örtchen nach Kranjska Gora an den Rand des Gebirges. Hier beginnt mit der Fahrt über den Vršič-Pass eine der spektakulärsten Passstraßen Sloweniens – vielleicht sogar der ganzen Alpen. Durch das zauberhafte Soča-Tal geht es dann nach Bovec und die hübschen Orte Tolmin und Bohinj. Der letzte Abschnitt führt auf Landstraßen zur mittelalterlichen Kleinstadt Škofja Loka und von dort wieder zurück Richtung Ljubljana.

Die Route ist eine reine Sommertour, da das Nadelöhr Vršič-Pass in der Regel erst Anfang Mai für den Verkehr geöffnet wird. Zuletzt wurden Schranken auf beiden Seiten des Passes errichtet, die Zufahrt mit Campern ist aber weiterhin möglich. Für größere Wohnmobile und Caravans ist die Passstrecke aufgrund der steilen Kehren ohnehin nicht zu empfehlen, generell ist für die Bergstraßen solide Fahrerfahrung erforderlich. Unbedingt zu beachten ist auch das Wildcampingverbot. Die Regeln sind sehr strikt, Freistehen ist streng verboten. Es gibt aber viele schöne Campingplätze als Alternative.

Praktische Informationen zur Campingtour
Route Ljubljana → Bled → Kranjska Gora → Vršič-Pass → Trenta → Bovec → Tolmin → Bohinj → Škofja Loka → Ljubljana
Strecke ca. 280 Kilometer
Fahrtzeit 5 bis 7 Tage
Highlights Bleder See, Fahrt über den Vršič-Pass, türkisfarbene Soča im Trenta-Tal, Mittelalterliche Altstadt von Škofja Loka
Beste Reisezeit Juni bis September
Maut Vignette für slowenische Autobahnen erforderlich

Postkartenidyll am Bleder See

Unser Ausgangspunkt ist Ljubljana, die man mit einigem Recht als eine der entspanntesten Hauptstädte Europas bezeichnen darf. In der autofreien Altstadt ziehen sich gemütliche Straßencafés entlang der Ljubljanica, auf den Brücken sitzen Studenten, oberhalb der Altstadt wacht die Burg über die roten Dächer der Jugendstilgebäude. Ein Spaziergang zur Burg lohnt sich auf jeden Fall – von hier aus sieht man unser Ziel in der Ferne: Die Gipfel der Julischen Alpen.

Zuerst geht es aber nach Bled, einem der bekanntesten Reisezielen Sloweniens. Die Stadt am gleichnamigen, smaragdgrünen See wirkt an vielen Stellen wie ein Postkartenmotiv. Mitten im See liegt die kleine Inselkirche, am Ufer thront die mittelalterliche Burg auf einem steilen Felsen. Beliebt ist die Fahrt mit den traditionellen Pletna-Booten zur Insel, ambitionierte Wanderer nehmen sich einen der Aussichtspunkte rund um den See vor – den besten Blick bietet der Ojstrica Viewpoint auf der Westseite.

Campingplatz-Tipp: Camping Bled

Über den Vršič-Pass in die wilde Bergwelt Sloweniens

Wer noch ein bisschen Zeit hat, macht in Bled den Ausflug zur Vintgar-Klamm. Danach gönnen wir uns noch einen der berühmten Bleder Cremeschnitte (Kremšnita) und fahren anschließend nach Kranjska Gora. Der bekannte Wintersportort liegt am Rand des Triglav-Nationalparks, den Slowenischen Hochalpen, und ist Ausgangspunkt für die Fahrt über den Vršič-Pass. Der Pass ist die vielleicht spektakulärste Straße Sloweniens: Auf 50 Kehren, teilweise noch aus altem Kopfsteinpflaster, geht es bis auf 1.611 Meter hinauf – immer begleitet von fantastischen Aussichten.

Aber auch der nächste Abschnitt ist ein Höhepunkt: Kurz hinter der Passhöhe fällt die Straße ins malerische Trenta-Tal ab. Von nun an begleitet uns die Soča auf – einer der letzten unverbauten Flüsse Europas und dank seiner intensiven türkisfarbenen Färbung für viele einer der schönsten. Die Straße bis Bovec führt immer am Fluss entlang, unterwegs gibt es zahlreiche kleine Campingplätze im Grünen. Unser Tipp: Unbedingt eine Nacht hierbleiben. Das Soča-Tal ist eines der Highlights des Trips!

Campingplatz-Tipp: Kamp Soča

Bovec und die türkisfarbene Soča

Der nächste größere Ort Bovec liegt ebenfalls noch im oberen Soča-Tal und bietet sich als weiterer möglicher Zwischenstopp an.  Bovec zählt zu den beliebtesten Outdoor-Orten Sloweniens und ist Ausgangspunkt für Mountainbiking und Wanderungen im Triglav-Nationalpark, z.B. auf dem bekannten Soča-Trail. Besonders beliebt sind aber Kajaktouren und Rafting auf der Soča. Viele Campingplätze sind genau auf diese Ziegruppe ausgerichtet und liegen direkt am Fluss.

Weiter südlich Richtung Tolmin wird das Tal etwas breiter. Die Straße folgt weiterhin der Soča, vorbei an kleinen Dörfern, bewaldeten Hängen und alten Steinbrücken – besonders sehenswert ist die Napoleonbrücke bei Kobarid. In Tolmin lohnt sich ein Zwischenstopp um die Tolmin-Klamm zu erkunden. Hier haben sich die beiden Flüsse Tolminka und die Zadlaščica tief in den weichen Kalkstein Fels gefressen und bilden ein faszinierendes System aus zwei ineinanderlaufenden, engen Felsschluchten.

Entspannte Rückfahrt nach Ljubljana

Hinter Tolmin sagen wir der Soča endgültig Lebewohl. Die weitere Strecke führt nun entlang des wildromantischen Bača-Tals nach Westen – ein weiteres Highlight. Über zwei kleinere Pässe fahren wir auf das idyllische Hochplateau Soriška Planina mit seinen weitläufigen Almwiesen. Von dort sehen wir auch schon unser nächstes Ziel: Der Bohinj-See ist etwas ruhiger und naturbelassener als der Bleder See. Statt großer Hotelanlagen dominieren hier Wälder, Wanderwege und kleinere Campingplätze direkt am Wasser.  Für einen letzten Panoramablick auf die Julischen Alpen empfiehlt sich die Fahrt mit der Vogel-Seilbahn.

Campingplatz-Tipp: Camp Danica Bohinj

Zum Abschluss geht es wieder über die Soriška Planina und dann durch das ruhige Selzacher Tal in die historische Stadt Škofja Loka. Die Kleinstadt zählt zu den am besten erhaltenen mittelalterliche Städten Sloweniens und bietet ein unglaublich malerisches Stadtbild: Farbenfrohe Fassaden, kleine Plätze und Barockgebäude inmitten einer idyllischen, bewaldeten Hügellandschaft. Einen schöneren Ort, um die Eindrücke der letzten Tage zu verarbeiten könnte es wohl nicht geben. Bis Ljubljana sind es von hier nur knapp 25 Minuten – dort schließt sich dann der Kreis.

Titelbild: Slowenien – © nataliaderiabina – stock.adobe.com 

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