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Bulgarien Rundreise: Echter Geheimtipp im Herz des Balkans
In Europa gibt es sie noch: die Abenteuer abseits der ausgetretenen Pfade. In diesem Artikel stellen wir euch eine spannende Rundreise durch Bulgarien vor, mit der ihr in rund 14 Tagen mystische Berge, aussichtsreiche Passstraßen und mittelalterliche Städte kennenlernt – ganz ohne den Stress der bekannten Reiseziele in Westeuropa.
In Europa gibt es nicht mehr viele weiße Flecken auf der Reise-Landkarte. Bulgarien zählt definitiv dazu. Während sich in Frankreich, Italien oder Spanien die Camper jeden Sommer die Stellplätze wegnehmen und man häufig monatelang vorbuchen muss, kann man in Bulgarien etwas erleben, das im Rest unseres Kontinents selten geworden ist: Spontan irgendwo hinfahren und trotzdem ganz entspannt ein schönes Fleckchen finden. Das unbeschwerte Roadtrip-Gefühl der 1980er und 90er Jahre – hier ist es noch lebendig.
Auch sonst hat Bulgarien viel mehr zu bieten, als man im ersten Moment denkt: Hier treffen spektakuläre Bergwelten mit fast dreitausend Meter hohen Gipfeln auf römische Amphitheater, eine jahrhunderteealte Kultur und surreale Relikte aus der Sowjetzeit. Die Leute sind freundlich, die Preise niedrig, die Gastfreundschaft herzlich. Und wo sonst kann man schon in einer Thermalquelle mitten im Wald entspannen oder frischen Honig direkt am Straßenrand kaufen? Bulgarien bietet echtes Reiseabenteuer – in diesem Artikel stellen wir eine spannende Route vor, die euch zu einigen der Highlights führt.
Praktische Tipps
Unsere Route startet in Sofia. Um dort hinzukommen fahrt ihr am schnellsten über Österreich, Ungarn und Serbien (ca. 2-3 Tage). Für Bulgarien selbst ist eine digitale E-Vignette (ca. 7 €/Woche) Pflicht, die ihr noch vor der Grenze online buchen müsst, so gut wie alle Straßen sind mautpflichtig. Die Straßen im Hinterland sind teilweise Schotterpisten und können Schlaglöcher aufweisen, ein Unterfahrschutz kann daher sinnvoll sein. Die beste Reisezeit für diesen Roadtrip sind die Monate Mai bis Oktober, da das Wetter in den Bergen dann stabil und die Straßen komplett schneefrei sind.
Freistehen ist in Bulgarien offiziell verboten. Das offizielle Campingplatz-Netz wurde in den letzten Jahren aber modernisiert und erfreulicherweise ist es immer noch sehr erschwinglich: Ein Stellplatz für zwei Personen inklusive Strom kostet im Schnitt 15 bis 25 Euro pro Nacht. Auch das Preisniveau für Lebensmittel und Restaurantbesuche ist niedrig: Ihr könnt euch also problemlos in lokalen Supermärkten oder direkt bei Straßenhändlern mit frischem Gemüse eindecken. Wichtig für die Reisekasse: Die Landeswährung ist seit dem 1. Januar 2026 der Euro (zuvor Lew), besonders abseits der Städte wird in der Regel mit Bargeld bezahlt. Es ist somit immer ratsam, etwas Bargeld dabei zu haben.
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In touristischen Regionen und auf modernen Campingplätzen kommt man mit Englisch (teilweise auch Deutsch) gut durch, in ländlichen Gegenden ist aber oft die Kommunikation mit Händen und Füßen gefragt – was zum Glück meistens auch klappt. Beachtet zudem: Viele Straßenschilder im Hinterland sind ausschließlich in kyrillischer Schrift verfasst. Daher ist eine Übersetzer-App mit Foto-Scanfunktion auf dem Smartphone ein sinnvoller Begleiter. Erwähnenswert ist noch eine kulturelle Eigenheit, auf die ihr im Alltag immer wieder stoßen werdet: In Bulgarien signalisiert ein Kopfschütteln Zustimmung („Ja“), während ein Nicken eine Verneinung („Nein“) bedeutet – wenn ihr das verinnerlicht, vermeidet ihr skurrile Missverständnisse.
| Praktische Informationen zur Rundreise | |
|---|---|
| Route | Sofia ➔ Rila-Kloster ➔ Bansko ➔ Banya ➔ Plovdiv ➔ Kasanlak ➔ Schipkapass ➔ Weliko Tarnowo ➔ Kopriwschtiza ➔ Sofia |
| Strecke | ca. 1.000 km |
| Fahrtzeit | 14-16 Tage |
| Highlights | Wanderung zu den Rila-Seen, Fahrt durch die Trigrad-Schlucht, Aussicht vom Schipkapass, Devetaschka-Höhle |
| Beste Reisezeit | Mai - Oktober |
| Maut | Alle Autobahnen, Schnellstraßen sowie das gesamte nationale Straßennetz mautpflichtig, digitale E-Vignette erforderlich |
Von Sofia in das Rila-Gebirge
Unsere Reise beginnt in der geschichtsträchtigen Hauptstadt Sofia, wo wir uns auf dem Vitosha-Boulevard schon mal auf Bulgarien einstimmen. Ein Besuch der monumentalen Alexander-Newski-Kathedrale mit ihren goldenen Kuppeln zählt natürlich zum Pflichtprogramm. Anschließend geht‘s dann aber auch direkt in die Natur und zwar in das Herz des Rila-Gebirges, das uns mit tiefen Nadelwäldern und alpinen Kulissen begeistert. Ein erster Stopp bietet sich bei den Stob-Pyramiden an – bizarre, rötlich-gelbe Felsformationen, die majestätisch aus der Landschaft ragen. Von dem Städtchen Rila machen wir dann einen Ausflug zu dem berühmten Rila-Kloster, das erste große Highlight der Reise: Die farbenfrohen Fresken und hölzernen Balkone inmitten der unberührten Bergwildnis sind ein fantastisches Fotomotiv.
Es lohnt sich, noch einen weiteren Tag in der spektakulären Gebirgsregion zu verbringen, ein schönes Ziel sind die berühmten Sieben Rila-Seen. Die ersten Höhenmeter kann man hier noch mit dem Sessellift überwinden. Die Rundwanderung selbst ist dann relativ leicht, aber landschaftlich extrem spektakulär – verpassen auf eigene Gefahr! Danach verlassen wir Rila. Die Route führt uns weiter südlich in den Pirin-Nationalpark, eine von schroffen Granitgipfeln geprägte Bergwelt, die teilweise fast schon an die Schweiz erinnert – nur dass hier alles 3-4 mal preiswerter ist. Das Bergstädtchen Bansko ist ein guter Ausgangspunkt für Tagesausflüge. Zum Entspannen bietet sich das benachbarte Dorf Banya an, das für seine heilenden Mineralquellen berühmt ist – der perfekte Ort, um im warmen Thermalwasser die Seele baumeln zu lassen.
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Durch die Trigrad-Schlucht nach Plovdiv
Durch die dicht bewaldeten, von tiefen Felsschluchten durchzogenen Täler des Rhodopen-Gebirges geht es weiter. Ein lohnenswerter Abstecher führt zuerst in die Buynovo-Schlucht zur Jagodina-Höhle, einer der längsten Tropfsteinhöhlen des Landes. Direkt darüber bietet die freischwebende Aussichtsplattform „Eagle’s Eye“ einen spektakulären Panoramablick bis nach Griechenland. Ein weiteres Highlight wartet im Nachbartal: Die atemberaubende Trigrad-Schlucht, deren hunderte Meter hohe, senkrechte Felswände die schmale, einspurige Straße regelrecht verschlucken – ein Abenteuer, das nur für kompakte Fahrzeuge zu empfehlen ist. Vor dem nächsten Etappenziel, lohnt sich ein Schwenk nach Norden zu den „Wunderbaren Brücken“: riesige, natürliche Marmorbögen, die ein wahrlich monumentales Fotomotiv abgeben.
Der nächste Zwischenstopp ist Plovdiv, eine der ältesten durchgängig bewohnten Städte Europas. Plovdiv verbindet Geschichte mit modernem Lebensgefühl auf eine sehr angenehme Weise und lädt dazu ein, für ein bis zwei Tage eine Pause einzulegen und ganz in die Kultur einzutauchen. Sehenswert ist z.B. die kopfsteingepflasterte Altstadt mit ihren prachtvollen Häusern aus der Wiedergeburtszeit und das antike römische Amphitheater, das bis heute für Aufführungen genutzt wird. Ein absolutes Muss ist auch das Viertel Kapana, ein ehemaliges Handwerkerviertel, das sich heute in eine bunte Oase aus kleinen Cafés, Galerien und Street-Art verwandelt hat.<
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Die Fahrt über den Schipkapass
Von Plovdiv aus führt uns der Weg weiter nach Norden in das idyllische Rosental rund um die Stadt Kasanlak. Die Region ist das weltweite Zentrum der Rosenöl-Produktion und beherbergt faszinierende, UNESCO-geschützte thrakische Gräber mit antiken Wandmalereien. Ein guter Campingplatz als Ausgangspunkt ist das Camping Kransko Hanche. Von hier aus schlängelt sich die Straße hinauf zum geschichtsträchtigen Schipkapass, mit einer Höhe von 1.185 Metern einer der höchsten Straßenpässe Bulgariens. Direkt am Pass steht eine rund 30 Meter hohe Pyramide aus Fels, das Schipkadenkmal. Ein weiterer beeindruckender Anblick bietet sich am östlich gelegenen Buzludzha-Denkmal – ein riesiges, verlassenes Betonmonument in Form eines UFOs aus der kommunistischen Ära, spektakulär auf einem Berggipfel gelegen.
Hinter dem Pass bietet sich ein Abstecher zum Freilichtmuseum Etar an, in dem historische Wassermühlen und Werkstätten den Alltag des 18. Jahrhunderts zeigen. Anschließend fahren wir nach Weliko Tarnowo, die einstige Hauptstadt Bulgariens im Mittelalter, die majestätisch an den steilen Hängen des Jantra-Tals liegt. Die Häuser der Altstadt stapeln sich an den Klippen regelrecht übereinander – ein Grund für die unverwechselbare Silhouette der Stadt. Hauptattraktion ist die monumentale Tsarevets-Festung, die mit ihren dicken Mauern und Toren an die imperiale Vergangenheit Bulgariens erinnert.
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Entspannter Ausklang in den Sredna Gora
Ein kleiner Schlenker nördlich von Weliko Tarnowo führt zur Devetaschka-Höhle, einer gigantischen Karsthöhle mit offener Decke – vor allem an schönen Tagen, wenn das Sonnenlicht von oben hereinfällt ein toller Anblick. Der letzte Abschnitt der Reise führt uns dann wieder zurück nach Westen. Wir durchqueren das sanfte Sredna-Gora-Gebirge, eine von grünen Hügeln und weiten Tälern geprägte Landschaft. Letztes Ziel ist das unter Denkmalschutz stehende Museumsdorf Kopriwschtiza, das ein bisschen wie aus der Zeit gefallen wirkt – im positiven Sinne. Die farbenfrohen, kunstvoll verzierten Holzhäuser entlang des plätschernden Flusses Topolnitsa zeugen vom Reichtum der bulgarischen Händler und dem Beginn des architektonischen Aufschwungs im 19. Jahrhundert.
In Kopriwschtiza kann man toll durch die ruhigen, gepflasterten Gassen spazieren und die historischen, zu Museen umgebauten Häuser besichtigen. Was sich natürlich auch anbietet: Die Zeit nutzen, um in einer traditionellen Taverne deftigen Schopska-Salat und lokale Grillspezialitäten zu genießen! So gestärkt treten wir dann die letzte kurze Etappe zurück nach Sofia an. Nach rund 14 Tagen schließt sich hier unsere abwechslungsreiche Tour durch Bulgarien.