Durrës, Albanien

Albanische Riviera: Mit dem Camper durch die Malediven Europas

Artikel von: Selim Baykara (5 min Lesedauer) 22.05.2026

Kurvige Küstenstraßen, fantastische Strände und alles noch ein bisschen ursprünglicher als in den klassischen Mittelmeer-Regionen: Die Albanische Riviera gilt schon seit einiger Zeit als Geheimtipp für Strandurlauber, die nach neuen Zielen suchen. Mindestens genauso gut eignet sie sich aber für einen spannenden Roadtrip abseits der üblichen Routen. Wir stellen euch die Strecke zum Nachfahren vor.

Inhaltsverzeichnis

Malediven Europas – so wird die Albanische Riviera auch manchmal genannt. Der Vergleich kommt nicht von ungefähr: Die Südwestküste des Landes wird von zahlreichen Paradiesstränden gesäumt, einsamen Buchten mit strahlend blauem Wasser, hinter denen zerklüftete Karstberge aufragen. Und anders als an vielen klassischen Mittelmeerzielen wirkt hier vieles noch viel ursprünglicher. Genau diese Mischung macht die Albanische Riviera zum idealen Ziel für Roadtrips.

In diesem Artikel stellen wir eine Route vor, die einmal von Nord nach Süd entlang der gesamten Albanischen Riviera entlangführt.  Die Tour startet in der Hafenstadt Vlora und führt zunächst über den berühmten Llogara-Pass, einer der großen Roadtripmomente der Reise. Anschließend folgt die Straße der Küste Richtung Süden – vorbei an hübschen Örtchen wie Dhërmi oder Himarë, Traumstränden, Olivenhainen und natürlich zahlreichen spektakulären Aussichtspunkten direkt an der Adria. Ganz im Süden erreichen wir schließlich Ksamil und die antike Ruinenstadt Butrint nahe der griechischen Grenze.

Für die komplette Tour empfehlen wir, dass du dir mindestens eine gute Woche Zeit nimmst. Die Highlights kann man zwar an einem Wochenende abhaken und die Route selbst ist nicht besonders lang. Mit längeren Strandstopps, Sightseeing oder Ausflügen ins Hinterland verlängert sich die Reise aber von ganz allein. Die Anfahrt von Tirana nach Vlora dauert nur rund 2,5 Stunden, von hier folgen wir immer der Küstenstraße SH8. Unser Tipp: Im Hochsommer wird es entlang der Riviera inzwischen sehr voll. Viel angenehmer reist es sich im Frühjahr oder Herbst.

Praktische Informationen zur Campingtour
Route Vlora → Llogara-Pass → Dhërmi → Himarë → Porto Palermo → Borsh → Lukova → Ksamil → Butrint
Strecke ca. 150 Kilometer
Fahrtzeit 3-4 Tage
Highlights Küstenstraße SH8 über den Llogara-Pass, Strand von Dhërmi, Wasserfall-Restaurant in Borsh, Ksamil und der Butrint-Nationalpark
Beste Reisezeit Mai bis Juni sowie September bis Oktober
Maut Keine Mautgebühren auf der Route

Über den Llogara-Pass an die Albanische Riviera

Unser Trip beginnt in Vlora , dem Tor zur Albanischen Riviera. Die Hafenstadt liegt an der Straße von Otranto, dort wo die Adria in das Ionische Meer übergeht. Dank der großen Bucht und den zahleichen schönen Stränden in Stadtnähe ist sie ein beliebtes Ziel für Touristen.  Die Stadt selbst wird von großen Boulevards und Promenaden geprägt, daneben gibt es auch eine kleine aber sehenswerte Altstadt mit entspanntem Mittelmeer-Feeling.

Anschließend geht es richtig los: Die SH8 schraubt sich in zahlreichen Kurven hinauf zum Llogara-Pass, mit einer Höhe von 1.027 Metern einer der spektakulärsten Gebirgspässe Südalbaniens. Die Nordseite hat teilweise einige sehr steile Serpentinen – bei der Anfahrt ist also etwas Vorsicht geboten. Dafür werden wir oben mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt: Bei klarem Wetter reicht der Blick bis zur griechischen Insel Korfu.

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Dhërmi – einer der schönsten Strände Albaniens

Unser nächstes Ziel ist das malerische Küstendörfchen Dhërmi, berühmt für den Dhërmi Beach mit seinem perfekten türkisfarbenen Wasser – für viele einer der schönsten Strände Albaniens. Rund um den Strand hat sich inzwischen ein lebhaftes Örtchen mit moderner touristischer Infrastruktur entwickelt.  Etwas ursprünglicher ist der historische Ortskern an den Hängen des Ceraunischen Gebirges mit seinen kopfsteingepflasterten Gassen und den fotogenen weißen Steinhäusern.

Die Küstenstraße bleibt kurvig während wir nach Himarë weiterfahren, ein kleines Fischerdörfchen, das erst kürzlich aus seinem Dornröschenschlaf aufgewacht ist. Inzwischen hat sich nämlich rumgesprochen hat, dass die Strände hier wirklich gut sind! Besonders beliebt ist der Spile Beach, einer der wenigen Sandstrände der Region. Oberhalb der Bucht im alten Ortsteil Kastro liegen die Ruinen der alten Festung von Himarë – ein schönes Ziel für einen Spaziergang. Von dort reicht der Blick weit über die Küste bis zu den zerklüfteten Karstbergen im Hinterland.

Ruhige Buchten an der Südküste

Südlich von Himarë verlässt die SH8 kurz die Küste. Wer etwas Zeit hat, macht noch einen Abstecher zum Filiguri Strandein echter Geheimtipp. Anschließend führt die Straße eng an der Küste entlang bis wir schließlich Porto Palermo erreichen. Fast etwas versteckt liegt das kleine Dorf in einer geschützten Bucht. Markantestes Wahrzeichen ist die Festung von Ali Pascha auf einer kleinen Halbinsel. Von der Dachterrasse bietet sich ein toller Panoramablick über das Ionische Meer.

Nur einen Katzensprung entfernt liegt Borsh, ein weiteres charmantes Küstendörfchen, das vor allem für eine Sache bekannt ist: Den längsten durchgehenden Strand der gesamten Albanischen Riviera. Fast sieben Kilometer lang ist der Kieselstrand und da er auch gut 30 Meter breit ist, findet man hier ganz bestimmt einen schönen Platz zum Baden. Ein weiteres Highlight ist das Wasserfall-Restaurant (Ujvara e Borshit) direkt an der SH8. Hier kann man ein traditionelles Mittagessen oder eine Erfrischung genießen, während das Wasser neben den Tischen plätschert – herrlich!

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Ksamil: Die Malediven Europas

Lukova markiert den Übergang zum äußersten Süden Albaniens. Der kleine Ort liegt etwas oberhalb der Küste, idyllisch eingebettet zwischen Terrassenhängen und Olivenbäumen. Der Hauptstrand Plazhi i Shpellës (Cave Beach) ist nur über eine schmale Serpentinenstraße erreichbar, aber es lohnt sich. Im Unterschied zu vielen anderen Stränden der Riviera geht es hier relativ ruhig zu, was übrigens für den ganzen Ort zutrifft. Nördlich des Strandes gibt es viele naturbelassene Buchten – ideal für alle, die ihre Ruhe haben möchten.

Kurz vor Ksamil wird der Verkehr womöglich etwas dichter und das hat seinen Grund: Ksamil zählt zu den beliebtesten Ferienorten Albaniens. Der Ort liegt Idyllisch auf einer Halbinsel, die direkt an die Straße von Korfu angrenzt. Die Strände bieten feinsten, puderzuckerweißen Sand mit perfektem Zugang zum türkisblauen flachen Wasser – genau hierher stammt der Ausdruck „Malediven Europas“. Trotz der hohen Besucherzahlen und zahlreicher neuer Hotels wirkt vieles aber immer noch etwas improvisiert – willkommen in Albanien.

Von Ksamil sind es nur noch ein paar Kilometer bis Butrint, dem letzten Etappenort der Tour. Die antike griechische Ruinenstadt liegt auf einer Halbinsel, malerisch umgeben vom Butrintsee und dem Vivari-Kanal und ist die bedeutendste archäologische Fundstätte in Albanien. Daher wurde Butrint 1992 als erster Ort in Albanien zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Nach den kurvigen Küstenstraßen der Riviera wirkt Butrint fast schon meditativ – ruhig, zeitlos und vielleicht genau deshalb ein perfektes Ende unserer Reise.

Titelbild: Durrës, Albanien – © naumenkophoto – stock.adobe.com

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