Skanderbeg-Denkmal und der Et'hem-Bey-Moschee im Zentrum der Stadt Tirana, Albanien.

Mit dem Wohnmobil durch Albanien: Rundreise zwischen Küste und Bergen

Artikel von: Selim Baykara (5 min Lesedauer) 20.05.2026

Türkisfarbene Buchten, wilde Bergstraßen und osmanische Altstädte: Albanien gehört zu den spannendsten Roadtrip-Zielen Europas. Wir zeigen dir eine abwechslungsreiche Rundreise mit den schönsten Stopps zwischen der Albanischen Riviera, den Alpen rund um Theth und den historischen Städten des Landes.

Inhaltsverzeichnis

Türkisfarbenes Wasser, schroffe Berglandschaften, wilde Küstenstraßen und osmanische Altstädte: Kaum ein anderes Land in Europa ist so abwechslungsreich wie Albanien. Außerdem wirkt vieles noch ursprünglicher als in den klassischen Mittelmeerregionen, ein bisschen improvisierter, vielleicht manchmal auch ein bisschen unbequemer – dafür aber umso herzlicher. Das ist es eigentlich kein Wunder, dass sich Albanien in den vergangenen Jahren zu einem echten Geheimtipp für Camper entwickelt hat.

In diesem Artikel stellen wir eine zwei – drei-wöchige Rundreise durch Albanien vor, die uns einmal durch das ganze Land und die schönsten Regionen führt. Nach einem Start in Tirana geht es zunächst in die historischen Städte Berat und Gjirokastër mit ihren osmanischen Altstädten. Anschließend führt die Route entlang der Albanischen Riviera über Himarë und Dhërmi bis in den Süden nach Ksamil und zur antiken Ruinenstadt Butrint. Über den spektakulären Llogara-Pass geht es dann entlang der Küste wieder zurück Richtung Tirana.

Noch ein paar praktische Tipps: Viele Hauptstraßen wurden in den vergangenen Jahren modernisiert, kleinere Bergstraßen können aber weiterhin eng, kurvig oder stellenweise schlecht ausgebaut sein. Dafür gilt Albanien vielerorts noch als vergleichsweise camperfreundlich: Freistehen wird außerhalb touristischer Zentren häufig toleriert, zusätzlich gibt es immer mehr kleine Campingplätze direkt am Meer oder in den Bergen. Gerade im Frühjahr und Herbst reist es sich besonders angenehm. Im Hochsommer kann es entlang der Riviera hingegen sehr heiß, stellenweise auch sehr voll werden.

Roadtrip Albanien
Praktische Infos zur Campingtour
Route Tirana – Berat – Gjirokastër – Albanische Riviera – Ksamil – Butrint – Llogara-Pass – Vlora – Tirana
Strecke ca. 1.000–1.300 km je nach Abstechern
Fahrtzeit 2–3 Wochen
Highlights Osmanische Altstadt von Berat, Küstenstraßen an der Albanischen Riviera, Llogara-Pass mit Blick aufs Ionische Meer
Beste Reisezeit Mai bis Juni sowie September bis Oktober
Maut In Albanien gibt es derzeit kaum mautpflichtige Straßen, Ausnahme ist die A1 im Norden des Landes teilweise über den Kalimash-Tunnel

Tirana und Berat: Zwischen Großstadt und osmanischer Altstadt

Tirana ist für viele der erste Kontakt mit Albanien – und meist auch die erste große Überraschung. Die Hauptstadt wirkt einerseits laut und stellenweise etwas chaotisch, gleichzeitig aber erstaunlich jung und modern. Rund um den Skanderbeg-Platz, das Viertel Blloku und die vielen Straßencafés zeigt sich schnell, wie stark sich das Land in den vergangenen Jahren verändert hat. Alte Betonbauten aus der sozialistischen Ära stehen neben modernen Restaurants, dazwischen prägen kleine Märkte, Minibusse und hektischer Verkehr das Stadtbild.

Für Wohnmobilreisende empfiehlt sich Tirana eher als kurzer Einstieg, bevor es dann weiter Richtung Süden geht. Schon wenige Stunden später verändert sich die Atmosphäre. Unser nächstes Ziel ist Berat, die berühmte „Stadt der tausend Fenster“. Die weißen Häuser der osmanischen Altstadt ziehen sich hier terrassenförmig den Hang hinauf, darüber thront die große Burg von Berat. Besonders abends, wenn die Temperaturen angenehmer werden und sich die Cafés am Flussufer füllen, entfaltet die Stadt ihren ganz speziellen Charme.

Campingplatz-Tipp: Camping Castle Berat

Gjirokastër und die Albanische Riviera

Von Berat führt die Route über kleine Dörfer Richtung Gjirokastër. Die UNESCO-Stadt gehört zu den kulturellen Höhepunkten des Landes und wirkt mit ihren steinernen Häusern, engen Gassen und der mächtigen Burg fast wie eine Filmkulisse. Von oben reicht der Blick weit über das Drino-Tal bis zu den Bergen an der griechischen Grenze. In Gjirokastër geht es etwas ruhiger zu als in vielen bekannten Altstädten Südeuropas. Kleine Familienrestaurants, improvisierte Parkplätze und einfache Campingplätze gehören hier noch ganz selbstverständlich zum Straßenbild.

Hinter Gjirokastër beginnt anschließend einer der spektakulärsten Abschnitte der gesamten Rundreise: die Albanische Riviera. Über kurvige Straßen geht es Richtung Himarë und Dhërmi, vorbei an den kargen Berghängen des Ceraunischen Gebirges, immer wieder mit tollen Blicken auf das tiefblaue Ionische Meer. Besonders schön ist dieser Abschnitt außerhalb der Hauptsaison, wenn die kleinen Küstenorte deutlich entspannter sind. Entlang der Riviera liegen zahlreiche Buchten und Naturstrände, viele davon erreicht man nur über schmale Nebenstraßen. Große Hotelanlagen gibt es inzwischen zwar auch, dennoch wirkt die Küste ursprünglicher als in den klassischen Mittelmeerregionen.

Ksamil, Butrint und der Llogara-Pass

Ganz im Süden Albaniens liegt Ksamil, einer der bekanntesten Badeorte des Landes. Das Wasser leuchtet hier fast karibisch türkis, kleine Inseln liegen direkt vor der Küste, viele Restaurants servieren frischen Fisch mit Blick aufs Meer. Gleichzeitig zeigt sich in Ksamil aber auch die andere Seite des albanischen Tourismusbooms: neue Hotels, dichter Verkehr und gerade im Sommer sehr viele Besucher. Ein weiterer Grund, diese Tour besser im Frühjahr oder Herbst zu machen.

Nur wenige Kilometer entfernt liegt mit Butrint eine der wichtigsten historischen Sehenswürdigkeiten Albaniens. Die antike Ruinenstadt liegt mitten in einer Lagunenlandschaft aus Seen, Kanälen und Wäldern und wirkt überraschend grün. Anschließend führt die Route wieder Richtung Norden – und damit zu einem der großen Roadtrip-Momente der Reise: dem 1.027 Meter hohen Llogara-Pass. Die Passstraße windet sich hier spektakulär von der Küste hinauf in die Berge. Von oben öffnen sich weite Ausblicke über das Meer und die gesamte Riviera – ein Moment, der lange in Erinnerung bleiben wird.

Und wieder zurück nach Tirana

Unser letzter größerer Zwischenstopp auf der Rückfahrt Richtung Norden ist Vlora. Die Hafenstadt ist die fünftgrößte Stadt Albaniens und markiert den Übergang zwischen Adriaküste und Albanischer Riviera. Vlora ist deutlich größer und urbaner als die kleinen Orte entlang der Riviera: breite Boulevards, dichter Verkehr, Hochhäuser und eine lange Strandpromenade prägen das Bild. Aber es gibt auch eine sehr schöne restaurierte Altstadt und etliche tolle Strände – tatsächlich ist Vlora einer der beliebtesten Badeorte Albaniens. Besonders schön sind die kleineren Buchten südlich der Stadt Richtung Orikum und Karaburun.

Campingplatz-Tipp: Kamping Pa Emer

Danach geht es durch das breite Küstentiefland zurück Richtung Tirana. Je näher wir der Hauptstadt kommen, desto mehr nimmt der Verkehr wieder zu. Zwischen Tankstellen, kleinen Werkstätten und Obstständen am Straßenrand bekommen wir noch mal einen Einblick in den albanischen Alltag abseits der Küstenorte. Die letzten Eindrücke bevor sich der Kreis in Tirana wieder schließt: Vieles scheint im Wandel – vielleicht ist genau das der eigentliche Reiz dieses Roadtrips!

Titelbild: Skanderbeg-Denkmal und der Et’hem-Bey-Moschee im Zentrum von Tirana, Albanien – © andrii_lutsyk – stock.adobe.com

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