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Mover für Wohnwagen – Alle wichtigen Fragen beantwortet

4 min Lesedauer

Mover bzw. Rangierhilfen liegen in der Beliebtheitsliste des Nachrüstzubehörs ganz weit oben. Oft scheut man bei der Erstanschaffung des Wohnwagens den elektrischen Muskelmann, weil z.B. das Wohnwagen Vorzelt als Zubehör erstmal wichtiger ist. Doch im Verlauf des Camperlebens erscheint ein mehr an Komfort unverzichtbar. Mittlerweile gibt es viele unterschiedliche Moversysteme, sowohl für den kleinen als auch den großen Geldbeutel und auch für Doppelachser. Die Redaktion gibt dir im Folgenden eine Übersicht über halbautomatische und vollautomatische Rangierhilfen und erklärt, was du schon vor dem Kauf beachten solltest.

Inhaltsverzeichnis
Mover für Wohnmobil

Wozu braucht man einen Mover?

Rangiersysteme erleichtern das Camperleben. Vor allem nach einer längeren, anstrengenden Fahrt zum Campingplatz ist es oft kräftezehrend, den Wohnwagen in der Wunschparzelle des Campingplatzes punktgenau zu bugsieren. Ist dann der Untergrund noch uneben oder sandig, ist die Urlaubsvorfreude schnell dahin. Deswegen erfreuen sich Rangiersysteme oder Mover, wie sie Neudeutsch heißen, einer großen Nachfrage bei der Fahrzeugtechnik. Die Rangierhilfe kann dabei für Einachser, aber auch für Doppelachser genutzt werden.

Was macht eine Rangierhilfe?

Die Funktionsweise einer Rangierhilfe ist einfach erklärt. Ein Elektromotor bewegt eine Walze, die mit Druck auf einen Wohnwagenreifen wirkt und diesen damit antreibt. Kabel verbinden die Motoren mit einer Batterie und der Steuereinheit im Wageninneren. Mover der heutigen Generation haben eine eingebaute Bremse, die beim Halten an einer Steigung oder einem Gefälle den Wohnwagen anhält, ohne dass dieser zurückrollt. Die Bremse (Movecontrol) wirkt auch, wenn der Camper beim Abreisen das Abschwenken des Movers vergessen sollte. Die Bremse verhindert das Weiterfahren, andernfalls würden die Zähne der Walze den Reifen nach kurzer Zeit verschleißen.

Wie unterscheiden sich die verschiedenen Rangierhilfen

Prinzipiell unterscheiden sich die Systeme darin, wie die Walze des Movers angeschwenkt wird. Halbautomatisch durch Andrehen (z.B. Reich Easy Driver Basic 1.8 und 2.3) oder mit einem Umlenkhebelsystem (z.B. Truma Mover SX).

Vollautomatische Mover schwenken die Walze elektrisch an. Einfache, günstige Modelle schwenken eine definierte Strecke an, bessere Mover erkennen, wann der optimale Druck der Walze auf dem Wohnwagenreifen erreicht ist. Doch auch bei der Benutzerfreudlichkeit gibt es Unterschiede. Bei einfacheren Rangiersystemen wirkt die Walze mit unmittelbarer Kraft auf den Reifen, die Drehbewegung des Rades geschieht abrupt. Das Lenken ist nur im Stand möglich. Bessere Rangierhilfen (z.B. AL-KO Mammut, Truma XT) können auch während der Fahrt etwas lenken, zudem wirkt der Antrieb geschmeidiger, weil ruckfrei. Beim Truma XT kann sogar millimetergenau rangiert werden!

Wie steuere ich einen Mover?

Die Steuerung des Movers erfolgt je nach Produkt über eine Funkfernbedienung oder eine App.

Wie lange kann ich mit einem Mover rangieren?

Je nach Gewicht des Wohnwagens (zwischen 1.300 bis 2.000 kg Gesamtmasse) etwa 30-40 Minuten. Beachte, dass dabei auch die Bodenbeschaffenheit, die Steigung und – zu allererst – die Kapazität des Akkus eine Rolle spielt.

Was muss bei der Montage beachtet werden?

Egal, ob in Eigenmontage oder in einem Fachbetrieb: Zuerst gilt es zu klären, um welches Fahrgestell es sich beim Wohnwagen handelt und welche Anhängevorrichtung verwendet wird. Denn nicht jeder Mover kann an jedes Fahrgestell montiert werden. Zu beachten ist zuerst die Bodenfreiheit. Bei einer Bodenfreiheit von mindestens 21 cm können Mover in der Regel als Rangierhilfe problemfrei eingebaut werden, bei weniger als 21 cm ist die richtige Auswahl entscheidend.

Ebenso zu beachten sind der Abstand zwischen Stoßdämpfer und Reifen, die Tiefe des Einstiegs oder eventuelle Rohre (Heizung, Gas, Abwasser), die dort entlang verlegt sind. So kann es ggf. erforderlich sein, eine oder mehrere Montageplatten anzubringen, damit der Mover optimal platziert werden kann. WICHTIG: Keinesfalls darf das Chassis angebohrt werden, es dürfen nur die werksseitig vorhandenen Löcher dafür verwendet werden.

Kläre auch rechtzeitig vor der Bestellung eines Movers beim Fachhändler die zulässige Gesamtmasse deines Fahrzeugs. Denn neben dem Gewicht das Movers zwischen 33 bis 40 kg kommt noch das Gewicht der Batterie, Steuereinheit und Leitungen dazu mit 20 – 25 kg. Berechne also vorher, ob du mit einem Minus von 55 – 65 kg an Zuladung auskommen kannst.
Tipp: Idealerweise verbaut man den Mover vor dem Rad, denn dort ist er dem Spritzwasser weniger ausgesetzt. Geübte und technikaffine Camper können eine Selbstmontage in Angriff nehmen. Alternativ bietet sich der Gang zu einem Caravaning-Fachhandelsbetrieb an.

Was kostet ein Mover?

Halbautomatisch anschwenkbare Mover werden ab ca. 800 Euro gehandelt und kosten durchschnittlich etwa 1.250 bis 1.600 Euro, vollautomatisch anschwenkbare Mover werden ab 1000 Euro gehandelt, kosten häufig aber auch 1.800 bis 2.200 Euro. Für die Batterie müssen nochmal 150 bis 250 Euro eingeplant werden und der Einbau des Movers in einer Fachhandelswerkstatt kostet rund 300 bis 400 Euro.

Welche sind die beliebtesten Mover?

  • AL-KO Mammut M20
  • AL-KO Ranger
  • Truma Se R
  • Truma XT
  • Reich Easydriver Basic
  • Reich Easydriver pro
  • EAL Enduro
  • Hypercamp Ranger
  • Kronings

Die meisten Marken sind bei einem Fachhändler erhältlich. Durch die Garantiezeit bist du in einem Fall eines Defektes abgesichert. Bei einem Kauf auf einer Onlineplattform wie Ebay, sollte genau in Erfahrung gebracht werden, welche Rangierhilfe für den eigenen Wohnwagen benötigt wird. Der Einbau kann selbst oder mittels einer Werkstatt vorgenommen werden. Es ist allerdings häufig nicht einfach, eine Werkstatt zu finden, die Fremdteile einbaut, ohne den Einbau durch überhöhte Montagekosten zu kompensieren.