Rundreise Slowakei: Roadtrip durch ein unentdecktes Paradies

Artikel von: Selim Baykara (7 min Lesedauer) 06.08.2026

Hüsche mittelalterliche Altstädte, Ritterburgen und alpine Gipfelwelten auf kleinstem Raum: Die Slowakei ist ein fantastisches Ziel für eine Rundreise und die ideale, entspannte Alternative zu den überlaufenen Camping-Hotspots in den Alpen. In diesem Artikel stellen wir eine tolle Route zum Selberfahren vor, die euch in knapp zwei Wochen zu den Highlights der Slowakei führt .

Inhaltsverzeichnis

Die Slowakei ist eines der interessantesten Länder Europas – manche sagen sogar, es wäre das am besten gehütete Geheimnis Mitteleuropas. Flächenmäßig ist es zwar nur so groß wie Niedersachsen, dennoch vereint es eine riesige landschaftliche Vielfalt: sanfte Weinberge, dichte unberührte Urwälder und die wildzerklüfteten Gipfel der hohen Tatra, dem kleinsten Hochgebirge der Welt. Dazu kommt eine Dichte an mittelalterlichen Burgen, die weltweit ihresgleichen sucht.

Kurzum: Die Slowakei bietet eine tolle Mischung aus Kultur und Natur, außerdem ist es auch noch ein gutes Stück preiswerter als die beliebten Ferienregionen im Westen Europas. Reisen mit eigenem Fahrzeug ist unkompliziert, da das Land in den letzten Jahren massiv in den Ausbau seiner Infrastruktur investiert hat. Es gibt also keinen Grund, die Slowakei noch länger zu ignorieren. Und genau dazu stellen wir euch hier eine spannende Rundreise vor, auf der ihr in rund 14 Tagen die Highlights des Landes kennenlernt.

Schloss Bojnice eines der berühmtesten Schlösser der Slowakei. Bildquelle: Wikimedia Commons/Pudelek

Praktische Tipps

Für die Anreise empfiehlt sich die Route über Wien, die Grenze passiert ihr direkt vor Bratislava. Wichtig: Für die Nutzung der gut ausgebauten Autobahnen ist eine digitale Vignette erforderlich, die ihr vorab online registrieren müsst. Eine praktische Besonderheit: Reisemobile und Camper fallen unabhängig von ihrem tatsächlichen Gewicht unter die günstige Pkw-Regelung. Generell ist das Preisniveau vor Ort moderat: Lebensmitteleinkäufe und Restaurantbesuche sind günstig, die Abrechnung an Tankstellen oder Supermärkten erfolgt unkompliziert in Euro.

Auf den Stell- und Campingplätzen der Slowakei geht es bodenständig und naturnah zu. durchoptimierte Parzellen-Resorts mit Daueranimation sucht man hier vergeblich. Die traditionellen Autocamps bieten meist unparzellierte Wiesen, häufig in wunderschöner Lage direkt an Flüssen und mit Blick auf die Berge. Selbst in der Hauptsaison ist die Chance recht gut, auch ohne Vorreservierung spontan einen Platz zu finden. Die Ver- und Entsorgung ist auf den Plätzen flächendeckend gesichert.

📧 PiNCAMP-Newsletter
Du möchtest mehr Inspirationen und spannende Infos über tolle Campingplätze und Reiseziele? Dann melde dich jetzt für unseren Newsletter an:

Die ideale Reisezeit erstreckt sich von Mai bis Juni sowie von September bis Oktober, damit weicht ihr den Sommerferien und wetterbedingten Engpässen in den Bergen aus. Während sich die Hauptverkehrsachsen in bestem Zustand präsentieren, fordern die schmalen Nebenstrecken im ländlichen Hinterland und in den Nationalparks aufgrund von Schlaglöchern und teilweise starken Steigungen etwas Konzentration. Die Verständigung klappt in der Regel gut. Vor allem die jüngere Generation in den touristischen Regionen spricht hervorragend Englisch und die Leute sind sehr hilfsbereit.

Praktische Informationen zur Rundreise
Route Bratislava ➔ Modra ➔ Schloss Bojnice ➔ Čičmany ➔ Terchová ➔ Burg Orava ➔ Štrbské Pleso ➔ Podlesok ➔ Zipser Burg ➔ Dobšinská-Eishöhle ➔ Košice ➔ Domica-Höhle ➔ Zieselwiese Muráň ➔ Banská Bystrica ➔ Banská Štiavnica ➔ Nitra ➔ Bratislava
Strecke ca. 1.100 km
Fahrtzeit 12-14 Tage
Highlights Schloss Bojnice, Wandern im Nationalpark Malá Fatra, Dobšinská-Eishöhle, Zieselwiese bei Muráň
Beste Reisezeit Mai - Juni, September - Oktober
Maut Alle Autobahnen und Schnellstraßen für Kraftfahrzeuge bis 3,5 t zGG und Wohnmobile unabhängig vom Gewicht mautpflichtig, digitale E-Vignette erforderlich

Zwischen Weinbergen und Märchenschlössern

Unsere Entdeckungsreise startet in der geschichtsträchtigen Hauptstadt Bratislava an der Donau, wo wir uns als erstes das Wahrzeichen der Stadt anschauen: die markante Burg aus dem 9. Jahrhundert, die einen tollen Donaublick bietet. Eine noch bessere Aussicht über die Stadt hat man auf dem kuriosen, 95 Meter hohen Aussichtsturm in Form eines UFOs.  Danach führt uns die Route in das idyllische Kleinkarpaten-Weingebiet nach Modra, das für seine Weinbautradition bekannt ist. Ein entspannter Spaziergang durch die historischen Weinberge ist die perfekte Gelegenheit, die ruhige Atmosphäre abseits der Hauptstadt zu genießen.

Campingplatz-Tipp: Camping Pullmann

Unser nächstes Ziel ist das romantische Schloss Bojnice, das wie aus einem Märchen entsprungen über der gleichnamigen Kurstadt thront. Das Schloss beherbergt das meistbesuchte Museum der Slowakei. Neben der prunkvollen Architektur lohnt sich aber auch der Abstieg in die kühle Travertinhöhle, die direkt unter der Burganlage liegt. Anschließend fahren wir weiter in das tief in den Bergen gelegene Denkmaldorf Čičmany, das für seine einzigartigen Holzhäuser berühmt ist. Die dunklen Fassaden sind kunstvoll mit traditionellen, weißen geometrischen Ornamenten bemalt – ein tolles Fotomotiv vor der beeindruckenden Gebirgskulisse der Strážovské Vrchy.

Traumhafte Landschaft in der Slowakischen Tatra. Bildquelle: Wikimedia Commons/Michal Klajban

Durch wilde Klammen in die Hohe Tatra

Ganz in der Nähe liegt der Nationalpark Malá Fatra, das Bergdorf Terchová ist ein idealer Ausgangspunkt, um dieses reizende Mittelgebirge zu erkunden. Eine schöne Wanderung führt durch die spektakuläre Jánošíkove-Diery-Klamm, der Pfad verläuft hier über Leitern und Holzstege direkt an zahlreichen rauschenden Wasserfällen vorbei. Nach diesem Naturabenteuer geht es dann weiter nach Oravský Podzámok, wo wir die monumentale Burg Orava besichtigen. Wie ein Adlernest thront die Festung auf einem 112 Meter hohen Felsen über dem Fluss – ein spektakulärer Anblick und nicht umsonst diente sie einst als Kulisse für den legendären Stummfilm-Klassiker Nosferatu.

Campingplatz-Tipp: Camping Slnečné Skaly

Der nächste Teil der Reise bringt uns ins alpine Gefilde: Die Hohe Tatra, das kleinste Hochgebirge Europas. Unser erster Zwischenstopp ist der malerische Bergsee Štrbské Pleso, dessen Uferpromenade zu ausgiebigen Spaziergängen vor einer Kulisse aus schroffen Zweitausender-Gipfeln einlädt. Wer noch höher hinaus möchte, nutzt die Seilbahnen im nahegelegenen Tatranská Lomnica, um den imposanten Lomnitzer Gipfel (2.634 Meter) zu erklimmen. Die Region ist zudem für ihre unberührte Tierwelt bekannt, daher lohnen sich hier geführte Touren zur Wildtier- und Bärenbeobachtung.

Zwischenstopp im Slowakischen Paradies

Das nächste Etappenziel heißt Podlesok, das wichtigste Tor zum Nationalpark Slowakisches Paradies. Auch dieses dicht bewaldete Schluchtengebiet ist ein echtes Wanderparadies mit zahlreichen spektakulären Wegen über Hängebrücken, so etwa in der bekannten Suchá-Belá-Schlucht. Danach fahren wir in die historische Zips-Region im Osten der Hohen Tatra. Hier lohnt sich unbedingt ein Besuch der monumentalen Zipser Burg, eine der flächenmäßig größten Burganlagen Mitteleuropas. Ein guter Ausgangspunkt ist das nahegelegene Camping Levočská Dolina.

Bevor wir nun die zweitgrößte Stadt der Slowakei ansteuern, legen wir einen Zwischenstopp an der faszinierenden Dobšinská-Eishöhle ein. Diese Höhle zählt zu den größten und interessantesten Eishöhlen der Welt – ein Labyrinth aus jahrtausendealten Eisformationen und gefrorenen Wasserfällen tief unter der Erde. Selbst im Hochsommer ist hier eine dicke Winterjacke Pflicht! Schließlich erreichen wir die Kulturstadt Košice im äußersten Osten der Republik. Beim Schlendern durch die lebhafte Fußgängerzone zieht uns vor allem der gotische St.-Elisabeth-Dom in seinen Bann. Abends bietet die „singende Fontäne“ vor dem Staatstheater ein stimmungsvolles Schauspiel – die Wasserstrahlen des Springbrunnens tanzen perfekt choreografiert zur Musik.

Die beeindruckende Zipser Burg. Bildquelle: Wikimedia Commons/Ingo Mehling

Geschichtsträchtige Städte auf dem Rückweg nach Bratislava

Košice ist der östlichste Punkt der Tour. Für den Rückweg nach Bratislava bietet sich die südliche Route an, die direkt durch den Nationalpark Slowakischer Karst führt. Eine der Hauptattraktionen dieser rauen Kalksteinregion ist die Domica-Höhle, die für ihre riesigen Säulenhallen und die unterirdische Bootsfahrt auf dem Fluss Styx bekannt ist. Über die weitläufige Hochebene des Muraner Plateaus geht es dann zur berühmten Zieselwiese bei Muráň. Hier lebt eine der größten Kolonien Europäischer Ziesel in der Slowakei. An manchen Tagen flitzen hunderte der kleinen Nagetiere über die Wiese, mit etwas Geduld lassen sie sich direkt aus der Hand füttern.

Campingplatz-Tipp: Pension & Camping Sokol

Über die historische Bergbaustadt Banská Bystrica mit ihrem hübschen verkehrsberuhigten Marktplatz fahren wir schließlich nach Banská Štiavnica. Die einstige Silberstadt liegt spektakulär im Krater eines erloschenen Vulkans und besticht durch prächtige, barocke Architektur. Rund um die Stadt gibt es zudem etliche alte Bergbauseen, die heute gerne zum Baden genutzt werden. Auf dem letzten Teilstück legen wir noch einen Stopp in der geschichtsträchtigen Stadt Nitra ein. Ein kurzer Aufstieg zur über 1000 Jahre alten Burg belohnt uns mit einem letzten weiten Panoramablick über das Hügelland, bevor sich der Kreis wieder in Bratislava schließt.

Artikelbild: Wikimedia Commons/Rob Hurson

Noch einfacher die besten Campingplätze entdecken.

Weiter mit der PiNCAMP Camping App powered by ADAC.

Jetzt sichern