Zubehör

Campingdusche – Solarduschen, Akkuduschen & Co.

Camping gilt als "back to nature" und es gibt Leute, die das wörtlich nehmen und bei der Hygiene auf einen natürlichen Duft setzen. Aber nicht alle wollen ihre Körperpflege für zwei Wochen in den Urlaub schicken und so suchen viele lieber nach einer naturfreundlichen Alternative: der Campingdusche.

Eine Campingdusche sollte zwei grundlegende Punkte erfüllen: Umweltfreundlichkeit und Nachhaltigkeit. Schließlich wollen wir so wenig Verunreinigungen wie möglich hinterlassen. Dazu zählen beispielsweise auch die verwendeten Utensilien, wie etwa Seife, Shampoo und Lotion. Wer der Körperpflege mit einer Vielzahl an Produkten frönen möchte, sollte die festen Duschen auf Campingplätzen nutzen. Denn hier fließt das Wasser in die Abwasserkanäle und wird – je nach Ort –gereinigt und aufbereitet.

In der freien Natur, also beim Camping, solche Rückstände zu hinterlassen, grenzt an Umweltverschmutzung. Schließlich beinhalten Seife, Shampoo und Konsorten Bestandteile wie etwa Silikonreste und Mikroplastik, die zusammen mit dem Duschwasser tief in den Boden hineinschwemmen. So können diese bis ins Grundwasser gelangen – und da haben sie absolut nichts zu suchen! Etwas besser sind dagegen spezielle Outdoor-Seifen, wie etwa die All-in-One Seifen von Dr. Bronner, welche die Umwelt schonen. Denk jedoch bitte daran, dass dies nie zu 100 Prozent möglich ist. Daher gilt sowohl bei der Seife als auch beim Wasser: so wenig wie möglich verwenden.

Ist die perfekte Seife im Gepäck, fehlt nur noch die passende Campingdusche. Und hier bietet sich eine Vielfalt an Möglichkeiten:

Natur pur – der Wasserfall

Wer kennt sie nicht, die typischen Touristenaufnahmen, die Menschen unter dem Wasserfall in allen möglichen und unmöglichen Posen zeigen. Doch was nach einem netten Spaß aussieht, kann schwere Konsequenzen für die Natur haben. Denn Menschen haben allzu oft alle möglichen Sachen auf der Haut wie etwa Sonnencreme. Diese haben in einem Gewässer nichts zu suchen. Daher sollte man diesem Drang widerstehen und Körperteile nicht mit Flüssen, Bächen und Wasserfällen in Berührung kommen lassen. Ausnahmen sind natürlich klar definierte Badestellen, zum Beispiel Badeseen oder Strände. Aber auch diese sind keine Stellen zum Reinigen, sondern dienen eher der Abkühlung und dem Freizeitvergnügen. Daher gilt auch hier: Seife und Co. bleiben weg vom Wasser!

Einfach und praktisch – Wasserflasche

Bei vielen gehört sie zur Standardausrüstung beim Campen: die Einwegflasche aus Plastik. Diese ist auch eine geschickte Möglichkeit, um zu duschen. Dafür einfach in einen zweiten passenden Deckel mit einer Stricknadel Löcher stechen, Wasser in die Flasche füllen, Deckel aufsetzen – und fertig ist eure Outdoor-Dusche. Wer es gerne warm mag, kann ein wenig Wasser erhitzen und es mit abgekühltem Wasser mischen, bis die Wohlfühltemperatur erreicht ist.

Dann auf einer geeigneten Stelle positionieren, Flasche über den Kopf halten und umdrehen. Aus den Löchern tropft dann das erfrischende Nass. Je nach Vorliebe kann man die Löcher größer oder kleiner machen. Zwar dauert es eine Weile, sich so die Haare zu waschen, aber an Zweckmäßigkeit ist diese Campingdusche kaum zu überbieten. (Offensichtlicher) Tipp: Du solltest den Deckel wieder tauschen, bevor die Flasche zurück ins Gepäck wandert. Ansonsten darfst du deine vollgesogene Kleidung trocknen und musst darüber hinaus neues Wasser für eure Dusche suchen.

Kraft der Sonne nutzen: Die Solardusche

Ein wenig komfortabler ist die Solardusche. Der Beutel wird mit Wasser gefüllt und in die Sonne gelegt. Dank der speziellen Beschichtung heizt sich der Beutel schnell auf und ihr bekommt so warmes Wasser zum Duschen. Am Beutel hast du einen kleinen Hahn zum Auf- und Abdrehen, daran ist der Schlauch mit Duschkopf befestigt.

Ein Modell für rund 14 Euro bietet etwa der Hersteller Qdreclod. Diese Solardusche misst 60 auf 40 Zentimeter und fasst etwa 20 Liter. Dank Halterung kann man diese beispielsweise an einem Baum aufhängen. Nach dem Duschen kann die leere Solardusche platzsparend zusammengerollt und verstaut werden. Mit Hilfe dieser Utensils kannst du eine Art Duschzelt konstruieren.

Alles in allem ist die Solardusche eine praktische Campingdusche und ideal, um jederzeit unterwegs zu duschen. Dank des Schlauchs mit Duschkopf hat man hier schon eher das Gefühl, wirklich zu duschen; damit ist diese Campingdusche der Plastikflasche einen Schritt voraus.

Wellness Deluxe: Tragbare Campingdusche mit Akku

Nach den bisherigen Ideen erscheint die tragbare Campingdusche schon fast als purer Luxus. Es gibt viele verschiedene Modelle, wie etwa die für rund 45 Euro von Zooma. Das Modell besteht aus einer Duschpumpe, die mit einem Akku betrieben wird. Sobald die Batterie aufgeladen ist, kann man in den Eimer Wasser füllen und 2,2 Liter pro Minute durch die eingebaute Pumpe fließen lassen.

Je nach Akkulaufzeit hält die Dusche auch mal eine Stunde durch, sodass mehrere Personen hintereinander duschen können. Dank Saugnapf kann man den Duschkopf an glatten Flächen wie etwa dem Wohnmobil oder Auto befestigen und hat so die Hände frei. Durch den Akku ist man nicht ganz autark, denn sobald dieser leer ist, solltest du eine Lademöglichkeit, etwa einen USB-Anschluss 5V oder 1.2A, in der Nähe haben. Ansonsten war's das mit Duschen – und die verlässliche Flasche kommt doch wieder zum Einsatz beim Camping.

Fazit

Es gibt für jeden Kalt- und Warmduscher on Tour die passende Campingdusche. Je nachdem, auf was du Wert legst und wie viel Budget du übrig hast, reicht die Spanne von "Einfach" bis "Purer Luxus".

Weiterlesen: Wir geben dir geniale Tipps für klimaneutrales Camping.

Artikel von Kia Korsten

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