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Camping-Kühlschrank – Absorber oder Kompressor?

Das Kühlen von Getränken und die Lagerung von Lebensmitteln können beim Camping zu einer Herausforderung werden. Die Lösung ist ein passender Kühlschrank beziehungsweise eine Kühlbox, die je nach Reise und Stromquelle zum Einsatz kommen. Unterschieden wird dabei vor allem bei der Kühlungstechnik: passive Kühlung, Kühlung durch einen Kompressor oder Kühlung durch einen Absorber (mit Hilfe von Gas oder Strom) stehen bei der Anschaffung zur Auswahl.

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Campingkühlschrank oder Kühlbox? Das ist hier die Frage

Beim Kauf einer Kühlungsmöglichkeit gibt es unterschiedliche Kriterien, die allerdings bei vielen Campern für Verwirrung sorgen. Zunächst wird unterschieden zwischen Tür oder Deckel. Bei der Öffnung mit einem Deckel wird in der Regel von einer Kühlbox gesprochen, während die Tür das charakteristische Merkmal eines Kühlschranks ist.

Die Vor- und Nachteile liegen auf der Hand: Kalte Luft ist schwerer als warme Luft, befindet sich also unten im Raum. Deshalb werden die Produkte in einer Kühlbox selbst beim Öffnen weiterhin schön kühl gehalten. Nachteilig ist die Sortierung. Brauchst du etwas von unten aus der Box, muss diese komplett ausgeräumt werden. Bei einem Kühlschrank ist durch das Öffnen der Tür der Kälteverlust deutlich höher, die Sortierung dafür aber erheblich leichter.

Anschlüsse für die Kühlbox oder den Kühlschrank

Im Handel wird bei der Kühlbox und dem Kühlschrank zwischen den Anschlüssen unterschieden. Hier gibt es drei verschiedene Energiequellen, die genutzt werden können:

  • 12 Volt Gleichstrom (DC): Der bekannteste 12 Volt-Anschluss befindet sich beim Zigarettenanzünder im Auto. Der Strom wird dann entweder aus der Lichtmaschine des Fahrzeugs bei laufendem Motor oder aus der Batterie im Stand bezogen.
  • 230 Volt Wechselstrom (AC): Die klassische Steckdose, die Campern in der Regel auf den meisten Anlagen und Stellplätzen zur Verfügung steht. Auf vielen Campingplätzen wird in diesem Zusammenhang auch von "Landstrom" gesprochen.
  • Gas: So absurd es auf den ersten Blick klingen mag, aber auch die Energie aus einer Gasflamme kann zur Kühlung von Produkten genutzt werden – und zwar mit Hilfe eines Absorbers.

Kältetechnik – passive Kühlung, Kompressor, Absorber oder Peltier

Bei der Betrachtung der Kühlungstechniken kann zwischen vier Varianten unterschieden werden: der passiven Kühlung, dem Einsatz eines Kompressors oder eines Absorbers sowie dem Peltier (Thermoelektrik).

Passive Kühlung

Die passive Kühlung ist den meisten Menschen aus der klassischen Kühlbox oder Kühltasche bekannt. Auf relativ kurzen Strecken wird die externe Kälte von Kühlakkumulatoren oder Eiswürfeln genutzt. Der Effekt kann jedoch schnell verfliegen und ist keinesfalls langanhaltend.

Kompressor

Der Kompressor dürfte allen Besitzern von Kühlschränken aus dem Haushalt bekannt sein. Der Kühlschrank wird hierbei fast ausnahmslos mit einem Kompressor betrieben, der dem Innenraum die Wärme entzieht und damit einen zufriedenstellenden Kühlungseffekt erreicht.

Absorber

Beim Absorber können Strom und Gas zum Einsatz kommen. Durch ein besonderes Absorptionsprinzip und Ammoniak wird dem Innenraum die Wärme entzogen. Beim Absorber ist es wichtig, dass die Kühlung stets in einem separaten Bereich des Wohnmobiles oder des Zeltes geschieht.

Peltier (Thermoelektrik)

Die beiden implementierten Peltier-Elemente werden unter Strom gesetzt, wodurch ein Temperaturunterschied erreicht wird. Dies kann sowohl bei der Kühlung als auch für das Warmhalten von Produkten zum Einsatz kommen. Der Wirkungsgrad ist im Vergleich zum Kompressor oder Absorber relativ gering, aber die Technik hat sich als äußerst platzsparend erwiesen.

Vor- und Nachteile der Geräte mit Kühlungstechnik

Die verschiedenen Kältetechniken kommen bei unterschiedlichen Geräten zur Anwendung und haben jede für sich sowohl ihre Vor- als auch ihre Nachteile. Letztendlich dürfte die Art des Reisens und der notwendige Kühlungsgrad bei der Anschaffung entscheidend sein.

12 V / 230 V thermoelektrische Kühlboxen

Für einen kleinen Ausflug über wenige Stunden oder eine Fahrt zum Zielort ist eine thermoelektrische Kühlbox die beste Entscheidung. Diese verfügt mindestens über einen 12 Volt-Anschluss und oftmals über einen ergänzenden 230 Volt-Anschluss für die klassische Steckdose. Diese Kühlboxen werden mit Peltier-Elementen betrieben. Die Vorteile sind vor allem der geringe Platzbedarf und das geringe Gewicht der Boxen, die außerdem deutlich günstiger sind. Die Nachteile sind ein hoher Stromverbrauch, die Abhängigkeit von einer Stromquelle sowie die geringe Kühlleistung.

12 V / 230 V Kühlschränke mit Kompressor

Die Kühlung mit Hilfe eines Kompressors erfolgt bei den meisten Modellen lediglich über einen 230 Volt-Anschluss. Es gibt allerdings auch Hersteller, die Campingkühlschränke mit einem 12-Volt-Anschluss konzipiert haben, deren Kühlung logischerweise nicht so effektiv ausfällt. Diese Geräte sind bei einem längeren Aufenthalt auf einem Campingplatz oder einer Reise mit dem Wohnmobil zu empfehlen. Der Vorteil von Kompressor-Kühlschränken ist die leistungsstarke Kühlung bei einer hohen Energieeffizienz. Zudem greift der Kompressorkühlschrank auf einen Kältespeicher zu. Dies funktioniert so: Wenn du auf einem Platz mit Landstromanschluss stehst, wird der Kühlschrank Zeit mit genügend Energie aus der 230-Volt-Anlage betrieben. Den Überfluss an Energie macht sich der Kältespeicher zunutze. Denn in dieser Zeit wird nicht nur der Kühlschrank gekühlt, sondern zeitgleich auch die Speicherplatte des Kältespeichers mit Kälte versorgt. Ein ausgeklügeltes Kühlsystem.

Die Nachteile sind das stetig brummende Geräusch, das dir sicherlich aus der eigenen Küche bekannt vorkommt, die Größe und das Gewicht sowie der vergleichsweise hohe Anschaffungspreis.

Gaskühlschränke (Absorber)

Der Gaskühlschrank (Absorberkühlschrank) ist beim Camping äußerst populär. Vor allem die Möglichkeit, ihn ohne eine Stromquelle betreiben zu können, dürfte Camper zum Kauf animieren. Neben den klassischen 12-Volt- und 230 Volt-Anschlüssen kann der Kühlschrank auch mit Hilfe von Gas betrieben werden. Das Flüssiggas wird dabei über die größeren Camping-Gasflaschen (fünf oder elf Kilogramm) oder mittels kleinerer Gaskartuschen zugeführt. Neben der Unabhängigkeit von einer Stromquelle ist vor allem seine Geräuschlosigkeit der größte Vorteil. Der Kühlungsgrad ist mit dem eines Kompressors vergleichbar. Ein Nachteil des Absorberkühlschranks ist, dass der Betrieb aufgrund der Abgasentwicklung nur außerhalb von geschlossenen Räumen möglich ist. Des Weiteren wird immer eine waagerechte Stellfläche für den Kühlschrank benötigt und der Anschaffungspreis ist ähnlich hoch wie beim Kompressor. Gerade für längere Aufenthalte auch abseits eines Campingplatzes sind Absorber die optimale Lösung für ein umfassendes Kühlsystem. Einfach das Zelt oder das Wohnmobil am perfekten Standort aufstellen und dennoch über gekühlte Produkte verfügen – das klingt für Camper traumhaft.

Kleine Campingkühlschränke (nur 230 V)

Für manche Camper sind Minikühlschränke eine perfekte Lösung, wenn sie dauerhaft auf eine Stromquelle mit 230 Volt zugreifen können. Die gute Kühlleistung und der vergleichsweise geringe Anschaffungspreis sprechen für einen Minikühlschrank, während der Lärm und Abhängigkeit von einer Stromquelle Nachteile sind.

Fazit

Wer ohnehin auf Campingplätze mit einem Stromanschluss fährt, der kann sorglos auf einen Minikühlschrank oder einen Kühlschrank mit Kompressor zurückgreifen. Wer jedoch unabhängiger unterwegs ist, für den ist der Absorber die richtige Wahl. Kleinere Roadtrips, Picknicks oder Reisen können problemlos mit einer Kühlbox bewältigt werden.

Artikel von Riko Wetendorf

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