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Radkralle, Deichselschloss oder Alarm: So funktioniert Diebstahlsicherung für Wohnwagen

Hochwertig und komfortabel ausgestattete Wohnwagen werden nicht nur bei Urlaubern immer beliebter - sondern leider auch bei Dieben. Immer wieder tauchen in Polizeiberichten Meldungen über gestohlene Camper auf. Auch wenn es keinen hundertprozentigen Schutz gibt, so ist die Diebstahlsicherung für Wohnwagen und Caravans äußert wichtig. Es gilt die Regel: Umso schwieriger es ist, das Fahrzeug zu bewegen, desto unwahrscheinlicher wird ein Einbruch von Kriminellen.

Camper werden am häufigsten vom eigenen Grundstück gestohlen

Die Anzahl von Neuzulassungen von Freizeitfahrzeugen in Deutschland steigt laut dem Caravaning Industrie Verband jährlich an, die Branche boomt. Obwohl für 2019 noch keine kompletten Zahlen vorliegen, deutet alles darauf hin, dass die Anzahl von Anmeldungen für Caravans und Reisemobile um etwa zehn Prozent steigt.

Auch wenn die Zahlen im Vergleich zu Pkw natürlich geringer sind, so ist ein neuer Camper ein sehr beliebtes Diebesgut, liegt doch der Wert eines komplett ausgestatteten Fahrzeugs häufig im fünfstelligen Bereich. "Wird mir schon nicht passieren", denken viele Wohnmobilbesitzer, weil sie ihr Gefährt in den Wintermonaten auf dem eigenen Grundstück abstellen. Aber hier liegt ein Irrtum vor, denn gerade dort schlagen die Profis am häufigsten zu. Laut Statistik wurden in 60 Prozent der Fälle der Camper vom eigenen Grundstück geklaut, 20 Prozent auf Campingplätzen. Auch Raststätten sind beliebte Tatorte.

Doch wie kannst du nun dein Fahrzeug am besten vor solchen kriminellen Machenschaften schützen? Hier stellen wir dir die besten Möglichkeiten für die Diebstahlsicherung bei Wohnwagen und Caravans vor. Diese Schutzvorrichtungen schließen sich nicht gegenseitig aus und können miteinander kombiniert werden.

Radkralle als Diebstahlschutz

Die altbekannte Radkralle oder auch Parkkralle genannt ist immer noch ein beliebter Schutz vor Diebstahl, weil sie sehr effektiv einen Abtransport verhindert. Sie blockiert das Rad und schreckt zudem optisch schon von weitem ab. Eine Kralle zu knacken, ist nicht unmöglich, erfordert aber Zeit, Werkzeug und Erfahrung. Überlege vor dem Kauf ob du ein universelles Modell möchtest, das auch für deinen Pkw genutzt werden kann, oder ob es eine spezifisch auf den Wohnwagen abgestimmte Kralle sein soll.

Die stabilen Metallkonstruktionen gibt es in zwei Ausführungen: Entweder führt sie um das Rad oder durch das Rad. Letzteres ist sicherer. Auch gilt: Je wuchtiger die Kralle, desto schwieriger ist sie aufzubrechen. Das bedeutet zwar, dass Handhabung und Verstauung etwas komplizierter werden, aber die Sicherheit sollte diesen Mehraufwand wert sein. Greife also zu Qualität. Manche Diebe tauschen das Rad auch einfach aus, wenn sie die Kralle nicht lösen können. Erschwere ihnen die Arbeit daher durch weitere Maßnahmen für den Diebstahlschutz und eine eventuell zweite Radkralle an einem anderen Reifen.

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Mit Deichselschloss die Anhängerkoppel sichern

Um den kriminellen Abtransport eines Caravans zu vermeiden, eignen sich sehr gut sogenannte Deichselschlösser. Sie sind wohl die gängigste Diebstahlsicherung für Wohnwagen. Damit wird verhindert, dass ein fremdes Fahrzeug unerlaubt ankuppeln kann. Zur Auswahl stehen hier unterschiedliche Ausführungen wie Kastenschloss, Bügelschloss, Steckschloss, Sicherheitsklammer und die Sicherheitskugel. Alle werden an der Anhängerkupplung sehr leicht angebracht und verhindern mechanisch den Diebstahl. Auch hier gilt, ein hundertprozentiger Schutz ist nicht möglich, daher empfehlen wir immer die Kombination mit einer anderen Diebstahlsicherung.

Das Kastenschloss ist ein Kasten aus schwerem Metall, der an der Deichsel das Anhängermaul umschließt und so eine Ankupplung verhindert. Der Metallkasten wird mit einem Schloss geschützt. Viele Kastenschlösser sind in der Breite verschiebbar und eignen sich so auch als Antischlingerkupplungen.

Das Bügelschloss eignet sich für alle gängigen Kupplungen bis 50 mm. In diesem Fall wird eine massive Eisenkugel mit einem Bügel gesichert und verschlossen und blockiert so das Kupplungsmaul des Anhängers. Steckschlösser sind besonders schnell montiert und auch wegen ihrer Größe leicht zu verstauen. Hier ist es aber wichtig, dass du den Hersteller der Kupplung kennst, denn diese Sicherungen sind oft spezifisch und nicht universell einsetzbar.

Eine so genannte Sicherheitsklammer verhindert das Entriegeln des Kupplungshebels und somit auch das an- und abkuppeln. Dieses System ist sehr praktisch, weil es auch funktioniert, wenn der Caravans an ein Zugfahrzeug angehängt ist.

Die letzte Variante ist das Kupplungs-Ei, auch Sicherheitskugel oder Safety Ball genannt. Das Maul der Deichselkupplung wird von der Kugel komplett ausgefüllt, was einen Abtransport unmöglich macht. Achte beim Kauf darauf, dass das Material rostfrei ist.

Wohnwagenstützen und passendes Schloss als Diebstahlschutz

Mit ausgefahrenen Stützfüßen wird es sehr schwierig, einen Wohnwagen abzutransportieren oder anzukoppeln. Das alleine ist also schon eine Diebstahlsicherung, weil das Stehlen so viel aufwändiger wird. Bringst du zusätzlich ein Stützenschloss an, wird das schnelle Hochdrehen zusätzlich erschwert.

So funktioniert es: Die Sicherung wird einfach über die Mutter gesteckt und mit einem Zylinderschloss verriegelt. Das ganze viermal, also für jeden Stützfuß. Mit passendem Werkzeug kann der Dieb natürlich trotzdem diese Diebstahlsicherung entfernen, um den Anhänger transportfähig zu machen. Aber trotzdem, es wird Zeit kosten und je länger die Langfinger für den Diebstahl brauchen, desto höher ist die Chance, dass sie vorher entdeckt werden.

Alarmanlage für den Wohnwagen

So wie du dein Haus mitsamt aller Einrichtungsgegenstände mit einer Alarmanlage vor Einbrechern schützt, funktioniert das auch für den Wohnwagen. Wenn man bedenkt, dass immer mehr in eine kostspielige Ausstattung investiert wird, etwa Klimaanlage, Campingküche, Mobilar etc., lohnt sich die Installation einer elektronischen Überwachungs- und Meldeanlage auf jeden Fall.

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Die Alarmanlage hat vor allem abschreckende Wirkung durch die schrille Sirene und flackerndes Licht. Für alle verfügbaren Modelle gilt darauf zu achten, dass sie ohne Anschluss ans Stromnetz oder die Autobatterie funktionieren müssen. Einfache Varianten haben etwa Sensoren an Türen oder Fenstern, die reagieren, wenn diese versucht werden zu öffnen. Auch Bewegungsmelder per Infrarot, die bei Bewegungen rund um den Wohnwagen ausschlagen, sind sehr wirksam, müssen aber so eingestellt werden, das keine vorbeihuschende Katze den Alarm auslösen kann, sondern der Alarm wirklich erst bei Diebstahl anspringt.

Will der Dieb den Anhänger aber ungeöffnet abtransportieren, dann helfen nur Sensoren, die aktiviert werden, sobald sich der Wohnwagen bewegt. Top-Versionen von Alarmanlagen haben zudem eine GSM-Einheit, die einen Notruf auf dein Handy sendet, falls es der Wohnwagen bewegt wird, oder sogar ein komplettes Schutzsystem mit Überwachungskamera.

GPS und die passende Versicherung

Sollte es dem Dieb trotz aller Schutzvorrichtungen dennoch gelingen, deinen Wohnwagen zu stehlen, ist die Panik groß. Um den Kriminellen auf die Spur zu kommen, hilft ein eingebautes GPS-Tracking via SIM-Karte, bei dem das Gerät die aktuelle Position deines Wohnwagens an dein Mobiltelefon sendet.

GPS-Tracker sind kleine unscheinbare Geräte, die gut im Camper versteckt angebracht werden. Achte auch hier auf eine gute Stromversorgung mit einem Akku, den du natürlich regelmäßig überprüfen solltest.

Die traurige Wahrheit ist, dass es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen passieren kann, dass dein Wohnwagen gestohlen wird und nicht mehr geortet werden kann. Die Polizei empfiehlt daher unbedingt, eine passende Versicherung wie Teil- oder Vollkasko abzuschließen, die im Ernstfall für den Verlust bei Diebstahl aufkommt.

Artikel von Claudia Ballhause

Titelbild: © Wellnhofer Designs – stock.adobe.com_

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