Wohnmobil

Wohnmobile im ADAC Test – Hymer DynamicLine B 588 DL

Hymers B-Klasse ist der Klassiker unter den vollintegrierten Wohnmobilen. Mit der Reihe DynamicLine hat Hymer nun die B-Klasse neu erfunden. Oberstes Ziel war es, in der Kategorie bis 3,5 Tonnen so viel Gewicht wie möglich abzuspecken, um mehr Zuladungskapazität zu gewinnen. Die B DL-Reihe startet mit vier Grundrissvarianten zwischen 5,99 und 7,49 Metern Länge. Im ADAC Test musste sich der 6,99 Meter lange B 588 DL beweisen.

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Nicht mehr so breit, dafür höher

Schmaler, höher & leichter: Mit der neuen Reihe DynamicLine bietet Hymer vollintegrierte Wohnmobile mit großen Zuladungsreserven. Die DynamicLine ist schlank geworden, so der erste Eindruck der Testcrew. Zur Gewichtsersparnis haben die Entwickler den B DL in der Breite um 13 Zentimeter reduziert, ihn aber um 6 Zentimeter auf 2,96 Meter erhöht. Der Radstand des Fiat Ducato auf dem AL-KO Tiefrahmenchassis wurde auf 3,90 Meter verkürzt.

Super Fahrverhalten

Auf der Teststrecke in Kaufbeuren musste der Vollintegrierte mit den Modelmaßen zeigen, welches fahrdynamische Potenzial in ihm steckt. Der 2,3 Liter Vierzylinder leistet 148 PS, die 320 Nm Drehmoment sind ausreichend. Das automatisierte 6-stufige Schaltgetriebe arbeitet ruckfrei, was sofort gefällt. Im ADAC Ausweichtest muss die Stabilitätshilfe ESP bei plötzlichem Richtungswechsel vollen Einsatz leisten. Mit bis zu 66 km/h lässt sich der Hymer durch den ADAC Ausweichparcours fahren, ohne dass eine Pylone fällt. Nur das kurveninnere hintere Rad hebt dabei leicht ab. Die Tester attestieren der B-Klasse in diesem extremen Grenzbereich ein akzeptables Verhalten.

Insgesamt gute Einrichtung im DynamicLine

Zum Fahrzeugaufbau: Die Fahrzeugwände sind gut isoliert, eine GFK-Beschichtung schützt das Dach vor Hagelschlag, der GFK-Doppelboden ist beheizt. Zum Innenraum: Die drei Kochstellen der seitlichen Küchenzeile sind ausreichend groß, die LED-Spots hell, die Arbeitsfläche ist aber eher dürftig. Gemütlich präsentiert sich die Dinette mit einer Ecksitzbank und zwei bequemen Frontsitzen. Unnötig: Unter dem Beifahrersitz besteht zwischen dem Bedienhebel und einer Schraube Verletzungsrisiko. Auch das kantige Bauteil unter dem verstellbaren Tisch sollte anders platziert werden. Vorbildlich: Das LED-Beleuchtungskonzept mit blauen Spots erzeugt ein abwechslungsreiches Licht-Ambiente.

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Vor- und Nachteil im Überblick

  • Gut dosierbare Bremse ohne Fading

  • komfortable Längsbetten mit bequemem Zugang

  • stabile und leichte PUAL-Bauweise

  • Langer Bremsweg

  • Zulassung für nur 3 Personen

  • Standardzubehör (Markise etc.) schmälert die Zuladungsreserven

  • mäßige Unterlüftung der Heckbetten

  • Duschbereich zu eng

  • nicht zulässige 230-Volt-Steckdose im Badschrank

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Text: Thomas Nitsch

Fotos: Uwe Rattay

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