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Starthilfe geben – So überbrückst du die Autobatterie

Das Wohnmobil abgestellt und ein paar Wochen oder Monate nicht bewegt – schon ist es passiert. Der Motor springt nicht mehr an. Wie war das nochmal mit der Starthilfe geben? Wo muss das rote Kabel hin? Im entscheidenden Augenblick fällt es einem meist nicht mehr ein. Damit das Überbrücken der Autobatterie auch gelingt, haben wir hier ein paar hilfreiche Tipps zusammengestellt. Auch wenn es mittlerweile Starthilfe-Booster gibt, ist das Spenderauto immer noch die klassische Variante. Hier erfährst du Schritt für Schritt wie das Überbrücken mit der Autobatterie geht.

Starthilfekabel griffbereit haben

Zuerst musst du dich vergewissern, dass die Hilfsbatterie die gleiche Spannung hat wie die deines Fahrzeugs. Meistens sind das 12 Volt. Luxusmobile auf Lkw-Chassis haben oft eine 24-Volt-Technik. Auch die Antriebstechnik und Kapazität sollte die gleiche sein. Ein Benzinmotor kann zum Beispiel keinem Dieselmotor Starthilfe geben, weil dieser zum Starten höhere Ströme braucht. Umgekehrt sollte es allerdings klappen. Nun fehlt noch das Starthilfekabel, auch Überbrückungskabel genannt. Vorsichtshalber solltest du es immer griffbereit haben. Für Wohnmobile empfiehlt sich ein Kabel mit einer Länge von mindestens drei Metern, besser sogar noch länger, weil die Starterbatterie im Pannenauto oft an schwer zugänglichen Stellen installiert ist.

Starthilfe geben Schritt für Schritt

Zweites Fahrzeug bereit? Überbrückungskabel gefunden? Dann kann es losgehen mit dem Starthilfe geben.

  1. Den Motor bei beiden Fahrzeugen anlassen, Gang raus und Handbremse ziehen. Bitte überprüfen, ob alle elektrischen Funktionen wie Radio, Heizung etc. abgestellt sind.
  2. An beiden Batterien den Pluspol suchen und ein rotes Ende des Kabels zuerst an die leere Batterie vom Pannenfahrzeug und das andere rote Ende an die Spenderbatterie anklemmen. Wichtig: Hier werden Pluspol und Pluspol miteinander verbunden.
  3. Das schwarze Kabel kommt nun an den Minuspol der Empfängerbatterie. Das andere Ende muss direkt an den Massepunkt oder Motorblock der Spenderbatterie angebracht werden und nicht an deren Minuspol, da es sonst zu Funkenbildung kommen kann.
  4. Darauf achten, dass die Kabel keine Teile berühren, die sich beim Anlassen drehen können.
  5. Beim Helferfahrzeug den Motor anlassen und mit einer hohen Drehzahl laufen lassen.
  6. Jetzt versuchen, das Pannenfahrzeug mit der leeren Batterie zu starten. Wenn es nach 15 Sekunden nicht anspringt, dann eine Minute Pause machen und wieder versuchen.
  7. Ist das Überbrücken gelungen, dann beide Motoren etwa 3 Minuten laufen lassen. Dabei beim Pannenfahrzeug das Gebläse oder die Heizung anstellen, damit Spannungsspitzen vermieden werden, die der Batterie schaden können. Aber nicht das Licht einschalten, die Lampen können durchbrennen.
  8. Jetzt können die Kabel wieder abgeklemmt werden, genau in umgekehrter Reihenfolge wie vorher.
  9. Am besten unternimmst du jetzt eine längere Ausfahrt, damit sich die Empfängerbatterie richtig auflädt und du beim nächsten Anlassen nicht wieder Schwierigkeiten hast.

Gefahren nicht unterschätzen

Die Gefahr, die von einer 12-Volt-Batterie ausgehen kann, ist nicht zu unterschätzen. Eine Knallgasreaktion kann sogar dazu führen, dass die Batterie explodiert und Schwefelsäure austritt. Deswegen ist es enorm wichtig, die Starthilfe in einem gut belüfteten Ambiente durchzuführen. Beim Starthilfe geben eine Zigarette zu rauchen, ist natürlich tabu. Auch ein Mobilfunktelefon in unmittelbarer Nähe zu benutzen, ist keine gute Idee.

Booster Batterien für Selbstversorger

Wenn du auf kein Spenderfahrzeug angewiesen sein möchtest, lohnt es sich, in einen Starthilfe-Booster zu investieren. Dieses Schnellstartsystem ist eigentlich nichts anderes als ein kompakter Lithium-Ionen-Akku in einem Kunststoffgehäuse, der nach dem Benutzen immer wieder aufgeladen werden kann und auch sonst als mobile Ladestation beim Campen gute Dienste leisten kann. Beim Kauf darauf achten, dass das beiliegende Starthilfekabel auch lang genug ist, denn meistens sind diese fahrzeugunabhängigen Stromspender für Pkws ausgelegt. Sollten alle Versuche von Starthilfe geben nicht von Erfolg gekrönt gewesen sein, könnte das Anschleppen oder Anschieben hilfreich sein. Ist der Motor erst einmal angesprungen, kann sich die Batterie durch das Fahren selbst aufladen.

Text von Claudia Ballhause

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